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Freitag, 24 April 2026 23:32

Wien applaudiert „La Cena“: Erfolg und Gespräch mit Manuel Gómez Pereira und Cristóbal García

Von María Andrea Múñoz & Ivett Ángeles LItano
Manuel Gómez Pereira y Cristóbal García Foto: Ivett Ángeles Litano

Im Rahmen des Spanish Vienna Film Festival sprachen wir mit Manuel Gómez Pereira und Cristóbal García, Regisseur und Produzent von La Cena, dem Eröffnungsfilm des Festivals. La cena (The Dinner) wurde vom Publikum sehr herzlich aufgenommen und mit großem Applaus bedacht.

Das Festival vereint die wichtigsten Werke des zeitgenössischen spanischen Kinos in der österreichischen Hauptstadt. In diesem Gespräch sprechen die beiden Filmschaffenden über die Herausforderungen, eine Geschichte aus der spanischen Nachkriegszeit auf die Leinwand zu bringen. Eine Zeit, in der Macht, Angst und menschliche Spannungen aufeinandertreffen und mit einem Ansatz erzählt werden, der Drama und Humor verbindet und zugleich historisch wie universell wirkt.

Was hat Sie an dieser Geschichte über Macht, Angst und Loyalitätskonflikte gereizt?

Zunächst hat mich die Geschichte bereits bei meinem ersten Kontakt mit dem Theaterstück fasziniert. Sie erzählt von einer Gruppe von Menschen, die in der Unsicherheit eines historischen Moments gefangen sind: dem Beginn der Nachkriegszeit in Spanien.

Es ist eine Phase, in der nach dem Bürgerkrieg die Angst überwiegt und Zweifel an der Zukunft bestehen.

All das wird durch Figuren vermittelt, die versuchen, inmitten des Chaos ihren Platz zu finden. Genau das ist der emotionale Kern der Geschichte: ihre Situation in diesem ganz bestimmten Moment. Und natürlich wird alles noch durch die Laune eines Diktators zugespitzt, der beschließt, seinen Sieg im Königspalast zu feiern.

Los creadores de La Cena, Manuel Gómez Pereira y Cristóbal García, durante la entrevista. Foto: Ivett Ángeles Litano.
Manuel Gómez Pereira und Cristóbal García sprechen in Wien über die Herausforderungen, eine Geschichte aus der Nachkriegszeit mit einer zeitgenössischen Perspektive auf die Leinwand zu bringen. Foto: Ivett Ángeles Litano.

Was hat Sie daran interessiert, am Spanien des Jahres 1939 zu zeigen, das bis heute nachhallt?

Seit Manolo mir die Grundidee erzählt hat, war ich sofort sehr angetan. Für mich ist Kino vor allem eine Reise. Eine der schönsten Seiten dieses Berufs ist es, in einen anderen emotionalen oder zeitlichen Zustand eintauchen zu können. Wir hatten das Gefühl, dass das Madrid unmittelbar nach dem Ende des Krieges im jüngeren spanischen Kino noch nicht auf diese Weise dargestellt worden ist. Es erschien uns daher passend, die Geschichte von einem so kraftvollen und symbolträchtigen Ort aus zu erzählen wie dem Königspalast von Madrid, der in diesem Moment aufhört, nur ein Gebäude zu sein, und zum Epizentrum der Stadt wird.

Wie lässt sich Humor mit einem so schmerzhaften Kontext in Einklang bringen?

Humor ist immer ein Werkzeug, um Geschichten zu erzählen – vorausgesetzt, er wird eingesetzt, ohne zu verharmlosen oder zu trivialisieren. Ich glaube, dass man über Humor die Emotionen des Publikums viel direkter erreicht. Komödie und Drama sind eng miteinander verbunden, genau wie im echten Leben.

In dieser Welt und in dieser Geschichte ist das Leben in all seinen Facetten präsent. Angst, der Wunsch, seinen Platz zu finden, und die Suche nach Würde waren damals zentrale menschliche Triebkräfte. Der Sinn für Humor steht dazu nicht im Widerspruch – im Gegenteil, manchmal ist er die einzige verfügbare Waffe, um eine solche Situation zu überstehen.

Los creadores de La Cena, Manuel Gómez Pereira y Cristóbal García, durante la entrevista. Foto: Ivett Ángeles Litano.
Regisseur und Produzent von La Cena, Manuel Gómez Pereira und Cristóbal García, im Gespräch. Foto: Ivett Ángeles Litano.

Was war die größte Herausforderung bei einem historischen Film wie La Cena?

Alle Filme sind eine Herausforderung, schon ab dem Moment, in dem man beginnt, sie zu denken. La Cena hatte mehrere Hürden, besonders im spanischen Markt. Zunächst heißt es oft, dass Filme über den Bürgerkrieg nicht mehr gern gesehen sind, obwohl das ein Widerspruch ist, denn die meisten Produktionen der letzten zwanzig Jahre waren an den Kinokassen oder bei Preisverleihungen sehr erfolgreich.

Das war bereits eine große Herausforderung. Hinzu kam der Ansatz, Komödie mit einem historischen Setting zu verbinden. In letzter Zeit hat sich die spanische Komödie stark auf familiäre und zeitgenössische Themen konzentriert. Ein Stoff aus der Vergangenheit bedeutete also ein weiteres Risiko. Schließlich gab es den Anspruch, dass der Film auch visuell überzeugt. Wir wollten einen hohen Produktionswert erreichen und einen guten Film schaffen, der über die unterhaltsame Handlung hinausgeht. Wir haben großen Wert auf die visuelle Gestaltung gelegt, und ich glaube, das weiß auch das Publikum zu schätzen.

Was erwarten Sie vom Wiener Publikum?

Die Resonanz außerhalb Spaniens ist bislang sehr positiv. Das Publikum versteht die Komödie sehr gut. Auch wenn die Geschichte im Spanien des Jahres 1939 spielt, ist sie universell. Wenn man über Diktaturen spricht, über eine Figur wie Franco und darüber, wie Politik das Leben gewöhnlicher Menschen beeinflusst, erreicht diese Botschaft überall die Menschen. Ich denke, das Wiener Publikum wird sich gut unterhalten fühlen und eine Verbindung zur Geschichte aufbauen.

Das hat sich bereits in Europa und in den USA gezeigt. Komödie ist eine universelle Sprache, nicht nur wegen der Witze oder Gags, sondern wegen der Entwicklung der Figuren bis zum Ende der Geschichte. Wir hoffen, dass das Publikum genauso viel Freude daran hat, den Film zu sehen, wie wir daran hatten, ihn zu machen.

So etabliert sich La Cena als eine der herausragenden Produktionen des Spanish Vienna Film Festivals und erreicht das Wiener Publikum mit einer Geschichte, die zugleich lokal verwurzelt und universell ist.

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Spanish Vienna Film Festival 
www.viennaspanishfilmfestival.com

Letzte Änderung am Samstag, 25 April 2026 11:38
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