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Dienstag, 09 Juni 2026 19:56

Viena Latina – VIELAC bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen, um Integration in Wien neu zu denken

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Ein Teil des Teams von Viena Latina – VIELAC: von links nach rechts: Pablo Volenski, Moritz Egger, Russel Altamirano, Carla Bobadilla, Ruth Pappenheim und Berthold Molden. Foto: CulturaLatina

Was bedeutet Integration wirklich? Wie können die Hürden abgebaut werden, mit denen Migranten bei ihrer Ankunft in Österreich konfrontiert sind?  Und welche Rolle spielen Institutionen, Politik und Zivilgesellschaft bei der Gestaltung einer inklusiveren Stadt? Dies waren einige der Fragen, die den Workshop for Migration Policy Makers des Projekts Viena Latina – VIELAC leiteten, der am Montag, den 8. Juni, im Österreichischen Lateinamerika-Institut stattfand.

Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, öffentlicher Verwaltung, Wissenschaft, zivilgesellschaftlichen Organisationen und migrantischen Communities zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam über die Herausforderungen und Chancen des Zusammenlebens in einer vielfältigen Gesellschaft nachzudenken.

Dem partizipativen Ansatz von Viena Latina folgend, bildeten die Erfahrungen von Personen mit Migrationshintergrund den Ausgangspunkt für einen direkten Dialog mit jenen, die politische Prozesse mitgestalten. Ziel war es nicht, über sie zu sprechen, sondern ihnen zuzuhören.

Barrieren, Teilhabe und Zugehörigkeit

In den Arbeitsgruppen wurden Themen wie sprachliche und bürokratische Hürden, der Zugang zum Arbeitsmarkt, politische und gesellschaftliche Teilhabe, Zugehörigkeitsgefühl sowie die Rolle von Community-Netzwerken diskutiert.

Eine der Arbeitsgruppen betonte, dass die Komplexität des österreichischen Verwaltungssystems bei neu zugewanderten Menschen Ängste und Unsicherheiten hervorrufen kann, insbesondere wenn Beratungsangebote und soziale Netzwerke fehlen. Eine frühzeitige Unterstützung könne dazu beitragen, die Integration zu erleichtern und zugleich das Verständnis für die österreichische Gesellschaft zu fördern.

Ein weiterer Diskussionsschwerpunkt betraf die Herausforderungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt sowie die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit zwischen unterstützenden Organisationen und migrantischen Communities zu stärken. Zudem wurden Fälle von Arbeitsausbeutung thematisiert und die Bedeutung von Chancengleichheit unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus hervorgehoben.

Was bedeutet Integration?

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Frage, wie Integration verstanden werden sollte. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass es weder eine allgemeingültige Definition noch eine Instanz gibt, die verbindlich festlegen kann, wann eine Person als „integriert“ gilt.

Statt Integration als einseitigen Prozess oder als Forderung nach kultureller Anpassung zu verstehen, wurde sie als gemeinsame Verantwortung von Zugewanderten und Aufnahmegesellschaft beschrieben.

Zudem wurde die Notwendigkeit betont, die im öffentlichen Diskurs verwendeten Begriffe zu hinterfragen und verstärkt Konzepte in den Mittelpunkt zu rücken, die Zusammenleben, aktive Teilhabe und eine inklusive Bürgerschaft fördern.

VienaLatina-VIELAC-Foto: Ivett Angeles Litano
Berthold Molden: „Dialog- und Beteiligungsräume für migrantische Communities.” Foto: Ivett Ángeles Litano.
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Beim Workshop for Migration Policy Makers kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, Institutionen und migrantischen Communities zum Austausch zusammen. Foto: Ivett Ángeles Litano.
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Teilnehmende des „Workshop for Migration Policy Makers“ gemeinsam mit Berthold Molden, Direktor des EU-Projekts Viena Latina – VIELAC. Foto: Ivett Ángeles Litano.
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Judith Edelmann, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderätin (ÖVP) im Gespräch mit Carla Bodabilla von Viena Latina. Foto: Ivett Ángeles Litano.
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Caroline Hungerländer, Abgeordnete zum Wiener Landtag, Gemeinderätin und Migrations- und Integrationssprecherin (ÖVP), sowie Martina Soliman im Austausch mit dem Anthropologen Nyamadzawo Sibanda bei einer der Dialogrunden des Workshops. Foto: Ivett Ángeles Litano.
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v.l.n.r.: Henrie Dennis (Weltmuseum, AfroRainbowAustria) und Kasia Greco, Wiener Stadträtin (ÖVP), im Austausch mit Vertreterinnen und Vertreter migrantischer Communities während des Workshop for Migration Policy Makers. Foto: Ivett Ángeles Litano.
VienaLatina-VIELAC-Foto: Ivett Angeles Litano
Von links nach rechts: Henrie Dennis, Diana Smaczynski-Uysal  (MA7), Pablo Volenski (Verein Viena Latina y Caribeña), Mary Kreutzer (Caritas – Missing Link), Ursula Berner, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderätin (Die Grünen) und Henry Ntiamoah (WKW). Foto: Ivett Ángeles Litano.
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Berîvan Aslan, Abgeordnete zum Wiener Landtag, Gemeinderätin und Integrations- und Menschenrechtssprecherin (Die Grünen), und David Beraha (MA 17) im Gespräch während des Workshops. Foto: Ivett Ángeles Litano.
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Alejandro Peña, Klubobmann und Bezirksrat in Penzing (SPÖ), sowie María Taramona, Bezirksrätin in Landstraße (ÖVP), während des Workshop for Migration Policy Makers. Foto: Ivett Ángeles Litano.

Projekt Viena Latina – VIELAC

Der Workshop for Migration Policy Makers war die Abschlussveranstaltung des von der EU finanzierten Projekts „Vienna Latina VIELAC“, einer Initiative des Österreichischen Lateinamerika-Instituts, des Wien Museums und der Akademie der bildenden Künste Wien.

Geleitet wird das Projekt vom Historiker Berthold Molden vom Österreichischen Lateinamerika-Institut (LAI) und wird seit zwei Jahren mit einem interdisziplinären Team bestehend aus Russel Altamirano (LAI), Rayen Cornejo (LAI), Carla Bobadilla (Akademie der Bildenden Künste) und Marcela Torres Heredia (Wien Museum) sowie zahlreichen Forscher:innen, Künstler:innen, Kulturvermittler:innen, Citizen Scientists und Vertreter:innen der migrantischen Communities erfolgreich umgesetzt. 

Seit 2024 arbeitet VIELAC mit partizipativen Methoden wie Oral History, partizipativer Fotografie (Photovoice), Stadtspaziergängen und der Erstellung digitaler Archive, um die Erfahrungen lateinamerikanischer und karibischer Communities in Wien sichtbar zu machen. Während des Workshops betonte Molden, dass die Schaffung von Räumen für Dialog und Vertrauen, in denen Migrantinnen und Migranten ihre Erfahrungen teilen und sich aktiv einbringen können, zu den größten Erfolgen des Projekts zählt.

In den vergangenen zwei Jahren hat VIELAC 66 Citizen Scientists ausgebildet, 28 offizielle Veranstaltungen organisiert und mehr als 750 Menschen persönlich eingebunden. Einer der wichtigsten Erfolge des Projekts war die Schaffung von Begegnungs- und Dialogräumen, die es den Communities ermöglichten, ihre Migrationserfahrungen sichtbar zu machen und ihre eigenen Perspektiven einzubringen.

Das Projekt endete mit dem Appell, die Zusammenarbeit zwischen Politik, Institutionen und Zivilgesellschaft weiter auszubauen. Migrantinnen und Migranten brauchen Räume, in denen sie ihre Erfahrungen austauschen, ihre Perspektiven sichtbar machen und sich aktiv an gesellschaftlichen Debatten beteiligen können.

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Projekt „Viena Latina – VIELAC“
www.vienalatina.org 

Letzte Änderung am Donnerstag, 11 Juni 2026 14:50
Redaktion

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