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Freitag, 15 Mai 2020 23:20

Corona-Krise: „Mode“ verlor für den Verbraucher an Relevanz

Von
Marcos Valenzuela: "Die Corona-Krise hat mich dazu gebracht, jeden Moment mit Intensität zu leben" Foto: Julia Spicker

Wir sind alle von der Corona-Krise betroffen. Aber was ist mit den Unternehmern? Der Modedesigner Marcos Valenzuela, erzählt seine Erfahrungen.

Marcos Valenzuela leitet seine eigene Firma "Tiberius" und sagt:  „Die Modewelt ist einer der Branchen, in denen das Coronavirus große Wirkung gezeigt hat.
Aufgrund der Quarantäne gibt es keinen Verkauf oder Kauf von Mode und die Grundkosten der Unternehmen laufen weiter. Die Frühjahrs- / Sommer Saison wurde gestoppt und die Kollektion hing in den Auslagen. Die Herbst- / Winterkollektionen (2020-21) befinden sich bereits in der Entwicklung oder sogar in Produktion.

Der Schwerpunkt meines Geschäfts liegt auf der Herstellung von Kleidung nach Maß, wobei das Hauptaugenmerk auf Mode für besondere Anlässe wie Hochzeiten liegt. Aufgrund der Situation mit Covid-19 wurden noch ausstehende Bestellungen für Kleider oder Projekte storniert, da Kunden aufgrund von Reisevorschriften nicht zu den Anproben kommen konnten“, so Valenzuela.

„Soziologisch betrachtet verlor das Produkt „Mode“ für den Verbraucher an Relevanz. Erstens, weil wir in der Quarantäne gelernt haben, dass man, wenn man das Haus nicht verlassen soll, nicht die Notwendigkeit sieht Mode zu konsumieren. Für die Arbeit von zu Hause aus benötigt man auch keinen Schrank voller trendiger Mode. Gleichzeitig stellt der Kunde sicher, dass er zuerst seine Lebenshaltungskosten unter Kontrolle haben muss, wenn schwierige Zeiten kommen und es keine Jobs gibt“, sagte der Unternehmer.

Kennen Sie Initiativen von anderen Ländern oder Unternehmern, die vielleicht hier in Österreich umgesetzt werden und funktionieren könnten?

Ja, ich habe die Initiative #wirsindzusammen gestartet. Meine Absicht ist es, Sichtbarkeit für Kreative in Österreich zu schaffen. Ein Ziel ist es, sich zu vereinen und zusammenzuarbeiten. Im Moment geht es darum eine Community zu schaffen. Der Plan ist, einen Weg zu finden wie diese Gemeinschaft zusammenarbeiten und kämpfen kann, um aus der Wirtschaftskrise herauszukommen.
Interessenten an dieser Initiative können mich sehr gerne kontaktieren:
Instagram: @marcos.valenzuela_tiberius oder per E-Mail: marcos.valenzuela@tiberius.at

Logotipo de la Iniciativa #wirsindzusammen para los creativos en Austria.
Logotipo de la Iniciativa #wirsindzusammen para los creativos en Austria.

 

Wurde Ihr Unternehmen von der Regierung ausreichend unterstützt? (z.B. Angebot Kurzarbeit; finanzielle Unterstützung, etc).

Ich glaube dass die Regierung versucht hat die größtmögliche Unterstützung zu bieten, die sie für möglich hält. Ob es ausreicht oder nicht darf ich nicht beurteilen, denn die Situation ist so komplex und außergewöhnlich, dass es keine Möglichkeit gibt sie zu beurteilen. Einer der schwierigsten Punkte bei der Suche nach Unterstützung durch die Handelskammer war das Verstehen der Formulare auf Deutsch.

Welche Strategien empfehlen Sie anderen Selbstständigen, Freiberuflern und Unternehmern, um aus dem Konflikt, den diese Pandemie mit sich bringt, herauszukommen?

Ich wage es nicht Empfehlungen zu geben, da ich auch von Moment zu Moment in Konflikt stehe. Für einen Unternehmer ist es schwierig motiviert zu bleiben. Das Zulassen der Unsicherheit über die Zukunft führt dazu, keine Lösungen zu suchen oder sie nicht zu sehen. Es hat mir in diesen Momenten geholfen, einen Dialog mit ähnlichen Unternehmen in derselben Branche zu suchen, damit wir gemeinsam Lösungen finden können.

Eine Pandemie ist nichts Alltägliches. Wir mussten diese globale Episode erleben. Was hat sich dadurch in Ihrer Denkweise geändert (Werte, Prioritäten, Ziele)?

Es ist mehr als eine Veränderung, es hat mir Gewissheit über unsere Lage als Menschen gegeben. Es hat mich dazu gebracht, jeden Moment mit Intensität zu leben. Mark Aurel hat uns diese Lehre hinterlassen: „Unsere Handlungen können von Menschen behindert werden, aber es kann keine Hindernisse für unsere Absichten oder unsere Dispositionen geben. Weil wir uns anpassen können. Der Geist passt sich an und nützt das Hindernis für unsere Leistung zu seinen eigenen Zwecken. Das Handlungshindernis treibt das Handeln voran. Was im Weg steht, wird zum Weg“.

Hatten Sie psychische Probleme mit der Bewältigung der Krise und Ihrer persönlichen Situation?

Ja, ich hatte schwierige Momente. Als Migrant fühle ich für Österreich sowie für mein Volk in Amerika. Als guter Latino ist meine familiäre Bindung stark. Nur auf den Tag zu warten, an dem ich mein Kolumbien besuche und meine Leute umarmen kann, bringt mich mit einem Gefühl der Leere in Kontakt. Das Gefühl fließen zu lassen ist die Art wie ich mit dieser Situation umgehe.

Glauben Sie, dass Sie als Unternehmer in diesen Krisenzeiten einen Vorteil haben, gerade weil Sie Lateinamerikaner sind?

Als Latinos wurden wir mit einem Vorteil geboren ;-) Wir sind einfallsreich und positiv. Nachdem wir in einem Land in der Krise aufgewachsen sind, haben wir gelernt widerstandsfähig zu sein.

 

Marcos Valenzuela
www.tiberius.at 
www.tiberius.at/kontakt 
Kärntnerstraße 51, 1010 Wien
marcos.valenzuela@tiberius.at 
Instagram: @marcos.valenzuela_tiberius 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 21 Mai 2020 16:14
Lic. Laura Garrido

Laura Garrido es licenciada en periodismo, de origen Español.
Vive en Viena y en España, se desempeña como autora para varios medios internacionales.

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