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Donnerstag, 17 Februar 2022 21:24

Österreichisches Lateinamerika-Institut präsentiert attraktives Programm für 2022

Von *Transkription, Anpassung, Redaktion: ©CulturaLatina | Interview & Audio: ©LatinoTV
Von links nach rechts: Marc Vranckx Programmkoordinator des LAI, Andrea Eberl Direktorin des LAI und Ana María García von LatinoTV im Europasaal des Österreichischen Lateinamerika-Instituts. Foto: Stefan Galván

Die erste LatinoTV-Sendung in diesem Jahr war voller Freude und guter Nachrichten. Ana María García interviewte Andrea Eberl, Direktorin des Österreichischen Lateinamerika-Instituts (LAI) und Marc Vranckx, Programmanager. Wie kam es dazu, dass das LAI Teil der Wiener Volkshochschulen (VHS) wurde? Wie ist das LAI heute strukturiert? Was bietet das LAI heute an? Was hat sich am LAI verändert? Lesen Sie alles darüber in diesem Interview.

Ana María García (AM): Vor zwei Jahren haben wir auch zwei Lehrer*innen des Instituts hier interviewt. Wir sprachen über eine ungewisse Zukunft, wir waren traurig und besorgt, weil wir nicht wussten, was mit dem Institut geschehen würde. Doch heute gibt es die gute Nachricht: Das Österreichische Lateinamerika-Institut ist nun Teil der Wiener Volkshochschulen (VHS). Wie war der Weg von der totalen Verunsicherung bis zum Beitritt zu dem bekanntesten Institut der Stadt?

Andrea Eberl (AE): Der Prozess war sehr interessant und hielt auch für uns viele Überraschungen bereit. Wir hatten eine sehr große Krise und mussten ums Überleben kämpfen. Uns fehlten wichtige Mittel des Wissenschaftsministeriums und wir wussten nicht, ob wir weitermachen konnten. Dabei traf ich zufällig den Geschäftsführer der Wiener Volkshochschulen, Herbert Schweiger. Wir redeten und merkten schnell, dass es eine Win-Win-Situation für beide Institutionen ist, für uns, dass wir unsere Arbeit fortsetzen können und für sie, dass ein so renommiertes Institut Teil der Wiener Volkshochschulen wird. Gemeinsam können wir einen noch besseren Beitrag zur Vielfalt Wiens leisten. Innerhalb weniger Monate hatten wir bereits einen Integrationsplan erstellt. Und das trotz COVID, denn genau da begann der ganze COVID-Wahnsinn und der erste Lockdown, aber mit viel Kraft seitens der Wiener Volkshochschulen, aber auch seitens unseres gesamten Teams, haben wir es geschafft und sind sehr glücklich darüber.

Andrea Eberl (en el medio) y Marc Vranckx explican a Ana María García las nuevas ofertas y cursos que ofrece el LAI a partir desde este año. Foto: Stefan Galván.
Das LAI bietet nicht nur Spanisch und Portugiesisch Kurse und Workshops für Schulen an, sondern auch Stadtspaziergänge auf den Spuren Lateinamerikas und die neue Weiterbildungsreihe zu Lateinamerika "ACTAL - Lateinamerika Actual". Foto: Stefan Galván.

AM: Das Österreichische Lateinamerika-Institut ist sehr bekannt, ich würde sagen, es ist das bekannteste Institut (Anm. d. Red.: bezüglich Lateinamerika). Es besteht seit vielen Jahren, ist für uns emblematisch und hat nicht nur viele Werte in Bezug auf Wissenschaft, sondern auch einen emotionalen Wert für die Menschen. Was bedeutet dieser Zusammenschluss mit den Wiener Volkshochschulen? Gibt es eine administrative und programmatische Umstrukturierung? Was sind die Erwartungen jetzt?

AE: Eigentlich mussten wir nicht umstrukturieren. Wir konnten so weitermachen wie bisher, weil wir eine spezialisierte Einrichtung innerhalb der Wiener Volkshochschulen sind und daher auch viel Spielraum bei der Programmgestaltung haben. Jetzt können wir auf einer sicheren Basis und mithilfe eines professionellen Systems mit all unserer Liebe und Leidenschaft für Lateinamerika weiterarbeiten. Wir können die hervorragende Struktur der Wiener Volkshochschulen in Wien nutzen, und diese ist einzigartig: Es gibt 36 Standorte, davon sind 11 spezialisierte Einrichtungen und neun Veranstaltungsräume über die ganze Stadt verteilt. Diese hochprofessionelle Einrichtung macht unsere Arbeit viel einfacher und es macht viel mehr Spaß, Teil eines großen Teams zu sein.

AM: Abgesehen von den Einrichtungen, den Sälen und den vielen Schulen würde ich gerne wissen, welche anderen interessanten Ressourcen die VHS für euch bereithält. Ich stelle mir auch ein Netzwerk von Kontakten vor, da die VHS viele Menschen in der Stadt Wien erreicht.

AE: Wir erreichen jetzt viel mehr Menschen mit dem Thema Lateinamerika in Wien. Unser Büro ist im 9. Bezirk und ich denke, dort kennt uns jeder, aber in den Außenbezirken sind wir sicherlich weniger bekannt. Das ist eine großartige Gelegenheit für uns, lateinamerikanische Themen vielen Menschen in Wien und Österreich näher zu bringen. Ich möchte auch auf die Herausforderung der Digitalisierung im Bildungsbereich eingehen. Als kleines Institut hätten wir da nicht mithalten können, aber jetzt mit der Struktur der Wiener Volkshochschulen, können wir das!

De izq. a der.: Marc Vranckx, coordinador de programas del Instituto Austríaco para América Latina (LAI), Ana María García de LatinoTV y Andrea Eberl directora del Instituto. (Foto: LatinoTV)
Von links nach rechts: Marc Vranckx, Programmkoordinator des Österreichischen Lateinamerika-Instituts (LAI), Ana Maria Garcia von LatinoTV und Andrea Eberl, Direktorin des Instituts, zeigen im Studio von LatinoTV das neue LAI-Programm sowie die Informationsbroschüren zum ACTAL- und Science-Programm. (Foto: LatinoTV)
Neues LAI-Programm (Februar - Juni 2022)
Neues LAI-Programm (Februar - Juni 2022)

 

AM: Marc, eine der Herausforderungen ist auch die Koordination des Programms. Früher bot das Institut vor allem spanische und portugiesische Sprachkurse an. Aber soweit ich sehen kann, wächst das Programm, und die Idee ist, weiterhin neue Aktivitäten für die Öffentlichkeit anzubieten. Was steht derzeit auf dem Programm des Instituts?

Marc Vranckx (MV): Wir bieten weiterhin Spanisch- und Portugiesischkurse mit Spezial-, Wiederholungs-, Konversations-, aber vor allem Grammatikkursen an. Wir bieten aber auch Workshops für alle Schulen in Wien, an denen Spanisch unterrichtet wird, an. Die Schüler*innen lernen interessante Themen aus Lateinamerika kennen, zum Beispiel darüber, was mit dem Müll in unseren Ländern in Lateinamerika passiert oder über Bräuche wie den „Totentag“, und üben gleichzeitig ihre Spanisch-Kenntnisse. Aber wir arbeiten nicht nur mit Themen, die mit den Traditionen zusammenhängen, sondern auch mit aktuellen Themenbereichen, wie zum Beispiel der Problematik im Amazonasgebiet, um die junge Generation zu sensibilisieren. Neu sind auch Stadtspaziergänge durch Wien, auf den Spuren Lateinamerikas. Wir wollen zeigen, was Lateinamerika mit Europa und Österreich verbindet, vor allem weil es viel Geschichte gibt und wir jetzt mit dem Anschluss an die VHS viel mehr Möglichkeiten haben.

AM: Eines der schönen Projekte ist das der Wissenschaft.

AE: Ja, das ist ein Großteil meiner Arbeit. Wir haben auch schon davor sehr viel im Bereich der Wissenschaftsvermittlung gemacht, aber jetzt innerhalb des Science-Programmes der VHS, das ich wirklich großartig finde, können wir das noch weiter ausbauen. Die VHS veranstaltet insgesamt 300 Vorträge zu interdisziplinären Themen pro Semester in ganz Wien. Dazu tragen wir mit vielen Vorträgen zu aktuellen Lateinamerika-Themen bei. Dieses Angebot ist sehr günstig, man kann eine „Science Card“ pro Semester kaufen und damit an allen Vorträgen teilnehmen, oder natürlich auch einzeln buchen. Das Science-Programm leistet einen sehr wichtigen Beitrag zum Ziel der Stadt Wien, die wissenschaftliche Weiterbildung und tiefgehende Auseinandersetzung mit verschiedensten Themen der Wiener*innen, zu fördern. Soweit zum Science-Programm, ein anderes neues Programm ist "ACTAL - Lateinamerika Actual", eine Weiterbildungsreihe zu Lateinamerika. Dieses Angebot ist eigentlich entstanden, weil wir vorher viele Jahre den Universitätslehrgang „Interdisziplinäre Lateinamerika-Studien“ in Kooperation mit der UNI Wien durchführten. Doch dann musste dieser Master mangels ausreichender Mittel eingestellt werden. Viele Leute haben uns danach gefragt, welches umfassende Bildungsangebot zu Lateinamerika es nun geben wird. Daraus entstand ACTAL, mit dem wir nun im März bereits in die zweite Runde gehen. Der Bildungszyklus besteht aus 4 Modulen: Inklusion und Exklusion in der Politik, Wirtschaft & Entwicklung, Widerstandsbewegungen sowie Natur und Lebensräume in Lateinamerika. Die Module werden von bekannten Expert*innen geleitet, die Hälfte von ihnen sind Lateinamerikaner*innen. Wir haben aber auch zahlreiche virtuelle Teilnahmen von Aktivist*innen und Expert*innen vor Ort und das gibt dieser Bildungsreihe eine ganz besondere Note.

AM: Hinter all diesen Herausforderungen und Erwartungen, hinter diesem Programm stehen viele Menschen, die am Österreichischen Lateinamerika-Institut arbeiten... Wie sieht dieses Team aus? Sind das alles Akademiker*innen? Sind das jüngere Leute? Sind das Leute, die schon lange in Wien leben? Wie sieht das Kernteam aus, das daran arbeitet, diese interessanten Projekte voranzubringen?

MV: Das Hauptteam besteht aus acht Angestellten, 15 Kursleiter*innen und sehr viel Unterstützung von der Community. Ich persönlich bin seit 20 Jahren am Institut tätig. Ich habe hier mehrere Aufgaben übernommen und bin jetzt im Programmmanagement tätig. Wir haben Kolleg*innen aus Brasilien, Nicaragua, Österreich, etc. Ich selber komme aus Guatemala.
Wir sind ein sehr vielfältiges und glückliches Team, denn selbst als wir zuletzt die Probleme hatten, bevor wir zur VHS kamen, waren wir trotzdem noch fröhlich.

AM: Was sind die zukünftigen Projekte, die Vision, das Ziel, die die Direktorin des Lateinamerika-Instituts im nächsten Jahr verwirklicht sehen möchte?

AE: Nun, ACTAL, das ich bereits erwähnt habe und das von März bis Juni dauern wird. Dann planen wir gerade ein großes Symposium in Kooperation mit dem Weltmuseum Wien und dem Naturhistorischen Museum begleitend zur Brasilien-Ausstellung im Naturhistorischen Museum anlässlich des 200-jährigen Jahrestages der Unabhängigkeit, die im Juni eröffnet wird.

AM: Marc, Andrea, ich wünsche euch alles Gute für dieses Jahr und, dass ihr alle eure Ziele erreicht. 

El LAI ofrece además de los cursos de español y portugués y los talleres para escuelas, paseos por la ciudad de Viena y
Andrea Eberl (in der Mitte), Marc Vranckx und Ana María García sprechen über die neuen Angebote und Kurse, die das LAI ab diesem Jahr anbietet. Im Hintergrund, Werke des Künstlers und Professors des LAI Antonio Zapata. Foto: Stefan Galván.

Österreichisches Lateinamerika-Institut

+43 1 89174-163 100
office@lai.at
Schlickgasse 1, 1090 Wien
Mo-Do 9:00–12:30 Uhr, 16:00–21:00 Uhr, Fr geschlossen
https://www.vhs.at/de/e/lai 

www.vhs.at/de/e/lai/weiterbildungsreihe-actal-2022 

 

LatinoTV Website: latinotv.at

LatinoTV Facebook: facebook.com/latinotv

LatinoTV Instagram: instagram.com/latinotvaustria 

Sehen Sie sich das Video dieses Interviews an unter: www.youtube.com/c/LatinoTVAustria

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Hier finden Sie ausgewählte Interviews von LatinoTV.
Eine Zusammenarbeit zwischen:
LatinoTV 
und
Revista "CulturaLatina & Österreichische Kultur"

Letzte Änderung am Montag, 21 Februar 2022 23:37

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