Österreichs zweisprachiges Medium für Diplomatie, Integration und Dialog
Samstag, 15 Dezember 2012 23:10

Erster österreichisch-iberoamerikanische Weihnachtsmarkt

*Ein Weihnachtsmarkt geschmückt mit multikultureller Integration! Veranstaltet vom Kultur-Verein „Churúm Merú“.Der Kultur-Verein „Churúm Merú“ feierte sein zweijähriges Bestehen mit dem ersten östereichisch-iberoamerikanischen Weihnachtsmarkt, der unter dem Motto „Handwerk ist Kunst“ im Lateinamerika-Institut Wien (LAI) stattfand.

Präsent waren dabei Künstler und kleine Unternehmer mit Produkten aus Österreich, Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Spanien, Guatemala, Mexiko, Peru und Venezuela. Vom 14. – 16. 12. 2012.

Das „Coro Eurolatinoamericano“ war bei der Eröffnung des Weihnachtsmarkts dabei und verzauberte das Publikum und die diversen Teilnehmerländer. Weiters gab es typisches Essen aus Peru, Kolumbien und Venezuela.

Dieser Event brachte einen großen Input in Sachen „sozialer – kultureller – Integration, zumal nicht nur Länder aus Lateinamerika teilnahmen, sondern auch österreichische Künstler.

Teilnehmer des ersten iberoamerikanisch - österreichischem Weihnachtsmarkt „Handwerk ist Kunst“

MANOS LATINAS – Luisa Losada de Sagel

Lateinamerikanisches Kunsthandwerk

E-Mail: manoslatinas@yahoo.com

GUATE STOFFE – Daniel Astner

Textiles Handwerk aus Guatemala

www.guatestoffe.at

DORIS BANDERA

Keramikstudio Iznik-in-progress

www.dorisbandera.com

TERRA TROPICALIS (Brasil)

Mode, Naturkosmetik, Spezialitäten, Naturschmuck aus Brasilien

*Brasilianischer Punsch*

www.terra-tropicalis.com

ORFEBRE RICARDO NAVARRO (Chile)

E-Mail: ricnavar@gmail.com

http://ricardobairoletto.blogspot.co.at

SUSANNES GESCHENKIDEEN - Susanne Czaak

Modelierte Figuren, Katzenbilder, gestrickte Mini-Menschen

E-Mail: susannes.geschenkideen@gmx.at

Martina Schandl

Handgestricktes Textiles und Accessoires

E-Mail: martina.schandl@gmx.at

SUSI BALI

Stamp-Art, Geschenke mit Geschichte

www.stamp-art.at

PRE-COLUMBUS

Art-T-Shirts inspiriert von Kulturen des alten Amerikas

www.precolumbus.com

MEXIKO 4 U

Ware aus Mexiko – Kunst, Deko, Möbel, Schmuck, Geschenke, Accessoires

www.mexiko4u.at

MALERIN ELISABETH CHOVANEC

www.echovanec.jimdo.com

MONTSERRAT VILLORIA (España)

Handgemachte Schmuck

E-Mail: montse_villoria@gmx.at

PRODUCTOS ARGENTINOS

Ing. Andreas Huber

Weine und Spezialitäten aus Argentinien

www.productos-argentinos.at

GLASEICHUNG – ING. ANDREAS HUBER

Glas-, Edelstahl-, Steinveredelung nach Wunsch

www.glaseichung.com

EUROCARIBE – María Auxiliadora Montes

Intercultural Business Development

www.eurocaribe.eu

PERLENSCHMUCK GABRIELE SCHLAGER

Handgefertigte Unikate

http://de.dawanda.com/shop/Gabriele

GERLINDE CAPONE

Handgefertigter Schmuck aus Pau Brasil Baumsamen

E-Mail: sgerlinde@hotmail.com

SPINNICH – Regina Braunstein-Malek & Hannelore Piramayer

Strickwaren - klassische Garne – Sockengarne und mehr.

www.spinnich.handgemacht.at

Mehr Fotos auf www.facebook.com/Cultura.Latina

----

 Se realizó el Primer Mercado Navideño Austro-iberoamericano de la Sociedad Cultural “Churúm-Merú” en Viena

* Un Mercado navideño con integración socio-cultural

Se realizó el Primer Mercado Navideño Austro-hispanoamericano de la Sociedad Cultural “Churúm-Merú”

La Sociedad Cultural “Churúm-Merú” celebró 2 años de su fundación con la realización del Primer Mercado Navideño Austro-iberoamericano en el Lateinamerika-Institut Wien (LAI) y que llevó por nombre “Artesanía es Arte”.
Estuvieron presentes en este Mercado Navideño artesanos y pequeñas empresas con productos de Austria, Argentina, Brasil, Colombia, España, Guatemala, México, Perú y Venezuela, desde el 14 al 16 de diciembre 2012.

El Coro Eurolatinoamericano estuvo presente el día de la inauguración del Mercadito Navideño y brindó al público diferentes aguinaldos de los países participantes. También hubo comida típica de Perú, Colombia y Venezuela.

En el evento hubo un grato ambiente de integración socio-cultural, ya que no sólo participaron países iberoamericanos, sino también artesanos austríacos.

Participantes en el Primer Mercado Navideño Austro-iberoamericano “Artesanía es Arte”

MANOS LATINAS – Luisa Losada de Sagel

Artesanías de América Latina

E-Mail: manoslatinas@yahoo.com

GUATE STOFFE – Daniel Astner

Artesanías textiles de Guatemala

www.guatestoffe.at

DORIS BANDERA

Estudio de Cerámica Iznik-in-progress

www.dorisbandera.com

TERRA TROPICALIS (Brasil)

Moda, cosmética natural, especialidades y joyería natural de Brasil

*Punsch de Brasil*

www.terra-tropicalis.com

ORFEBRE RICARDO NAVARRO (Chile)

E-Mail: ricnavar@gmail.com

http://ricardobairoletto.blogspot.co.at

SUSANNES GESCHENKIDEEN - Susanne Czaak

Figuras modeladas, imágenes con gatos, tejidos - bordados de punto con mini-personas.

E-Mail: susannes.geschenkideen@gmx.at

Martina Schandl

Textiles bordados a mano y accesorios

E-Mail: martina.schandl@gmx.at

SUSI BALI

Stamp-Art, regalos con historia

www.stamp-art.at

PRE-COLUMBUS

Art-T-Shirts inspiradas en las culturas de la América antigua

www.precolumbus.com

MEXIKO 4 U

Productos de México - arte, decoración, muebles, joyería, regalos, accesorios

www.mexiko4u.at

MALERIN ELISABETH CHOVANEC

www.echovanec.jimdo.com

MONTSERRAT VILLORIA (España)

Joyas hechas a mano

E-Mail: montse_villoria@gmx.at

PRODUCTOS ARGENTINOS

Ing. Andreas Huber

Vinos y especialidades de Argentina

www.productos-argentinos.at

GLASEICHUNG – ING. ANDREAS HUBER

Vidrio, acero inoxidable, procesamiento de piedras

www.glaseichung.com

EUROCARIBE – María Auxiliadora Montes

Desarrollo Empresarial Intercultural

www.eurocaribe.eu

PERLENSCHMUCK GABRIELE SCHLAGER

Piezas únicas hechas a mano

http://de.dawanda.com/shop/Gabriele

GERLINDE CAPONE

Joyería hecha a mano de Pau Brasil - semillas de árbol

E-Mail: sgerlinde@hotmail.com

SPINNICH – Regina Braunstein-Malek & Hannelore Piramayer

Prendas de punto - hilados clásicos - medias tejidas con lana y mucho más.

www.spinnich.handgemacht.at

Más fotos en https://www.facebook.com/media/

Letzte Änderung am Freitag, 05 April 2013 22:07

Lesen Sie auch

  • „Bolivia: gemalt mit Farbe und Licht“ von Francisco Claure & Silvia Weiss in Gumpoldskirchen

    Am 9. September 2016 fand in Gumpoldskirchen (Niederösterreich) die Ausstellung „BOLIVIA: gemalt mit Farbe und Licht“ von dem bolivianischen Fotografen Francisco Claure und der österreichischen Malerin Silva Weiss statt.

    Eröffnet wurde die Ausstellung von Herrn Günter Weiss, Ehemann der Malerin Silva Weiss in der Galerie [Weinhauerhaus]KUNST, dem ehemaligen Weingarten von Rudolf Weiss. Während der Begrüßung hob Herr Weiss vor allem die technischen Varietäten zwischen den beiden Künstlern hervor, die gemeinsam in ihrer Kunst die Kultur und Landschaft Boliviens darstellen.

    Die Fotografien von Francisco Claure Ibarra spiegeln auf der einen Seite das alltägliche Leben in Bolivien wider, haben gleichzeitig aber auch einen spirituellen Hintergrund. Seine Bilder sind Fotografien, die er selbst bearbeitet und auch das Papier, auf dem sie entwickelt werden, ist die Arbeit von dem Künstler. Dazu benutzte er oft Blattgold und einen bestimmten Toner, wodurch die Bilder einen heiligen Touch bekommen.

    Seine Arbeit stellen die andinen Kosmovisionen schließlich auf drei Ebenen dar: Die unterste Ebene wird durch die Chakana (andines Kreuz) dargestellt, das als Wurzel von allem verstanden werden kann und alles Spirituelle und das Leben nach dem Tod umfassen.

    Die mittlere Ebene ist alles Lebendige und Materielle und wird durch die Fotos selbst, Männer, Frauen und Kinder dargestellt.

    Die höchste Ebene wird dann über Symbole und einen goldenen Schimmer dargestellt, das heißt durch die Sonne und alle übernatürlichen Wesen.
    Francisco Claure Ibarra und Silvia Weiss haben bisher fünf Ausstellung gemeinsam organisiert und auch für das kommende Jahr ist schon eine nächste Ausstellung mit dem Namen „BOLIVIA II“ geplant.

    Die Künstlerin Silva Weiss zeigt in ihren Werken die Landschaft Boliviens mit all seinen Farben und Architekturen. Werke wie „El Lago Titicaca“ (Der Titicacasee) und „Las Salinas“ oder in seinem Original „Salar de Uyuni“ (bolivianischer Salzsee) konnten vom anwesenden Publikum bewundert werden.

    Für das musikalische Ambiente sorgte das Duo Ives und Fernando Claure und die eingeladenen Gäste wurden darüber hinaus mit kolumbianischen Köstlichkeiten verwöhnt.
    Die Ausstellung wurde mit der freundlichen Unterstützung der Botschaft der Plurinationaler Staat Bolivien organisiert.

    Kontaktdaten:

    Francisco Claure Ibarra
    fclaure@hotmail.com
    www.franciscoclaure.com

    Silvia Weiss
    www.silviaweiss.at

    Ort:  Badenerstraße 33, 2352 Gumpoldskirchen, Österreich

  • Das Kunsthistorische Museum feiert Feste und 125 Jahre

    Das Kunsthistorische Museum feiert 2016 ein Jubiläum: vor 125 Jahren eröffnete Kaiser Franz Joseph das neu errichtete Museum an der Wiener Ringstraße.

    Um diesen Anlass entsprechend zu feiern, findet eine große Sonderausstellung zum Thema „Festkulturen“ statt, an der sich alle Sammlungen des Kunsthistorischen Museums mit kostbaren Objekten beteiligen. Ergänzt durch nationale und internationale Leihgaben wie z. B. Goyas „La gallina ciega“ aus dem Prado oder ein Designeroutfit von Alexander McQueen aus dem V&A, ergänzen die Ausstellung zur europäischen Festkultur.

    „Das Kunsthistorische Museum befindet sich momentan im „feierlichen Ausnahmezustand“. Dafür gibt es keinen besseren Grund als den 125. Geburtstag. Und was könnte schöner sein, als dieses Jubiläum mit möglichst vielen Menschen zu feiern. Im Geburtstagsjahr hat sich das KHM seinem Grundmotto entsprechend – nämlich ein Museum für alle zu sein – viel einfallen lassen – was mich als treuen Besucher dieses Hauses besonders freut: neben neuen Kinder- und Jugendvermittlungsschienen, einem umfassenden Veranstaltungsprogramm, gibt es für alle Fans von Smartphones künftig auch eine KHM-App. Und was mich als Kulturminister besonders freut ist, dass es neben dem Freien Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 19 zum 125er auch eine neue Jahreskarte für junge Menschen bis 25 gibt“, gratuliert Bundesminister Josef Ostermayer.

    „Fest bedeutet Zustimmung zur Welt. Ein Fest will inszeniert und begangen werden, es braucht gleichermaßen Veranstalter und Publikum. Unsere Jubiläumsausstellung will nicht nur auf das Festefeiern der Vergangenheit hinweisen, sie will auch anregen, über die Kunst des Feierns in unserer an Leichtigkeit und Unbeschwertheit armen Gegenwart nachzudenken. Das 125- jährige Jubiläum unseres Museums ist auch ein Auftrag in Zukunft weiterhin ein Museum für Alle zu sein“, so Generaldirektorin Sabine Haag in ihrer Eröffnungsrede.

    Link: www.khm.at

  • Malerin Elidia Kreutzer: “Die Manipulation führt das Volk zum Gedächtnisverlust”

    Elidia Kreutzer, Künstlerin, Hausfrau, Unternehmerin, geborene Kolumbianerin, von Herzen Österreicherin. Sie hat an verschiedenen Ausstellungen in Österreich, Kolumbien, Korea, im Sudan, in Kroatien und Griechenland teilgenommen. In einem Exklusivinterview erzählt sie, wie eine lateinamerikanisch-europäische Künstlerin denkt.

    Frau Kreutzer zeigt ihre Kreativität mit Bildern, die überraschen, mit ihrem Stil, der eine Mischung aus abstrakter, expressionistischer und konzeptueller Kunst darstellt. Werke, die die Sinne, Emotionen und Gefühle wecken. Das ist die Mission eines jeden Künstlers, die Malerin erreicht dies umgehend.

    Pintora Elidia Kreutzer

    Frau Kreutzer, wie würden Sie Ihren künstlerischen Stil definieren?
    Du hast das eingangs schon sehr gut getroffen, es ist eine Mischung aus abstrakter, expressionistischer und konzeptueller Kunst, wo der Mittelpunkt der Mensch, im Speziellen die Frau ist und ich verfolge folgendes Thema: ab welchem Zeitpunkt in unserer Geschichte wurde die Frau ein Mensch zweiter Klasse, welche Faktoren führten dazu, etc. La Madre © Elidia Kreutzer

    »...ab welchem Zeitpunkt in unserer Geschichte
    wurde die Frau ein Mensch zweiter Klasse«

    Ihre Arbeit in Bezug auf den Protest aufgrund der Tragödie des indigenen Volkes, den *Kogui in der Sierra Nevada in Kolumbien hat in der Öffentlichkeit eine tiefe Spur hinterlassen. Als Künstlerin verarbeitet man aktuelle Probleme und führt durch die Werke zur Reflexion. Aber bis zu welchem Punkt kann die Kunst dem Betrachter die aktuelle Situation ins Bewusstsein rufen?
    Das ist eine wirklich sehr interessante Frage und ich stelle sie mir auch selbst öfters und ich glaube, als Künstlerinnen haben wir eine große Verantwortung, da unsere Sicht ein bisschen weiter geht, als es uns die Realität zeigt. Wenn wir malen sind wir von der Realität beeinflusst, die uns umgibt und wir müssen zwangsläufig das Gefühl, das uns die Situation vermittelt ausdrücken. Dann formen wir diese Emotion oder dieses Gefühl gemäß dieser Vision und das ist meiner Meinung nach der Grund dafür, dass der Betrachter dieses Gefühl erfahren darf. Er sieht es aus einem anderen Blickwinkel, sei es Malerei, Bildhauerei, Musik, Literatur, etc.

    Haben Sie Pläne für eine neue Thematik? Wie interpretieren sie die Situation der „kulturellen und sozialen Integration der Ausländer in Österreich? Oder weiter gedacht die Problematik der Asylanten in Europa?
    Momentan mache ich mit meinem Thema der Recherche weiter und von da aus resultieren neue Werke. „Kulturelle und soziale Integration“ ist ein recht komplexes Thema, da es bei jedem anders ist. Ich denke, um sich in eine andere Kultur zu integrieren, muss man integriert werden oder mit seiner eigenen Kultur identifiziert werden und dann geht es um respektieren, verstehen und akzeptieren. Das sind für mich die Bausteine, die eine Gesellschaft wachsen lassen. Das Problem in Europa in Bezug auf die Asylanten… ich finde, der Europäer hat die Geschichte vergessen. Sie haben die Härte zweier Kriege miterlebt, in denen tausende und Millionen alles verloren haben und auch Flüchtlinge waren. Dabei spielen die Politiker eine Hauptrolle. Durch das Spiel mit der Manipulation führt man das Volk zum Gedächtnisverlust und es bleiben nur mehr Gefühle des Hasses und des Rassismus.

    Dónde está la pluma © Elidia Kreutzer (Foto: Andreas Kreutzer)

    Kehren wir zum Thema der Kunst zurück. Wie begann Ihre Karriere? Wie war der Beginn? Wurden sie mit Talent geboren oder mussten Sie lernen?
    Seit klein auf hatte ich den Hang zur Kunst, später begann ich an der Bellas Artes zu studieren und lernte Techniken, Geschichte, etc. Aber wenn du das abschließt und deine Karriere beginnst sind diese Techniken zwar Basis, der eigentliche Faktor jedoch ist die Kreativität (was man auch Talent nennen könnte). Das führt dich zur Weiterentwicklung und zur Evolution neuer Techniken und zur Schaffung der Werke. Ob man mit Talent geboren wird oder sich es aneignet, für mich bleibt es ein Mysterium, ich weiß nicht, warum einige malen und andere betrachten. Vielleicht ist es wie beim Fußball, die einen spielen, die anderen schauen zu. Aber ich bin vollkommen überzeugt, dass die Rollen vertauscht werden könnten. Die, die etwas tun, werden zu Betrachtern und die, die betrachten, werden zu Schaffenden. Im Endeffekt glaube ich, dass wir alle mit Talent geboren werden.

    »...um sich in eine andere Kultur zu integrieren, muss man integriert werden und mit seiner eigenen Kultur identifiziert werden«

    Viele Menschen würden gerne malen oder zeichnen können wie Sie, aber sie glauben, sie schaffen es nicht. Haben Sie für diejenigen einen Ratschlag? Eine spezielle Technik, die Sie mit uns teilen könnten?
    Denn in der Sequenz von Ideen, wenn ich schlussendlich denke, dass alle mit Talent geboren werden, denke ich dass es an Wissen und Selbstvertrauen mangelt. Man muss nicht an eine Schule gehen, um Gefühle ausdrücken oder mitteilen zu können, was im Endeffekt Kunst ist. Eine Technik zu teilen ist schwierig, da die Mehrheit meiner Werke gemischte Techniken beinhalten. Aber ich bin immer gern bereit, mit Menschen, die sich annähern und interessieren, zu teilen.

    Kogui meditando © Elidia Kreutzer

    Wer ist ihr Lieblingsmaler – kolumbianischer und österreichischer? Irgendein Einfluss? Vielleicht ein Maestro oder Inspiration?
    Ich habe verschiedene kolumbianische Lieblingsmaler: David Manzur, Luis Caballero, Alejandro Obregón, etc. Von den österreichischen Künstlern ist es zweifelsohne Egon Schiele. Ich denke, alle waren in einem bestimmten Moment Motiv für meine Inspiration. Ein Meister der Inspiration: Rembrandt.

    Wie entsteht ein Werk?
    Meine Werke entstehen durch meinen Wunsch, mich zu kommunizieren, eine Emotion, ein Gefühl ausdrücken zu wollen, die Emotionen haben eine unerklärliche Komponente voller Abstraktheit und so enden sie auf der Leinwand.

    Passiert Ihnen auch dieser lästige Moment der Selbstkritik?
    Aber natürlich, nur sehe ich das nicht als Last an, denn diese Momente lassen mich weitergehen in meinen Kenntnissen. Als Mensch und als Künstlerin.

    Frau Kreutzer, das Leben verläuft sehr rasch. Was bleibt? Was haben Sie für Erwartungen für die kommenden 5 Jahre?
    Ufff, diese Frage ist sehr weitreichend und ich stelle sie mir nicht. Ich bevorzuge im Hier und Jetzt zu leben und ich denke, die Zukunft wird so kommen, wie Du das Jetzt gelebt hast.

    Elidia Kreutzer Webseite: www.kreutzer.co.at

    *Die Kogui: Ein indigenes Volk in Kolumbien, das an den nördlichen Hängen der Sierra Nevada von Santa Marta lebt. In den Tälern der Flüsse Don Diego, Palomino, San Miguel und Ancho. Es sind ca. 10.000 Menschen, die ihre eigene Sprache sprechen. 

  • Der Aufschwung des lateinamerikanischen Films: Ein Argument mit glücklichem Ende

    Kino ist Kunst, die sogenannte „siebte Kunst“. Die Freiheit der Kreativität und die neuen Kommunikationskanäle ermöglichen die Globalisierung einer unglaublichen Masse an filmischen Werken. Es ist natürlich auch Wirtschaft; der Film ist eine solide Basis einer der größten Industrien der Welt.

    Kino ist vor allem Kunst und Kultur

    Text María Taramona / Übersetzung Michael Puchner
    Kino ist eine reiche Kunst, die unter anderem verschiedene Richtungen, wie die Fotografie, die Literatur, Drehbücher oder Poesie, Malerei, dramatische Kunst vereint. Warum also diese wunderbare Richtung vernachlässigen?

    „Spiegel der Gesellschaft, in der sich die meisten Stereotypen produzieren und weiterentwickeln“. Das Kino ist mehr, als das Gegenwärtige, das Geschehene oder das Zukünftige, aufzuzeichnen; es ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, mit ihren Themen, Gewohnheiten und Traditionen.
    Loscertales y Núñez (2001: 24-25)

    Nichts bleibt versteckt; heutzutage können wir sehen, wie Mongolen in Mitten Russlands und Chinas leben, wir wissen, wo Tuvalo liegt, wir können erleben, wie die erste und älteste Zivilisation der Welt funktionierte, die Sumerias. Aber nicht nur das, wir erleben auch Gefühle, wie Liebe, Hass, Passion, Freude und andere Emotionen, die unseren Willen fliegen lassen – sei es im Guten oder im Schlechten. Es wird immer einfacher und effizienter durch die Technologie, die uns Filme via Video, das Fernsehen oder das Internet anschauen lässt. 

    Der Film besteht aus einem komplexen technischen Ablauf; wie wir wissen, ist es eine schnell ablaufende Folge verschiedener Bilder oder Figuren, die den Eindruck der Bewegung erzeugen. Das Kino wurde am 28. Dezember 1895 durch die Brüder Lumière in Frankreich erfunden. Hinter einer Filmproduktion stehen viele Personen, wie z.B. der Regisseur, der Produzent, der Verantwortliche für Lokalitäten, Assistenten, Schauspieler, Redner, Tontechniker, Kameramänner, Kunstdirektoren, Maskenbildner, Friseure und viele andere mehr. Sie müssen nur ins Kino gehen, Ihre Karte kaufen und sich hinsetzen und genießen eine tolle Geschichte.

    Das Kino als Mittel der Kommunikation
    mit großer Wirkung

    Der Film bildet Kommunikation durch Bilder, erzählt großartige Geschichten. Werte werden wahrgenommen, Multikulturelles wird über Gewohnheiten und Tradition aus anderen Kulturen weitergegeben. Er hilft, Sprachen zu erlernen oder die Stimmung zu ändern. Er ist kritisch und verbindet Literatur und dem Film. Er fördert Gleichheit der Chancen und der Integration. Es ist Ablenkung durch Unterhaltung, Bildung und Reflexion.

    Der lateinamerikanische Film

    Lateinamerikanisches Kino entwickelte sich langsamer als anderes. Dafür sind soziale, wirtschaftliche und politische Gründe verantwortlich.

    Trotzdem, nach und nach wurde es ein wichtiger und starker Faktor in der kulturellen Industrie lateinamerikanischer Länder. Anfangs war es fast unmöglich, in diesen Ländern Filme zu drehen und die Regierungen wollten dabei auch nicht helfen. Aber nichts desto trotz wäschst das lateinamerikanische Kino, der Film, nicht zuletzt dank der neuen Technologien, der neuen Medien, neuen Produktionsarten, zwischenstaatlichen Vereinbarungen und mit Hilfe der Globalisierung. 

    Verschiedene lateinamerikanische Künstler haben sich bereits international einen Namen gemacht. U.a.: Alejandro González Iñárritu, Guillermo del Toro, Alfonso Cuarón, Fernando Meirelles, Adolfo Aristarain, Arturo Ripstein, Fabián Bielinski, Juan José Campanella, Andrucha Waddington, Marcelo Piñeyro, Héctor Babenco, y Andres Wood, Sebastián Cordero, etc.

    Das lateinamerikanische Kino ist auch international erfolgreich; und hat verschiedene Preise des Oscars oder in Cannes gewonnen.
    Derzeit findet in Österreich das "Lateinamerika Filmfestival" statt, in Wien und Salzburg. Ein weiteres Signal für den erfolgreichen Aufstieg des lateinamerikanischen Films.

    Gehen Sie in Kino! Geniessen Sie eine gute Story, spüren Sie die Magie, die Erzählung – sei es real oder irreal. Ausserdem helfen Sie so der lateinamerikanischen Kunst, sich weiter zu verbreiten und unterstützen jedes Team hinter jeder Produktion.

    Was Latinos in Wien darüber meinen

    In einer kleinen Umfrage konnten wir verschiedene Meinungen von spanischsprachigen Menschen in Wien zum Thema lateinamerikanischer Film und seinen Aufstieg einfangen.

    Mónica Gómez: "Ich finde es gut, dass die Arbeit des lateinamerikanischen Films anerkannt wird. Wir waren immer ein wenig zurückgereiht. Ich freue mich über diesen Erfolg".

    Luis Gallardo: "Auch die Wirtschaft profitiert davon, der lateinamerikanische Film ist gut… Ich denke ab und zu sind die Themen langweilig, aber das bessert sich".

    Sofia Carolina Montiel de Burgos: "Ja, ich geh immer gern ins Filmcasino, das bietet am meisten lateinamerikanisches Kino an. Mir gefällt auch sehr, dass es deutsche Untertitel gibt, so kann ich meine Sprache verbessern".

    Alberto Segovia: "Also, ich finde es sehr gut, der Erfolg der lateinamerikanischen Cieneasten. Sie haben bereits große Preise gewonnen. Am Besten hat mir den Film „Gravity” von Alfonso Cuarón gut gefallen".

    Sandra Rodríguez: "Ja, ich habe den Fortschritt des lateinamerikanischen Films mitbekommen. In Wien kriegen wir Nachrichten darüber. Und der Latino in Wien unterstützt seine Landsleute natürlich sehr".

    Das Kino verbessert das Weltwissen
    von Menschen sowie der soziokulturellen Realität,
    in der sie leben.

    Eine Szene des kubanischen Films CONDUCTA von Ernesto Daranas (Foto: © Lateinamerika-Komitee-Salzburg)

    Eine Szene des kubanischen Films CONDUCTA von Ernesto Daranas (Foto: © Lateinamerika-Komitee-Salzburg)
  • Lateinamerikanische Juwelierskunst – einzigartiger und moderner Stil der herausragenden Künstlerin Rita García

    Die österreichisch – lateinamerikanische Schmuckdesignerin Rita García gewährt uns einen kurzen Einblick in ihre magische Welt der exklusiven und wunderbaren Edelsteine. “Cultura Latina” pusht die lateinamerikanische Kunst!

    Rita García ist eine Künstlerin mit Leib und Seele. Seit mehr als 11 Jahren lebt sie in Österreich, ihre Wurzeln finden sich in Spanien, Peru und Venezuela. Sie hat in diesen Ländern gelebt und auch in den Vereinigten Staaten. Sie ist durch Kolumbien, Ecuador, Chile und Argentinien gereist. Heute lebt sie als Österreicherin in diesem wundervollen Land.

    Sie studierte Psychologie in Peru. Mit der Zeit jedoch fand sie heraus, dass ihre Hobbies, die Malerei, die Keramik, der Schmuck, die Arbeit mir Perlen und Edelsteinen, Textilien und anderen Materialien, ihre eigentliche Berufung waren.

    Daher begann sie 1982 das Studium der Goldschmiedekunst in Venezuela und später dann in Österreich perfektionierte sie die Filigranarbeit und das Löten verschiedenster Materialen. Ihre Arbeiten aus Silber und Kupfer sind jedenfalls diejenigen, die sie am meisten charakterisieren.

    Aktuell ist sie eine sehr bekannte Schmuckdesignerin. Sie hat sich seit vielen Jahren auf eine der ältesten Techniken zur Herstellung handgemachten Schmucks, die Wire Wrapping (Drahtwickeltechnik) spezialisiert. Sie designt ihre Werke für Bekannte aber auch auf Bestellung. Frau García wird durch ihre exklusive Arbeit auch von Kollegen sehr geschätzt.

    Die Liebe und Passion, mit der Rita García arbeitet, verfestigt sich in ihren wundervollen und herrlichen Stücken. (Foto: Cultura Latina).
    Die Liebe und Leidenschaft, mit der Rita García arbeitet, verfestigt sich in ihren wundervollen und herrlichen Stücken. (Foto: Cultura Latina).

    Sie ist kein Freund des Kommerzes, liebt nur das was sie tut, möchte ihre Kunden mit einzigartigen Stücken erfreuen, gemacht mit Liebe, mit Energie, Schmuckstücke die es nur einmal gibt. Die Künstlerin rät ihren Kunden: “Es ist entscheidend, wie sich die Kundin oder der Kunde fühlt. Wie sich eine neue Kreation anfühlt; fühlt man sich gut, fühlt man sich bewundert, weil man etwas einzigartiges trägt. All das ist wichtig”.

    Die von ihr angewandten Techniken kommen von überall her; aus Venezuela, Peru und Nordamerika. Die Mischung aus der Herkunft dieser Techniken, der Praxis und des Stils von Rita García sind der Grundstein des riesigen Erfolges ihrer Arbeit. Es ist die Begabung, einzigartige Schmuckstücke für Mann und Frau herzustellen. 

     

    - Warum gefällt es Ihnen so sehr, Schmuck herzustellen?

    Weil ich so zeigen kann, was für mich Schönheit und formende Kunst in einem Stück, das man tragen kann, bedeutet.

    -Bildende Kunst, Keramik und Schmuck – was gefällt Ihnen am meisten?

    Alle drei, aber der Schmuck am meisten, weil man ihn ständig trägt und weil ich glaube, dass Steine großen Einfluß auf Körper und Geist des Tragenden haben.

    -Welches sind die Erfahrungen die Sie in Ländern, in denen Sie gelebt haben, machten? Bekommen Ihre Kunden etwas aus diesen Erfahrungen mit?

    Gut, jedes Land hat seine Kunst, seine Wissenschaft, seine Kultur. In allen Ländern, in denen ich gelebt habe, habe ich Schmuck und seine Symbolkraft bis in die Tiefen studiert. Genauso wie die Herstellungsart, vor allem die ältere, bodenständige Schmuckkunst, z.B die wunderbaren Schmuckstücke der peruanischen Inkas sind etwas spektakuläres.

    Auf der anderen Seite ist die urige Schmuckkunst aus Venezuela reich an essenziellen Mustern, z.B. Spiralen und Kreisen, aber man sieht auch Pyramiden. All diese Erfahrungssammlungen, Studien und Symbole beeinflussten meinen Stil, Schmuck herzustellen.

    In den Vereinigten Staaten hat mich die Technik des Wire Wrapping (Drahtwickeltechnik) sehr beeindruckt, die seit Jahren auf der ganzen Welt Furore macht und wirklich, diese Technik existiert seit 5000 Jahren. Es ist diejenige, die schon die Ägypter verwendeten, es ist unglaublich, dass sich dieser Stil jetzt wieder durchsetzt. Für mich ist Wire Wrapping (Drahtwickeltechnik) Kunst, die aktuell eine sehr wichtige Rolle in der Schmuckerzeugung spielt. Verschiedene bekannte Künstler arbeiten mit dieser Technik.

    Die Personen, die meine Kreationen haben möchten, sagen dass ihnen nicht nur die Farbe, das Material, die Ausführung gefällt, sondern auch weil sich in diesem Werk all meine Erfahrung und meine Studien widerspiegeln, die ich über die Jahre hinweg gesammelt habe. Auch die Qualität und Exklusivität, die man mit einem handgefertigten Schmuckstück erhält; nicht wie jene aus einer Maschine welche Ringe oder Anhänger in Massen produziert.

    Ich benütze kein einziges Schmuckstück, das von einer Maschine hergestellt wurde. Ausschließlich von mir oder anderen Künstlern hergestellter Schmuck. So unterstütze ich das Kunsthandwerk.

    Rita García nimmt am “3. Weihnachtsmarkt aus Lateinamerika und Österreich” teil; im Don Bosco Haus (Sankt Veit-Gasse 25, A-1130 Wien), am 12., 13. Und 14. Dez. Wenn Sie also einzigartige Stücke oder spezielle Geschenke von Rita García kennenlernen möchten, dann verpassen Sie diese Veranstaltung nicht!

    Weitere Informationen:

    www.raspishop.at

    www.facebook.com/raspishop 

  • Die Wiener Volksoper

    Die Wiener Volksoper ist Wiens zweitgrößtes Opernhaus und präsentiert Operetten, Opern Ballett und auch Musicals auf höchstem künstlerischen Niveau.

    Die Zeit der Krise zwischen den großen Kriegen war sicher die schwierigste Periode des Hauses und ich wollte diese Zeit besonders hervorheben.
    Die Zwischenkriegszeit 1919 bis 1938.

    Nach dem 1.Weltkrieg übernahm am 10.10.1919 FELIX WEINGARTNER das Amt des Direktors der Wiener Volksoper. Er war ein geschäftlich sehr gewitzter Direktor. Die Weingartner A.G wurde gegründet ,ein Zusammenschluß von Geldgebern wodurch ihm erst die Pacht der Volksoper finanziell ermöglicht wurde, ohne eigenes Kapital investieren zu müssen.

    Er übernahm zunächst das Repertoire seiner Vorgänger, frischte ältere Produktionen auf, brachte einige Premieren und Neueinstudierungen die großen Erfolg hatten und billig waren, ergänzte das vorhandene Ensemble mit Gästen, was dem Publikum sehr gefiel und auch finanziell Gewinn brachte.

    Das war aber zu wenig weil die Ausgaben die Einnahmen bei weitem übertrafen und somit der Betrieb nicht Gewinn bringend geführt werden konnte und ausserdem der künstlerische Betrieb wegen Kohlemangels eingestellt werden musste. Dazu gab es Probleme mit den Behörden wegen der Höhe der Lustbarkeitssteuer, daher nahm Weingartner lieber lukrative Auslandsgastspiele als Dirigent an, was wieder zu Folge hatte, dass der Theaterverein Mitdirektoren bestimmte. Der 1. war KARL LUSTIG PREAN. Mit ihm gab es jedoch ständig Differenzen und keinen Erfolg.

    Detail von Hauptfassade der Wiener Volksoper Währinger Straße 78, 1090 WienIhm folgte HUGO GRUDER – GUNTRAM der das Haus ausgezeichnet führte und auch beachtlichen Gewinn machte. Dies erweckte jedoch die Eifersucht Weingartners und es kam bald zu Differenzen anläßlich der Verhandlungen um die deutsche Erstaufführung der Oper „Die Kinder des Don“ des englischen Komponisten Josef Holbrook.

    Es wurden Guntram Eigenmächtigkeiten vorgeworfen worauf dieser zurücktrat und durch AUGUST MARKOWSKY ersetzt wurde. Künstlerisch war es eine sehr erfolgreiche Zeit , wirtschaftlich – auch auf Grund der allgemeinen Situation Österreichs – schlecht. Darauf trat Weingartner Ende April zurück.

    AUGUST MARKOWSKI übernimmt, künstlerisch steht ihm FRITZ STIEDRY zur Seite. Gemeinsam bringen sie einige sensationelle Aufführungen heraus ( am beachtetsten war das „einmalige Gastspiel Hubert Marischka“ mit „Gräfin Mariza“ ). Die wirtschaftliche Situation blieb aber trotzdem so verfahren, dass die Direktion gezwungen war im Jänner 1925 den Ausgleich anzumelden. Am 27.4.1925 wurde das Theater geschlossen.
    Im August 1925 übernahm HUGO GRUDER – GUNTRAM wieder das Haus.

    Er wollte die Volksoper zusammen mit dem Carl – Theater führen, Spielpläne und künstlerisches Personal sollten sich ergänzen, was aber so schwierig war , dass Guntram am 3.10.1925 die Volksoper wieder schließen ließ, was zum völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch und in der Folge zum Konkurs führte. Darauf wurde eine Arbeitsgemeinschaft hervorragender Künstler gegründet die mit Stadtsenatsbeschluss vom 27.10.1925 die Konzession zur Führung bekam, deren Leiter war HERRMANN FRISCHLER.

    Gemeinsam mit dem Ensemble kämpfte man um das künstlerische Überleben und verbesserte die Qualität des Spielplans passte sich aber vor allem dem Geschmack des Publikums an. Es wurden hauptsächlich populäre Operetten und Singspiele gegeben die Zeit blieb aber weiterhin turbulent und das Theater immer wieder – vor allem wegen Schwierigkeiten mit Pachtverträgen - geschlossen.

    Die beiden Jahre in denen Frischler das Theater führte waren jedenfalls bemerkenswert, der Spielplan abwechslungsreich, spannte einen Bogen von Oper zu Operette mit beliebten und hervorragenden Künstlern ,finanzieller Erfolg stellte sich aber trotzdem nicht ein. Schließlich kam es zum vollständigen finanziellen Zusammenbruch weil die immer wieder erhoffte Hilfe durch die Gemeinde Wien ausblieb. Am 5.7.1928 wurde die Volksoper wiedereinmal geschlossen.

    Wer sich um die Pacht des Hauses am Währinger Gürtel bewarb musste sich mit 4 Institutionen einigen : Dem Theaterverein, dem Bühnenverein, sowie mit der sogenannten technischen Union und der Gemeinde Wien. Es konnte aber niemand gefunden werden der bereit war die geforderten Mittel zu bezahlen. Ausserdem drohten auf Grund des schlechten bautechnischen Zustandes hohe Renovierungskosten. Daher wurde –um billiger aber trotzdem erfolgreich Theater machen zu können- die Idee geboren das Theater wieder in ein Schauspielhaus umzuwandeln.

    Es fand sich eine deutsche Industriellengruppe als Geldgeber, 2 Direktoren wurden für die Leitung bestellt: OTTO LUDWIG PREMINGER und JAKOB FELDHAMMER und mit ihnen im Oktober 1929 ein Vertrag auf 10 Jahre mit Optionsrecht abgeschlossen .Die Renovierungskosten sollten ebenfalls abgegolten werden. Eröffnet wurde am 5.11.1929 mit „König Nicolo“ von Frank Wedekind als großes gesellschaftliches Ereignis, dann gab es vorerst wöchentlich ein neues Stück.

    Das Repertoire war vielfältig und umfasste klassisches Sprechtheater, Komödien viel Boulevard und Volksstücke. Doch schon im Sommer 1930 mussten die Direktoren um Stundung des Pachtvertrages ansuchen. Die ersten finanziellen Schwierigkeiten zeigten sich in verspäteten Gagenauszahlungen ebenso wie in neu entstandenen Gagen – und Abgabenschulden, die bald genauso hoch waren wie der zu bezahlende Pachtzins. Ausserdem herschte akkuter Besucherschwund weil wegen der Krisenzeit und der hohen Arbeitslosigkeit der Luxus eines Theaterbesuches trotz billiger Eintrittspreise unerschwinglich war und ein Haus von der Größe der Volksoper ohne Subventionen nicht überlebensfähig sein konnte. Geld gab es aber trotzdem keines und so wurde im Juli 1931 wieder zugesperrt.

    Die Wiedereröffnung fand am 3.12.1931 – wieder als Musiktheater – unter Direktor LEO KRAUS statt. Der Spielplan beinhaltete vor allem Operetten. Es war auch eine Zeit berühmter Sängerinnen, Sänger und Schauspieler.( Vera Schwarz, Käthe Dorsch, Leo Slezak, Alfred Piccaver ua.) Aber alles wiederholte sich von Neuem : Die Steuerschulden wuchsen ,damit auch das Defizit und Leo Kraus muss wegen Überschuldung zurücktreten. Am 1.7. 1933 wird das Theater wieder geschlossen.

    Die nächste Wiedereröffnung fand erst am 31.3.1934 statt. Die Exl-Bühne unter der Direktion von Ferdinand Exl spielte bis 16. Juni ihr Repertoire an Volksstücken und Schwänken. Inzwischen wurde ein Vertrag mit KARL LUSTIG PREAN geschlossen der am 1.8.1934 in kraft trat und am 1.9.1934 der Betrieb unter dem Namen : „Kaiser Jubiläums – Stadttheater , Direktion KARL v. LUSTIG PREAN – JEAN ERNST aufgenommen. Jean Ernst war Bariton am Haus und wurde zur Mitarbeit gewonnen. Das Repertoire : Oper und Operette, die Schwierigkeiten wegen der sozialen Umstände groß, alle Bemühungen die wirtschaftliche Verantwortung der Gemeinde Wien zu übertragen zum Scheitern verurteilt. Ende Dezember 1935 tritt Lustig Prean aus gesundheitlichen Gründen zurück.

    JEAN ERNST übernahm nun allein die Direktionsgeschäfte und die Führung, nur war es jetzt noch komplizierter weil der Theaterverein auch mit dem Gastspielbetrieb KOWALEWSKY einen Vertrag abgeschlossen hatte ,der diesen ermächtigte ensuite mit Revuen und Operetten zu gastieren, die sehr erfolgreich waren und neben bekannten und beliebten Darstellern auch viel Geld brachten. Jean Ernst musste die Gastspieldirektion deren Pachtvertrag bis 30.6.1938 lief miteinbinden.
    Ab dem 1.1.1936 stand „Der gütige Antonius“ ( Musik Jara Penes ,deutsches Libretto : Fritz Löhner- Beda und Hugo Wiener , Darsteller Lotte Lang, Fritz Imhof ,Hans Holt und Hans Unterkirchner ) bis Saisonende am 27.4.1936 abends auf dem Spielplan. Nur am Nachmittag gab es Märchenvorstellungen und die seit 1935 beliebten „ Hausfrauennachmittage“ des „Kleinen Volksblattes“ dazu 2 Opern ( Lortzings „ Der Waffenschmied“ und Kienzels „ Der Evangelimann“) und 2 Schauspiele ( Raimunds „Der Verschwender“ und Grillparzers „Des Meeres und der Liebe Wellen“).

    Am 9.10.1936 begann eine neue Saison, es änderte sich aber nichts : Oper ( Verdi, Puccini , Wagner) wurden nachmittags gespielt, dazu kam ein Gastspiel des slowakischen Nationaltheaters mit Smetanas „Die verkaufte Braut“ und Janaceks „Jenufa“ und am 27.2.1937 als hauseigene Premiere Max Schillings Oper „Mona Lisa“.
    Die Renner der Saison am Abend aber waren die „Revue Operetten“

    Vom 9.10.1936 bis 24.1.1937 : „Auf der grünen Wiese“ von V. Tolarsky (Deutsche Bearbeitung Löhner – Beda und Hugo Wiener, Musik Jara Benes)
    Vom 25.1. -31.1.1937 wurde wieder „Der gütige Antonius“ und dann weiter „Auf der grünen Wiese“ bis zum 24.2.1937 – nur unterbrochen von einer kleinen Serie des musikalischen Lustspiels „Warum lügst du Cherie...? (Text Hans Lengsfelder ,Siegfried Tisch; Musik : Leonhard K.Maerker) dargeboten.

    Im März und April brachte die Gastspieldirektion Alexander Kowalewsky eine neue Operette heraus : „Die goldene Mühle“ ( „Bruder Martin“). Musik Leon Jessel ,Textbuch Wilhelm Sterk, Hugo Wiener bearbeitete in Anlehnung an Karl Costas Stück den Text. Dirigent war Max Schönherr. Die Protagonisten waren Lizzy Holzschuh, Hubert Marischka, Richard Waldemar und der junge Paul Löwinger.

    Ab 16.04. wurde ( als Gastspielproduktion Hans Sandens) die Lustspieloperette „Sie Johann…“ (Texte :Fritz Grünbaum und Ernst Behrend: Gesangstexte : Hans Lengsfelder und Siegfried Tisch, die Musik stammte von Paul Weiß) gespielt .
    Diese Revueoperetten und musikalischen Boulevard - Komödien wie sie an der Volksoper gespielt wurden kann man mit Fug und Recht als direkte Vorgänger des Musicals sehen.

    Die letzten 4 „Wiener Operetten“ kamen Ende 1937 bzw. Anfang und Mai1938 heraus.
    Es waren dies „ Herzen im Schnee“ nach der gleichnamigen Novelle von Georg Maarden (Text und Musik Ralph Benatzky)
    „Die Reise um die Erde“ ( Texte :Henry Gilbert und Hugo Wiener, Gesangstexte Henry Gilbert, Musik : Robert Stolz )
    „Gruß und Kuss aus der Wachau“ ( Textbuch : Hugo Wiener,Löhner-Beda, und Kurt Breuer; Musik Jara Benes)
    „Der ewige Walzer“ ( Text Bruno Hardt –Warden , R. Köller; Musik :Heinrich Strecker).
    Diese vier lösten einander als ensuite Aufführungen ab.

    Am 19.3.1938 erfolgte die Annexion Österreichs und damit ging auch die Ära als Privattheater zu Ende. Die Volksoper wurde von der Gemeinde Wien übernommen und blieb fortan ein von der öffentlichen Hand versorgtes Theater.
    Quellen u. Literatur :Die Wiener Volksoper: Herbert Zemann : Die Wiener Volksoper als Privattheater Verlag Holzhausen Wien 1998 . Herbert Prikopa : Die Wiener Volksoper Iberia Verlag Wien 1998.

    Webseite: www.volksoper.at

    Wir bedanken uns für die Unterstützung von Cultura Latina "La Pasión de Vivir en Español". Ich freue mich auf Ausflugsziele und Spaziergänge in Wien mit Ihnen, 

    Hofphotographin und Text, Sonia Montiel de Muhm

    Sonia Montiel de Muhm

    staatlich geprüfte Fremdenführerin
    Adresse: Nordwestbahn Str 25/5
    Wien 1020
    Telefon: +43 699 1 925 17 12 oder
    E-Mail: sonia.muhm@chello.at

     

  • Interview mit Leonardo Padura - Drehbuch Koordinator von „7 Tage in Havanna“

    Leonardo PaduraLeonardo Padura. Drehbuchkoordinator, Drehbuchautor/Co-Autor der Episoden: El Yuma (Benicio del Toro), Cecilias Versuchung (Julio Medem), Bittersüß (Juan Carlos Tabío) in „7 Tage in Havanna“.

    Der Journalist, Romancier und Drehbuchautor Leonardo Padura wurde 1955 geboren und gehört somit jener Generation von Schriftstellern an, die mit der Revolution groß geworden sind. Seine Romane spiegeln den Alltag der Einwohner von Havanna wider und liefern somit ein getreues Abbild der gegenwärtigen kubanischen Gesellschaft. Zu Paduras bedeutendsten Werken, die ihn nicht nur in Kuba, sondern auch international bekannt gemacht haben, zählen unter anderem "Der Nebel von gestern", "Adios Hemingway", "Der Schwanz der Schlange" sowie die Krimi-Tetralogie "Das Havanna-Quartett", für die er die Figur des Kommissars Mario Conde erfand. Padura ist heute einer der bekanntesten kubanischen Schriftsteller im Ausland. Seine Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, so ins Englische, Französische, Portugiesische und Deutsche.

    Mit wem haben Sie bei der Redaktion der einzelnen Drehbücher zu 7 TAGE IN HAVANNA zusammengearbeitet?
    Wie haben Sie sich Ihre Mitarbeiter ausgesucht?
    Zu Beginn waren wir, meine Frau Lucia Lopez Coll und ich, nur zu zweit. Wir brachten elf Entwürfe zu Papier, während zwei andere kubanische Regisseure zehn weitere verfassten. Primär habe ich mich aber an Lucia gehalten, da sie eine Person ist, die bereits mit dem Kino vertraut war – immerhin hatte sie gut zehn Jahre lang als Regieassistentin bei verschiedenen Kurzfilmen mitgewirkt. Außerdem arbeite ich nicht gerne alleine, sofern es ums Kino geht: Während ich es mir überhaupt nicht vorstellen kann, beim Schreiben eines Romans einen Koautor zu haben, verhält es sich beim Film umgekehrt so, dass mir da das einsame Arbeiten an einem Drehbuch zuwider wäre.

    Unter den elf Entwürfen, die wir den Produzenten vorlegten, wurden letztlich vier angenommen. Abgesehen vom Verfassen eigener Skripte bestand meine Hauptarbeit aber darin, die sieben Geschichten durch einen roten Faden schlüssig miteinander zu verbinden. So begegnet man manchen Figuren gleich in mehreren Episoden, wobei sie von einem Tag auf den anderen ein anderes Gesicht von sich zeigen.

    Man spürt, dass die einzelnen Geschichten zu 7 TAGE IN HAVANNA in der Absicht geschrieben wurden, verfilmt zu werden. Worin liegen Ihrer Meinung nach die Besonderheiten, wenn man fürs Kino schreibt?

    Diese Geschichten wurden in der Tat ganz gezielt für einen Kinofilm geschrieben. Im vorliegenden Fall war alles noch komplizierter als sonst, da jede einzelne Episode auf ein Skript von rund zwölf Seiten gekürzt werden musste, um schließlich ca. 15 Minuten Film zu ergeben. Auch all die verschiedenen Sachzwänge unter einen Hut zu bekommen, erwies sich diesmal als besonders heikel: Beim Schreiben musste man nämlich nicht nur auf das zeitliche Limit achten, sondern auch auf all die anderen Anforderungen, mit denen man sich bei der Arbeit an einem Film konfrontiert sieht, sprich die Vorgaben der Produzenten, die Wünsche der Regisseure und das, was man rein materiell überhaupt filmen kann. Das sind Kriterien, die bei einer rein literarischen Arbeit überhaupt keine Rolle spielen. Beim Schreiben eines Drehbuchs für einen Film manifestiert sich der Autor im Grunde nur in den Dialogen, welche sich direkt vom Papier auf das Zelluloid übertragen lassen.
    Unter stilistischen Aspekten ist alles andere belanglos, da es nur der Weiterverarbeitung dient. Da kommt es einzig auf das Sujet und nicht auf die Schönheit der Sprache an.

    Können Sie uns in wenigen Sätzen erklären, worum es in 7 TAGE IN HAVANNA geht?
    In erster Linie geht es um die Stadt Havanna und die verschiedenen Perspektiven, unter denen sie sich dem Auge des Betrachters darbietet – ob nun in Innen- oder Außenansichten, ob man ganz aus der Nähe hinschaut oder sie mit den erstaunten Blicken eines Fremden sieht. Der Film zeigt eine vielgesichtige und doch einzigartige Stadt, in der die verschiedensten Lebensentwürfe gelebt werden, die aber letztlich alle miteinander zusammenhängen. Er zeigt eine Stadt, die im Todeskampf darniederliegt und doch immer wieder neu ersteht. Er handelt von meiner Stadt.

    Wie haben Sie es in Ihrer Textvorlage vermieden, die üblichen Klischees von Havanna zu bedienen, als da wären: alte Autos, Rumba-Rhythmen, dicke Zigarren, Che Guevara, leichte Mädchen usw.?
    Ich habe getan, was ich konnte. Daher sieht man nichts von alldem in den Beiträgen von Juan Carlos Tabío und Pablo Trapero. In den anderen Episoden tauchen diese Stereotypen zwar schon gelegentlich auf, doch liegt das daran, dass eben auch sie Teil der Realität sind. Außerdem sind sie in der Vorstellungswelt vieler Regisseure und auch der meisten anderen Menschen tief verwurzelt, wenn sie an Kuba denken.

Newsletter Anmeldung
Please wait
Don't have an account yet? Register Now!

Sign in to your account