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Mittwoch, 12 März 2014 21:12

Die Tanzgruppe Jeroky Paraguay: Guaranische Tradition in Österreich

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Jeroky Paraguay als Gast bei einem typischen Wiener Tanz. (Foto by Jeroky Paraguay)

Die Tanzgruppe “Jeroky Paraguay” zeigt uns den traditionellen Tanz  des Landes der Guaraní in seinem vollen Glanz.

Laura Garrido Moreno. Paraguay ist ein Land mit ein wenig mehr als 6,5 Millionen Einwohnern und einer Gemeinschaft von ca. eingen Hunderten, die in Österreich leben. Seine Kultur kann man in jedoch erfüllt erfahren, durch die Repräsentation, die sie in diesem Land dank der Tanzgruppe Jeroky Paraguay, die in Wien 2011 gegründet wurde, hat.

Jeder Tanz, der durch seine Teilnehmer interpretiert wird, beinhaltet und zeigt dem Publikum die Bedeutung einer Tradition. In einigen dieser Tänze treten die Frauen mit den Rahmen, die die Stickerinnen aus Nanduti verwenden, auf, in einem anderen tragen sie auf ihren Köpfen die gleichen Krüge, die die Galoperas benutzten, um das Wasser zu transportieren, das sie den  Pilgern auf Ihren Wallfahrten der Jungfrau anboten oder sie lassen das Publikum durch den Tanz mit den Flaschen mit einem unglaublichen Gleichgewicht staunen.

In den Flaschen befand sich der Honig, den man der Jungfrau im Dank an die Erfüllung eines Gebets, brachte und in diese Tradition wurde ein Hauch mehr an Artistik eingebaut und die Frauen begannen mit immer mehr Flaschen zu tanzen, bis zur Rekordzahl von 18 Stück. Ein paar Mitglieder von Jeroky Paraguay können mit bis zu 8 Flaschen auf ihren Köpfen tanzen.

“Die Musik, zu der wir tanzen, wird vom Nationalorchester Paraguay gespielt und die Choreografien sind original obwohl wir auch traditionelle Tänze wieder aufgegriffen haben”, erklärt Estrella Godoy, Professorin und Initiatorin der Formation gemeinsam mit zwei anderen Mitgliedern der Gruppe. Als ausgebildete Tänzerin des klassischen und modernen Balletts und traditioneller Tänze während der letzten 15 Jahre, unterstreicht Estrella die Wichtigkeit, “dass man Folklore ernst nimmt, auf ihre volkstümlichen Weise und in ihrer akademischen Form.

Die Mitglieder von Jeroky Paraguay nehmen das auch ernst. Von den ersten drei Frauen bis zu den aktuellen 12 Mitgliedern (8 weibliche und 4 männliche) hat die Gruppe nie aufgehört zu wachsen und es gibt immer mehr Interessenten.

Und die Mehrheit kommt ohne irgendwelche Kenntnisse von Tänzen aus Paraguay zu haben. “Den einzigen Kontakt, den sie mit dem traditionellen Tanz hatten, war bei einigen Schulaufführungen während ihrer Kindheit. Die Distanz, die Sehnsucht und die Notwendigkeit, den Kontakt mit den Wurzeln aufrecht zu erhalten, hat sie nahe an die traditionellen Tänze aus Paraguay herangeführt, während sie tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt waren”, erinnert sich Estrella. Die echte Liebe zum Tanz lebt und vor Vitalität strotzt. “Wir sind eine sehr kleine Gemeinschaft, aber wir möchten unsere Kultur zeigen, wir haben Talent und wir können und wir wollen es”.

Dieses gemeinsame Verlangen, die Anstrengung aller Mitglieder machte es möglich, dass sie der Erfolg nach nur einem Jahr nach ihren ersten Schritten überrumpelte. Sie machten ihre erste Tour durch Österreich, aber nach und nach erweiterte sich ihr Szenario und jetzt sind es eine Vielzahl von Ländern, in denen sie ihre Kunst zeigen.  Das erste Mal, als sie in ein anderes Land fuhren, war das mit Rubén Domínguez, Initiator der Gruppe Paraguay Sapukái, aus der Schweiz. Das war, als dieser sie einlud, mit auf Tournee durch Ägypten zu gehen. Roberto, der Mann von Estrella und Gründer der Vereinigung ASOPARA, unterstüzt die Tanzgruppe und erinnert sich an jeden einzelnen Ort, den sie besucht haben und an den ersten Auftritt in Ägypten. “Von da an legte das Schiff ab” und ab da waren sie beim Karneval von Berlin (ein 6 KM langer Zug durch die Straßen von Berlin vor 800.000 Zuschauern; 30 Paraguayos waren dabei), Stuttgart, Griechenland, Normandie, Mailand und natürlich Österreich.

Wenn alles klappt, findet heuer eine neue Tournee statt. Ein Zeichen, dass die Organistion und das Publikum zufrieden waren und eine Wiederholung möchten. Die Tänzerinnen vergessen aber auch nicht, der Wärme, die sie empfangen, zu danken. Und Estrella antwortet enthusiastisch, wenn man sie nach dem österreichischen Publikum fragt. “ Das österreichische Publikum ist sehr lieb, sie schauen einem ganz gespannt zu, wenn man tanzt, wenn wir aufhören, applaudieren sie fest und dann kommen sie, vor allem die Damen. Und sie fragen dich interessiert über die Kultur Paraguays und die Bedeutung der Tänze, der Kleider und der Elemente, die wir in unser Szenario einbauen.”

DER URSPRUNG DER POLKAS UND DES ÑANDUTI

Traje típico. Pollera Ñanduti. Foto de Laura Garrido

Typische Kleidung. Pollera Ñanduti. (Foto: Laura Garrido Moreno).

Die Wurzeln der Polkas Paraguayas gehen in das 19. Jahrhunderts zurück und es ist eine Adaption der Gesellschaftstänze aus Europa, die die Oberschicht in den Salons tanzte, während die übrigen ihre Feste auf der Plaza  im Ort organisierten. So vermischten sich aritokratische Tänze mit traditioneller Musik und überliefertem Tanz. Auf die gleiche Art und Weise wurden aus den weißen Röcken, die von den Kanarischen Inseln kamen, bunte Kleider voller Farben aus Paraguay.

Bei jedem Auftritt erscheinen die Mitglieder von Jeroky Paraguay in diesen typischen, paraguaynischen Anzügen, die feinste Stickarbeit, gefertigt mit der künstlerischen Technik des Nanduti. Das bedeutet auf Guaraní “Stoff der Spinne”, die extreme Feinheit des finalen Werks ehrend. Die Kenntnisse, wie man Nanduti stickt, wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Das kann man in keiner Schule lernen, da es keine gibt, die das lehrt. Es gibt nur eine Möglichkeit: Von Großmutter zu Mutter und von Mutter zu Tochter. “Die Stickerinnen fertigen dies Rahmen für Rahmen und benutzen dabei ein Gestell. Dann vereint man Rahmen für Rahmen, als wäre es ein Puzzle”, erklärt Estrella; “jede Pollera (Rock) benötigt 3 Monate Fertigungszeit”. Eine teure Technik, fast schon vom Aussterben bedroht, hält sich noch in einigen Gegenden von Paraguay. Es ist dies Itaguá, wo sich die künstlerische Tradition des Nanduti stärker erhält. Es ist fast der einzige Ort, an dem man die Stickerhände finden kann, die die Weisheit und Tradition sticken. Für die Polleras in Paraguay, damit sie den größten Glanz und die tollste Pracht erhalten – dank der Verschiedenheit der Farben und Motive. Die Motive sind meist floral mit der Flor de Pasión, Symbol des Landes und Hauptfigur kombiniert mit kleinen Tierchen wie Schmetterlingen oder Vögeln. Richtige Kunstwerke.

DIE TÄNZERINNEN

Integrantes del grupo Jeroky Paraguay (Foto de Laura Garrido)

Die Tänzerinnen von Jeroky Paraguay (Foto: Laura Garrido Moreno).

Dulce, Estrella und Denis sind 3 Mitglieder der Gruppe Jeroky Paraguay. In ihrem Land ließen sie Familie, Natur, Sonne und Früchte zurück, aber alle haben ihren Platz in Wien gefunden.

Dulce Godoy (links), kam vor 5 Jahren, sie folgte den Schritten ihrer Schwester Estrella. Sie folgte ihr auch, als die sich entschied, die Tanzgruppe aufzubauen. Sie begann als Au-Pair zu arbeiten und hat dann auch einen Platz an der Universtät gefunden, wo sie ihr Ernährungswissenschaftenstudium fortsetzen konnte. “Mit Estrella und Lorena, ein weiteres Mitglied, entschieden wir, die Gruppe zu gründen. Wir dachten nie daran, dass wir damit Erfolg haben würden und dass wir all diese Orte sehen werden würden und dies dank des Tanzes aus Paraguay.”

Denis Acosta (in der Mitte) ist Tanztrainerin an einer Akadamie für jegliches Alter. Ihre Spezialität ist Zumba, Salsa und lateinamerikanische Tänze. Es fiel ihr leicht, die traditionellen Tänze aus Praguay zu lernen, als sie Jeroky Paraguay 2012 beitrat. “Als die Gruppe nach Ägypten fuhr, war mein Vater dort, da lernte er sie kennen und sagte ihnen, dass ich in Wien lebe und dass er mich anrufen würde und  er sagte mir, dass ich mit der Gruppe mittanzen sollte. So war das. So fing ich an und höre nie wieder auf”.

Estrella Godoy (rechts) übersiedelte mit ihrem Mann und den Kindern nach Wien. Derzeit arbeitet sie als Krankenschwester und betreut privat verschiedene Geburten in diversen Ländern. Als sie nach Wien kam, war sie zunächst Kindermädchen. “Ich hatte Marketing studiert, aber als ich hierher kam, sprach ich kein Deutsch und Englisch half mir nicht weiter.” Aber sie lernte es. “In Rekordzeit. Als ich zu den Elternvereinssitzungen gehen musste, war das schrecklich, ich verstand niemanden und musste immer bis zum Schluss warten, damit mir jemand das alles übersetzt. Das war wie Bauchweh für mich”.

KULTURVEREIN AUSTRO-PARAGUAYISCH “ASOPARA”

ASOPARA wurde gegründet, um die Tanzgruppe zu unterstützen, die Kultur zu bewerben und Praguay in Österreich zu repräsentieren. Roberto, der Eheman von Estrella, denkt nach: “in ein paar Jahren werden die Kinder der Paraguayos, die hier leben, Österreicher sein. Und unser Ziel ist es, dass sie die Verbindung behalten, die Tradition kennenlernen und sie behalten, dass sie die Musik erlernen und den Tanz aus Paraguay, das Essen, die Traditionen und das Guaraní.”

Die Verbindungen mit dem Rest der lateinamerikanischen Gemeinschaft und anderen Organisationen aus anderen Ländern sind weitläufig und man hilft sich ständig mit einer brüderlichen Beziehung. Die Einladungen unter den  lateinamerikanischen Gemeinschaften sind häufig, wenn einer eine Aktivität organisiert. “Wann immer uns eine lateinamerikanische Organisation kontaktiert, versuchen wir, dabei zu sein”, bekräftig Roberto.

Um die Organisation und die Gruppe Jeroky Paraguay zu kontaktieren, den Veranstaltungskalender der Aktivitäten kennen zu lernen oder mehr über sie zu erfahren können sie das via die folgenden Medien tun:

Telefon: +43 660 56 71 950
E-Mail: jerokyparaguay@asopara.at
Facebook: www.facebook.com/Jeroky.Paraguay
www.jerokyparaguay.at
www.asopara.at

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