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Mittwoch, 03 April 2024 20:51

Zum 100. Todestag des Künstlers: Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße

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Vortrag Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina

Am Dienstag, dem 2. April 2024, wurde im Bezirksmuseum Landstraße der 100. Todestag des seinerzeit berühmten und heute kaum mehr bekannten Künstlers, Franz von Bayros, mit einem Vortrag und einer Führung durch seine Ausstellung gedacht.

Die Veranstaltung begann um 16 Uhr mit einführenden Worten von Dr. Franz Hofbauer, Leiter des Bezirksmuseums. Er dankte den zahlreichen Teilnehmern und präsentierte das neuerschienene Sonderheft über Franz von Bayros. Dieses Heft beleuchtet die Herkunft des Künstlers und seine Geschichte. Finanziert durch private Mittel, wurde es als wertvolle Ergänzung zur bisherigen Literatur über Bayros vorgestellt und kann im Museum erworben werden.

Die Vielseitigkeit eines Künstlergenies

Ing. Michael Gryksa, Experte für Bayros und Kurator, erörterte in seinem Vortrag nicht nur die künstlerischen Facetten von Bayros' Werk, er betonte auch dessen oft übersehene Vielfalt jenseits seines berühmten erotischen Oeuvres.

Er unterstrich die Bedeutung der Ausstellung, um das umfangreiche Schaffen des Künstlers angemessen zu würdigen, über die Grenzen seiner bekannten erotischen Werke hinaus. Gryksa erklärte die Notwendigkeit, dem Künstler gerecht zu werden und sein reichhaltiges künstlerisches Erbe gebührend anzuerkennen.
„Meine Botschaft an die Landstraße zu dieser Ausstellung ist auf jeden Fall, dass ein Künstler, der vor 100 Jahren verstarb, nicht in Vergessenheit geraten sollte, auch wenn in den letzten 100 Jahren nicht viel über ihn geschrieben wurde", sagte Gryksa. „Ich hoffe, dass diese Ausstellung dazu beitragen wird, diesen Künstler wieder ins Bewusstsein der Menschen zu rufen und ihm den Platz einzuräumen, der ihm zusteht.“

Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina
Dr. Hans Werner Sokop, ehemaliger Leiter der Magistratsabteilung 62 während der Lesung. Foto: CulturaLatina
Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina
Ing. Michael Gryksa, Experte für Bayros und Kurator, Dr. Hans Werner Sokop, ehemaliger Leiter der Magistratsabteilung 62 und Leiter des Museums Dr. Franz Hofbauer. Foto: CulturaLatina
Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina
Dr. Hans Werner Sokop und Dr. Franz Hofbauer. Foto: CulturaLatina
Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina
Dr. Franz Hofbauer präsentiert das neu erschienene Sonderheft über Franz von Bayros. Foto: CulturaLatina
Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina
Bezirksrätin und Direktorin der Zeitschrift „CulturaLatina & Österreichische Kultur“ Maria Taramona, Dr. Franz Hofbauer, Leiter des Museums und Dr. Rudolf Zabrana, ehemaliger Bezirksvorsteher-Stellvertreter bei der Veranstaltung. Foto: CulturaLatina.
Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina
Die Besucher:innen der Veranstaltung im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina

Hans Werner Sokops Lesung  

Das Highlight der Veranstaltung war die Lesung von Amtsdir. i. R. Dr. Hans Werner Sokop aus Dantes „Göttlicher Komödie“ im deutschen Originaltext und auf Wienerisch, welche literarische Kultur mit lokalem Flair verband.

Der Jurist Hans Werner Sokop, ehemaliger Leiter der Magistratsabteilung 62, würdigte Franz von Bayros als einen äußerst engagierten Illustrator, der zwar vorrangig für seine schlüpfrigen Bilder bekannt ist, aber darüber hinaus ein breites Spektrum an künstlerischen Fähigkeiten besaß. Er betonte, dass Bayros sich intensiv mit der Illustration von Dantes „Göttlicher Komödie“ beschäftigte, die zusammen mit der Übersetzung von Otto Gildemeister im Dante-Jahr 1921 im Amalthea Verlag veröffentlicht wurde und bis heute Bestand hat.

„Seine Bilder zeugen von einem hohen Kunstverstand. Bayros hat hier geschickt Jugendstil und klassische Elemente vereint, fernab von den oft beobachteten modernen Interpretationen, die den Bezug zum Inhalt der ‚Göttlichen Komödie‘ verlieren könnten“, so Hans Werner Sokop, Dante-Spezialist.

Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto:  Bezirksmuseum Landstraße
Keramikbüste von Franz von Bayros (1866-1924), geschaffen von Prof. Gustinus Ambrosi (1893-1975), Bildhauer und Lyriker. Signiert und datiert 1914. Foto: CulturaLatina.
Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina
Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina

Filmvorführung und Moët Hennessy

Eine besondere Note erhielt die Veranstaltung durch eine Filmvorführung von Buchbinder Franz Roch, über zwei Drucktechniken zu Exlibris.

Um das Ereignis angemessen zu würdigen, wurde von der Firma Moët Hennessy großzügigerweise Champagner gestiftet, der gemeinsam mit Canapés genossen wurde.

Verschiedene Persönlichkeiten wie Dr. Rudolf Zabrana, Bezirksrätin María Taramona und andere Kulturvertreter des dritten Bezirks zeigten ihre unterstützende Präsenz bei der Veranstaltung.

Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto:  Bezirksmuseum Landstraße
Besuch des Wohn- und Sterbehauses von Franz von Bayros. Foto: Bezirksmuseum Landstraße.
Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto:  Bezirksmuseum Landstraße
Es wurde ein Kranz an der Gedenktafel von Franz von Bayros angebracht, um sein 100. Todesjahr zu ehren. Foto: Bezirksmuseum Landstraße
Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina
Die Firma Moët Hennessy spendete großzügig Champagner zur Ehrung von Franz von Bayros. Foto: CulturaLatina

Besuch im Wohn- und Sterbehaus

Nach den inspirierenden Vorträgen und kulturellen Darbietungen begaben sich die Besucher:innen gemeinsam mit den Organisatoren zum Wohn- und Sterbehaus von Franz von Bayros in der Tongasse 4, um dem Künstler an seinem einstigen Wohnort mit der Platzierung eines Kranzes an der Erinnerungstafel zu gedenken.
Dr. Franz Hofbauer und das Museumsteam des Bezirksmuseums Landstraße laden herzlich dazu ein, die Ausstellung zu besuchen und sich von Bayros' Werken inspirieren zu lassen. Interessierte können auch an Führungen mit Michael Gryksa teilnehmen. Die Ausstellung läuft ist bis zum 28. Februar 2025.

Infos:
Bezirksmuseum Landstraße
Der Eintritt ist frei, mittwochs von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 12 Uhr.
1030 Wien, Sechskrügelgasse 11
www.bezirksmuseum.at/de/ausstellung/franz-von-bayros

Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto:  Bezirksmuseum Landstraße
Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina
Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina
Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina
Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto:  Bezirksmuseum Landstraße
Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: Bezirksmuseum Landstraße
Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina
Kinoplakat "Rübezahl". Stummfilm, Lithografie 1916. Foto: CulturaLatina
Vortrag und Führung durch die Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina
Ausstellung Franz von Bayros im Bezirksmuseum Landstraße. Foto: CulturaLatina
Letzte Änderung am Donnerstag, 04 April 2024 21:20
Maria Taramona

María Elena Taramona de Rodríguez, die Direktorin der Zeitschrift „CulturaLatina & Österreichische Kultur“, ist Journalistin und Grafikdesignerin. Sie hat ein Studium in Informatik absolviert und ein Diplom im Bereich Marketing erworben.

Seit 2005 lebt sie in Österreich und gründete 2009 ihr eigenes Unternehmen, die Taramona Werbeagentur, in Wien. Von dort aus initiierte sie das Magazin „CulturaLatina & Österreichische Kultur“, um als Kommunikationsmittel den Bedürfnissen der spanischsprachigen Community in Österreich, unabhängig von ihrem internationalen Hintergrund, gerecht zu werden. Für sie ist Integration unerlässlich und kann nur in beide Richtungen erfolgreich funktionieren.

Das zweisprachige Magazin „CulturaLatina & Österreichische Kultur“ ist seit dem 12. Oktober 2010 online präsent und veröffentlichte seine erste gedruckte Ausgabe im Jahr 2016 mit einer Auflage von 3.000 Exemplaren, die hauptsächlich in Wien und Niederösterreich verteilt werden. Das Ziel des Magazins ist es, die hispanoamerikanische Kultur in Österreich bekannter zu machen, Aspekte zu beleuchten, die die österreichische Kultur eng mit der iberoamerikanischen verbinden, sowie die Verbreitung der österreichischen Kultur und derjenigen Gemeinschaften zu fördern, die mit Österreich verbunden sind. Denn wenn man die Denkweise anderer Kulturen kennt, kann man sie auch besser verstehen.

Darüber hinaus setzt sie sich aktiv für die Förderung der spanischen Sprache, die Integration spanischsprachiger Einwander:innen, das gegenseitige Verständnis und den Austausch zwischen den Kulturen ein.

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