Über vier Tage hinweg bot das VieSFF ein herausragendes Programm mit Premieren, Podiumsgesprächen und Begegnungen mit bekannten Persönlichkeiten des spanischen Kinos wie Jaime Lorente, Antonio de la Torre und Enrique Arce. Darüber hinaus nahmen Produzenten und Regisseure an Fragerunden im Anschluss an die Vorführungen teil. Filme wie Sorda, Hugo 24, La cena oder Los Tigres waren Teil eines Programms, das zeitgenössisches Kino mit einem direkten Austausch zwischen Kreativen und Publikum verband.
Das Festival würdigte zudem die Karriere herausragender Filmschaffender mit der Verleihung von Ehrenpreisen. Der Schauspieler Antonio de la Torre wurde bei der Eröffnungsgala ausgezeichnet, während der international bekannte Darsteller Darko Perić (berühmt durch seine Rolle in La Casa de Papel) im Rahmen des Festivals den Ehrenpreis erhielt. Zu den weiteren Höhepunkten zählte auch die Sondervorführung des Thrillers Reversión.
Die Abschlussgala wurde von Candelaria Rodríguez-Alfonso, CEO - DICE (Difusión de la Cultura Española en Viena), gemeinsam mit dem Senator Peter Horak moderiert. Beide wechselten zwischen Spanisch und Deutsch und unterstrichen so den bilingualen Charakter der Veranstaltung.
Von Beginn an stellte Rodríguez-Alfonso die Gastgeberstadt in den Mittelpunkt:
„Die Protagonistin des Abends ist die Stadt Wien… ein fruchtbarer Boden, auf dem Kultur seit jeher gedeiht und auf dem heute ein neuer künstlerischer Akt entsteht: das erste spanische Filmfestival in Wien.“
Auch Horak hob Wien als Ort künstlerischer Begegnung hervor und erinnerte an bedeutende Persönlichkeiten der österreichischen Kulturgeschichte wie Bertha von Suttner, der während der Gala gedacht wurde. Durch Zitate aus ihrem Werk wurde die Aktualität ihrer pazifistischen Botschaft betont: Weder Religion noch Vaterland noch Wissenschaft können Gewalt rechtfertigen.
Die Festivaldirektorin Mery Cabezuelo bedankte sich sichtlich bewegt beim Publikum, beim Team und bei den Partnern:
„Das Projekt ist größer geworden, als wir erwartet hatten… eine intensive, aber durchweg positive Erfahrung.“
Cabezuelo hob die Unterstützung der Spanischen Botschaft in Österreich hervor sowie die Zusammenarbeit mit Institutionen und Partnern wie dem Instituto Cervantes Wien und der Vienna Film Commission. Darüber hinaus dankte sie Sponsoren wie Cineplexx, Eurostars – Grand Hotel Wien, Coca-Cola HBC Austria, Litus Group, OTTO, Heineken und Le Studio. Zugleich betonte sie die hohe Qualität der teilnehmenden Filmschaffenden und bekräftigte den Anspruch des Festivals, sich als kulturelle Plattform zwischen beiden Ländern zu etablieren.
Film und Musik
„Musik und Film sind schon immer Hand in Hand gegangen, oft ist Film ohne Musik kaum verständlich“, betonte Rodríguez-Alfonso. Als Hommage an das spanische Kino wurde ein Ausschnitt aus Belle Époque von Regisseur Fernando Trueba gezeigt, begleitet von einem Live-Auftritt der Sopranistin Ana Marqués gemeinsam mit Juan Ignacio Perea. Sie interpretierten eine Arie aus der Zarzuela La tabernera del puerto, einem Werk des spanischen Musiktheaters, das durch Künstler wie Plácido Domingo international bekannt wurde.
Wien zwischen Imperialem und Alltäglichem
Senator Horak unterstrich, dass Wien „weit mehr ist als die blaue Donau“, und leitete damit eine Reflexion über die kulturelle Identität der Stadt ein. Rodríguez-Alfonso stellte das imperiale Wien des Walzers dem alltäglichen, intimeren Wien gegenüber, das im Wiener Lied Ausdruck findet, einem traditionellen Musikgenre, das mit der spanischen Copla vergleichbar ist.
In diesem Zusammenhang trat Ronald Leopoldi auf die Bühne, Sohn des berühmten Komponisten Hermann Leopoldi. In seinem Beitrag erinnerte er an den Werdegang seines Vaters, der nach dem Aufstieg des Nationalsozialismus ins Exil gezwungen wurde und später internationale Erfolge feierte.
Zudem wurde die historische Verbindung zwischen Österreich und Spanien hervorgehoben, verkörpert durch Artur Kaps, eine Schlüsselfigur in der Entwicklung der Fernsehunterhaltung in Spanien.
Das Publikum war von Gerhart Ernsts Interpretation des Wiener Liedes „Schön ist so ein Ringelspiel“ begeistert.
Der Abschluss der Gala stand im Zeichen einer Botschaft der Verbundenheit:
„Spanien und Wien, für immer.“
So geht das Vienna Spanish Film Festival - VieSFF mit großem Zuspruch aus seiner ersten Ausgabe hervor und erfüllt sein zentrales Ziel: das spanische Kino in Wien zu verankern und zugleich die österreichische Hauptstadt in Spanien sichtbarer zu machen. Ein vielversprechender Auftakt für eine Plattform, die sich im internationalen Kulturkalender etablieren möchte.
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Vienna Spanish Film Festival - VieSFF
www.viennaspanishfilmfestival.com