Zu den Ehrengästen zählte unter anderem der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen in Begleitung seiner Frau Doris Schmidauer. Darüber hinaus nahmen Vertreter:innen aus Politik und Diplomatie, Mitglieder der brasilianischen Botschaft sowie zahlreiche Persönlichkeiten aus Kultur und Zivilgesellschaft teil.
Die Eröffnungsrede wurde von Daniela Univazo, Mitorganisatorin des Festivals, gehalten. Sie betonte das Ziel des Festivals, ein positives Zeichen zu setzen und die lateinamerikanische Kultur in ihrer gesamten Vielfalt und Komplexität sichtbar zu machen sowie ein klares Signal für Würde und Solidarität zu senden.
Zugleich dankte sie dem Bezirk Margareten für die Unterstützung sowie allen Sponsor:innen, insbesondere Vega Nova.
An sechs Tagen präsentiert das Festival mehr als 25 Filme aus verschiedenen lateinamerikanischen Ländern, begleitet von Gastronomie und Musik.
Im Zentrum des Eröffnungsabends stand Yanuni – Die Stimme des Amazonas, der auf Portugiesisch gedrehte und aktuell für die Oscar-Shortlist nominierte Film, erzählt die Geschichte der indigenen Aktivistin Juma Xipaia, Anführerin des Xipaya-Volkes im brasilianischen Amazonasgebiet. Der Film beleuchtet eindringlich ihren Einsatz für den Schutz des Regenwaldes und macht auf die zunehmenden Bedrohungen durch illegale Aktivitäten aufmerksam.
Das über sechs Jahre entwickelte Projekt wurde international finanziert, wobei rund 30 % der Mittel aus Österreich stammen. Besonders eindrucksvoll sind reale Szenen aus Einsätzen gegen illegale Bergbauaktivitäten, die die Gefahren für Mensch und Umwelt sichtbar machen.
Nach der Vorführung wurde das Filmteam auf der Bühne mit großem Applaus empfangen. Einer der bewegendsten Momente des Abends war die Live-Zuschaltung aus dem Amazonasgebiet: Juma Xipaia und ihr Ehemann Hugo Loss bedankten sich sichtlich bewegt für die Unterstützung und schilderten die schwierige Situation ihrer Gemeinschaft, die von anhaltenden Bedrohungen, territorialen Konflikten und der jüngsten Genehmigung von Bergbauprojekten geprägt ist. Ihre Botschaft war klar: Der Kampf geht weiter und braucht internationale Solidarität.
In der anschließenden Q&A Session, moderiert von Nora Holzmann (Greenpeace), gab das Filmteam Einblicke in die Dreharbeiten unter extremen Bedingungen sowie in die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften.
Ladkani sprach über die Herausforderungen beim Drehen unter extremen Bedingungen, den Aufbau von Vertrauen zu Juma sowie die Dringlichkeit des Themas angesichts des zunehmenden Drucks auf das Amazonasgebiet.
Anita Ladkani hob die Resilienz der porträtierten Gemeinschaften hervor und betonte die Kraft des Kinos, Stimmen sichtbar zu machen und Bewusstsein zu schaffen. Beide waren sich einig, dass Persönlichkeiten wie Juma eine wichtige Quelle der Hoffnung in herausfordernden Zeiten darstellen.
Zudem wurde ein Ausblick auf das kommende Filmprojekt Just Me, Jane gegeben, das sich der Primatologin und Umweltaktivistin Jane Goodall widmet.
Für die musikalische Gestaltung des Abends sorgten die Grupo de Maracatu de Mulheres in Wien sowie DJane Stone.
Ein Film als Aufruf zum Handeln
Yanuni – Die Stimme des Amazonas versteht sich als eindringlicher Appell, der über den Kinosaal hinauswirkt. Ziel ist es, Bewusstsein für den Schutz der Amazonien zu schaffen und internationale Aufmerksamkeit für die Situation vor Ort zu stärken.
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Lesen Sie das Interview mit Richard Ladkani unter diesem LINK
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