Österreichs deutsch-spanisches Medium für Diplomatie, internationale Beziehungen und Kultur
Dienstag, 17 März 2026 00:11

Global Fraud Summit 2026: Internationale Führungskräfte fordern eine koordinierte globale Antwort

Von
Foto: CulturaLatina

Während des Global Fraud Summit 2026, organisiert mit Unterstützung des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) und INTERPOL, betonten politische Entscheidungsträger, Sicherheitsverantwortliche sowie Vertreter internationaler Organisationen die dringende Notwendigkeit, vom politischen Bekenntnis zum konkreten Handeln im Kampf gegen globalen Betrug überzugehen.

Das hochrangige Panel „Turning the tide: from commitment to action“ befasste sich mit dem Wachstum und der zunehmenden Komplexität von Finanzbetrug, der laut INTERPOL mittlerweile zu den weltweit bedrohlichsten Kriminalitätsformen zählt, neben Drogenhandel und Geldwäsche.

Foto: CulturaLatina
EU-Kommissar Magnus Brunner. Foto: CulturaLatina 
Foto: CulturaLatina
Valdecy Urquiza, Generalsekretär von INTERPOL. Foto: CulturaLatina
Foto: CulturaLatina
Candice Welsch (UNODC). Foto: CulturaLatina
Foto: CulturaLatina
David Hanson, Baron Hanson of Flint, britischer Minister für Betrugsbekämpfung. Foto: CulturaLatina 
Foto: CulturaLatina
Moderatorin: Botschafterin Matilda Aku Alomatu Osei-Agyeman. Foto: CulturaLatina
Foto: CulturaLatina
Marie-Pierre Vedrenne, Mitglied des Europäischen Parlaments (Frankreich). Foto: CulturaLatina

Laut der zweiten Global Financial Fraud Threat Assessment von INTERPOL zählen zu den weltweit häufigsten Betrugsformen unter anderem Business-E-Mail-Compromise, Anlagebetrug, Identitätsbetrug, Romance-Betrug und Sextortion sowie organisierte Netzwerke von Betrugszentren (Scam-Zentren).

Die beim Summit präsentierten Daten verdeutlichen zudem das Ausmaß des Problems:

• Ein Anstieg von 54 % bei Betrugsbezogenen Notifizierungen, die von INTERPOL-Mitgliedstaaten herausgegeben wurden.

• Mehr als 1.500 Betrugsfälle, bei denen INTERPOL Unterstützung geleistet hat, mit gemeldeten Schäden von 1,1 Milliarden Euro.

EU-Kommissar Magnus Brunner hob hervor, dass im Kampf gegen Betrug vor allem klarere Vorschriften, eine intensivere Zusammenarbeit mit digitalen Plattformen sowie eine Stärkung der Strafverfolgungsbehörden erforderlich seien. Zugleich betonte er die zentrale Bedeutung einer systematischen internationalen Kooperation und verwies auf Fortschritte im Rahmen des europäischen Aktionsplans gegen digitalen Betrug.

Candice Welsch vom Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) betonte, dass Betrug zunehmend zu einem Bestandteil transnationaler organisierter Kriminalität werde. Vor diesem Hintergrund seien eine umfassende internationale Zusammenarbeit sowie gezielte Unterstützung für Staaten erforderlich, um dieser Entwicklung wirksam begegnen zu können.

Für den britischen Minister Lord Hanson stehen politische Führung und eine enge Zusammenarbeit mit dem Privatsektor im Mittelpunkt. Regierungen, Technologieunternehmen und Strafverfolgungsbehörden müssten ihre Kooperation intensivieren, um Schwachstellen zu schließen, die von Kriminellen im digitalen Raum ausgenutzt werden. Gleichzeitig sprach er sich für eine bessere Unterstützung der Opfer sowie effizientere Meldesysteme für Betrugsfälle aus.

Die französische Europaabgeordnete Marie-Pierre Vedrenne unterstrich die zentrale Bedeutung einer engen internationalen Zusammenarbeit zwischen Polizei und Justiz im Kampf gegen digitalen Betrug. Darüber hinaus betonte sie den Anpassungsbedarf der Gesetzgebung an neue Formen digitaler Kriminalität. Frankreich kündigte zudem an, das Thema im Rahmen seiner kommenden G7-Präsidentschaft verstärkt voranzubringen.

INTERPOL-Generalsekretär Valdecy Urquiza machte deutlich, vor welchen immer größeren Herausforderungen die Behörden stehen. Ermittlungen würden zunehmend komplexer, kriminelle Netzwerke setzten verstärkt auf künstliche Intelligenz, und grenzüberschreitende digitale Zahlungen nähmen rasant an Tempo zu.

Ihrerseits betonte Candice Welsch von UNODC, dass Betrug zunehmend als Teil transnationaler organisierter Kriminalität verstanden werden müsse – eng verknüpft mit Cyberkriminalität, Geldwäsche und weiteren illegalen Aktivitäten.

Einigkeit bestand unter den Teilnehmern darüber, dass sich eine wirksame globale Antwort auf fünf zentrale Punkte konzentrieren müsse: Betrug klar als Straftat definieren und verfolgen, den Informationsaustausch verbessern, Strafverfolgung und Justiz stärken, die Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteuren ausbauen und Opfer besser schützen.

Neben der Analyse der Bedrohung wurden im Panel auch konkrete Handlungsansätze hervorgehoben. Dazu zählen insbesondere der Ausbau des internationalen Informationsaustauschs, die stärkere Einbindung digitaler Plattformen, gezielte Maßnahmen zur Unterbrechung finanzieller Ströme sowie die Verbesserung von Ermittlungs- und Strafverfolgungsinstrumenten. Auch Prävention, Aufklärung und der Schutz von Opfern wurden als zentrale Elemente einer wirksamen Gesamtstrategie genannt.

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 17 März 2026 10:07
Maria Taramona

María Elena Taramona de Rodríguez ist Journalistin, Grafikdesignerin sowie Chefredakteurin und Herausgeberin des zweisprachigen Magazins CulturaLatina & Österreich. Seit 2005 lebt sie in Österreich und gründete 2009 in Wien ihre eigene Werbeagentur, aus der später das Magazin entstand. Mit viel Engagement setzt sie sich dafür ein, kulturelle Verbindungen zwischen Österreich und der lateinamerikanischen Community zu stärken und den interkulturellen Austausch zu fördern.

 

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Newsletter Anmeldung
Please wait
Don't have an account yet? Register Now!

Sign in to your account