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Montag, 11 März 2024 10:44

PAN-Veranstaltung im MAK: Frauen in Kunst und Kultur im Fokus des Internationalen Frauentags

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Anne-Katrin Rossberg, Kustodin für Metall und Archiv der Wiener Werkstätte (im Hintergrund), erklärte der Frauengruppe von PAN-Mitgliedern das faszinierende Leben von Felice Rix-Ueno. Foto: CulturaLatina

Am vergangenen Freitag, dem 8. März 2024, organisierte der Dachverband aller österreichisch-ausländischen Gesellschaften – PAN, im Rahmen der Feierlichkeiten zum Internationalen Frauentag eine Führung im MAK (Museum für Angewandte Kunst) zur Ausstellung „STERNE, FEDERN, QUASTEN. Die Wiener-Werkstätte-Künstlerin Felice Rix-Ueno (1893–1967)". Diese Veranstaltung war nicht nur eine Hommage an den Frauentag, sondern auch eine wichtige Inspirationsquelle für alle Teilnehmerinnen. Herzlich begrüßt wurden die Frauen von Walter J. Gerbautz, dem PAN-Generalsekretär, sowie von Marguerite Machek-Vos, Ehrenpräsidentin der Österreichisch-Belgischen Gesellschaft und Vorstandsmitglied des Dachverbandes-PaN. Frau Kathrin Pokorny-Nagel, Leiterin der MAK-Bibliothek, vertrat das MAK.

„STERNE, FEDERN, QUASTEN.
Die Wiener-Werkstätte-Künstlerin Felice Rix-Ueno (1893–1967)“

Anne-Katrin Rossberg, Kustodin für Metall und Archiv der Wiener Werkstätte, entführte die Besucherinnen auf eine Reise durch das Leben und Werk von Felice Rix-Ueno, einer österreichischen Malerin, Grafikerin und Textilkünstlerin. Sie wurde nicht nur für ihre künstlerischen Errungenschaften gewürdigt, sondern auch als Wegbereiterin für Frauen in der Kunstgeschichte.

Felice Rix-Ueno, in einer großbürgerlichen, jüdisch-liberalen Familie aufgewachsen, durchlief eine bemerkenswerte künstlerische Laufbahn. Trotz der damaligen gesellschaftlichen Barrieren für Frauen konnte sie verschiedene Kunst- und Designschulen besuchen und arbeitete in verschiedenen Bereichen, darunter Keramik, Textilien, Glasbemalungen und Mode, für die Wiener Werkstätte.

Ihre Ehe mit dem Architekten Isaburo Ueno führte sie nach Japan, wo sie an verschiedenen architektonischen Projekten arbeitete. Rix-Ueno wurde zu einer Symbolfigur für Frauen in der Kunst, die trotz widriger Umstände ihre kreativen Leidenschaften verfolgten.

Besuch der Ausstellung
Besuch der Ausstellung "STERNE, FEDERN, QUASTEN. Die Wiener-Werkstätte-Künstlerin Felice Rix-Ueno (1893–1967)" im MAK (Museum für Angewandte Kunst) zur Feier des Internationalen Frauentags durch den Dachverband aller österreichisch-ausländischen Gesellschaften – PAN.  Foto: CulturaLatina
Besuch der Ausstellung
Anne-Katrin Rossberg, Kuratorin für Metall und Archiv der Wiener Werkstätte, führte die Besucherinnen durch eine Entdeckungsreise durch das Leben und Schaffen von Felice Rix-Ueno. Foto: CulturaLatina

Frauen in Führungspositionen - im Fokus MAK

Nach der exklusiven Führung, diskutierte Frau Marguerite Machek-Vos in einem Interview mit Frau Kathrin Pokorny-Nagel über die Herausforderungen und Chancen für Frauen in Führungspositionen, besonders im Kunstsektor.

Das Interview gewährte einen Einblick in die Geschichte des MAK, wobei Kathrin Pokorny-Nagel, Leiterin der Bibliothek, ihre 25-jährige Erfahrung am Institut reflektierte und die Schlüsselrolle von Frauen in der Entwicklung des Museums betonte. „Das MAK, als erstes staatliches Museum in Österreich im Jahr 1863 gegründet, hatte von Anfang an einen internationalen Fokus“, so Pokorny-Nagel. Die Diskussion erstreckte sich über die heutige Position von Frauen im MAK, hierbei die herausragende Rolle von Direktorin Lilli Hollein hervorgehoben wurde.

Besuch der Ausstellung
Marguerite Machek-Vos, Ehrenpräsidentin der Österreichisch-Belgischen Gesellschaft, im Interview mit Frau Kathrin Pokorny-Nagel, Leiterin der MAK-Bibliothek. Foto: CulturaLatina

Frau Machek-Vos brachte ihre Forschung über die Entwicklung des MAK in den letzten 150 Jahren ein und unterstrich die internationalen Kernpunkte der Sammlung, die Kunst, Design, Architektur und zeitgenössische Kunst umfasst.

Beide betonten die Bedeutung des Zusammenhalts und Austauschs für Vereine und Gesellschaften. Frau Machek-Vos äußerte den Wunsch nach mehr Kursen und Workshops für die junge Generation, um die Freude am Handwerk, wie dem Nadelhalten, wiederzuentdecken.

Pokorny-Nagel erläuterte die Arbeit von Direktorin Lilli Hollein und betonte die Vielfalt der neuen Aktivitäten, darunter regelmäßige Veranstaltungen wie „Offenes Häkeln by (young)MAK“, die bei jungen Menschen, die sich in diesen Treffen mit dem Handwerk beschäftigen, auf positive Resonanz stoßen. Dies unterstreicht ihr wachsendes Verlangen nach traditionellen Aktivitäten.
Machek-Vos und Pokorny-Nagel stimmten überein, dass die Förderung von Gemeinschaftsaktivitäten, auch online, einen bedeutenden Beitrag leisten kann.

Andererseits erklärte Pokorny-Nagel die Wichtigkeit, Künstlerinnen nicht ausschließlich aufgrund ihres Geschlechts zu präsentieren, sondern aufgrund ihrer künstlerischen Qualität. Sie sprach sich gegen eine rein geschlechtsbasierte Ausstellungspolitik aus und machte deutlich, dass talentierte Künstlerinnen genauso existieren wie ihre männlichen Kollegen, die aus verschiedenen Gründen möglicherweise nicht so bekannt sind.

Das MAK setzt somit nicht nur auf historische Wurzeln, sondern auch auf eine zeitgemäße Förderung von Frauen in Kunst und Kultur. Die Teilnehmerinnen konnten sich über die dynamische Entwicklung des Museums und die Bedeutung von Vielfalt und Gleichberechtigung im Kunstbereich informieren.

Dachverband feiert sein 65-jähriges Jubiläum

Zum Abschluss der Veranstaltung blickte Generalsekretär Walter J. Gerbautz auf die Entwicklung des Dachverbandes in den letzten Jahren zurück und betonte die beeindruckende Geschlossenheit der 27 vertretenen Nationen. Er freute sich darüber, dass der Dachverband mit insgesamt 124 bilateralen Partnerschaften in diesem Jahr sein 65-jähriges Bestehen feiern kann. Eine bereits in Vorbereitung befindliche Chronik wird im Rathaus vorgestellt, ebenso das geplante Jubiläumsprojekt und die Festveranstaltungen.

Gerbautz unterstrich die Bedeutung persönlicher Begegnungen und Engagements angesichts der Herausforderungen durch künstliche Intelligenz und des Mangels an persönlichen Kontakten. Zum Abschluss übermittelte er herzliche Wünsche zum Internationalen Frauentag und hofft, dass Anerkennung und Austausch nicht nur an diesem Tag, sondern das ganze Jahr über gelebt werden.

Besuch der Ausstellung
Marguerite Machek-Vos, Ehrenpräsidentin der Österreichisch-Belgischen Gesellschaft, Walter J. Gerbautz, PAN-Generalsekretär, und Maria Taramona, Direktorin der Zeitschrift CulturaLatina und Mitglied der Österreichisch-Venezolanischen Gesellschaft. Foto: CulturaLatina
Besuch der Ausstellung
Besuch der Ausstellung "STERNE, FEDERN, QUASTEN. Die Wiener-Werkstätte-Künstlerin Felice Rix-Ueno (1893–1967)" im MAK (Museum für Angewandte Kunst) zur Feier des Internationalen Frauentags durch den Dachverband aller österreichisch-ausländischen Gesellschaften – PAN. Foto: CulturaLatina
Besuch der Ausstellung
Walter J. Gerbautz, PAN-Generalsekretär auf der Ausstellung. Foto: CulturaLatina
Besuch der Ausstellung
Besuch der Ausstellung "STERNE, FEDERN, QUASTEN. Die Wiener-Werkstätte-Künstlerin Felice Rix-Ueno (1893–1967)" im MAK. Foto: PaN-F. Wieser.

Links:
www.dachverband-pan.org 
www.mak.at/veranstaltung/open_haekeln_by_young_mak_ 

Letzte Änderung am Dienstag, 12 März 2024 08:48
Maria Taramona

María Elena Taramona de Rodríguez, die Direktorin der Zeitschrift „CulturaLatina & Österreichische Kultur“, ist Journalistin und Grafikdesignerin. Sie hat ein Studium in Informatik absolviert und ein Diplom im Bereich Marketing erworben.

Seit 2005 lebt sie in Österreich und gründete 2009 ihr eigenes Unternehmen, die Taramona Werbeagentur, in Wien. Von dort aus initiierte sie das Magazin „CulturaLatina & Österreichische Kultur“, um als Kommunikationsmittel den Bedürfnissen der spanischsprachigen Community in Österreich, unabhängig von ihrem internationalen Hintergrund, gerecht zu werden. Für sie ist Integration unerlässlich und kann nur in beide Richtungen erfolgreich funktionieren.

Das zweisprachige Magazin „CulturaLatina & Österreichische Kultur“ ist seit dem 12. Oktober 2010 online präsent und veröffentlichte seine erste gedruckte Ausgabe im Jahr 2016 mit einer Auflage von 3.000 Exemplaren, die hauptsächlich in Wien und Niederösterreich verteilt werden. Das Ziel des Magazins ist es, die hispanoamerikanische Kultur in Österreich bekannter zu machen, Aspekte zu beleuchten, die die österreichische Kultur eng mit der iberoamerikanischen verbinden, sowie die Verbreitung der österreichischen Kultur und derjenigen Gemeinschaften zu fördern, die mit Österreich verbunden sind. Denn wenn man die Denkweise anderer Kulturen kennt, kann man sie auch besser verstehen.

Darüber hinaus setzt sie sich aktiv für die Förderung der spanischen Sprache, die Integration spanischsprachiger Einwander:innen, das gegenseitige Verständnis und den Austausch zwischen den Kulturen ein.

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