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CULTURA DE AUSTRIA

Montag, 26 Dezember 2022 22:06

Österreichs Parlament wird mit digitalem Fortschritt wiedereröffnet

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"Parlament verbindet. Tage der offenen Tür 14. und 15. Jänner 2023". So steht es auf der riesigen Plakatwand an der Fassade des Parlaments. Alle sind eingeladen, das renovierte Parlamentsgebäude in Wien zu besuchen. Davor die majestätische Statue der Pallas Athene gilt als die Göttin der Weisheit, gleichermaßen für Frieden wie für Krieg "zuständig". Foto: Taramona Werbeagentur

Nach fünfjährigen Renovierungsarbeiten, die 352 Millionen Euro gekostet haben, öffnet das österreichische Parlament wieder seine Pforten. Die Öffentlichkeit kann das renovierte Gebäude und seine digitalen Fortschritte am 14. und 15. Januar besichtigen. Die Renovierung kostete rund 420 Millionen Euro.

Am Donnerstag, den 12. Januar 2023, wird die Regierung der Republik in ihr parlamentarisches Haus zurückkehren. Der Nationalrat und der Bundesrat werden die Wiedereröffnung gemeinsam mit einem Festakt begehen und am 14. und 15. Januar werden zwei Tage der offenen Tür stattfinden, an dem die Öffentlichkeit die neuen Räumlichkeiten besichtigen kann. Ansonsten ist es jeden Tag außer am Sonntag zugänglich.

Das neue Parlament verfügt über 27 interaktive Stationen, die für alle zugänglich sind, von Kindern bis zu Senioren und Besuchern aus dem Ausland.

Darüber hinaus werden die Besucherinnen und Besucher durch virtuelle Avatare der Nationalrats- und Fraktionsvorsitzenden über Gesetzgebungssitzungen und Entschließungen, Themen wie Kontrolle, Mitwirkungsmöglichkeiten und Gewaltenteilung u.a. informiert.

Führungen im Parlament

Am 16. Januar beginnen Architekturführungen, bei denen sich die Besucher über die Renovierung des Gebäudes informieren können. Die Anmeldung hat bereits im Oktober begonnen, aber Sie können den Besucherservice telefonisch von Montag bis Freitag von 9.00 bis 15.00 Uhr unter +43 1 401 10-2400 oder per E-Mail unter besucherservice@parlament.gv.at erreichen.

Randering de una sala. Parlamentsdirektion/Atelier Brückner
Randering eines interaktiven Raums. © Parlamentsdirektion/Atelier Brückner
Vista del Salón de Sesiones © Parlamentsdirektion / Michael Buchner
Blick auf den Sitzungssaal, der noch mit Plastikplanen verkleidet ist und sich im Endausbau befindet. © Parlamentsdirektion / Michael Buchner
En el Screenshot de wien.orf.at/stories/3187159 se ven los avatares de diferentes figuras políticas.
Ein Screenshot von wien.orf.at/stories/3187159 zeigt die Avatare verschiedener politischer Persönlichkeiten..

Highlights des neuen Gebäudes

Zentraler Anziehungspunkt ist das "Demokratikum - Erlebnis Parlament", ein 1.500 Quadratmeter großes Besucherzentrum für Menschen aller Alters- und Bildungsstufen.

Die neue Bibliothek, die sich direkt neben dem Demokratikum befindet, bietet kostenlosen Zugang zu den Büchersammlungen des Parlaments. Die Bücher können sofort in einem großen Lesesaal gelesen oder ausgeliehen werden. Dieser Bereich wird nach der Anmeldung frei zugänglich sein.

An verschiedenen Stationen gibt es spezielle Angebote für Kinder. Für die Kleinsten gibt es Hefte zum Stempel sammeln.

Das Agora-Besucherzentrum. Dieser neu geschaffene Raum ist Teil des neu eingerichteten Besucherzentrums, das zuvor ein feuchtes Ziegelgewölbe war, das leer und für Besucher unzugänglich war.

Auch die Sitzungssäle von National- und Bundesrat, die Büros des Bundespräsidenten und die Glaskuppel sind die neuen Schmuckstücke des Parlaments.

Gastronomie im Parlament. Das neue Gebäude verfügt über insgesamt 800 m2 Gastronomiefläche, davon rund 400 m2 Terrassen, auf denen sich das Restaurant Kelsen, die Kantine, ein Bistro, das Café Agora und ein weiteres Café befinden.

Das neue Gebäude ist zu einer kulturellen Attraktion geworden, da Künstler aus dem ganzen Land in diesen spektakulären Räumen ihre Werke ausstellen können.

Ein vergoldetes Klavier im Parlament

Umstritten war die Bestellung eines Flügels von Parlamentspräsidenten Wolfgang Sobotka, Musikprofessor, Cellovirtuose und Dirigent, einen "Secessionsflügel" aus der "Architecture Series" von Bösendorfer, für den majestätischen Empfangssaal.

Das schöne Stück ist gemietet und kostet 36.000 Euro pro Jahr und soll an die Einheit in der Vielfalt, aber auch den revolutionären Gedanken von Beethovens 9 erinnern.

Der Secessionsflügel aus der Bösendorfer Architecture Series. Foto: boesendorfer.com
Der Secessionsflügel aus der Bösendorfer Architecture Series. Foto: boesendorfer.com

Das Parlamentsgebäude

Mit dem Bau des Parlamentsgebäudes an der Wiener Ringstraße wurde Anfang 1874 begonnen.
Es wurde von Theophil Hansen entworfen, dessen Werk stark vom Stil der Renaissance beeinflusst ist.
Für den Bau des österreichischen Parlaments ließ sich Theophil Hansen von der griechischen Antike inspirieren (im Stil des Historismus - auch als Romantik bekannt).

Warum Griechenland? Griechenland war Vorreiter bei den Grundsätzen der Freiheit und der Legalität. Das Gebäude soll an das antike Griechenland als Wiege der Demokratie erinnern.

Fast ein Jahrzehnt später, im Jahr 1883, wurde es fertig gestellt und dient noch heute als Sitz der österreichischen Regierung. Seit dem 13. Juli 2017 wurden dort allgemeine Renovierungsarbeiten durchgeführt, die bereits fertig sind. Die Einzelheiten werden derzeit noch abgestimmt.

Seit dem 20. September 2017 hatten der Nationalrat und der Bundesrat ihren Ersatzsitz in der Wiener Hofburg. Der Große Redoutensaal diente als Sitzungssaal für beide Kammern, während die Büros in provisorischen Außenpavillons untergebracht waren.

Webseite: www.parlament.gv.at 

Letzte Änderung am Donnerstag, 29 Dezember 2022 09:50
Redaktion

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