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Mittwoch, 02 September 2020 09:59

Yuderkys Espinosa Miñoso: Lateinamerika leidet am meisten

Von Transcription, Redaktion und Übersetzung: Marion Achleitner ©CulturaLatina | Interview & Audio: ©LatinoTV
Yuderkys Espinosa Miñoso (links) und Ana María García in einem Online-Interview für "Ich sehe dich, ich höre dich" von LatinoTV. Screenshot LatinoTV

"Wir erleben wahrhaftig eine Notsituation innerhalb der Krise, in der wir uns immer befunden haben“. Yuderkys Espinosa Miñoso ruft zur Solidarität auf.

Diesmal interviewt Ana María García von Latino TV Yuderkys Espinosa Miñoso, eine Schriftstellerin, Professorin, Feministin, Antirassistin und Dekolonialistin afro-dominikanischer Herkunft. Außerdem ist sie eine Förderin der Solidaritätsinitiative Campaign4Emergency, die mit dem Ziel gegründet wurde, Geldmittel für jene Gemeinden zu sammeln, welche am stärksten von der durch das Coronavirus ausgelösten Krise betroffen sind. In dem Interview, aus dem Sie nachstehend einen Auszug lesen werden, spricht sie über den Anlass und den Prozess der Entstehung dieser Initiative.

"Die Situation mit dem Coronavirus hat und wird eine erneute Verschlimmerung der Auswirkungen des kapitalistischen Systems bedeuten. Gegenwärtig leiden viele Gemeinschaften Lateinamerikas am meisten. Wir wussten bereits, dass es katastrophal werden würde, wenn unsere große Bevölkerung in den Vorstädten und Gemeinden erreicht werden würde. Wenn sogar Menschen mit ausreichend Ressourcen sterben, stellen Sie sich vor, wie die Lage, aufgrund der imperialistischen Politik, in verarmten Ländern aussieht, wo die Umverteilung des Reichtums noch schlechter ist. Die verarmte Bevölkerung, die von Tag zu Tag lebt, kann die Quarantäne nicht respektieren, weil sie hinausgehen und ihre Produkte verkaufen muss, um nicht zu verhungern. Wir erleben also wahrhaftig eine Notsituation innerhalb der Krise, in der wir uns in unserem Land immer befunden haben", sagt Yuderkys Espinosa Miñoso.

Diese prekären Situationen in unseren Gemeinden und in Lateinamerika sind es, die Sie dazu bewogen haben, die Kampagne Campaign4Emergency zu starten. Worum geht es dabei und wie ist die Entstehung dieser Initiative abgelaufen?

Da ich wusste, dass meine Leute solch eine schwere Zeit erlebten, trommelte ich einige meiner Kolleg*innen zusammen, die in der Türkis Rosa Lila Villa wohnen. Ich rief Marissa Lôbo, eine bekannte dekoloniale Aktivistin hier in Europa, und meine Tochter Lia Castillo Espinosa herbei. Einige Organisationen kamen zusammen: Ich als Teil von, GLEFAS (lateinamerikanische Gruppe für feministische Studien, Bildung und Aktion)die Türkis Rosa Lila Villa, ARA (Afro-Regenbogen Österreich) und das Colectivo Trenza. Wir beschlossen, diese Kampagne zu starten, um Gelder zu sammeln, und wählten Ecuador, Bolivien, Brasilien und die Dominikanische Republik aus. In Afrika haben wir uns für Äthiopien und Nigeria entschieden. Wir identifizierten Gemeinden und Basisorganisationen, die tatsächlich vor Ort arbeiteten. Die Idee besteht darin, das Geld direkt an die Gemeinde zu überweisen. Wir als organisierende Gruppe, Campaign4Emergency, arbeiten mittlerweile seit eineinhalb Monaten daran, dieses Betreuungsnetzwerk aufzubauen, das es uns ermöglicht, mit dem Geld Lebensmittel, Masken, Handschuhe, Hüte, Reinigungsprodukte, Basismedikamente, Desinfektionsmittel und andere Biosicherheitsprodukte zu kaufen.

Was muss eine Person tun, die spenden möchte?

Wir haben beschlossen, die Kampagne in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Sie können beispielsweise die Seite Campaign4Emergency auf Facebook aufrufen. Es gibt auch eine Homepage von GLEFAS, www.glefas.org, und wir haben eine Instagram-Seite, auf der wir Videos von jenen Personen veröffentlichen, welche die Ressourcen erhalten. Sie müssen lediglich auf den vorhandenen PayPal-Link klicken und den Betrag, den Sie spenden möchten, eingeben. Wir werden auch noch ein Konto einrichten, um eine Spende per Überweisung tätigen zu können. Jede Hilfe, jeder Beitrag ist willkomen.

Ist die Fortführung der Kampagne geplant oder endet sie nach Corona?

Sie soll dabei helfen, die Krise zu bewältigen. Die Auswirkungen der durch den Ausbruch des Coronavirus ausgelösten Krise werden jedoch langfristig zu spüren sein. Unsere Idee ist also, dass wir, sobald wir einen ausreichenden Geldbetrag für die ursprünglich ausgewählten Gruppen gesammelt haben, auch andere Gruppen unterstützen. Tatsächlich gibt es im Moment auch viele andere Gemeinschaften und Länder, die ebenfalls stark betroffen sind.

Wenn wir auf die Facebook-Seite klicken, finden wir dann auch Informationen und Daten, um ständig informiert zu bleiben?

Unter anderem haben wir jede der Gemeinschaften, die wir unterstützen, gebeten, uns ein kurzes Video zu senden, in dem sie über ihre Bedürfnisse und die Situation sprechen, in der sie gerade leben. Außerdem haben wir einen YouTube-Kanal namens Campaign4Emergency. Im Rahmen unserer Verbreitungsstrategie haben wir bereits mit einer Reihe von Treffen und Gesprächen wie etwa einer Talkshow begonnen. In den nächsten Wochen werden wir mit dieser Art von Treffen fortfahren und sie auf unseren Netzwerken ankündigen. Wir werden beginnen, Events zu veranstalten, zu denen wir einzelne Personen einladen, die über die Krisensituation sprechen und eine politische Analyse durchführen können. Diese werden wir mit künstlerischen Gruppen begleiten, die ebenfalls aus den Gemeinden stammen. Somit wollen wir nicht nur in den Klagegesang verfallen, sondern auch die Kreativität unserer Leute sehen.

Könnten Sie als Aufruf zur Solidarität eine Botschaft an die Menschen senden, damit uns klar wird, dass es definitiv Zeit zum Handeln ist?

"Wir wissen seit langem, dass sich unsere Gemeinschaften in schwierigen Bedingungen befinden, aber gerade jetzt ist eine besondere leidvolle Zeit für die indigenen, mestizischen, verarmten, volkstümlichen und bäuerlichen Gemeinschaften. Solidarität bedeutet, in diesem dringlichen Moment aktiv zusammenzuarbeiten und ein Netzwerk der Unterstützung aufzubauen", so Yuderkys Espinosa Miñoso.

 

LatinoTV Website: latinotv.at

LatinoTV Facebook: facebook.com/latinotv

Sehen Sie sich hier das ganze Video dieses Interviews an: www.youtube.com/watch?v=0N6fj-kwgTc

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Letzte Änderung am Donnerstag, 10 September 2020 20:19

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