Und das seit dem 1. Mai 2020. An diesem Tag, der für die Eröffnung eines Geschäfts mehr als bedeutsam war, begannen zwei Familien aus Österreich und Lateinamerika ein gastronomisches Abenteuer mit einem sehr klaren und einfachen Ziel, den Gaumen ihrer Gäste mit einem der charakteristischsten Gerichte Venezuelas „Arepas“ zu erobern.
Der Weg dafür war beschwerlich, aber reich an Erfahrungen. In dieser für viele so schwierigen Zeit war es ihnen möglich, ein abwechslungsreiches Publikum zu gewinnen und gleichzeitig einen einladenden Ort für Familien, Spaziergänger und Besucher der Neuen Donau zu schaffen. Dies erzählten uns die Gründer dieses abenteuerlichen Unternehmens: Jorge Luis Umaña Mora, Cristina Blodek, Ines Plesiutschnig und Harry Mendivil-Benavente aus Venezuela, Kolumbien, Österreich und Peru.
Wie ist das D‘arepa-Projekt entstanden?
Jorge: Die Idee eines Arepa-Restaurants entstand als Abschlussarbeit im Rahmen meines Universitätsstudiums an der WU-Executive Academy im Jahr 2016. Als ich dieses Projekt der Jury vorstellte, bemerkte ich großes Interesse seiner Mitglieder und anderer Studenten die an meiner Präsentation teilnahmen, für diese Art von venezolanischem Essen, das zu dieser Zeit hier in Wien unbekannt war. Von diesem Moment an begann ich die Möglichkeiten zu analysieren, ein kleines Restaurant zu eröffnen. Im Sommer 2019, als ich als Food and Beverages Manager für ein anderes Unternehmen tätig war, traf ich die Manager der Boxircus GmbH, die Betreiber von CopaBeach sind, und dachte, dies wäre der ideale Ort für meine Idee vom Arepa-Restaurant. Cristina und ich haben ein ganzes Projektkonzept vorbereitet, das wir Ende 2019 geliefert haben. Im Januar dieses Jahres teilte uns Boxircus mit, dass die Stadt Wien unser Projekt ausgewählt hat, um als Gastronom an CopaBeach teilzunehmen. Und dann kam die Corona-Krise.
Warum habt ihr euch für ein Gericht entschieden, das für venezolanisches Essen so charakteristisch ist?
Cristina: Es sollte klargestellt werden, dass die Arepa sowohl in Venezuela als auch in Kolumbien ein landestypisches Gericht ist, aber sie unterscheiden sich in ihrer Zubereitung: ob sie dick oder dünn ist, oder die Soßen innen oder oben sind, ob sie gebraten oder geröstet ist, usw. Wir bieten das venezolanische Arepa an, das innen gefüllt und geröstet ist. So ist es in den letzten Jahren in den USA und Europa bekannt geworden. Die Venezolaner waren sehr kreativ darin, jedem Arepa einen anderen Namen zu geben, je nach Art der Füllung und des Aussehens. Zum Beispiel die „Arepa Reina Pepiada“, deren Name in den 1950er Jahren einer venezolanischen Schönheitskönigin huldigte, oder die „Arepa Pabellón“, die sich auf das typisch venezolanische Gericht „Pabellón Criollo“ bezieht und fast dieselben Zutaten enthält.
Jorge: Auch weil wir unsere Leidenschaft für unser typisches Essen, unsere Gewürze und unsere Herkunft mit der Welt teilen wollen. Die Arepa ist für uns wie die Flagge unserer Länder. Die Darstellung unserer gastronomischen Kultur in der Welt.
Wie habt ihr den Ort ausgewählt, an dem ihr das D`Arepa eröffnen würdet?
Ines: Nachdem wir als Gastronomen ausgewählt wurden, am CopaBeach teilzunehmen, gab uns Boxircus verschiedene Möglichkeiten, um auszuwählen, wo wir stehen wollten. Wir hatten Glück, dass sie uns den Food-Container zum Schluss an der gewünschten Stelle gegeben haben, die nahe der Neuen Donau liegt, Sand hat und gemütlicher ist. Es ist ein Ort, an dem sie sich als Besucher wie am Strand fühlen, als wären sie im Urlaub.
Wie hat die Öffentlichkeit reagiert?
Harry: Sehr gut! Wir haben großes Interesse an unseren Gerichten festgestellt. Sowohl Österreicher als auch Menschen aus anderen Teilen der Welt sind gekommen und haben unser Essen probiert. In diesen wenigen Monaten, in denen wir am CopaBeach sind, haben wir es geschafft, viele Menschen dazu zu bringen, unseren lateinamerikanischen Geschmack kennenzulernen, und viele Kunden, die mit unserem Essen zufrieden sind, kommen regelmäßig und unterstützen uns sehr. Es versteht sich von selbst, dass sowohl unsere Familie als auch unsere Freunde und der Rest der lateinamerikanischen Gemeinschaft in Wien zweifellos eine große Unterstützung für unser Projekt waren, und dafür sind wir außerordentlich dankbar!
Wer besucht D`arepa, wer sind eure Kunden?
Jorge: Es kommen Gäste ins D‘arepa, die einen sonnigen Sommertag verbringen und ihre Freizeit genießen möchten, begleitet von gutem Essen und einer angenehmen Atmosphäre. Obwohl wir Street Food anbieten, bedeutet dies nicht, dass die von uns angebotenen Gerichte das typische Junk Food sind, das man anderswo findet. Wir verstehen uns als ein Ort, der „ungezwungenes Street Food“ anbietet, was bedeutet, dass unsere Kunden zwar eine entspannte Zeit in einer guten Atmosphäre, aber auch eine unkomplizierte, außergewöhnliche Art von Essen genießen. Wir haben Kunden, die nach dem Training mit dem Fahrrad einen Zwischenstopp einlegen und zum Mittag- oder Abendessen eine gute Arepa oder einen Patacón Playero essen, handgemacht und mit frischen Produkten. Die Menschen kommen aus aller Welt: Österreicher, Lateinamerikaner und andere Nationalitäten, die neugierig auf unsere Küche sind und etwas Neues ausprobieren möchten.
Ihr habt trotz der Corona-Krise auch mitten im Sommer eröffnet. Welche Erfahrungen habt ihr in diesen Monaten gemacht?
Cristina: Als die Corona-Krise begann, hatten wir einige Momente des Zweifels, ob wir dieses Projekt durchführen oder nicht. Aber wir versuchten die Dinge positiv zu sehen und gingen das Risiko ein. Insbesondere angesichts der Coronavirus-Krise und der wenigen Möglichkeiten, dass Menschen im Ausland Urlaub machen können, glauben wir, dass ein Ort, der für die meisten eine Atmosphäre von Strand und Sonne in Kombination mit exotischen und unbekannten Gerichten bietet, attraktiv sein könnte.
Harry: Und am Ende war es ein Risiko das wir alle eingingen, besonders weil wir Kinder haben und eine große Investition in dieses Projekt steckten. Wir hatten einige Monate die zweifellos, stressig und anstrengend waren, aber auch sehr schön und voller angenehmer Momente. Die Erfahrung, die wir gemacht haben, waren sehr erfreulich.
Habt ihr finanzielle Unterstützung von der Regierung erhalten?
Harry: Nein. Alles, was wir bisher in dieses Projekt investiert haben, wurde aus eigenen Mitteln finanziert.
Jetzt, wenn der Sommer vorbei ist, werden die Lokale am CopaBeach schließen. Was habt ihr als Nächstes vor?
Ines: Vor einigen Tagen haben wir eine neue Kooperation mit der Boxircus GmbH vereinbart, um ein neues Projekt im Winter fortzusetzen, das sich noch in der Entwicklung befindet. Weitere Informationen dazu werden in den kommenden Wochen in unseren sozialen Netzwerken veröffentlicht. Nächsten Sommer werden wir wieder dabei sein und bereit für eine neue Saison, die sicherlich sehr interessant sein wird, da wir die Euro 2020 haben werden, die aufgrund der COVID-19-Pandemie auf 2021 verschoben wurde.
Für euch, was ist eine Arepa?
Jorge: Eine Arepa erinnert mich an meine Familie, meine Wurzeln und mein geliebtes Land. Ich verbinde die Arepa mit dem Mais, der der Hauptnahrungsbestandteil unserer lateinamerikanischen Völker ist, mit unseren Leuten, unseren Gewürzen und unserer Kultur.
CulturaLatina wünscht euch viel Erfolg und in diesem Sinne können wir nur „Guten Appetit“ sagen.
D'arepa - Streetfood Beach Bar
Copa Beach, 1220 Wien - Stand 2
Erreichbarkeit: U1 - Donauinsel (5 Gehminuten)
Öffnungszeiten: 11:00 - 22:00 Uhr (Küche: 13:00 bis 21:00 Uhr)
Facebook:
facebook.com/darepastreetfood
NOSOTROS LOS CUATRO
Ines Plesiutschnig, Jorge Luis Umaña Mora, Cristina Blodek y Harry Mendivil-Benavente
Jorge Luis Umaña Mora, venezolano de 38 años, procedente de San Cristóbal y radicado en Viena desde el 2001. Egresado como Event und Tourismus Manager de la WU-Executive Academy en Viena, cuenta con una extensa experiencia laboral en Gastronomía. En los últimos años se ha dedicado a participar en diversos eventos de Food Trucks y Caterings. Es un apasionado cocinero, especialmente de la cocina latinoamericana. Jorge es jefe de cocina en D'arepa - Street Food Beach Bar y es el creador del proyecto.
Cristina Blodek, colombo-austríaca de 39 años nacida en Medellín, y al igual que Jorge, vive en Viena desde hace 19 años. Estudió Desarrollo Internacional en la Universidad de Viena y trabaja desde el 2014 en Caritas. Cristina y Jorge son pareja desde el 2012 y tienen dos hijas pequeñas, Sara (4) y Hanna (2).Harry Mendivil-Benavente, peruano de 39 años procedente de la ciudad de Cuzco, llegó a Viena cuando tenía 12 años de vida. Desde los 17 años comenzó a trabajar en Gastronomía. En el 2012 se independizó y abrió un Café en un centro comercial vienés, con su pareja Ines Plesiutschnig. A finales del 2019 Harry e Ines decidieron cerrar su Café y comenzar con otro proyecto: D'arepa - Street Food Beach Bar.
Ines Plesiutschnig, de Austria, tiene 34 años y es de la región de Carintia. Vive en Viena desde sus 17 años y trabaja en Gastronomía desde los 15. Desde el año 2012 y hasta finales de 2019 dirigió con éxito su Café junto con su pareja. Ines y Harry tienen 2 hijos: Leticia (6) y Antonio (2).
Cristina y Harry Mendivil-Benavente son socios de la empresa "Mendivil & Blodek Gastronomie OG" en la cual Cristina se empeña como gerente comercial y encargada del manejo de las redes sociales y relaciones públicas de D'arepa - Street Food Beach Bar. Ines es la encargada de los asuntos contables.