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Mittwoch, 07 Juni 2017 21:23

EL SALVADOR: Die Frauen hinter dem historischen Sieg für die Umwelt

geschrieben von Daniela Marin Platero & Laila Malik
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(3 Stimmen)
Carolina Amaya (Foto: awid.org)

Am 29. März stimmte der salvadorianische Kongress mit großer Mehrheit für das Verbot jeden Abbaus von Gold und anderen Metallen. Durch diese historische Entscheidung zum Schutz von Umwelt und Gesundheit wurde El Salvador zum weltweit ersten Land, in dem der Metallbergbau untersagt ist. In den jahrelangen Mobilisierungen, die ihr vorangegangen sind, haben Frauen eine entscheidende Rolle gespielt.

Sieben Jahre hatte der Konflikt mit einem kanadisch-australianischen Unternehmen um das Projekt El Dorado gedauert, bei dem es um die Ausbeutung von Goldminen in der Region Cabañas im Norden des Landes ging. Die Stimmen der betroffenen Gemeinden, von Umweltorganisationen und zahlreichen Bevölkerungsschichten wurden schließlich erhört. „Das ist ein mutiger und außergewöhnlicher Schritt, um der Umweltzerstörung in diesem Land Einhalt zu gebieten“, kommentierte Lina Pohl, die salvadorianische Umweltministerin, die Entscheidung.

Das Projekt El Dorado bedeutete ein enormes Verschmutzungsrisiko für den Fluss Lempa, Wasserquelle für 77,5% der Bevölkerung El Salvadors. Die Wasservorräte des Landes sind knapp und zählen zu den am stärksten verschmutzten der Region, auch das Ausmaß sonstiger Umweltschäden ist enorm. Das Förderverbot bedeutet – so die feministische Ökologin Carolina Amaya, die für UNES, eine Mitgliedsorganisation der Mesa Nacional Frente al a la Minería Metálica, arbeitet – das Aus für 25 Bergbauprojekte in der Explorationsphase sowie einer gültigen Förderlizenz für das transnationale Unternehmen Commerce Group.

Das Verbot ist das Ergebnis von über elf Jahren Aktivismus auf Gemeindeebene. Ländliche und städtische Frauen spielten in dieser Zeit eine maßgebliche Rolle: in der Bewusstseinsbildung auf lokaler Ebene, den Mobilisierungen, den Straßenblockaden und Protestzügen zur Verteidigung ihrer Territorien, ihrer Rechte und Gemeinschaften. Ihre Aktivitäten haben entscheidend zum Kurswechsel in El Salvadors Politik in Bezug auf den Bergbau beigetragen, der nach dem Ende des zwölfjährigen Bürgerkriegs im Jahr 1992 als Hoffnungsbereich für Investitionen gegolten hatte.

Angesichts der unmittelbar drohenden ökologischen und sozialen Folgen des Bergbaus haben die Frauen in diesem Kampf und diesem historischen Sieg eine Schlüsselrolle gespielt. Amaya, Antonia Recinos und Vidalina Morales sind drei der Frauen, die sich Jahre hindurch, gemeinsam mit hunderten anderen Frauen, in dieser Bewegung engagiert und sich dabei gegenseitig inspiriert und gestützt haben.
„Ohne Zweifel, wir Frauen haben lokal eine Vorreiterrolle gespielt. Ohne unsere aktive Teilnahme wäre dieser Kampf wohl kaum erfolgreich ausgegangen“, meint Morales, die Präsidentin von ADES, der Vereinigung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung von Santa Marta. „Ich bewundere zutiefst die vielen Frauen, die an diesem Kampf teilgenommen haben“, erklärt Recinos. Sie selbst sei anfangs selbst durch Morales inspiriert worden. „Sie hat sich stets an allen möglichen Fronten für die Verteidigung des Lebens eingesetzt. Ich habe bei vielen Anlässen an ihrer Seite teilgenommen und dabei aus vollster Überzeugung unsere Territorien verteidigt sowie den Bergbau entschieden abgelehnt.“
Für Recinos ist dieser Sieg alles andere als abstrakt. Die 25jährige Frau ist in Santa Marta aufgewachsen, einer Gemeinde, die stark in den bewaffneten Konflikt der 80er Jahre involviert war. Seit Kriegsende verfolgt sie ein Entwicklungsmodell, das sich auf die Organisation an der Basis stützt, mit starker Betonung der Methoden der Volkserziehung.

„Der Bergbau bedeutet den unabwendbaren Tod. Die Erfahrungen in anderen Ländern, in denen Bergbau betrieben wird, zeigen, dass Körper und Leben der Frauen am stärksten davon betroffen sind.“ Amaya stimmt zu, hebt aber hervor, dass in vielen Fällen die Beteiligung der Frauen in den Hintergrund gedrängt worden ist. „Der Kampf gegen die Macht der Bergbauunternehmen in El Salvador war vom Schweiß und dem Blut der Frauen geprägt. Es waren mehrheitlich Frauen, die sich auf lokaler und nationaler Ebene mobilisiert haben, um auf die Entscheidungsträger Druck auszuüben, auch wenn sie nach außen hin und in den Medien nicht aufgeschienen sind. Obwohl sie in der Mehrheit waren, wurden sie von den Männern, zumeist ihren Gefährten im Kampf, unsichtbar gemacht.“
Der Sieg hat aber auch einen Preis gehabt. Sowohl Recinos als auch Morales erinnern an den Mord an Mitkämpferinnen wie Dora Alicia Sorto, Mitglied des Umweltkomitees von Cabañas, die im Jahr 2009, im achten Monat einer Schwangerschaft, ermordet wurde. Morales: „Wir halten diese blutige Erinnerung in Ehren.“

Nächste Schritte

Auch wenn das Verbot des Metallbergbaus in El Salvador einen für El Salvador und die Welt außergewöhnlichen Erfolg darstellt, wird ständige Wachsamkeit nötig sein, um den Wasserschutz für El Salvadors Bevölkerung sicherzustellen.
Für Amaya ist die Liste der ungelösten Aufgaben umfangreich. Es geht etwa darum dafür zu sorgen, dass Oceana Gold die acht Millionen Kompensationszahlungen, zu denen das Unternehmen verurteilt wurde, auch leistet und dass sie zur Erholung der Ökosysteme und zugunsten der Opfer der Minenunternehmen verwendet werden. Es gilt auch, die Organisierung auf Gemeindeebene im Kampf gegen den Bergbau im Hinblick auf einen möglichen Regierungswechsel zu stärken. Weiters sollen gesetzliche Schutzmaßnahmen wie das Wassergesetz und die Ratifizierung des Artikels 169 der ILO-Konvention durchgesetzt werden, um die Naturgüter auf legalem Weg vor dem Bergbau zu schützen.
Dem fügt Catherine Coumans von der kanadischen Organisation Mining Watch die Notwendigkeit ständiger Wachsamkeit hinzu. „Die Entscheidung des Volks von El Salvador, die durch seine Regierung respektiert wurde, muss jetzt dauerhaft verteidigt und unterstützt werden, da sie zweifellos ständig von Bergbauunternehmen wie Oceana Gold und der internationalen Bergbaulobby angegriffen werden wird.“
Für Morales sind die Botschaft und der künftige Weg klar: „Wir sind die legitimen BesitzerInnen unserer Territorien ebenso wie unserer Körper. Wir können nicht weiterhin leben, ohne auf unsere Naturgüter zu achten und sie zu schützen. Es braucht organisatorische Anstrengungen auf allen Ebenen und Arbeit am Entwurf und der Verteidigung alternativer Projekte.“ Ihre Botschaft und dieser Sieg ermutigen die Gemeinden von ganz El Salvador und über seine Grenzen hinaus weiterzumachen.

Übersetzung des im April auf www.awid.org erstveröffentlichten Beitrags: Hermann Klosius.

Letzte Änderung am Mittwoch, 07 Juni 2017 21:39
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