Nézet-Séguin überzeugte durch seine Musikalität, seine Energie und insbesondere durch seine außergewöhnliche Nähe zum Publikum. Den traditionellen Radetzky-Marsch dirigierte er vom Mittelgang des Parketts aus. Eine ungewöhnliche Geste, die das Publikum zu enthusiastischem Mitklatschen animierte.
Über das rein Musikalische hinaus nutzte der Dirigent den symbolischen Rahmen des Konzerts, um einen eindringlichen Appell für den Frieden zu formulieren. „Die Musik ist ein universelles verbindendes Element, das insbesondere in Zeiten der Unsicherheit Orientierung und Zusammenhalt bietet“, so Yannick Nézet-Séguin.
Foto: © Dieter Nagl / Wiener Philharmoniker
Das Programm zeichnete sich zudem durch eine historische Öffnung aus, indem Werke zweier Komponistinnen aufgenommen wurden: Sirenen-Lieder, Polka Mazur von Josephine Weinlich, sowie der Rainbow Waltz von Florence Price, womit der traditionelle Rahmen des Konzerts erweitert wurde.
Zu den Höhepunkten zählten Rosen aus dem Süden, einer der raffiniertesten und lyrischsten Walzer des Wiener Repertoires von Johann Strauss II, sowie Frauenwürde, ein nobles und ausdrucksstarkes Werk von Josef Strauss.
Wie jedes Jahr bildete An der schönen blauen Donau den emotionalsten und am sehnlichsten erwarteten Moment des Konzerts, bevor das traditionelle Finale mit dem schwungvollen Radetzky-Marsch von Johann Strauss I folgte, erfüllt von Begeisterung und strahlenden Gesichtern.
Foto: © Dieter Nagl / Wiener Philharmoniker
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