Den Österreichischen Musiktheaterpreis 2026 mitzuerleben bedeutete, für einige Stunden in einen Raum einzutauchen, in dem das Theater die Bühne verließ, um selbst zum Protagonisten zu werden.
Es war ein Abend voller Eleganz und Feierlichkeit, aber auch eine Gelegenheit, die außergewöhnliche Vielfalt jener Menschen aus nächster Nähe zu erleben, die Musiktheater überhaupt erst möglich machen. Auf und abseits der Bühne war etwas zu spüren, das weit über eine Preisverleihung hinausging, das Gefühl, Teil einer lebendigen künstlerischen Gemeinschaft zu sein.
Natürlich fehlte es auch nicht an Glamour. Der Anlass bot den passenden Rahmen: elegante Abendgarderobe, Lichter, Gespräche zwischen Künstlerinnen, Künstlern und Persönlichkeiten aus dem Kulturleben sowie jene Erwartung, die große Feierlichkeiten begleitet, verliehen der Gala ihre besondere Atmosphäre. Doch den Abend auf seinen äußeren Glanz zu reduzieren, würde nur einen Teil der Geschichte erzählen.
Das wirklich Bedeutende war die Würdigung der Kunst und all jener, die sie möglich machen.
Eine Veranstaltung wie der Österreichische Musiktheaterpreis erinnert an die enorme Vielfalt einer Welt, die das Publikum meist nur aus einer Perspektive erlebt: von der Bühne aus. Hinter jeder Aufführung steht jedoch ein großes Zusammenspiel aus Talent, Disziplin und harter Arbeit. Stimmen, Schauspiel, Musik, Regie, szenische Gestaltung und mehrere weitere Berufe wirken zusammen, um jene Augenblicke entstehen zu lassen, die beim Öffnen des Vorhangs beinahe selbstverständlich erscheinen.
Umso wichtiger war es zu erleben, wie die Anerkennung unterschiedlichen Generationen, Disziplinen und Institutionen zuteilwurde. Gefeiert wurde nicht nur der individuelle Erfolg, sondern auch ein Berufsfeld und eine künstlerische Tradition, die sich stetig weiterentwickeln, ohne die Verbindung zu ihrer Geschichte zu verlieren.
Für Karl-Michael Ebner, Gründer und Vorsitzender des Preises, hat diese Ausgabe erneut die enorme Vielfalt und künstlerische Qualität der österreichischen Bühnen unter Beweis gestellt. Von den großen Institutionen in Wien und Salzburg bis hin zu den gewagtesten Produktionen abseits des Mainstreams.
Die Salzburger Festspiele und die Volksoper Wien gehörten mit jeweils drei Auszeichnungen zu den erfolgreichsten Institutionen des Abends.
Auswahl der Hauptkategorien und Preisträger
• Beste weibliche Hauptrolle: Asmik Grigorian („Norma“, Theater an der Wien)
• Beste männliche Hauptrolle: Michael Spyres („Palestrina“, Wiener Staatsoper)
• Beste Gesamtproduktion Oper: „Zaide“ (Salzburger Festspiele)
• Beste Gesamtproduktion Operette: „Waldmeister“ (Johann Strauß 2025 Wien)
• Beste Gesamtproduktion Musical: „Briefe von Ruth“ (Kammeroper Wien)
• Beste Ur-/Erstaufführung: „Alma“ (Volksoper Wien)
• Beste Regie: Claus Guth („Blaubart“ / „Die menschliche Stimme“, Festspiele Erl)
• Beste musikalische Leitung: Maxime Pascal („Drei Schwestern“, Salzburger Festspiele)
• Großer Preis der Jury: Markus Hinterhäuser
• Lebenswerk: Anja Silja
• Sonderpreis Internationaler Publikumspreis: Leo Nucci
• Sonderpreis Internationales Kulturengagement: Qin Wenchen
• Sonderpreis Cross Over: Nils Strunk und Lukas Schrenk
Die Momente des Abends
Zu den emotionalsten Momenten des Abends zählten Leo Nuccis Auftritt und die Ovationen des Publikums, die Ehrung von Anja Silja sowie die Verleihung des Großen Preises der Jury an Markus Hinterhäuser.
Der Auftritt von Leo Nucci war herausragend. Der legendäre italienische Bariton erhielt den Internationalen Publikumspreis, eine Auszeichnung, die seine besondere Verbindung zum Publikum unterstreicht. Auf der Bühne bewies er einmal mehr jene außergewöhnliche Fähigkeit, sein Publikum zu berühren, die seine lange Karriere geprägt hat.
Österreichischer Musiktheaterpreis
Der Österreichische Musiktheaterpreis wurde 2012 von Karl-Michael Ebner ins Leben gerufen und 2013 erstmals verliehen. Ziel war es von Beginn an, der Vielfalt des österreichischen Musiktheaters größere Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen, von Oper und Operette über Musical bis hin zum Tanz.
Im Laufe der Jahre hat sich der Preis zu einem Treffpunkt für Künstlerinnen und Künstler, Theater, Festivals und Kulturschaffende unterschiedlichster Disziplinen entwickelt. Gleichzeitig rückt er die Vielfalt des Musiktheaterschaffens in ganz Österreich in den Mittelpunkt.
Die Trophäe
Auch in diesem Jahr wurden die charakteristischen Trophäen von der traditionsreichen österreichischen Manufaktur Gmundner Keramik gefertigt. Die als „Schikaneder“ bekannte Statuette ist von Emanuel Schikaneder, dem Librettisten von Mozarts Die Zauberflöte, inspiriert und verbindet symbolisch eine Feder mit Papagenos Panflöte. Jedes Exemplar wird von Hand gefertigt und trägt die charakteristische Dekoration von Gmundner Keramik.
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Österreichischer Musiktheaterpreis
Kons. Prof. Karl-Michael Ebner
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www.musiktheaterpreis.at