Zwischen Kulturen.
Mitten in Österreich

Samstag, 19 September 2026 00:10

Wenn Münzen Geschichte erzählen: Gernot Maier und die Österreichische Numismatische Gesellschaft

Von
Mag. Gernot Maier von der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft (ÖNG). Foto: CulturaLatina

Münzen sind weit mehr als Zahlungsmittel oder Sammlerobjekte. Sie erzählen von Geschichte, Kunst und gesellschaftlichem Wandel. Diese Faszination vermittelte die Österreichische Numismatische Gesellschaft (ÖNG) bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen des Konfuzius-Instituts an der Universität Wien.

Am Stand der ÖNG konnten die Gäste unter anderem authentische chinesische Münzen betrachten, die nach Angaben von Mag. Gernot Maier rund 3.000 Jahre alt sind. Für ihn zeigen solche Stücke, wie unmittelbar Vergangenheit erfahrbar werden kann.

ÖNG. Foto: CulturaLatina
Chinesische Münzen aus verschiedenen Dynastien am Stand der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft (ÖNG). Foto: CulturaLatina 
ÖNG. Foto: CulturaLatina
Historisches chinesisches Spatengeld (Hohlspaten) datiert auf 1045 bis 256 v. Chr. Eine frühe Form des Geldes im alten China. Foto: CulturaLatina.

Mehr als 150 Jahre Numismatik

Die 1870 gegründete ÖNG blickt auf eine mehr als 150-jährige Geschichte zurück. Politische Systeme und Währungen haben sich verändert, geblieben sei jedoch die Begeisterung für Münzen, so Maier. Für ihn geht Numismatik (Münzkunde) weit über das Sammeln hinaus: Münzen verbinden Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie und Technologie und sind damit immer auch historische Dokumente.

Im Gespräch mit CulturaLatina brachte Maier es auf den Punkt:

Münzen lehren Geschichte. Münzen verbinden, Münzen regen zum Diskutieren an und Münzen sind Kultur.

Dabei braucht es für den Einstieg keine besonders alte oder kostbare Münze. Auch eine Cent-Münze kann Neugier wecken und Fragen nach Herkunft, Material, Motiven und Geschichte auslösen. Aus dem Sammeln werde so die Beschäftigung mit Geschichte, Wissen und Zusammenhängen.

ÖNG. Foto: CulturaLatina
Mag. Gernot Maier, Mag. Michael Beckers und ein weiteres Mitglied der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft (ÖNG). Foto: CulturaLatina 
ÖNG. Foto: CulturaLatina
Mag. Gernot Maier überreicht Institutsdirektor Dr. Padraig Lysaght die Jubiläumsmedaille der ÖNG. Foto: CulturaLatina.

Alter ist nicht alles

Auch Mag. Michael Beckers beteiligte sich am Gespräch. Er erläuterte, dass das Alter allein nicht über den Wert oder die Bedeutung einer Münze entscheidet. Ebenso wichtig können Seltenheit und künstlerische Qualität sein. Als Beispiel nannte er antike Prägungen aus Sizilien, die von herausragenden Künstlern gestaltet wurden.

Für die ÖNG gehört es zu den wichtigsten Aufgaben, Wissen und Begeisterung für Numismatik an kommende Generationen weiterzugeben. Geschichte soll nicht nur gelesen, sondern anhand von Münzen auch betrachtet, verglichen und diskutiert werden.

Zum Abschluss überreichte Maier dem Konfuzius-Institut eine Medaille zum 150-jährigen Bestehen der ÖNG und verband damit den Wunsch, dass auch das Institut eines Tages auf eine ähnlich lange Geschichte zurückblicken könne.

Die rund 3.000 Jahre alten chinesischen Münzen am Stand machten schließlich sichtbar, was Maier mit wenigen Worten ausdrückte: Münzen bewahren Geschichte und bringen Menschen miteinander ins Gespräch.

--

ÖSTERREICHISCHE NUMISMATISCHE GESELLSCHAFT c/o Münze Österreich
Vereinslokal
Am Heumarkt 1, 1030 Wien
Austria
https://oeng.at

Letzte Änderung am Samstag, 19 September 2026 01:08
Redaktion

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Newsletter Anmeldung
Please wait
Don't have an account yet? Register Now!

Sign in to your account