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Donnerstag, 19 Juni 2025 23:56

Japan's Annual Garden Party 2025 – Diplomatie, Dialog und japanische Präsenz in Wien

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v.l.n.r.: S.E. Herr Botschafter Atsushi Kaifu, Dr. Robert Floyd, Frau Mika Kaifu und Moderatorin Dina Foto: CulturaLatina

Am 18. Juni 2025 empfingen S. E. Botschafter Atsushi Kaifu und seine Ehefrau Mika Kaifu in ihrer Residenz Vertreter der Vereinten Nationen, Mitglieder des diplomatischen Korps sowie Freunde Japans zu einem Abend voller Gastfreundschaft, Eleganz und Gemeinschaftsgeist. Im Rahmen der traditionellen Garden Party vereinten sich Kultur und Diplomatie unter dem sommerlichen Himmel Wiens.

Botschafter Kaifu eröffnete den Abend mit Dankesworten an alle Anwesenden, sein Team, die internationale Gemeinschaft sowie an die Kooperationspartner, die zur Realisierung der Veranstaltung beigetragen haben. Besonders hob er hervor, dass dies auch eine persönliche Premiere sei: Zum ersten Mal begleitete ihn seine Frau Mika zu dieser Feier und verlieh dem Empfang eine familiäre Note.

Er blickte auf sein erstes Jahr in Wien als Ständiger Vertreter zurück und sprach über die Herausforderungen des Einstiegs in die multilaterale Diplomatie. In diesem Zusammenhang würdigte er den sogenannten "Vienna Spirit" – jenen Geist des Dialogs, der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Respekts, der, wie er betonte, "nationale Interessen überwindet, um gemeinsamen Fortschritt zu ermöglichen".

Im Anschluss sprach Dr. Gerd Müller, Generaldirektor der UN-Organisation für industrielle Entwicklung (UNIDO). Er bezeichnete Japan als einen zentralen Partner der Vereinten Nationen und würdigte seine Rolle als vorbildlichen Gastgeber in Wien. Außerdem lobte er Japans Engagement für nachhaltige Entwicklung, Innovation und Zukunftsgestaltung – mit direktem Bezug auf die bevorstehende Expo 2025 in Osaka. "Die Expo erinnert uns daran, dass die Zukunft nicht etwas ist, worauf wir warten – sondern etwas, das wir gemeinsam gestalten", sagte er.

Dr. Robert Floyd, Exekutivsekretär der CTBTO, hielt eine der bewegendsten Reden des Abends. In einem persönlichen und direkten Ton regte er dazu an, Jubiläen nicht nur als Erinnerungen zu begreifen, sondern als Chancen zur erneuten Verbindung. Er verwies auf den bevorstehenden 80. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki und erinnerte daran, dass seither keine Nuklearwaffe mehr im Krieg eingesetzt wurde. „Das ist Ihnen zu verdanken“, sagte er an seine Kolleginnen und Kollegen gewandt, „der Diplomatie, dem politischen Willen und dem unermüdlichen Einsatz für den Frieden.“ Seine Botschaft war eine klare Bekräftigung der Rolle Wiens als Stadt des multilateralen Dialogs und als Zentrum der nuklearen Nichtverbreitungsdiplomatie.

Dr. György Molnár, Leiter des Sekretariats des Wassenaar-Abkommens, betonte anschließend Japans Führungsrolle in den multilateralen Rüstungskontrollregimen. Insbesondere in diesem Jahr, in dem Japan den rotierenden Vorsitz des Wassenaar-Abkommens innehat, trage es maßgeblich zur Konsensbildung und zur Weiterentwicklung des Prozesses bei.

Der Abend setzte sich fort mit angeregten Gesprächen, Live-Musik und einer bis ins Detail liebevoll gestalteten Atmosphäre.

Japan's annual Garden Party 2025 in Vienna. Foto: CulturaLatina
Blick auf einen Teil des Gartens während der Japan's Annual Garden Party 2025. Foto: CulturaLatina 
Japan's annual Garden Party 2025 in Vienna. Foto: CulturaLatina
Die Meisterin der Teezeremonie, Frau Akiko Forman (in der Mitte), mit ihrem Team. Foto: CulturaLatina
Japan's annual Garden Party 2025 in Vienna. Foto: CulturaLatina
 Frau Akiko Forman während einer Vorführung von Sadō. Foto: CulturaLatina
Japan's annual Garden Party 2025 in Vienna. Foto: CulturaLatina
Während der Teezeremonie (Sadō) erhielten die Gäste eine Schale Matcha, den traditionellen japanischen Grüntee in Pulverform, serviert mit Eleganz und Respekt. Foto: CulturaLatina 
Japan's annual Garden Party 2025 in Vienna. Foto: CulturaLatina
Live-Musik verlieh dem Abend Wärme und Eleganz, mit Darbietungen von Hibiki Kojima und Yurika Shima. Foto: CulturaLatina
Japan's annual Garden Party 2025 in Vienna. Foto: CulturaLatina
(in der Mitte) Gattin des Gesandten der Ständigen Vertretung Japans bei den Internationalen Organisationen in Wien, Herrn Nobuyuki Kikuchi, gemeinsam mit Maria Taramona und Hermann Kroiher. Foto: CulturaLatina
Japan's annual Garden Party 2025 in Vienna. Foto: CulturaLatina
An der Tanabata-Station konnten Gäste ihre Wünsche auf Papierstreifen (Tanzaku) schreiben und symbolisch an Bambuszweige hängen. Foto: CulturaLatina 
Japan's annual Garden Party 2025 in Vienna. Foto: CulturaLatina
Die Japan's Annual Garden Party 2025 verabschiedete sich mit der Wärme des Sonnenuntergangs in den Gärten der Residenz. Foto: CulturaLatina 
Japan's annual Garden Party 2025 in Vienna. Foto: CulturaLatina
Botschafter Atsushi Kaifu überraschte die Gäste, als er sich ans Schlagzeug setzte und gemeinsam mit der Band ein schwungvolles Stück spielte – ein herzlicher Abschluss des Abends voller Rhythmus und Freude. Foto: CulturaLatina 

Sadō: Die japanische Teezeremonie

Einer der symbolträchtigsten Momente des Abends war die Teezeremonie, geleitet von Meisterin Akiko Forman und ihrem Team. Diese uralte Praxis – in Japan bekannt als Sadō oder Chanoyu – wurde als lebendige Erfahrung der Gastfreundschaft präsentiert. Zurückhaltende Gesten, ruhige Stille und achtsame Bewegungen schufen eine Choreographie, in der jeder Handgriff einem tieferen Sinn folgte: reinigen, vorbereiten, darreichen, danken. Was wie eine Abfolge einfacher Handlungen erscheinen mag, ist in Wahrheit ein Ausdruck tiefen Respekts gegenüber dem Gegenüber und dem gegenwärtigen Moment.

Tanabata: Wünsche aus Papier und Sternen

An der Tanabata-Station konnten die Gäste an einem der beliebtesten Sommerbräuche Japans teilnehmen. Der Legende nach dürfen sich die Sterne Vega und Altair, getrennt durch die Milchstraße, nur einmal im Jahr – am 7. Juli – begegnen. Zu Ehren dieser Wiedervereinigung schrieben die Gäste ihre Wünsche auf bunte Papierstreifen, sogenannte Tanzaku, und hängten sie symbolisch an Bambuszweige. So fand eine alte japanische Geschichte ihren Widerhall im Herzen Wiens und verband Kulturen über das universelle Gefühl der Hoffnung.

Der Geschmack Japans in jedem Detail

Das kulinarische Angebot unter der Leitung von Küchenchef Daisuke Ono begeisterte die Gäste mit authentischen Spezialitäten der japanischen Küche – präzise zubereitet, traditionell und zugleich raffiniert. Veredelt wurde das Erlebnis durch eine Auswahl an Premium-Sake, gereicht von Nippon‑ya und Sakenova, mit Sorten wie Yuzu no Kaze, Katsuyama Akatsuki und Ugo no Tsuki – alle gefeiert für ihre Reinheit und regionale Prägung. Neben dem Sake glänzte eine weitere Ikone des modernen Japan: Suntory Whisky Toki, serviert als Highball mit Soda und Eis.

Ein musikalischer Abschluss mit Herz

Als sich der Abend dem Ende zuneigte und die Gespräche leiser wurden, überraschte der Botschafter mit einem herzlichen und unerwarteten Moment: Er setzte sich ans Schlagzeug und spielte gemeinsam mit der Band ein schwungvolles Stück. Mit diesem persönlichen Beitrag füllte er den Raum mit Rhythmus und Lebensfreude – ein Moment spontaner Verbundenheit, der den Gästen ein Lächeln ins Gesicht zauberte und den Abend klangvoll abrundete.

So endete die japanische Garden Party in Wien: nicht als rein zeremonieller Anlass, sondern als gelebtes Ereignis, bei dem sich Kultur, Freundschaft und Diplomatie authentisch verbanden. Ein stilles Zeugnis dafür, dass es – selbst in herausfordernden Zeiten – Raum für Begegnung, Kunst und gemeinsame Hoffnung gibt.

Letzte Änderung am Freitag, 20 Juni 2025 11:23
Maria Taramona

María Elena Taramona de Rodríguez ist Journalistin, Grafikdesignerin sowie Chefredakteurin und Herausgeberin des zweisprachigen Magazins CulturaLatina & Österreich. Seit 2005 lebt sie in Österreich und gründete 2009 in Wien ihre eigene Werbeagentur, aus der später das Magazin entstand. Mit viel Engagement setzt sie sich dafür ein, kulturelle Verbindungen zwischen Österreich und der lateinamerikanischen Community zu stärken und den interkulturellen Austausch zu fördern.

 

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