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Mittwoch, 18 September 2024 20:47

Viena Latina: Ein partizipatives Projekt zur Sichtbarmachung lateinamerikanischer Migration in Wien

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Foto: CulturaLatina

Die Stadt Wien, die für ihr reiches kulturelles Erbe und ihre wachsende Vielfalt bekannt ist, war seit 1945 ein Ziel für Migranten aus verschiedenen Teilen der Welt, einschließlich Lateinamerika. Ein ehrgeiziges neues Forschungsprojekt mit dem Titel „Latin Vienna“, das vom Österreichischen Lateinamerika-Institut in Zusammenarbeit mit dem Museum Wien und der Akademie der bildenden Künste Wien durchgeführt wird, soll nun die Geschichte und die Erfahrungen der lateinamerikanischen und karibischen Gemeinschaft in der österreichischen Hauptstadt beleuchten.

Worum geht es bei „Vienna Latina“?

Dieses Projekt, das im Juli 2024 begann und bis Juni 2026 laufen wird, ist als partizipative Initiative konzipiert, die nicht nur die Geschichte der lateinamerikanischen Migration erforscht, sondern auch den Menschen, die diese Gemeinschaften bilden, eine Stimme gibt. Durch biografische Interviews, künstlerische Workshops wie „Photovoice“ und die Gestaltung thematischer Stadtrundgänge will „Vienna Latina“ die Erfahrungen lateinamerikanischer Migranten in Wien dokumentieren und sichtbar machen.

Schätzungen zufolge leben etwa 9.000 Menschen lateinamerikanischer Herkunft in Wien, eine kleine, aber bedeutende Gemeinschaft, die weniger als 0,5 % der Gesamtbevölkerung der Stadt ausmacht. Dennoch ist die kulturelle Präsenz Lateinamerikas spürbar, sei es durch die Musik, die Gastronomie oder das Kino, die die Aufmerksamkeit der Wienerinnen und Wiener auf sich gezogen haben.

Ein innovativer und partizipativer Ansatz

Was „Vienna Latina“ von anderen Migrationsstudien unterscheidet, ist sein partizipativer Ansatz. Das Projekt versucht nicht nur, die Geschichte aus einer externen oder akademischen Perspektive zu erzählen, sondern lädt die Mitglieder der lateinamerikanischen und karibischen Gemeinschaften Wiens ein, Protagonisten und Mitautoren ihrer eigenen Geschichte zu sein. Mit Hilfe von Citizen-Science-Methoden können sich die TeilnehmerInnen aktiv an der Datensammlung, an Interviews und an der Interpretation ihrer eigenen Erfahrungen beteiligen.

Das Projekt wird in einer Reihe von Veranstaltungen gipfeln, darunter eine Ausstellung im Wien Museum, die Einrichtung eines Online-Archivs mit Zeitzeugenberichten und persönlichen Dokumenten sowie verschiedene öffentliche Programme zur Förderung des interkulturellen Dialogs in der Stadt.

Einladung zur Auftaktveranstaltung

Anlässlich des offiziellen Starts dieses spannenden Projekts lädt „Vienna Latina“ die gesamte Community und die Öffentlichkeit zu einer Auftaktveranstaltung am Donnerstag, den 26. September um 18:00 Uhr in den Frida-Kahlo-Saal des Österreichischen Lateinamerika-Instituts ein.

Bei dieser Veranstaltung können sich die TeilnehmerInnen über die Details des Projekts, das Arbeitsteam und die verschiedenen Formen der Beteiligung, die in den kommenden Monaten möglich sein werden, informieren. Die Veranstaltung bietet Menschen mit lateinamerikanischen und karibischen Wurzeln in Wien die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, ihre Geschichten zu teilen und sich an diesem wertvollen Projekt der kollektiven Erinnerung und Darstellung zu beteiligen.

Anmeldung und Informationen

Interessierte Personen werden gebeten, sich im Voraus anzumelden, um die Organisation der Veranstaltung zu erleichtern. Die Anmeldung kann über den folgenden Link erfolgen: https://www.vhs.at/de/k/566700561 oder per E-Mail an: vielac@lai.at.

„Vienna Latina“ ist mehr als ein Forschungsprojekt; es ist eine Plattform für Reflexion, Empowerment und kulturellen Dialog in einer Stadt, die durch die Vielfalt ihrer Bewohner bereichert wird. Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, Teil dieser transformativen Initiative zu sein!

Kontaktdaten
Dr. Berthold Molden
Österreichisches Institut für Lateinamerika
E-Mail: berthold.molden@lai.at
Weitere Informationen unter: www.vienalatina.org 

Letzte Änderung am Dienstag, 01 Oktober 2024 21:23
Redaktion

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