Der argentinische Nationalfeiertag erinnert an die Mairevolution von 1810, die den Beginn des Unabhängigkeitsprozesses des Landes markierte und bis heute als einer der Grundpfeiler der argentinischen nationalen Identität gilt.
Im Rahmen der Veranstaltung würdigte der Präsident der Österreichisch-Argentinischen Gesellschaft, KommR Mag. Christian Koidl, die Persönlichkeit und das historische Vermächtnis José de San Martíns als einen der bedeutendsten Protagonisten der südamerikanischen Unabhängigkeitsbewegung. Zudem erinnerte er daran, dass die Initiative zur Errichtung des Denkmals im Jahr 2009 durch eine gemeinsame Anstrengung der Österreichisch-Argentinischen Gesellschaft und der Botschaft der Argentinischen Republik in Wien verwirklicht wurde.
Mit Worten des Dankes erinnerte Koidl an die zahlreichen Beiträge, die zur Errichtung des Denkmals im Donaupark geleistet wurden. Besonderen Dank sprach er der Wiener Stadtgartenverwaltung sowie den zuständigen Stellen der Stadt Wien aus. Zugleich verwies er auf die traditionell engen Beziehungen zwischen Österreich und Argentinien und würdigte das kontinuierliche Engagement der Österreichisch-Argentinischen Gesellschaft, die seit 1997 als Brücke zwischen beiden Ländern wirkt.
Der Generalsekretär des Dachverbandes PaN (Partnerschaft aller Nationen), Senator Walter J. Gerbautz, würdigte seinerseits die Österreichisch-Argentinische Gesellschaft für ihre zahlreichen Aktivitäten im Bereich des kulturellen Austauschs und der internationalen Zusammenarbeit während der vergangenen Jahrzehnte. Zugleich betonte er die Bedeutung der öffentlichen Sichtbarkeit der dem Dachverband angehörenden Freundschaftsgesellschaften, die derzeit 124 bilaterale Organisationen umfassen.
In diesem Zusammenhang hob Gerbautz die besondere Bedeutung des Südamerika-Karibik-Platzes im Wiener Donaupark hervor. Als Ort der Erinnerung und Begegnung beherbergt er Denkmäler bedeutender Persönlichkeiten der lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegungen. Dazu zählen Simón Bolívar, der als Symbol für die Befreiung Boliviens, Ecuadors, Kolumbiens, Venezuelas, Panamas und Perus gilt, sowie José de San Martín, der als eine der prägenden Persönlichkeiten der argentinischen Unabhängigkeitsbewegung verehrt wird.
Zudem erinnerte Gerbautz daran, dass das Denkmal für Simón Bolívar im Jahr 1983 eingeweiht wurde, während jenes für José de San Martín im Jahr 2009 im Rahmen einer offiziellen Feier enthüllt wurde. Als Zeitgenossen und Schlüsselfiguren der südamerikanischen Unabhängigkeitsbewegungen haben beide Befreier die Geschichte des Kontinents nachhaltig geprägt und stehen bis heute für die Ideale von Freiheit, Selbstbestimmung und bürgerschaftlicher Verantwortung.
Zum Abschluss seiner Ansprache erinnerte der Generalsekretär an die Inschriften auf den beiden Denkmälern, deren Botschaften bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Auf dem Denkmal Simón Bolívars ist folgender Ausspruch zu lesen:
„Die Seele eines Geknechteten kann kaum beurteilen, was gesunde Freiheit ist: Entweder er wütet im Aufruhr oder er duckt sich in den Ketten.“
Das Denkmal José de San Martíns trägt seinerseits einen Leitsatz, der den tiefen ethischen Grundsatz des Befreiers zum Ausdruck bringt:
„Des Ehrenmannes bester Richter ist sein Gewissen.“
Diese Gedenkveranstaltung war einmal mehr Ausdruck der historischen Verbundenheit und Freundschaft zwischen Argentinien und Österreich sowie des kontinuierlichen Engagements der Österreichisch-Argentinischen Gesellschaft für die Pflege und Vertiefung der bilateralen Beziehungen und den Austausch zwischen beiden Gemeinschaften.