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Jueves, 18 Julio 2013 09:16

Verdi, Wagner und Maazel...Jubilare, Jubeljahre

Escrito por
Lorin Maazel leitete das 10. Sommernachtskonzert Schönbrunn. Wiener Philharmoniker - Sommernachtskonzert 2013. Foto: WPH/Richard Schuster

Im hochgerühmten Wagner- und Verdi-Jahr ließen die Spitzeninterpretationen bis jetzt leider auf sich warten. Daher wagt der Cultura Latinas Klassikexperten Herbert Hiess wieder einmal einen Griff in die Plattenkiste, wo sich die echten Highlights verbergen. Aktuell konnte ihn nur das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker unter Lorin Maazel überzeugen.

Herbert Hiess. Lorin Maazel, einer der wenigen echten Star-Dirigenten der Gegenwart, dirigierte heuer erstmals das bereits zum zehnten Mal dargebotene "Sommernachtskonzert" der Wiener Philharmoniker in Schönbrunn. Traditionsgemäß war das Wetter auch diesmal wieder schlecht, was das musikalische Erlebnis jedoch nicht schmälerte. Im Gegenteil: Viele der Stücke bekamen hier ein besonderes Gewicht, da nur wirklich interessiertes Publikum nach Schönbrunn pilgerte und die Schönwetter-Musikhörer fernblieben.

Der in Wien so schändlich behandelte und viel zu kurz als Operndirektor präsente Dirigent hatte mit dem Orchester ein ebenso schwieriges wie eingängiges Programm erarbeitet. Das Konzert begann mit dem Triumphmarsch aus Verdis "Aida" - wobei nicht nur der Marsch erklang, sondern eine großartige Bearbeitung der gesamten Triumphszene. Maazel und die Philharmoniker machten schon aus diesem Stück ein einzigartiges Erlebnis. Danach erklang das Vorspiel zur Wagner-Oper "Die Meistersinger von Nürnberg", das der

-Klassikexperte noch nie so gut interpretiert hören durfte. Es war wahrlich atemberaubend, wie transparent und mitreißend die Kontrapunkte des Stücks zu erleben und zu hören waren. Hier war jeder Takt beeindruckend, so wie bei den ebenfalls gebotenen Verdi-Vorspielen und vor allem bei Vorspiel und Liebestod aus Wagners "Tristan und Isolde". Hier haben Orchester und Dirigent die Latte für die Premiere in der Staatsoper fast unerreichbar hoch gelegt. Erstmals sang in dieser Konzertreihe der kanadisch-deutsche Tenor Michael Schade - zuerst eine Arie aus Verdis "I Lombardi" und dann die "Gralserzählung" von Richard Wagner. Man merkte dem Sänger seine enorme Nervosität an; angesichts dessen brachte er dann doch eine überzeugende Leistung. Das Konzert war nicht nur ein Meilenstein in der Geschichte der Philharmoniker, sondern auch das beste aus der Reihe der Sommernachtskonzerte. Die unlängst erschienene CD ermöglicht ein Wiederhören dieser großartigen Aufführung.

Ebenfalls von Sony - diesmal aus dem Archiv - stammt eine 2-CD-Box mit "Ring"-Ausschnitten. Die Wagner-Aufnahme entstand in Dresden, als die Stadt noch hinter dem Eisernen Vorhang lag. Neben der Staatskapelle Dresden unter Marek Janowski hört man darauf die Crème de la Crème der Opern-Stars der 80er Jahre. Auf der Besetzungsliste stehen beispielsweise Peter Schreier, Theo Adam oder Eberhard Büchner (die tatsächlich aus dem Osten stammen); darüber hinaus findet man dort westliche Prominente wie etwa Siegfried Jerusalem und Jessye Norman als Siegmund und Sieglinde. Marek Janowskis analytische Sicht und die großartigen Sänger machen aus dieser Doppel-CD ein gelungenes Einstiegspaket für alle, die Wagners wichtigstes Werk wertschätzen wollen.

Eine andere "Ring"-Sicht vertrat 2012 Christian Thielemann in der Wiener Staatsoper, wie man jetzt auf einer 14-CD-Box verfolgen kann. Der Maestro vermittelt hier - wie immer beeindruckend - sein spätromantisches Wagner-Bild; mit interessanten Sängern hat man hier eine erfreuliche Referenzproduktion in den Händen. Leider bekommt man aber auch zu hören, wie das Projekt "Adrian Eröd singt Loge" auf hohem Niveau gescheitert ist. Kann der Sänger auf der Bühne vielleicht durch sein exzellentes Spiel ablenken, so liefert die CD eine erbarmunglose Dokumentation seiner stimmlichen Schwächen. Hoffentlich lernt Eröd daraus und betrachtet Wagne nur als Kurzausflug in (für ihn) fremde Regionen. Die Box enthält auch zwei DVDs, die diese Thielemann-Produktion zeigen und mit anderen Interpretationen vergleichen. Für "Ring"-Fans ein absolutes Muß - trotz tontechnischer Mängel beim Mitschnitt.

Nicht nur Komponisten sind heuer Jubilare, sondern auch Dirigenten wie James Levine, der unlängst seinen 70. Geburtstag feierte. Mit der Ballettmusik-CD des Opernkomponisten Giuseppe Verdi beweist er wieder einmal, was für ein hervorragender Dirigent er ist. Ob bei den "Vier Jahreszeiten" (Verdis "Sizilianische Vesper") oder bei den Stücken aus "Aida" - immer stimmen bei ihm Brillanz, Kraft und Sensibilität bis zum letzten Takt. Die Tonträgerfirmen sollten unbedingt ihre Archive öffnen und andere Levine-Aufnahmen suchen - da verbergen sich garantiert noch viele Schätze.

Claudio Abbados Achtziger wird so gefeiert, wie der Maestro auch selbst ist: bescheiden und verhalten. Abbado war einst ein stets gerngesehener Gast bei den Philharmonikern; doch heute muß man in der sogenannten Welt-Musikhauptstadt Wien froh sein, wenn er einmal im Jahr mit seinem Orchestra Mozart erscheint. Mit besagtem Ensemble hat er jetzt erstmals eine Symphonie von Robert Schumann produziert. Die zweite Symphonie in C-Dur ist eines der beliebtesten Werke des deutschen Komponisten und durch die vielen kaum zu übertreffenden Referenzaufnahmen eine schwierige Aufgabe. Claudio Abbado hat sie bewältigt - und steigt mit der Symphonie (inkl. zweier Ouvertüren) endgültig in den Dirigenten-Olymp auf.

Ebenfalls seinen 80. Geburtstag feierte am 29. Mai der berühmte deutsche Dirigent Helmuth Rilling. Zu diesem Anlaß brachte Hänssler Classic das deutsch-romantische Oratorium "Elias" von Felix Mendelssohn-Bartholdy heraus. Fazit dieser Aufnahme: Man hört immer wieder gern, mit welchem Eifer, Elan und welcher Musikalität Rilling seine Gächinger Kantorei und das Bach-Collegium Stuttgart inspirierte.

Modificado por última vez en Jueves, 18 Julio 2013 09:44
Redaktion

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  • Herausragendes Flamenco Programm im Festspielhaus St. Pölten

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    Im November bringt José Montalvo in seiner Produktion  „Y Olé!“ Flamenco mit klassischem Ballett, afrikanischem Tanz und Hip-Hop zusammen. In seiner Choreografie verliert „Le Sacre du Printemps“ jeden Schrecken und  wird als überschäumende Feier des Lebens inszeniert. Im zweiten Teil des Abends wird das Zusammentreffen verschiedener Tanzstile und Kulturen mit traditionellen Liedern, Flamenco, Folk- und Pop Songs zelebriert.

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    „Triana pura y pura“  beleuchtet im Jänner die Vertreibung der spanischen ZigeunerInnen, der „Gitanos“ aus ihrem Stadtviertel Triana in Sevilla und ihre denkwürdige  Zusammenkunft  im Theater „Lope de Vega“ 1983.

    Weitere Informationen: www.festspielhaus.at

  • Popfest 2016 am Kunstplatz Karlsplatz

    Ankathie Koi und Gerhard Stöger präsentieren über 50 Live-Acts von 28. bis 31. Juli.

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    Dazu das KuratorInnen-Duo Koi/Stöger: „Mit unserem Programm versuchen wir, die Qualität heimischer  Popmusik gleichzeitig facettenreich und doch in sich stimmig abzubilden und dabei möglichst viele Acts zu präsentieren, die bisher noch nicht beim Popfest zu hören waren. Unser Programm soll wie ein Wildstyle-DJ-Set oder ein Mixtape funktionieren, bei dem sich ein Song aus dem anderen ergibt. Im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren geht der Elektronik-Anteil beim Popfest heuer tendenziell etwas zurück, während wir die Gitarrenmusik wieder vergleichsweise stärker berücksichtigen.“ 

    Link zum Programm

  • Concierto a beneficio de Sinfonía por el Perú con Juan Diego Flórez y amigos en el Musikverein de Viena

    El próximo 23 de abril a las 19:30 horas tendrá lugar en la célebre sala del Musikverein de Viena la segunda edición de la gala “Juan Diego Flórez and Friends" a beneficio de Sinfonía por el Perú, fundada por el propio tenor y que tiene como objetivo la integración social de menores en riesgo de exclusión o en situación de pobreza a través de la música y el canto, mediante el Sistema de Orquestas Juveniles e Infantiles del Perú.  

    Un gran elenco de artistas solidarios

    El concierto de este año, denominado ‘Gala Latina’, volverá a reunir a cantantes de reconocido prestigio, en esta ocasión de origen mayoritariamente español o latinoamericano. 

    Junto a Juan Diego Flórez, nacido en Lima y uno de los tenores con mayor reconocimiento a nivel mundial, actuarán las sopranos María Katzarava y Nadine Sierra, las mezzosopranos Elisabeth Kulman, Elena Maximova y Silvia Tro Santafé, las barítonos Adrian Eröd y Erwin Schrott y el bajo Simón Orfila, junto a la Orquesta Sinfónica de las Islas Baleares, bajo la dirección de Pablo Mielgo.

    Estos artistas ofrecerán al público su talento y su arte de forma altruista, colaborando generosamente con el ambicioso proyecto social que está desarrollando ‘Sinfonía por el Perú’ junto a los niños y jóvenes de ese país.

    El programa del concierto —que será retransmitido en diferido por ORF III el próximo 22 de mayo— está compuesto por una selección de arias de ópera (Rossini, Verdi, Bizet, etc.), arias de zarzuela, canciones latinoamericanas y temas de musicales con inspiración latina como West Side Story o Man of La Mancha.

    Recaudación por una buena causa

    La recaudación de esta gala benéfica se destinará a ‘Sinfonía por el Perú’, fundación creada por Juan Diego Flórez e inspirada en ‘El Sistema’ de Venezuela, que utiliza la práctica musical en coros y orquestas para la integración social de niños y jóvenes en situación vulnerable y la transmisión de valores éticos y educativos, como explica el tenor:

    “Este concierto contribuirá para el desarrollo de las múltiples actividades de ‘Sinfonía por el Perú’, organización que hemos creado en 2011 y que tiene como objetivo dar dignidad y sentido a la vida de miles de niños y jóvenes a través del poder de la música, tanto por su capacidad de emocionar, como por su exigencia de disciplina y por la práctica del trabajo en equipo.

    Los niños que integran los coros y orquestas tutelados por la fundación desarrollan una nueva forma de vida responsable, participativa y llena de desafíos y emociones que cambian su manera de pensar y de actuar. Adquieren una nueva percepción de sí mismos, mejoran su auto-estima, se sienten útiles, se disponen a luchar por objetivos, metas y sueños, en una atmósfera de compañerismo y espíritu de equipo. 

    Estoy profundamente agradecido a mis compañeros cantantes, a la orquesta, a su director y a todos los que hacen posible este concierto, y quisiera compartir con todos ellos la enorme emoción y alegría de poder ayudar, con nuestro arte, a construir un mundo más justo y mejor.”

    Más información sobre el proyecto Sinfonía por el Perú y la Gala benéfica está disponible en la web del tenor:

    http://juandiegoflorez.com/es/

     

    Gala Latina: Juan Diego Flórez y amigos

    Fecha: sábado, 23 de abril de 2016.

    Hora: 19:30 horas.

    Lugar: Musik Verein de Viena.

              Musikvereinsplatz, 1. 1010. Wien.

    Compra de entradas: https://www.musikverein.at/konzerte/konzertprogramm.php?idx=196969

             

     

  • Tonträger-Neuheiten: Freudiges Wiederhören

    Ein Blick auf die Neuerscheinungslisten lohnt sich - auch wenn die Zahl der tatsächlich interessanten Produktionen immer spärlicher wird. Diesmal können sich Musikfreunde aber tatsächlich freuen, da nach langjähriger Abstinenz eine Neuaufnahme mit Seiji Ozawa erschien.

    Text: Herbert Hiess

    "Die Entführung aus dem Serail" von Wolfgang Amadeus Mozart ist bei aller vordergründigen Leichtigkeit eines der schwierigsten Werke der Musikliteratur. Und das gilt nicht nur inhaltlich und musikalisch - das Singspiel stellt an Orchester, Dirigenten und die fünf Solisten höchste technische Anforderungen. Da nützt es nichts, wenn ein hervorragendes Chamber Orchestra of Europe unter dem brillanten Yannick Nézet-Séguin erstklassig musiziert, wenn die Hauptrollen fragwürdig bis falsch besetzt sind. Diana Damrau mag sicher einmal ein hervorragender Koloratursopran fürs lyrische Fach gewesen sein; die Ausflüge ins Mittel- bis ins dramatische Fach haben ihr aber hörbar nicht gut getan. Die wirklich lyrischen Passagen klingen bei ihr gut und interessant, während die schwierigen Koloraturteile (vor allem in der "Martern"-Arie) dem Hörer nur brutale Anstrengung vermitteln. Da ist Rolando Villazon als Belmonte schon besser, obwohl das auch nicht sein Fach ist. Anna Prohaska ist ein braves Blondchen; auf der vorliegenden Aufnahme können jedoch nur Paul Schweinester als Pedrillo und Franz-Josef Selig als Osmin überzeugen. Thomas Quasthoff in der Sprechrolle des Selim Bassa ist eine nette Draufgabe, mehr nicht. Leider gibt es auf CD keine wirklich guten Produktionen der "Entführung" ... und es ist schade, daß diese Neuaufnahme Lichtjahre von der grandiosen Solti-Produktion aus Wien entfernt ist.

    Valery Gergiev ist mit seinem Londoner Orchester und dem Mariinski-Orchester sehr umtriebig. Immer wieder erfreut er Musikfreunde mit interessanten Neuerscheinungen. Mit den Londonern setzte er den Rachmaninow-Zyklus fort (Symphonie Nr. 3 und ein Werk von Balakirew), während er mit dem St. Petersburger Orchester drei interessante Werke für Klavier und Orchester für die Nachwelt festhielt.

    Denis Matsuev, ein Freund von Masetro Gergiev, führt auf "Russische Klavierwerke für Klavier und Orchester" an drei äußerst schwierigen Werken vor, daß für ihn Technik und Geläufigkeit offenbar das Normalste auf der Welt sind. Bei Rachmaninow und Strawinsky hört man neben dem brillanten Mariinski-Orchester russische Musik auf Weltklasseniveau. Daß Gergiev ein absoluter Schtschedrin-Fan ist, sieht man schon daran, daß der Name regelmäßig bei seinen Konzertprogrammen und auch Aufnahmen vorkommt - also auch auf dieser CD. Ob man die Musik des Komponisten mag, muß jeder selber beurteilen.

    Ein langersehntes Wiederhören gibt es mit dem Dirigenten Seiji Ozawa, der am 1. September 2015 seinen 80. Geburtstag feierte - und eine schwierige Krebserkrankung anscheinend (und hoffentlich) überstanden hat. Für Universal hat er mit seinem geliebten Saito-Kinen-Orchester die Ravel-Einakter (mit vielen jazzigen Elementen) "L´Enfant et les Sortilèges", "Shéhérazade" und "Alborada del gracioso" eingespielt. Ravel war schon immer ein Lieblingskomponist Ozawas; besser hätte er seinen Wiedereinstieg in die Musikwelt also gar nicht zelebrieren können. Eine Aufnahme vom Allerfeinsten und hoffentlich die erste von noch vielen.

    Nicht zu vergessen ist an dieser Stelle die Ozawa-25-CD-Box von Warner (vormals EMI), die viele Referenzaufnahmen des berühmten Dirigenten beinhaltet, zum Beispiel Leoš Janáčeks "Sinfonietta", Strawinskys "Feuervogel" usw. Hier kommen die wichtigsten Orchester und Solisten vor, mit denen der japanische Maestro je zusammengearbeitet hat; daher ist die Box für seine Fans eigentlich ein Muß!

    John Eliot Gardiner setzt mit dem London Symphony Orchestra seinen Mendelssohn-Zyklus fort. Nach der 3. Symphonie ("Schottische") liegt nun die "Reformationssymphonie" vor, die 5. in D-Dur. Der Rest der CD wurde mit anderen Orchesterwerken wie etwa "Meeresstille und glückliche Fahrt" gefüllt. Damit kann der britische Maestro nahtlos an seinen Erfolg mit dem Vorgänger anknüpfen - und wir erwarten gespannt seine Neuaufnahmen der restlichen drei Symphonien.

  • ELiNANA: die Leidenschaft zur brasilianischen Musik

    ELiNANA schon das zweite Mal im Aera. Tolle Musik sehr gut interpretiert!

    Text T.A. Tacer

    Die einzelnen Nummern waren perfekt arrangiert. Dass die einzelnen Stücke auch in unterschiedlicher Besetzung gespielt wurden, war eine gute Idee. Ninas hat eine sehr schöne kräftige Stimme. Eliana beherrscht Ihr Saxophon perfekt. Manch mal zu perfekt.

    So gut die Darbietung in Ihrer Ausführung auch war, so fehlte das was Latin Musik ausmacht. Die Lockerheit, das spontane, das freie ungezwungene Spiel. Unterstütz wurde dieser Eindruck dadurch das immer wieder vom Platt gespielt wurde.

    Hier zeigt sich der grundsätzliche Unterschied zwischen Europa und Lateinamerika, bei uns das Streben nach Perfektion vom ersten bis zum letzten Tackt, elegant und verhalten. Dort, mehr improvisiert, da und dort nicht der richtige Ton aber mit Feuer und Lebenslust.

  • Jazz Fest Wien 2014: Al Di Meola, Al Jarreau, Cody Chesnutt, Pet Shop Boys, Buika, Sinéad O´Connor, Natalie Cole und mehr

    Mit der Bekanntgabe von Al Di Meola/ Cody Chesnutt (06. Juli) und den Pet Shop Boys  (04. Juli) in der Wiener Staatsoper ist die Programmierung des 24. JAZZ FEST WIEN 2014 (26. Juni bis 08. Juli) bekanntlich abgeschlossen - das Programm komplett.

    Speziell was Stilistik und Vielfalt angeht sollten in diesem Jahr kaum Wünsche offen bleiben - von Soul, Jazz, R&B, Latin bis Pop ist hier heuer Vieles enthalten -  und sollte sowohl einen Blick über den „Tellerrand“, als auch vergnügliches Delektieren an Hochkarätigem und Außergewöhnlichem möglich machen. Nicht nur in musikalischer Hinsicht erscheint ein „Näherrücken“ von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kulturen notwendiger denn je.

    Sieben Wochen bleiben noch bis das „Mutterschiff aller österreichischen Jazz- und Musikinteressierten“ seine Fahrt aufnimmt und seine Passagiere auf eine musikalische Reise ausgehend von den USA, Jamaica über Brasilien, Indien bis zu den Britischen Inseln mit sich nimmt. Im Gegensatz zu manch anderem Unterfangen in der Geschichte der Seefahrt ist hier die Rückkehr „sicher“ und „gewiss“!  

    Unter den Höhepunkten 2014: Konzerte mit Gitarrenlegende AL DI MEOLA  & US-Soul-Star CODY CHESNUTT - Publikumsliebling und R&B-Legende AL JARREAU –  die faszinierende, afro-iberische Flamenco-, Jazz- & Copla Andaluza-Sängerin BUIKA  ( Album Warner 2013) –  ein in dieser Form noch nie dagewesenes Retro-Soul-„Super“-Package bestehend aus CHARLES BRADLEY/SHARON JONES/ ANTIBALAS/ THE SUGARMAN 3 (+ weiteren special guests im Rahmen der „Daptone Super Soul Revue“) –  als Botschafter New Orleans: DR. JOHN/PRESERVATION HALL JAZZ BAND* (* erstmals in Ö!)  -  Großbritanniens Electropop-, Disco- & New Wave- „Party-Könige“ PET SHOP BOYS (i. R. „Electric-Tour“) – Irlands wunderbar eigensinnige, mit Nichts zu vergleichende SINÉAD O’CONNOR (neues Album August!) -  Nat „King“ Cole-Tochter & eine der großen Stimmen des LATIN, R&B und JAZZ, US-Vokalistin NATALIE COLE – und dann natürlich jede Menge Acts in Wiens Clubszene, Rathaus/Summerstage, usw.

    Die ERÖFFNUNG erfolgt Do.26.06. im Wiener Jazzland mit einem Konzert des legendären DUSKO GOYKOVICH QUARTETT!

    JAZZ FEST WIEN 2014 – PROGRAMMPLANUNG

     

    •    STAATSOPER

    1. Juli 2014, Beginn 19:30h
    DAPTONE SUPER SOUL REVUE feat. Sharon Jones + Charles Bradley
    Kartenpreise: € 88,-- / € 74,80 / € 63,80 / € 52,80 / € 38,50

    2. Juli 2014, Beginn 19:30h
    BUIKA
    Kartenpreise: € 66,-- / € 59,40 / € 55,-- / € 48,40 / € 38,50

    3. Juli 2014, Beginn 19:30h
    AL  JARREAU
    Kartenpreise: € 88,-- / € 74,80 / € 63,80 / € 52,80 / € 38,50

    4. Juli 2014, Beginn 19:30h
    …off opera
    PET SHOP BOYS
    Kartenpreise: € 99,-- / € 88,-- / € 77,-- / € 66,-- /€ 49,50

    5. Juli 2014, Beginn 19:30h
    SINÉAD O`CONNOR
    Kartenpreise: € 77,- / € 68,20 / € 60,50 / € 50,60 / € 38,50

    6. Juli 2014, Beginn 19:30h
    AL DI MEOLA „Beatles & More“
    CODY CHESNUTT
    Kartenpreise: € 66,-- / € 59,40 / € 55,-- / € 48,40 / € 38,50

    7. Juli 2014, Beginn 19:30h
    NATALIE COLE
    Kartenpreise: € 88,-- / € 74,80 / € 63,80 / € 52,80 / € 38,50

     

    •    FERNWÄRME OPEN AIR

    5. Juli 2014, Beginn 16:00h
    JIMMY CLIFF
    OSIBISA
    CÈLIA MARA
    Kartenpreise: € 2,--


    •    ARKADENHOF RATHAUS

    6. Juli 2014, Beginn 20:00h
    ARNI KARLSSON TRIO  
    ANDREAS VARADY
    FREIKONZERT!

    7. Juli 2014, Beginn 20:00h
    HARRI STOJKA – INDIA EXPRESS
    Kartenpreise: € 38,50

    8. Juli 2014, Beginn 20:00h
    DR. JOHN & THE NITE TRIPPERS feat. SARAH MORROW
    PRESERVATION HALL JAZZ BAND
    Kartenpreise: € 49,50

     

    •    PORGY & BESS

    1. Juli 2014, Beginn 20:00h
    TROKER
    Kartenpreise: € 22,--

    2. Juli 2014, Beginn 20:00h
    MALIA & BAND
    Kartenpreise: € 22,--

    3. Juli 2014, Beginn 20:00h
    TAKUYA KURODA
    Kartenpreise: € 22,--

    4. Juli 2014, Beginn 20:00h
    JULIA BIEL
    Kartenpreise: € 22,--

    5. Juli 2014, Beginn 20:00h
    GERALD CLAYTON TRIO
    Kartenpreise: € 27,50

    6. Juli 2014, Beginn 20:00h
    WARREN WOLF & THE WOLFPACK
    Kartenpreise: € 27,50

    7. Juli 2014, Beginn 20:00h
    AMBROSE AKINMUSIRE
    Kartenpreise: € 22,--

    8. Juli 2014, Beginn 20:00h
    MELISSA ALDANA & CRASH TRIO
    Kartenpreise: € 19,80

    •    WIENER RATHAUSPLATZ - Freikonzert

    6. Juli 2014, Beginn 18:00h
    CHRISTIANA UIKIZA
    FREIKONZERT!

    7. Juli 2014, Beginn 18:00h
    ALBARE
    FREIKONZERT!

    8. Juli 2014, Beginn 18:00h
    NIKKI YANOFSKY
    FREIKONZERT!

     

    •    JAZZLAND

    26. - 28. Juni 2014, Beginn 21:00h
    DUSKO GOYKOVICH QUARTETT

    1. – 5. Juli 2014, Beginn 21:00h
    BARBARA DENNERLEIN

     

    •    CLUB REIGEN

    4. Juli 2014, Beginn 20:30h
    MARKUS GOTTSCHLICH

    5. Juli 2014, Beginn 20:30h
    TRIO BALKAN STRINGS

    •    MILES SMILES

    2. Juli 2014, Beginn 21:00h
    TRIBAL DIALECTS

    •    SUMMERSTAGE

    27. Juni 2014
    CLARA BLUME

    3. Juli 2014
    ANNE MARIE HÖLLER und MARIO BERGER

    6. Juli 2014
    BEN SKY

    •    WIENER RATHAUSPLATZ

    FRÜHSCHOPPEN
    Jeden Sonntag 12:00 – 14:30 Uhr
    Eintritt frei!

    29.6.    EDDIES SWING CATS
    6. 7.     BLUE NOTE SIX    
    13.7.    BURGUNDY STREET JAZZBAND
    20.7.    VSOP JAZZBAND
    27.7.    AQUARIUS JAZZBAND
    3.8.      MARTIN JANK
    10.8.    TURNAROUND
    17.8.    VIENNA JAZZ SERENADERS
    31.8.    RIVERSIDE STOMPERS

    FILME
    Beginn ca. 21:00 Uhr, Eintritt Frei!

    ----------------------------------------------------------------
    Jazz Fest Wien 2014 Tickets online unter www.viennajazz.org

  • 15. Internationales Akkordeon Festival Wien

    Auch im 15. Jahr seines Bestehens bietet das Internationale Akkordeon Festival 2014 von 22. 2. bis 23. 3. 2014 einen Monat lang in zahlreichen renommierten Wiener Spielstätten genussfreudigen FreundInnen von Musik und Kultur Gelegenheit sich mit dem Instrument Akkordeon und dessen zahlreichen künstlerischen Facetten auseinanderzusetzen.

    Ein besonderer Programmschwerpunkt ist heuer der Akkordeon-Musik aus allen Nachbarländern Österreichs gewidmet.

    Die 15. Ausgabe des Festivals bleibt diesen Prinzipien treu! Große Namen wie Bratsch (16.3., Metropol), die ihr 40jähriges Bandjubiläum feiern,  das Riccardo Tesi Cameristico mit der Sängerin Luisa Cottifogli (28.2., Stadtsaal), Herbert Pixner Projekt (1.3., Theater Akzent), der Argentinier Chango Spasiuk mit seinem Duo (6.3. Sargfabrik) oder die portugiesischen Dancas Ocultas mit Maria Joao (18.3., Theater Akzent) ebenso wie der fast 80jährige Luis di Matteo (2.3. Haus der Begegnung Floridsdorf) werden dem Publikum musikalische Sternstunden bereiten, die Konzertreihe „Nachbarn“ lässt Akkordeonmusik aus allen österreichischen Nachbarländern hören.

    Größen der heimischen Musik wie Attwenger (22.3., Reigen, Abschlußgala 1), Dobrek Bistro (26.2., Orpheum) oder Die Wiener  Tschuschenkapelle, die ihr 25-jähriges Jubiläum feiert (15.3., Metropol), geben sich gerne die Ehre, wie auch aufstrebende jüngere Formationen künstlerisch Neues im Rahmen des Festivals umsetzen werden, wie zum Beispiel die Großmütterchen Hatz 11 Piece Band  (23.2., Porgy & Bess, Eröffnungsgala 2).

    Dazu kommen heuer erstmals die Swing Night und bewährte flankierende Veranstaltungs-Reihen wie die Stummfilm Matinee – jeweils am Sonntag um 13 Uhr wird dabei im Filmcasino ein Kino-Klassiker aus der Ära vor dem Tonfilm live vertont, logisch mit Akkordeon – und der Magic Afternoon im Dschungel Wien für Kinder aller Altersstufen.

    Zahlen des Akkordeonfestivals 2014:
    51 Veranstaltungen
    20 Spielstätten
    36 Konzerte (davon 14 Doppelkonzerte)
    5 x Stummfilm-Matinee
    5 x Workshop
    3 x Magic Afternoon
    2 x Tanz-Performance.

    Weitere Informationen: http://www.akkordeonfestival.at

  • Chailly im Festspielhaus St. Pölten: Glanzvoller Klang an der Traisen

    Herbert Hiess. Nach etwa 16 (versäumten) Jahren kommt der italienische Stardirigent Riccardo Chailly wieder zu philharmonischen Ehren und dirigiert ein Abonnement-Konzert mit anschließender Europa-Tournee. Das Niederösterreichische Festspielhaus in St. Pölten hatte das Glück, am 10. Jänner 2013 der Aufführungsort des ersten Konzerts dieser Serie sein zu können.

    Riccardo Chailly ist ein akribischer Arbeiter und Orchestererzieher, der seine Wünsche den Musikern gegenüber zeitweise sehr direkt und unmißverständlich äußert. Offenbar hat das einige Zartbesaitete damals im Orchester so verstört, daß man eine Ewigkeit von knapp 16 Jahren auf seine Dienste bei den Wiener Philharmonikern verzichtete. Nach dem Erfolg des ersten Konzerts in St. Pölten muß aber eigentlich jedem Mitglied des Ensembles klar geworden sein, daß man diese Jahre nicht nur dem Publikum, sondern auch den Musikern selbst genommen hat. Doch der Mailänder Maestro ist ein hochintelligenter Mann, der immer nach vorne schaut - und auch in diesem Konzert demonstriert hat, wie musikalische Sternstunden zu klingen haben.

    Auf dem Programm standen Jean Sibelius´ Ohrwurm "Finlandia", das Violinkonzert in d-moll desselben Komponisten sowie Anton Bruckners 6. Symphonie in A-Dur. Chailly schaffte den Spagat, in einer romantischen Klangwolke zu schweben, ohne daß er auch nur einen Takt lang die Transparenz, Klarheit und Prägnanz vermissen ließ. Geradezu grandios klangen die Schattierungen und Nuancen in der symphonischen Dichtung "Finlandia" und vor allem im Violinkonzert.

    Leonidas Kavakos (Foto: Daniel Regan)Chaillys Lieblingsgeiger Leonidas Kavakos spielte sich geradezu mit der hochvirtuosen Partitur und ließ gemeinsam mit den Musikern die nordische Schwermütigkeit und vor allem im dritten Satz den morbiden Tanzrhythmus hören und fühlen. Bei dem griechischen Geiger sitzt jeder Ton perfekt; beeindruckend war vor allem die Flageolettpassage (Anm.: flötenartige Töne der Geige, die durch eine spezielle Grifftechnik entstehen) über das Tanzthema im dritten Satz. Jedes Piano war so perfekt mit dem Orchester und Dirigenten abgestimmt, daß man meinen könnte, nur ein einziger Musiker habe das Konzert gespielt.

    Bruckners A-Dur-Symphonie wurde nach ihrer schwierigen Anfangsphase (bei der Erstaufführung in Wien wurden zum Beispiel nur zwei Sätze gespielt) zu einer echten Erfolgsgeschichte. Chailly, der sich schon am Beginn seiner Karriere immer wieder mit Bruckner beschäftigte, führte das phantastische Orchester hier zum symphonischen Olymp. Es wäre ungerecht, einzelne Musiker herauszuheben - aber dem ersten Hornisten Ronald Janzic muß man hier trotzdem die virtuelle Hand zur Gratulation reichen. Wie er die schwierigen Hornstellen vor allem im ersten Satz meisterte, bis hin zur musikgeschichtlich einmalig schönen Coda des ersten Satzes, das war einfach brillant!

    Das St. Pöltner Festspielhaus mit seiner monumentalen und zeitweise sonderbaren Architektur (schiefe Böden im Foyer!) mag Geschmacksache sein; die Akustik des Hauses ist aber so überzeugend, daß man sogar die gestreiften Sitze vergißt, die beim Betreten des Saals Augenflimmern verursachen. Schade, daß das "hustfreudige" Publikum so manche schöne Stelle (zum Beispiel die elegische Coda und den Schluß des zweiten Satzes) regelrecht zerbellte.

    Dafür bekam der musikinteressierte Teil der Zuhörer ein Konzert geboten, das man so schnell nicht vergessen wird. Es macht nachdenklich, wieso die Philharmoniker so lange Zeit auf diesen Ausnahmedirigenten verzichtet haben - und läßt so manch neidvollen Blick Richtung Mailand werfen, wo der aus dieser Stadt gebürtige Dirigent ab 2015 der musikalische Chef der Scala sein wird.

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