Die deutsch-spanische Kulturzeitschrift Österreichs

CulturaLatina: Lateinamerikanische Zeitschrift Österreichs auf Spanisch und Deutsch


CULTURA DE AUSTRIA

  • Gustav Klimts "Der Kuss" als NFT-Kampagne
    Gustav Klimts "Der Kuss" als NFT-Kampagne Der Verkauf von 10.000 Stück einer digitalen Version des Meisterwerks Der Kuss erregte internationales Aufsehen.
  • Silvesterbräuche in Österreich
    Silvesterbräuche in Österreich Bleigießen macht man in Österreich zu Silvester….aber was genau ist das?
  • Tracht y Dirndl
    Tracht y Dirndl El Tracht para los hombres y Dirndl para las mujeres, son los trajes típicos de Austria. Generalmente los austríacos utilizan…
  • ¿Conoce las "Mohnzelten"?
    ¿Conoce las "Mohnzelten"? Mohnzelten, en español "tiendas/carpas de amapolas" son una especialidad dulce típica de la región del Waldviertel de Austria. Hechas con…
  • ¿Qué es Krocha?
    ¿Qué es Krocha? Krocha en dialecto y Kracher en el idioma alemán estándar. Se denomina “Krocha” o “Kracher” a los integrantes de la…
  • ¿Comida vienesa o de Austria?
    ¿Comida vienesa o de Austria? La gastronomía vienesa no se puede comparar con la del resto de los Estados federados austriacos.
  • El Palacio de Schönbrunn
    El Palacio de Schönbrunn El Palacio de Schönbrunn construido en el siglo XVI es una de las principales obras arquitectónicas históricas de Austria. Es…
Mittwoch, 23 März 2022 20:40

Eva “Argentina” Schilder: Die Verschmelzung von österreichischer und lateinamerikanischer Musik

Von María Andrea Isabel Múñoz Armijo
Videoclip "Wenn alle Brünnlein fliessen" Eva Argentina Schilder y Stefan Matl Foto: Jojo

Eva “Argentina” Schilder stammt ursprünglich aus Graz und seit ihrer Kindheit erinnert sie sich daran, wie sie in der schönen Landschaft rund um ihre Heimatstadt in der Natur und im Wald spielte. Schon als Kind interessierte sie sich sehr für andere Kulturen. Eva wollte Sprachen und Musik kennen lernen. Sie wirkte bei mehreren Aufführungen im Chor ihrer Grundschule mit und besuchte das Konservatorium für Musik in Graz.

Was ist die Mission von Eva Argentina?
Eva Argentina hat es sich zur Aufgabe gemacht, Länder und Kulturen durch Musik und Sprachen mit Respekt zu vereinen. Glücklicherweise habe ich mehrere Sprachen gelernt und ich war vom Klang verschiedener Sprachen und ihrem kulturellen Reichtum angezogen. So gründete ich eigentlich in meiner Kindheit die Basis des Projektes "Abrazo a las culturas", das ich auch während meines Studiums der englischen und spanischen Sprache fortsetzte.
Ebenso gab ich Ausländern Deutschunterricht und unterstützte Freunde, die aus ihren Ländern flüchten mussten, was ich bis heute mit meinen Konzerten fortsetze.

Erzählen Sie uns von Ihrem Album “Love, Earth - Amor, Tierra”
"Love, Earth - Amor, Tierra" ist meine fünfte CD. Ich habe sie 2018 zusammen mit 9 Musikern aus Mar del Plata (Argentinien), einem peruanischen Perkussionisten und 2 Österreichern produziert. Das Herzstück dieser CD ist die argentinische Zamba des großen Meisters Atahualpa Yupanqui, die ich mit meinen österreichischen Kollegen Teresa und Albin übersetzt habe. Eine in österreichischen Dialekt übersetzte Version des Liedes "Piedra y camino" wurde im Schatten des Grazer Schöckls aufgenommen und ist auf YouTube zu finden.
Mit den Musikern aus Mar del Plata wurde die von mir in österreichischen Dialekt übersetzte und gesungene Version an der Küste von Mar del Plata aufgenommen. Neben dieser schönen argentinischen Zamba, die für mich wie ein Motto ist, haben wir das Lied Nummer 2 dieser CD, das auf Spotify und YouTube zu hören ist. Es ist eine Verschmelzung der Folklore aus dem Norden Argentiniens "El seclanteño" mit einem österreichischen Klagelied. Der Text erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der seine Heimat wegen der großen Hungersnot verlassen muss, ohne dass seine Eltern wissen, ob sie ihn jemals wiedersehen würden. Diese beiden Lieder wurden mit einem Mantra eines Tiroler Gesangs "Haudrileiho" verbunden, das wir in Mar del Plata aufgenommen haben.
Für meine Kollegen aus Mar del Plata war es wegen der Artikulation ein schwieriges Lied. Wir haben es drei- oder vierstimmig aufgenommen, so dass es wie ein Kärntner Chor klingt. Weitere interessante Stücke auf dem Album sind ein österreichisches Weihnachtslied und ein uruguayischer Candombe (afrikanischer Rhytmus aus Uruguay), zu dem es auch ein Video gibt. Die CD ist eine Verschmelzung von rioplatensischer, österreichischer und englischer Musik.

Juan Carlos Sungurlian, Boris Mihalicic, Eva Argentina Schilder y Pablo Bertone (Foto: Elisabeth Schmickl)
Juan Carlos Sungurlian, Boris Mihalicic, Eva Argentina Schilder und Pablo Bertone (Foto: Elisabeth Schmickl)

Was können Sie uns über Ihre CD "Oye como va" erzählen?
Die CD "Oye como va" habe ich 2014 in Graz aufgenommen und ich bin sehr stolz darauf, sie gemeinsam mit meiner talentierten Tochter Miriam Hope, dem Saxofonisten Enrique Thompson, Pablo Bertone, Percussion und dem Gitarristen Daniel Mesquita aufgenommen zu haben.
Es gibt drei 5-Minuten-Tracks, die für das österreichische Publikum sehr ansprechend sind, denn man hört den Tango "Vuelvo al sur" von Astor Piazzolla, den Bossa-Nova "Agua de beber", den ich aus dem Portugiesischen ins Englische übersetzt habe, so dass man ihn in beiden Sprachen hören kann und "Oye como va" von Tito Puente, das das erste Lied war, das ich auf einer Party zum 15. Geburtstag auf Spanisch gehört habe und ich war so begeistert, da mich der schöne Rhythmus angezogen hat.

Worum geht es bei dem Projekt Abrazo a las culturas?
Es ist ein soziokulturelles Musikprojekt, das internationale Musiker zusammenbringen und Kulturen auf respektvolle Weise vereinen soll. Damit meine ich die Unterstützung sozialer Projekte, die ich auf meinen halbjährigen Rucksackreisen durch 6 südamerikanische Länder kennen gelernt habe. Bei diesen Projekten handelt es sich um das "Buen Pastor" in Arequipa, Peru, "Pro Niño Boliviano" in Bolivien und eine kleine Schule im Andenhochland der Quebrada del Toro in der Provinz Salta im Nordwesten Argentiniens.
Ich bin sehr dankbar für das Publikum in meiner Stadt Graz, das mich auch unterstützt. Ich habe als Botschafterin zuerst die Kulturprojekte kennengelernt und in diesen bereits genannten Ländern mitgearbeitet und dann das Geld nach Peru, Bolivien und in den Norden Argentiniens gebracht. In Österreich ist es auch Teil der Aufgabe, Flüchtlinge aus dem Iran, Irak und Syrien zu unterstützen und zu integrieren. Wir haben Konzerte im Afro-Asiatischen Institut in Graz und an anderen Orten in Österreich gegeben.
Ich liebe es, mit Menschen aus anderen Kulturen befreundet zu sein, weil man viel von ihnen lernen kann und weil die Grundlage der menschlichen Gefühle, die wir alle haben, Liebe und Freundschaft ist. Ich bringe gerne Menschen bei Treffen oder Konzerten zusammen und unterstütze sie, wenn möglich.

Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen beim Komponieren des Albums „Mi Tierra, Mi Río“.
Ich habe die CD "Mi tierra, Mi río" im Jahr 2020 produziert. Ich war mir nicht sicher, ob ich sie machen sollte oder nicht, eine Aufnahme in mehreren Ländern ist teuer. Aber erst im Jahr zuvor war ich mit drei meiner musikalischen Partnern aus Mar del Plata auf Tournee in Uruguay. Wir sahen, dass es uns gut ging und wir konnten mit Liedern aus Argentinien, Uruguay und einer Komposition namens “Niña de alegría” weitermachen, die ich meinen Töchtern gewidmet habe, da sie beide singen.
Das erste Stück auf dieser CD ist ein Lied in der Sprache der Mapuche, der Ureinwohner Chiles und Südargentiniens. Ich habe es von einem Freund aus dem Volk der Mapuche gelernt, da ich mich schon immer für indigene Kulturen interessierte. Der Titel des Liedes lautet "Puruge picice", was auf Deutsch „Kommt in die Schule, Kinder“ bedeutet. Aber es bezieht sich auf die Schule des Kosmos, denn in meiner Diplomarbeit ging es um den Unterricht in indigenen Sprachen in Peru. Ich singe auch einige Lieder in der Sprache der Inkas, in Quechua. Ich habe diese CD in Mar del Plata und zwei Lieder in Uruguay aufgenommen.

Wie ist Ihr Verhältnis zum Tango?
Viele Leute meinen, dass ich nur Folklore rioplatense (Folklore aus Argentinien und Uruguay) und Musik aus Südamerika singe, jedoch interpretiere ich auch Musik aus Österreich, die ich mit südamerikanischen Rhythmen mit meinen Übersetzungen ins Deutsche und Englische mische, und ich singe ebenso Tango. Der Tango berührt die Seele durch seiner Poesie, die großen Tango-Orchester der 1940er Jahre gibt es nicht mehr.
1993 gründete ich den Verein Arbeits- Gemeinschaft der Spanischlehrer AG Steiermark. Ich lud zu diesem Event zwei uruguayische Kollegen ein, um ein Tangokonzert zu geben, begleitet von einem Workshop über den Ursprung des Tangos. Ich freue mich sehr weiterhin mit dem uruguayischen Gitarristen Juan Carlos Sungurlian in der Gruppe "Eva Argentina y múusicos" Tango und rioplatense Musik zu singen.
Tanzeinlagen sind öfters ein weiteres buntes Element unserer Konzerte. Ich habe noch eine andere Gruppe namens "Eva Argentina y Amigos", die sich mehr auf brasilianische Musik konzentriert.

Videoclip
Videoclip "Bésame mucho" Eva Argentina Schilder und Osvaldo Albornoz.

Wir wissen, dass Sie sich sehr für soziale Belange einsetzen. Welche soziale Projekte unterstützt Eva Argentina?
· "El buen pastor", ein Armenviertel in Arequipa (Peru), das mir von meinen Grazer Freunden empfohlen wurde, die auch mit sozialen Projekten in Lateinamerika zusammenarbeiten.
· "Pro niño boliviano" in El Alto (Bolivien), gegründet von Dr. Miriam Rothbacher in Wien.
· Ich habe auch die große Ehre, die Patin des Projekts "Programa de Jóvenes Latinoameticanos" in Buenos Aires zu sein.
· "Las cuevas", eine kleine Dorfschule auf 3.700 Metern Höhe mit Kindern des indigenen Volkes der Tastilen in der Provinz Salta, Argentinien.

Letzte Präsentationen
Ich bin gerade (im Februar) von meiner dreimonatigen Tournee in Argentinien zurückgekommen, wo ich mit der "Estrella Mundial" ausgezeichnet wurde. Es war mir eine große Ehre, auch die argentinische Nationalhymne singen zu dürfen. In Montevideo erhielt ich die Auszeichnung "Victoria" und in Mar del Plata die Auszeichnung "Gaviota de Plata". Meine ausgedehnte Tournee begann in Salta, wo ich Fernsehauftritte hatte.

Kommende Konzerte in Österreich
28.04.: Cafe Kaiserfeld, Graz
15.05.: "So wie früher", Graisdorf St.Stefan ob Stainz
09.06.: "Die Brücke" Grabenstraße 39a, Graz ♣

Letzte Änderung am Mittwoch, 23 März 2022 21:28

Newsletter Anmeldung

Don't have an account yet? Register Now!

Sign in to your account