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Montag, 30 Januar 2017 12:20

Luiz de Godoy: „Bunt hebt die Stimmung!“

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Brasilianer Luiz de Godoy Kapellmeister der Wiener Sängerknaben Fotos: Lukas Beck

Interview: María Taramona/IP | Foto: Lukas Beck
Für den Kapellmeister der Wiener Sängerknaben ist Musik eine menschliche Tugend.

Der 28-jähriger Brasilianer, Luiz de Godoy, lebt seit 2013 in Wien und seit 2016 ist er Kapellmeister der Wiener Sängerknaben. De Godoy hat lange Jahre hindurch sein Talent für die Musik in jeder Richtung gezeigt: Klavierausbildung, Musikstudium in Klaviersolo und Konzertfach Klavier mit Auszeichnung. An der Hochschule für Musik und Tanz in Köln bildete er sich in Klaviersolo, Chor- und Orchesterdirigieren weiter und absolvierte anschließend das Diplomstudium für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Luiz de Godoy bekam Stipendien der UNESCO, des US-Amerikanischen Department of State, des brasilianischen Kulturministeriums und der Europäischen Union und konnte so eine profunde Ausbildung, umfangreiche Erfahrungen sowie Anerkennung für sein musikalisches Talent sammeln.

De Godoy ist Assistent des künstlerischen Leiters der Wiener Singakademie, Heinz Ferlesch. In dieser Position arbeitet De Godoy mit Dirigenten wie Gustavo Dudamel, Sir Simon Rattle, Valery Gergiev, Simone Young u. a., zusammen.

Als Orchesterdirigent ist Luiz de Godoy in Österreich und Brasilien tätig. Wir haben ihn interviewt.

Bei Brasilien denkt man ja an Sonne, Strand, Meer und Samba. Wie lebt es sich für jemanden aus Brasilien bei -10 Grad?
Ich trage bunte Wintersachen; das hebt die Stimmung!

Europäer haben die Vorstellung, in Lateinamerika ginge es wesentlich lockerer zu. Stimmt das? Spürt man das bei den Musikern?
Ich glaube, dass das stimmt. Wie alles, hat die Lockerheit Vor- und Nachteile. Bei guten Musikern ist die Grundhaltung ohnehin immer offen.

Was macht Ihnen denn bei der Arbeit mit Kindern am meisten Spaß?
Die Sängerknaben sind besonders offen und neugierig. Wir haben im Chor Kinder aus den verschiedensten Ländern, aber sie haben alle das gleiche große musikalische Interesse – ob sie aus Albanien, aus Indien oder aus Österreich kommen. Mir macht am meisten Spaß, dass sie bei aller Professionalität immer sehr fröhlich sind.

Sind aus Ihrer Sicht die Städte São Paulo und Wien hinsichtlich kulturelles Angebot und Ausbildungsmöglichkeiten für musikbegeisterte Jugendliche vergleichbar?
Man kann die beiden Städte nicht vergleichen. São Paulo und Wien haben eine völlig unterschiedliche Geschichte und völlig unterschiedliche Gegebenheiten.

Ist die Tradition der brasilianischen Kinder oder Knabenchöre mit der der Wiener Sängerknaben vergleichbar?
Es gibt in Brasilien keinen Knabenchor mit Internat und einer ähnlich langen Geschichte und Tradition. Es gibt aber Chöre in Kathedralen und in Schulen.

Welche Tradition hat das Singen und Musizieren in Brasilien im Schulunterricht?
Was war das Projekt „Projeto Guri“ bei dem Sie als Musikpädagoge mitgewirkt haben?
Musik ist erst seit kurzem ein Pflichtfach in Brasilien. Bislang war das Musizieren vom Interesse und persönlichem Einsatz der einzelnen Lehrer abhängig.
Die – deren sehr viele - Kinder und Jugendlichen, die sich für Musik interessierten, konnten das nur in privatem Unterricht oder bei staatlich subventionierten Projekten ausleben. Es gibt immer noch nur wenige öffentliche Musikschulen und die sind alle im Stadtzentrum. Im Rahmen des „Projeto Guri“ wurden Musiktheorie, Gehörbildung und Instrumentalunterricht angeboten.
Solche Projekte sind in einem Land wie Brasilien unverzichtbar; eigentlich bräuchte man mehr davon. Man kann es vielleicht mit dem venezolanischen „El sistema“ vergleichen. In Österreich gibt es ja die Superar- Initiative der Wiener Sängerknaben.

Rückblickend auf die Weihnachtszeit: Welche Weihnachtslieder werden in Brasilien besonders gerne von Kindern gesungen? Gibt es Übereinstimmungen (z. B.: Stille Nacht oder Feliz Navidad)?
Stille Nacht wird auch in Brasilien gesungen – natürlich mit brasilianischem Text. „Adeste fideles“ ist sehr populär – das ist ja ursprünglich eine portugiesische Melodie. Und es gibt jede Menge brasilianischer Lieder, die außerhalb Brasiliens fast nicht bekannt sind – leider.

Welcher Komponist oder welche Komponistin („Stilrichtung“) wird von Chören oder Musikern und Musikerinnen in Brasilien besonders geschätzt?
In Brasilien mag man alles Mögliche! Die Chortradition wird wohl am meisten gepflegt; man singt Repertoire aus allen Epochen. Es gibt viele professionelle Chöre. Bach, zum Beispiel, ist sehr beliebt.

Gibt es einen „Lieblingskomponisten“ bzw. ein Werk, das Sie besonders gerne dirigieren bzw. das bei den Wiener Sängerknabenbesonders beliebt ist?
Wir musizieren gerne Messen – ein Highlight für uns ist Schuberts Messe Es-Dur. Ein absoluter Traum wäre für mich Bachs h-Moll Messe.

 

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