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Dienstag, 21 Oktober 2014 20:01

Die Wiener Volksoper

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Hauptfassade der Wiener Volksoper Währinger Straße 78, 1090 Wien (Foto: Sonia Montiel de Muhm)

Die Wiener Volksoper ist Wiens zweitgrößtes Opernhaus und präsentiert Operetten, Opern Ballett und auch Musicals auf höchstem künstlerischen Niveau.

Die Zeit der Krise zwischen den großen Kriegen war sicher die schwierigste Periode des Hauses und ich wollte diese Zeit besonders hervorheben.
Die Zwischenkriegszeit 1919 bis 1938.

Nach dem 1.Weltkrieg übernahm am 10.10.1919 FELIX WEINGARTNER das Amt des Direktors der Wiener Volksoper. Er war ein geschäftlich sehr gewitzter Direktor. Die Weingartner A.G wurde gegründet ,ein Zusammenschluß von Geldgebern wodurch ihm erst die Pacht der Volksoper finanziell ermöglicht wurde, ohne eigenes Kapital investieren zu müssen.

Er übernahm zunächst das Repertoire seiner Vorgänger, frischte ältere Produktionen auf, brachte einige Premieren und Neueinstudierungen die großen Erfolg hatten und billig waren, ergänzte das vorhandene Ensemble mit Gästen, was dem Publikum sehr gefiel und auch finanziell Gewinn brachte.

Das war aber zu wenig weil die Ausgaben die Einnahmen bei weitem übertrafen und somit der Betrieb nicht Gewinn bringend geführt werden konnte und ausserdem der künstlerische Betrieb wegen Kohlemangels eingestellt werden musste. Dazu gab es Probleme mit den Behörden wegen der Höhe der Lustbarkeitssteuer, daher nahm Weingartner lieber lukrative Auslandsgastspiele als Dirigent an, was wieder zu Folge hatte, dass der Theaterverein Mitdirektoren bestimmte. Der 1. war KARL LUSTIG PREAN. Mit ihm gab es jedoch ständig Differenzen und keinen Erfolg.

Detail von Hauptfassade der Wiener Volksoper Währinger Straße 78, 1090 WienIhm folgte HUGO GRUDER – GUNTRAM der das Haus ausgezeichnet führte und auch beachtlichen Gewinn machte. Dies erweckte jedoch die Eifersucht Weingartners und es kam bald zu Differenzen anläßlich der Verhandlungen um die deutsche Erstaufführung der Oper „Die Kinder des Don“ des englischen Komponisten Josef Holbrook.

Es wurden Guntram Eigenmächtigkeiten vorgeworfen worauf dieser zurücktrat und durch AUGUST MARKOWSKY ersetzt wurde. Künstlerisch war es eine sehr erfolgreiche Zeit , wirtschaftlich – auch auf Grund der allgemeinen Situation Österreichs – schlecht. Darauf trat Weingartner Ende April zurück.

AUGUST MARKOWSKI übernimmt, künstlerisch steht ihm FRITZ STIEDRY zur Seite. Gemeinsam bringen sie einige sensationelle Aufführungen heraus ( am beachtetsten war das „einmalige Gastspiel Hubert Marischka“ mit „Gräfin Mariza“ ). Die wirtschaftliche Situation blieb aber trotzdem so verfahren, dass die Direktion gezwungen war im Jänner 1925 den Ausgleich anzumelden. Am 27.4.1925 wurde das Theater geschlossen.
Im August 1925 übernahm HUGO GRUDER – GUNTRAM wieder das Haus.

Er wollte die Volksoper zusammen mit dem Carl – Theater führen, Spielpläne und künstlerisches Personal sollten sich ergänzen, was aber so schwierig war , dass Guntram am 3.10.1925 die Volksoper wieder schließen ließ, was zum völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch und in der Folge zum Konkurs führte. Darauf wurde eine Arbeitsgemeinschaft hervorragender Künstler gegründet die mit Stadtsenatsbeschluss vom 27.10.1925 die Konzession zur Führung bekam, deren Leiter war HERRMANN FRISCHLER.

Gemeinsam mit dem Ensemble kämpfte man um das künstlerische Überleben und verbesserte die Qualität des Spielplans passte sich aber vor allem dem Geschmack des Publikums an. Es wurden hauptsächlich populäre Operetten und Singspiele gegeben die Zeit blieb aber weiterhin turbulent und das Theater immer wieder – vor allem wegen Schwierigkeiten mit Pachtverträgen - geschlossen.

Die beiden Jahre in denen Frischler das Theater führte waren jedenfalls bemerkenswert, der Spielplan abwechslungsreich, spannte einen Bogen von Oper zu Operette mit beliebten und hervorragenden Künstlern ,finanzieller Erfolg stellte sich aber trotzdem nicht ein. Schließlich kam es zum vollständigen finanziellen Zusammenbruch weil die immer wieder erhoffte Hilfe durch die Gemeinde Wien ausblieb. Am 5.7.1928 wurde die Volksoper wiedereinmal geschlossen.

Wer sich um die Pacht des Hauses am Währinger Gürtel bewarb musste sich mit 4 Institutionen einigen : Dem Theaterverein, dem Bühnenverein, sowie mit der sogenannten technischen Union und der Gemeinde Wien. Es konnte aber niemand gefunden werden der bereit war die geforderten Mittel zu bezahlen. Ausserdem drohten auf Grund des schlechten bautechnischen Zustandes hohe Renovierungskosten. Daher wurde –um billiger aber trotzdem erfolgreich Theater machen zu können- die Idee geboren das Theater wieder in ein Schauspielhaus umzuwandeln.

Es fand sich eine deutsche Industriellengruppe als Geldgeber, 2 Direktoren wurden für die Leitung bestellt: OTTO LUDWIG PREMINGER und JAKOB FELDHAMMER und mit ihnen im Oktober 1929 ein Vertrag auf 10 Jahre mit Optionsrecht abgeschlossen .Die Renovierungskosten sollten ebenfalls abgegolten werden. Eröffnet wurde am 5.11.1929 mit „König Nicolo“ von Frank Wedekind als großes gesellschaftliches Ereignis, dann gab es vorerst wöchentlich ein neues Stück.

Das Repertoire war vielfältig und umfasste klassisches Sprechtheater, Komödien viel Boulevard und Volksstücke. Doch schon im Sommer 1930 mussten die Direktoren um Stundung des Pachtvertrages ansuchen. Die ersten finanziellen Schwierigkeiten zeigten sich in verspäteten Gagenauszahlungen ebenso wie in neu entstandenen Gagen – und Abgabenschulden, die bald genauso hoch waren wie der zu bezahlende Pachtzins. Ausserdem herschte akkuter Besucherschwund weil wegen der Krisenzeit und der hohen Arbeitslosigkeit der Luxus eines Theaterbesuches trotz billiger Eintrittspreise unerschwinglich war und ein Haus von der Größe der Volksoper ohne Subventionen nicht überlebensfähig sein konnte. Geld gab es aber trotzdem keines und so wurde im Juli 1931 wieder zugesperrt.

Die Wiedereröffnung fand am 3.12.1931 – wieder als Musiktheater – unter Direktor LEO KRAUS statt. Der Spielplan beinhaltete vor allem Operetten. Es war auch eine Zeit berühmter Sängerinnen, Sänger und Schauspieler.( Vera Schwarz, Käthe Dorsch, Leo Slezak, Alfred Piccaver ua.) Aber alles wiederholte sich von Neuem : Die Steuerschulden wuchsen ,damit auch das Defizit und Leo Kraus muss wegen Überschuldung zurücktreten. Am 1.7. 1933 wird das Theater wieder geschlossen.

Die nächste Wiedereröffnung fand erst am 31.3.1934 statt. Die Exl-Bühne unter der Direktion von Ferdinand Exl spielte bis 16. Juni ihr Repertoire an Volksstücken und Schwänken. Inzwischen wurde ein Vertrag mit KARL LUSTIG PREAN geschlossen der am 1.8.1934 in kraft trat und am 1.9.1934 der Betrieb unter dem Namen : „Kaiser Jubiläums – Stadttheater , Direktion KARL v. LUSTIG PREAN – JEAN ERNST aufgenommen. Jean Ernst war Bariton am Haus und wurde zur Mitarbeit gewonnen. Das Repertoire : Oper und Operette, die Schwierigkeiten wegen der sozialen Umstände groß, alle Bemühungen die wirtschaftliche Verantwortung der Gemeinde Wien zu übertragen zum Scheitern verurteilt. Ende Dezember 1935 tritt Lustig Prean aus gesundheitlichen Gründen zurück.

JEAN ERNST übernahm nun allein die Direktionsgeschäfte und die Führung, nur war es jetzt noch komplizierter weil der Theaterverein auch mit dem Gastspielbetrieb KOWALEWSKY einen Vertrag abgeschlossen hatte ,der diesen ermächtigte ensuite mit Revuen und Operetten zu gastieren, die sehr erfolgreich waren und neben bekannten und beliebten Darstellern auch viel Geld brachten. Jean Ernst musste die Gastspieldirektion deren Pachtvertrag bis 30.6.1938 lief miteinbinden.
Ab dem 1.1.1936 stand „Der gütige Antonius“ ( Musik Jara Penes ,deutsches Libretto : Fritz Löhner- Beda und Hugo Wiener , Darsteller Lotte Lang, Fritz Imhof ,Hans Holt und Hans Unterkirchner ) bis Saisonende am 27.4.1936 abends auf dem Spielplan. Nur am Nachmittag gab es Märchenvorstellungen und die seit 1935 beliebten „ Hausfrauennachmittage“ des „Kleinen Volksblattes“ dazu 2 Opern ( Lortzings „ Der Waffenschmied“ und Kienzels „ Der Evangelimann“) und 2 Schauspiele ( Raimunds „Der Verschwender“ und Grillparzers „Des Meeres und der Liebe Wellen“).

Am 9.10.1936 begann eine neue Saison, es änderte sich aber nichts : Oper ( Verdi, Puccini , Wagner) wurden nachmittags gespielt, dazu kam ein Gastspiel des slowakischen Nationaltheaters mit Smetanas „Die verkaufte Braut“ und Janaceks „Jenufa“ und am 27.2.1937 als hauseigene Premiere Max Schillings Oper „Mona Lisa“.
Die Renner der Saison am Abend aber waren die „Revue Operetten“

Vom 9.10.1936 bis 24.1.1937 : „Auf der grünen Wiese“ von V. Tolarsky (Deutsche Bearbeitung Löhner – Beda und Hugo Wiener, Musik Jara Benes)
Vom 25.1. -31.1.1937 wurde wieder „Der gütige Antonius“ und dann weiter „Auf der grünen Wiese“ bis zum 24.2.1937 – nur unterbrochen von einer kleinen Serie des musikalischen Lustspiels „Warum lügst du Cherie...? (Text Hans Lengsfelder ,Siegfried Tisch; Musik : Leonhard K.Maerker) dargeboten.

Im März und April brachte die Gastspieldirektion Alexander Kowalewsky eine neue Operette heraus : „Die goldene Mühle“ ( „Bruder Martin“). Musik Leon Jessel ,Textbuch Wilhelm Sterk, Hugo Wiener bearbeitete in Anlehnung an Karl Costas Stück den Text. Dirigent war Max Schönherr. Die Protagonisten waren Lizzy Holzschuh, Hubert Marischka, Richard Waldemar und der junge Paul Löwinger.

Ab 16.04. wurde ( als Gastspielproduktion Hans Sandens) die Lustspieloperette „Sie Johann…“ (Texte :Fritz Grünbaum und Ernst Behrend: Gesangstexte : Hans Lengsfelder und Siegfried Tisch, die Musik stammte von Paul Weiß) gespielt .
Diese Revueoperetten und musikalischen Boulevard - Komödien wie sie an der Volksoper gespielt wurden kann man mit Fug und Recht als direkte Vorgänger des Musicals sehen.

Die letzten 4 „Wiener Operetten“ kamen Ende 1937 bzw. Anfang und Mai1938 heraus.
Es waren dies „ Herzen im Schnee“ nach der gleichnamigen Novelle von Georg Maarden (Text und Musik Ralph Benatzky)
„Die Reise um die Erde“ ( Texte :Henry Gilbert und Hugo Wiener, Gesangstexte Henry Gilbert, Musik : Robert Stolz )
„Gruß und Kuss aus der Wachau“ ( Textbuch : Hugo Wiener,Löhner-Beda, und Kurt Breuer; Musik Jara Benes)
„Der ewige Walzer“ ( Text Bruno Hardt –Warden , R. Köller; Musik :Heinrich Strecker).
Diese vier lösten einander als ensuite Aufführungen ab.

Am 19.3.1938 erfolgte die Annexion Österreichs und damit ging auch die Ära als Privattheater zu Ende. Die Volksoper wurde von der Gemeinde Wien übernommen und blieb fortan ein von der öffentlichen Hand versorgtes Theater.
Quellen u. Literatur :Die Wiener Volksoper: Herbert Zemann : Die Wiener Volksoper als Privattheater Verlag Holzhausen Wien 1998 . Herbert Prikopa : Die Wiener Volksoper Iberia Verlag Wien 1998.

Webseite: www.volksoper.at

Wir bedanken uns für die Unterstützung von Cultura Latina "La Pasión de Vivir en Español". Ich freue mich auf Ausflugsziele und Spaziergänge in Wien mit Ihnen, 

Hofphotographin und Text, Sonia Montiel de Muhm

Sonia Montiel de Muhm

staatlich geprüfte Fremdenführerin
Adresse: Nordwestbahn Str 25/5
Wien 1020
Telefon: +43 699 1 925 17 12 oder
E-Mail: sonia.muhm@chello.at

 

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