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Mittwoch, 11 Dezember 2019 11:40

Hannes Krakolinig: Liebe - Leid - Leidenschaft / Österreich und Ecuador

geschrieben von Laura Garrido
Hannes Krakolinig fördert seit 2007 verschiedene soziale Projekte, um ecuatorianischen Bewohnern in den Bereichen Bildung und Gesundheit zu helfen. (Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Krakolinig)

Die Geschichte des gebürtigen Kärntners Hannes Krakolinig, geboren in Klagenfurt, den die Liebe zu Lateinamerika nach Ecuador zog, um dort mit Leidenschaft Sozialprojekte umzusetzen, die einer im Amazonasgebiet von Ecuador lebenden Minderheit – den Kichwa – helfen, ihr Leid zu überwinden.

Tena ist die Hauptstadt der Provinz Napo und liegt im Amazonasgebiet von Ecuador. Als ich 2007 in Tena ankam, gab es ungefähr 22.000 Einwohner und es war eine ruhige und sichere Stadt, in der die meisten Bewohner Kichwa waren. Rund um die Stadt kreuzen sich Flüsse und Dschungel und es gibt viele Kichwa-Dörfer, die von Landwirtschaft, Fischerei, Goldwäsche und auch ein bisschen vom Tourismus lebten.

Austriaco Hannes Krakolinig imparte clases en el Amazonas ecuatoriano (Foto: Cortesía Krakolinig).
Österreicher Hannes Krakolinig unterrichtet im ecuadorianischen Amazonas. (Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Krakolinig).

Herr Krakolinig, Sie gingen nach Quito - Ecuador und waren noch sehr jung, um an einer Schule zu unterrichten. Was hat Sie veranlasst, Österreich zu verlassen, um ein Projekt dieser Art in Angriff zu nehmen? Welche Emotionen und Erfahrungen hatten Sie in ihren ersten Tagen?

Nun, ich war gar nicht mehr so jung um auf einer Schule zu unterrichten, sondern bereits 27 Jahre alt, mit einem abgeschlossenen Studium in der Tasche. Um ihre Frage zu beantworten, muss ich ein bisschen weiter zurückgehen, damit Sie meine Abreise nach Ecuador verstehen. Alles begann vor mittlerweile 17 Jahren. Nachdem ich zwei Jahre im Rathaus meiner Heimatstadt gearbeitet hatte, entschloss ich mich im Jahr 2002 meinen Job und alles zurückzulassen und ging nach Mexiko, um die Welt kennenzulernen. Ich sprach damals noch kein Spanisch, hatte auch nicht viel Geld und musste dann als Tellerwäscher, Wachmann, Straßenverkäufer usw. arbeiten. Ich schlief oft in Parks und aß was ich auftreiben konnte. Ich habe mit den Leuten der Straße gelebt und auf diese Weise einiges über die lateinamerikanische Kultur kennengelernt, viele Freunde gewonnen, die Hilfe und die lateinamerikanische Gastfreundschaft geschätzt und mich in diese Kultur verliebt. Ich beschloss nach einem Jahr nach Österreich zurückzukehren, um zu studieren und so bald wie möglich wieder nach Lateinamerika zu reisen, aber mit einem Abschluss in der Hand, um einen guten Job zu bekommen. (Das ganze Abenteuer meines Jahres in Mittelamerika kann man in meinem Buch „Al Centro - Eine Reise durch Mittelamerika“ nachlesen).

Niños kichwa camino al colegio. (Foto: Cortesía Krakolinig).
Niños kichwa camino al colegio. (Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Krakolinig).

Also ging ich zurück nach Klagenfurt, studierte Lehramt für Englisch und Biologie und am Tag meines Abschlusses wurde mir ein Vertrag für zwei Jahre als Lehrer für Deutsch, Englisch, Biologie und Naturwissenschaften an einer Privatschule in Quito angeboten. Ich nahm das Angebot an und zwei Monate später landete ich in Quito. Es war auch genau mein Geburtstag und die ersten beiden Tage habe ich mit ein paar Freunden aus der Hauptstadt gefeiert, die ich bereits aus Österreich kannte. Glücklich darüber, dass mein Plan in Erfüllung gegangen war, begann ich ein paar Tage später in der Schule zu arbeiten, suchte mir eine Wohnung und lebte mich schnell ein. Aber das Leben in Quito in der Privatschule hatte nichts mit meinen Erwartungen zu tun, geschweige denn mit meinem Straßenleben in Mexiko.

Was ist in dem Jahr geschehen, dass Sie beschlossen, nicht nach Österreich zurückzukehren, sondern in Ecuador zu bleiben, aber Quito zu verlassen um nach Tena zu fahren, einer kleineren Stadt im Amazonasgebiet von Ecuador?

Als ich in der Privatschule arbeitete, erkannte ich die großen sozialen Unterschiede im Land und damit wurde mir bewusst, dass es nicht mein Plan war, nach Südamerika zu gehen, um die reiche Bevölkerungsschicht zu unterrichten. Ich hab mich natürlich gut mit meinen Schülern verstanden und mochte meine Arbeit, aber in meinen Ferien und freien Tagen versuchte ich immer, das „echte“ Ecuador kennenzulernen, um mehr über die Realität der Menschen zu erfahren. Auf diese Weise lernte ich Tena und die zahlreichen Kichwa-Dörfer im Umfeld kennen und beschloss nach zwei Jahren meinen Vertrag in Quito auf der Privatschule nicht zu verlängern, sondern in den Amazonas zu ziehen, um diese wundervolle Region näher kennenzulernen. Mit einem Freund eröffneten wir ein Internetcafé und mit Hilfe der örtlichen Gemeinde starteten wir ein Sozialprojekt für Freiwillige, die Englisch in den Grundschulen der Kichwa-Gemeinden unterrichten sollten, damit die Kinder Englisch lernen und dadurch bessere Zukunftschancen haben.

Dann habe ich die Sozialarbeit mit Zahnarztbrigaden aus Kanada ausgebaut, die seit 2008 jährlich Zahnärzte in den Dschungel schickten, wo sie kostenlos mit Reinigungen, Plomben und Zähneziehen helfen. Zusätzlich organisierte ich ein weiteres Projekt zur Installation von Trinkwassersystemen in den Kichwa-Dörfern, da es in vielen an Trinkwasser mangelt. Die Kinder trinken Wasser aus dem Fluss, so dass ihre kleinen Bäuche durch Parasiten anschwellen. Ohne Wasser gibt es keine Gesundheit und deshalb hatte ich diese Idee. Finanziell wurde ich von dem Wiener Verein „Run4Dreams“ unterstützt. Da ich diese Art von Arbeit auch als Freiwilliger und gemeinnütziger Verein verrichte, musste ich für meinen Lebensunterhalt ein Einkommen finden und eröffnete ein Reisebüro, in dem ich Rundreisen durchs ganze Land anbiete, die ganz individuell auf die Interessen der Besucher abgestimmt sind. Damit kann ich auch einheimischen Familien, die vom Tourismus leben, helfen und ihnen Kunden bringen.

Mit der Zeit kamen immer mehr Sozialprojekte dazu: ...Es gibt eine Notfallbox für Medikamente nach Unfällen oder Krankheiten; Ich bringe regelmäßig Kleidung und Medizin an Schulen und Kichwa-Dörfer im Dschungel; Ich helfe mit Schulmaterialien in den Grundschulen; In einer Apotheke haben wir das Projekt „Sozialkassa“ eingerichtet, bei der einkommensschwache Menschen ihre Medikamente zum halben Preis erhalten; Vor vier Jahren organisierte ich einen Kickboxkampf gegen den ecuatorianischen Staatsmeister, um Spenden für eine verschuldete Familie zu sammeln u.v.m.

In den ersten Monaten Ihres Aufenthalts in Quito erfuhren Sie von der Situation und den Schwierigkeiten, mit denen indigene Dörfer häufig konfrontiert sind. Wie sind Sie mit den Kichwa in Kontakt gekommen?

Nein, in Quito hatte ich keinen Kontakt zu den Kichwa. Ich fand viele Kichwa-Freunde in Tena, als ich in einem Internetcafé arbeitete, die mich in ihre Dörfer und zu den traditionellen Festen einluden.

Wie ist die Situation der Kichwa in Ecuador? Was sind ihre wichtigsten Traditionen und Lebensweisen, die Bedrohungen, die natürliche Umgebung in der sie leben? Wie organisieren sie sich und womit leben sie? Ich möchte gerne wissen, ob sie die Infrastrukturen haben die den Zugang zu Grundrechten wie Bildung und Gesundheit ermöglichen. 

Die Kichwa-Familie ist eine große Familie. Viele meiner Freunde haben oft 8 bis 12 Geschwister. Traditionell lebten sie von der Landwirtschaft und die Produkte der Ernte wurde in den Städten verkauft. Der Fischfang ist auch ein Teil des Einkommens. Es gibt viele Traditionen, wie die der Schamanen, der sowohl Arzt als auch Chef des Dorfes ist. Es gibt natürlich sehr viel verschiedene typische Gerichte. Am besten ist, Sie besuchen mich, damit Sie diese Kultur persönlich kennenlernen, anstatt nur diese Zeilen zu lesen. ;)

Das größte Problem der Kichwa im Dschungel sind der Bergbau und die Ölgesellschaften, die ihr Wasser verschmutzen und ihnen ihr Land wegnehmen. Ein weiteres, ernstes Problem ist die Beschäftigungssituation im ganzen Land, denn es gibt für junge Menschen keine Arbeit. Die Ausbildung hat ein sehr niedriges Niveau. Ecuador ist mit Bolivien das Land mit dem niedrigsten Englischniveau in ganz Lateinamerika, aber auch in den anderen Fächern ist die Schulbildung stagnierend. Die Gesundheit stellt ein weiteres Problem dar, denn in Krankenhäusern ist es schwierig, Termine zu bekommen und Medikamente sind äußerst rar.

Sie gingen nach Ecuador, um an einem Bildungsprojekt teilzunehmen. Wie wichtig ist Bildung für die Entwicklung eines Volkes wie das der Kichwa?

Wie in der ganzen Welt und allen Völkern der Welt ist Bildung für die Entwicklung von grundlegender Bedeutung. Ein Volk ohne Bildung ist die Marionette der Regierung oder wie Che Guevara sagte: „Ein Volk, das nicht lesen oder schreiben kann, ist ein Volk, das leicht zu täuschen ist.“

Auf selbstlose Weise werden Projekte in verschiedenen Bereichen wie Bildung und Gesundheit gefördert, an denen Lehrer und Zahnärzte beteiligt sind, auch im Bereich der sanitären Grundversorgung, des Trinkwassers und der Reaktion auf Notfälle mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln, Kleidung und Ausrüstung usw. Beschreiben Sie etwas mehr über diese sozialen Projekte. Welche Bedürfnisse sind am dringendsten? Wie wird die Kichwa-Gemeinschaft gebildet und gestärkt? 

Die wichtigsten Notwendigkeiten sind sauberes Wasser, Hygieneartikel und Schulmaterialien. Die Dörfer, die ich unterstütze, nehmen an den Projekten in Form von Wartungsarbeiten teil.

Wie werden diese Projekte finanziert und wie können Sie helfen oder spenden?

Sie werden durch private Spenden finanziert. Ich erhalte Geldspenden und die Leute sagen mir, an welchem ​​meiner Projekte sie teilnehmen möchten und ich sende dann Fotos über die Art und Weise, wie sie verwendet wurden. Es hilft auch, wenn man meine Bücher kauft, da eine Teil meines Gewinns für den Kauf von Schulmaterial verwendet wird. Das gleiche gilt für Reisen, die bei mir gebucht werden. Ein Teil meines Gehalts fließt immer in meine Sozialprojekte. Der Verein "Run4Dreams" hilft mir auch jedes Jahr und hat bereits vier Trinkwassersysteme und einen Spielplatz für eine Schule für Kinder mit besonderen Bedürfnissen - einschließlich geeignetem Spielzeug - installiert. Ich erhalte auch finanzielle Unterstützung vom VEREIN ESPERANZA in Graz, der mir hilft, Einkäufe für Schulmaterial und Notfälle zu tätigen.

Wie ist ein Leben voller Herausforderungen für das Sie sich entschieden haben, im Vergleich eines Lebens voller Komfort, wie Sie es in Klagenfurt oder in einer anderen Stadt in Österreich haben könnten?

Ich glaube nicht, dass alle Österreicher ein Leben voller Komfort haben! Auch in Österreich muss man hart arbeiten, wenn man seine Ziele erreichen will, aber natürlich ist Österreich, im Verhältnis zu anderen Teilen der Welt, immer noch ein Paradies.

En la foto se ve a un grupo de niños de la población kichwa tomando agua.
Hannes Krakolinig: ein österreichisches Vorbild. (Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Krakolinig).
Hannes Krakolinig instalando un columpio frente al colegio indígena.
Krakolinig arbeitet hart. (Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Krakolinig).
Hannes Krakolinig sacando tierra para construir
Hannes Krakolinig: nicht nur reden, sondern tun. (Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Krakolinig).

Ich lebe aber lieber hier in Lateinamerika, weil es realer und lebendiger ist. Alles passiert auf der Straße, die Menschen kennen sich, alles bewegt sich, lebt. In Österreich sind wir zu geschützt vor allem, die Menschen schließen sich in ihren Häusern ein und wir leben oft ohne viel Kontakt zueinander. Aber natürlich sind die Gesundheitseinrichtungen mit Sozialversicherungen und das gesamte Bildungswesen ein riesiger Vorteil. Auch die Gleichstellung der Menschen schätze ich sehr in Österreich, denn im Vergleich dazu ist in Lateinamerika der Unterschied zwischen den sozialen Schichten extrem groß und ein immer andauerndes Problem.

Sie haben fünf Bücher veröffentlicht und an einem Drehbuch mitgearbeitet. Die Titel ihrer Werke zeigen den Lesern, dass ihre Texte viel von ihren Erfahrungen und dem Wesen Ecuadors, wenn nicht sogar ganz Lateinamerikas, geprägt sind. Erzählen Sie uns von dem Einfluss, den Lateinamerika auf Ihre Werke und Ihren Erfahrungen, die Sie dort sammelten, hat.

Ich habe fünf Bücher - die alle auf Erfahrungen und Abenteuern in Lateinamerika basieren - veröffentlicht:

„Al Centro" ist ein Biografie-Abenteuerroman meines Straßenjahres in Mexiko.

„Gualingas Grenzen" ist ein Abenteuerroman, der die Geschichte eines Kichwa erzählt, der innerhalb von 11 Monaten den gesamten Amazonas durchquerte.

„Tzantza" ist eine Sammlung von Kurzgeschichten aus Ecuador und meiner Meinung nach, das beste meiner Bücher.

„Der Schweinegringo" ist ein Kriminalroman, dessen Protagonist ein Kommissar in Tena ist, der nach verlorenen Jugendlichen sucht.

„Der Kuestenkannibale" ist der zweite Teil mit demselben Kommissar und handelt von der Organmafia an der Küste Ecuadors.
Bisher habe ich etwas mehr als 1000 Bücher verkauft und schreibe momentan den nächsten Teil um Comisario Lema.
Letztes Jahr wurde in Österreich ein Kinofilm uraufgeführt, von dem ich die Treatment geschrieben und eine kleine Rolle gespielt habe. Er heißt „Traman“. Hier ist der Link: https://www.imdb.com/title/tt9187974/?ref_=fn_al_tt_1  

Der Film hat einige Auszeichnungen und sehr gute Kritiken erhalten. Ich arbeite momentan auch an einem Drehbuch für den nächsten Film.

Die beiden Filme haben eigentlich nichts mit Lateinamerika zu tun, aber nachdem ich schon solange hier lebe, ist Lateinamerika ein Teil von mir und kommt auf die ein oder andere Weise immer in meinen Geschichten vor.

Hannes Krakolinig ha escrito varios libros. Su inspiración: la vida en Ecuador. (Foto: Cortesía Krakolinig).
Hannes Krakolinig hat mehrere Bücher geschrieben. Seine Inspiration: das Leben in Ecuador. (Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Krakolinig).

 

Los viajes de Hannes Krakolinig

Krakolinig ofrece viajes a Latinoamérica para un mínimo de 2 y máximo de 24 personas.

Tempo mínimo: 12 días, ideal serían 15, pero se puede mucho mas también. Krakolinig busca a los turistas en el aeropuerto de Quito con buseta y chofer.

El viaje es una mezcla de Amazonia, Andes y playa, o según el interés de los visitantes.

El viaje es tipo todo incluido, pagan un precio fijo para las 2 semanas y durante el viaje no se gasta ni un centavo, todo está incluido, hoteles, 3 comidas, guías, choferes, entradas, gasolina, lavandería, etc.

El tipo de viaje se puede elegir entre aventura, lujo, cultura, party, pesca, deporte o una mezcla de todo.

E-Mail: hakra1@hotmail.com

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