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Samstag, 22 Juni 2019 10:31

David Ricardo Salazar dirigiert "Die Nacht der Mayas in Wien"

geschrieben von Rafael Donnadio / Übersetzung: Franz Klika
David Ricardo Salazar bringt uns ein musikalisches Geschenk, das Geschichte schreibt. Im Hintergrund der Musikverein. (Foto: Werner Schütz)

Der Komponist, Silvestre Revueltas, war ein großer Österreich Freund.

Demnächst werden die Akkorde von „Die Nacht der Mayas“ des mexikanischen Komponistens Silvestre Revueltas mit dem Radio-Symphonieorchester Wien (ORF RSO Wien) unter der Leitung von David Ricardo Salazar im „Goldenen Saal“ des international renommierten Musikvereins in Wien erklingen.

Das ist eine „Premiere“, da zum ersten Mal dieses große Werk der lateinamerikanischen symphonischen Musik des XX. Jahrhunderts von einem der großen österreichischen Sinfonieorchester gespielt wird.

Dies wird im Rahmen des Abschlusskonzerts des Masterstudiums Orchesterdirigieren der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) stattfinden. In diesem Zusammenhang werden Luiz de Godoy (Brasilien), Yeo Jin Kim (Südkorea) und David Ricardo Salazar (Kolumbien) das Radio-Symphonieorchester Wien (ORF RSO Wien) leiten.

Silvestre Revueltas Schaffen

Silvestre Revueltas (31.12.1899 - 05.10.1940), ein vielseitiger Musiker, virtuoser Konzertgeiger und Direktor war einer der wichtigsten lateinamerikanischen Komponisten und auch international bekannt. Und als wäre das nicht „genug“, war er auch ein produktiver Komponist für das Kino. Dies spiegelt sich in der Musik, die er für insgesamt 16 Filme aller Genres komponierte, wider.
Revueltas war auch ein Künstler, der sich seiner Zeit und seinen weiten internationalen Horizonten verschrieben hatte. Ein Beweis dafür sind seine künstlerischen und politischen Beziehungen zu Österreich.

Als Beispiel erwähnenswert wäre, dass nach dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland, Revueltas erfolgreich beim damaligen mexikanischen Präsidenten Lázaro Cárdenas, politisches Asyl für eine Reihe österreichischer Künstler und Intellektueller, wie Schriftsteller Franz Werfel und Komponist Hans Eisler, erwirkte. Eigentlich war Mexiko das einzige Land, das vor dem Völkerbund in Genf formell gegen die Annexion Österreichs im Jahr 1938 protestierte.

Interessanterweise war die Verbindung von Revueltas mit Österreich von Anfang an mit dem Film verknüpft. 1936 komponierte er die Musik für den mexikanischen Film „Redes“ unter der Regie des österreichischen Regisseurs Fred Zinnemann, der später in Hollywood große Karriere machte.

Als Revueltas 1939 seine Kontakte zum Kino fortsetzte, komponierte er die Musik für den mexikanischen Film „La noche de los Mayas“. Hier vereinigt Revueltas ein traditionelles Sinfonieorchesters mit einem großen Schlagzeug Emsemble, zusammengestellt aus europäischen, prähispanischen und karibischen Schlagzeuginstrumenten wie Tunkul, Rassel, Huehuetl, Maracas, Muschel, Güiro, Congas und Bongos.

„La Noche de los Mayas“ ist als eine symphonische Suite strukturiert, die auf dem Material der verschiedenen Sequenzen basiert, die Revueltas im Film mit Musik unterlegte. Die vier Sätze spiegeln weitgehend die Stimmung wider: „Nacht der Mayas“, „Nacht der Jaranas“, „Nacht von Yucatán“ und „Nacht der Verzauberung“.

Das Konzert

Die lateinamerikanische Community in Österreich feiert diese wunderbare Premiere, die der junge Dirigent David Ricardo Salazar ins Leben gerufen hat. Die Zeitschrift CulturaLatina hat ihn interviewt.

Am 27. Juni wirst du eine ganz besondere Premiere in Wien dirigieren: Die „Nacht der Mayas“, ein Werk vom mexikanischen Komponisten Silvestre Revueltas, damit werden Echos der Maya Kultur - im übertragenen Sinn - im „Goldenen Saal“ des Musikvereins in Wien erschallen, dies mit einem Symphonieorchester sowie vorkolumbischen und karibische Schlagzeuginstrumente. Wie war das möglich?Nach 6 Jahren Masterstudium Orchesterdirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien haben wir die Möglichkeit, unsere Studien mit einem Konzert im Musikverein zu beenden. Da können wir auch das Radio-Symphonieorchester Wien (ORF RSO Wien) dirigieren. Jeder Student schlägt ein Werk vor, das er mit diesem renommierten Orchester dirigieren möchte. Dieses Jahr haben wir sehr viel Glück gehabt, weil sich nur drei Studenten präsentieren, so dass jeder eine Spielzeit von etwa 30 Minuten hat. Ich habe „La Noche de los Mayas“ von Silvestre Revueltas ausgewählt.

Wie war die Reaktion auf deine Entscheidung?
Die Idee klang vielleicht anfangs ein bisschen weit hergeholt, da dieses Werk von einem österreichischen Orchester noch nie gespielt wurde. Es erfordert eine zusätzliche Schlagzeuggruppe von 13 Musikern und Klavier sowie das Orchester in seiner üblichen Zusammensetzung von etwa 75 bis 80 Musikern. Darüber hinaus wird eine ganze Reihe von Schlaginstrumenten aus der Karibik und Mexiko vorspanischen Ursprungs benötigt. Doch die Idee, etwas Neues zu präsentieren, nicht europäisch, wurde von meinem Prof. Johannes Wildner sowie vom Direktor des Instituts für Orchester Prof. Thomas Kreuzberger begrüßt. Es kam auch vor, dass Prof. Joseph Gumpinger nicht nur der Hauptschlagzeuger des Orchesters, sondern auch Professor an der mdw ist. Daher entstand die Idee, dieses Werk mit der besonderen Beteiligung der Studierenden von Prof. Gumpinger und somit den erforderlichen Bedarf an Schlagzeugern, die dieses Werk benötigt zu ergänzen. Kurz gesagt, es sind positive Umstände hinzugekommen, die die Realisierung dieses Werkes ermöglicht haben.

Was kannst du uns über Silvestre Revueltas als Komponist erzählen?
Revueltas ist im 20. Jahrhundert einer der wichtigsten Komponisten Lateinamerikas und auch weltweit. Er war auch einer der Gründer des Musikalischen Nationalismus in Mexiko. Doch dank seiner Genialität, Technik und Engagement für die Gesellschaft und humanistische Haltung, verändert er diese „nationalistische“ Musik in einem Werk der universellen Kunst um. Revueltas verwendet moderne und avantgardistische Kompositionstechniken und lässt sich von Rhythmen und ursprünglichen Melodien der mexikanischen volkstümlichen Musik und Folklore inspirieren, ohne jemals direkte Zitate aus Volksliedern zu nehmen. Es ist bemerkenswert, dass die Einflüsse, die ihn inspirieren, von zwei Arten der Musik aus der mexikanischen Kultur stammen: Indigene (präkolumbisch) und Mestize (zeitgenössische populäre).

Welche mexikanischen und prä-hispanischen karibischen Instrumente sowie traditionelle europäische Instrumente werden in diesem Konzert verwendet?
Die Tunkul, die indische Trommel, Rasseln, Huehuetl Trommel, Maracas, Muschel, Güiro, Congas und Bongos sowie klassische Perkussion Instrumente wie Schnarrtrommeln, Timba, Xylophon und Tamtam.

Wie bist du in deiner Heimat Kolumbien zur klassischen Musik gekommen?
Im Prinzip aufgrund des Einflusses meines Vaters, der trotzdem er aus einer Familie von Bauern kam, die keine Verbindung zur Musik hatte, hörte er immer klassische Musik (Beethoven, Mahler, Chopin, Rachmaninow, Strawinsky, etc.). Als ich ungefähr neun Jahre alt war, nahm er mich zum ersten Mal zu einem Konzert des Philharmonischen Orchester Bogotá mit. Ich habe mich in die Musik „verliebt“, die ich dort gehört habe und von diesem Moment an, war es immer mein Wunsch zu lernen und Musik zu machen.

Erzähle uns von deiner Karriere als Musiker in Wien. Welche Instrumente spielst du und wo hast du studiert?
Mein Instrument ist das Klavier. Zuerst studierte ich Klavier und dann Komposition (Bachelor) am Konservatorium der Stadt Wien Privat Universität, heute genannt MUK und jetzt befinde ich mich in der Abschlussphase meines Studiums in Orchesterdirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw).


Orquesta Filarmónica Juvenil del Café. (Residencia Musical Viena - Eje Cafetero 2016). (Foto: Harold Perdomo).
Orquesta Filarmónica Juvenil del Café. (Residencia Musical Viena - Eje Cafetero 2016). (Foto: Harold Perdomo).

Vergleichbar mit dem sozialen Engagement von Revueltas wissen wir, dass du in deinem Heimatland musikalische Projekte gestartet und daran teilgenommen hast, um zur Verbesserung der Sozialstruktur in Kolumbien beizutragen. Was kannst du uns darüber erzählen?
Über einen Verein Namens „Arte-Latino Vienna“ den wir mit Freunden gegründet haben, können wir seit mehr als 10 Jahren einen kulturellen Austausch zwischen Österreich und Kolumbien betreiben. Die wichtigste Aktivität von uns ist der musikalisch-pädagogische Austausch, bei dem wir mit österreichischen Musikern verschiedene Regionen Kolumbiens bereisen und Meisterkurse und Konzerte für Menschen aller sozialen Schichten geben. Ähnliches wurde erst vor einigen Jahren von privaten Initiativen unternommen, die hauptsächlich von den österreichischen Botschaften in Bogota und Lima (Peru) unterstützt wurden.

Könntest du von diesen Aktivitäten einige Projekte besonders hervorheben?
2018 wurde dank der österreichischen Botschafterin S. E. Frau Marianne Feldmann in Kolumbien, ein Austauschrahmenvertrag zwischen dem Konservatorium der Nationalen Universität von Bogotá und der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien unterzeichnet. Ein weiteres besonderes Projekt wurde zu Ostern 2018 durchgeführt: dank der Bemühungen der Abteilungs- und Stadtverwaltung im Bezirk Huila führten wir drei wichtige Musikveranstaltungen unter dem Namen „Opera für PAZcua 2018“ durch. Hier konnten wir mehr als 12.000 Zuschauer bei freiem Eintritt begrüßen, um ihnen die Harmonie und den Frieden der klassischen Oper sowie die Krönungsmesse Mozarts näher zu bringen. An diesen Veranstaltungen nahmen mehr als 200 Künstler teil.

Was bedeuten diese Projekte für einen in Österreich lebenden kolumbianischen Musiker?
Mit diesen Initiativen wollen wir ein Scherflein beitragen, um den Prozess der Verbesserung des sozialen Gefüges in Kolumbien zu fördern.

Zum Abschluss: Was würdest du mit deinen Erfahrungen und Erlebnissen einem jungen Musikstudenten in Lateinamerika empfehlen?
Mit seiner Kunst Verantwortung zu übernehmen, der Musik einen lebendigen Inhalt zu geben und immer daran denken, dass wir nur Interpreten sind, die genialen Komponisten und der Gesellschaft dienen, eine Gesellschaft die von ihren Werken geistig genährt wird. ♦

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Concierto Final de la Maestría de Dirección Orquestal 27.06.2019
Abschlusskonzert der Dirigent/innenklassen der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Wann: Do., 27.07.2019 19.30 hrs.
Ort: Musikverein, Goldener Saal - Musikvereinplatz 1, 1010 Wien
U4 Station Karlsplatz

Tickets: Konzertkassa Musikverein.
www.musikverein.at/kartenkauf 
Musikvereinplatz 1 (entrada por/ Eingang in die Bösendorferstrasse 12)

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