Die deutsch-spanische Kulturzeitschrift Österreichs

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Samstag, 16 Februar 2019 22:16

Voglia d'ARTE: Ein künstlerisches Projekt mit Liebe und Loyalität

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Die Geschäftsführer von Voglia d'ARTE: Marisa Blanco und Fernando Hernández. (Foto: Marcos Aray)

Die Künstler Marisa Blanco und Fernando Hernández haben ihren amerikanischen Traum in Wien verwirklicht und da hat sie auch Amors Pfeil getroffen.

Voglia d'ARTE ist ein künstlerisches Projekt zweier talentierter Unternehmer, die in Wien ein vielfältiges Kulturprogramm auf hohem Niveau anbieten. Wie entstand dies alles? Wie entwickelte sich so eine Geschichte von Liebe, Reflexion und Fortschritt?

In den neunziger Jahren wurde die Sopranistin Marisa Blanco in der spanischen Hauptstadt Madrid geboren. Drei Jahre später kam Tenor Fernando Hernández, in der Hauptstadt Mexikos, auf der anderen Seite des Atlantiks, zur Welt.

Nachdem sie zahlreiche künstlerische Erfahrungen in ihren Herkunftsländern gemacht hatten, kamen sie ans Musikkonservatorium Richard Wagner in Wien an, wo sie sich kennen lernten.

Marisa kam 2010 nach Österreich. Sie lebte zunächst drei Jahre in Graz, zog danach - mit der Absicht ihre Träume fortzusetzen - nach Wien und ohne es anzustreben, findet sie die Liebe ihres Lebens, heiratet und gründet eine eigene Firma.

Fernando kam 2014 nach Österreich, nachdem er das Album "Mi Esperanza" aufgenommen hatte. Er begann mit 14 Jahren als Bariton zu singen. Eine Tatsache, die sich bei seiner Ankunft in der österreichischen Hauptstadt - dank Maestro López Cobos - geändert hat. "Der Maestro López Cobos“, in seiner unendlichen Weisheit und Freundlichkeit, möge er in Frieden ruhen, half er Fernando, indem er ihm vor seiner Ankunft in Wien ein Vorsingen an der Wiener Staatsoper anbot, da Fernando Zweifel hatte, ob seine Stimmlage zu Bariton oder Tenor gehörte. Der Maestro äußerte sich dazu und gab ihm einige Ratschläge, die Fernando nie vergessen hat und die ihm in seiner Technik sehr geholfen haben“, sagt Marisa.

Später erlitt Marisa eine schwere Krankheit. Als sie sich erholte, betrachtete sie das Leben aus einer anderen Perspektive und eines Tages wählte sie ein Symbol für äußere Schönheit, den Nagellack. Dies um Ihre innere Schönheit zu zeigen. So begann sie mit Nagellack in einer eigenen Technik zu malen, die sie autodidakt perfektionierte.

Daraufhin kam sie auf die Idee, etwas Größeres zu schaffen, einen Ort, an dem alle künstlerischen Disziplinen Hand in Hand gehen können, um dem Publikum ein ganzes Paket anzubieten.
Und sie gab diesem neuen Projekt den Namen „Voglia d'Arte“ (auf Deutsch: Lust auf Kunst). Mit diesem Namen möchte Marisa das Land ehren, in dem die Oper geboren wurde. Voglia d'Arte wurde von Marisa und Fernando gegründet und legte den Grundstein für eine künstlerische Produktionsfirma, die ihre Arbeit mit bestem Wissen und Gewissen leistet. Ein Projekt mit Grundwerten wie Harmonie, Kameradschaft, Demut und dem Wunsch, vorwärts zu gehen und mit weit geöffneten Ohren, um ständig weiter zu lernen.

Ihr Slogan beschreibt perfekt den Geist des Unternehmens: Voglia d'ARTE, WIR SIND, WAS WIR SIND.

Beide führen ein Team von 22 Künstlern, mit denen sie im Palais Eschenbach, im Kursalon des Alten Rathaus, im Theater Akzent, im Konzerthaus oder im Musikverein aufgetreten sind.
Demnächst werden sie am 23. Februar 2019 um 18 Uhr, im Haus der Ingenieure (Palais Eschenbach Wien) und am 4. April um 19 Uhr, im Alten Rathaus, präsentieren.

 

Voglia d'ARTE im Haus der Ingenieure (Palais Eschenbach Wien) am 23. Februar 2019 um 18 Uhr. Und am 4. April um 19 Uhr im Alten Rathaus. (Foto: Marcos Aray).
Voglia d'ARTE im Haus der Ingenieure (Palais Eschenbach Wien) am 23. Februar 2019 und am 4. April im Alten Rathaus. (Foto: Marcos Aray).

Bis Ende Mai haben sie ein weiteres großartiges Projekt geplant. Darüber wollten sie keine Informationen geben, aber sie sagten, dass es sich um ein klassisches Musikereignis von Ibero-Lateinamerika handelt.
Marisa und Fernando planen für die folgenden Jahre Tourneen ihrer Shows in Ländern wie Mexiko, Spanien, China und Russland.

Solange die Leidenschaft genährt wird, sind der Zukunft der Kunst keine Grenzen gesetzt.

Was genau macht Ihre künstlerische Produktionsfirma Voglia d'ARTE?
Genau genommen konzentrieren wir uns "augenblicklich" darauf, Operngalas oder klassische Ibero-Lateinamerikanische-Musik zu produzieren. Ich sage "augenblicklich", weil wir eben in Wien wohnen und der Kunstkonsum hier am höchsten ist.

Bei den Galas singen wir auch. Fernando als Tenor-Baby und ich als dramatisches Sopran-Baby. Das“Baby“ bedeutet, dass wir noch zu jung sind, um auf unserer höchsten Stufe zu sein. Diese wird erst zwischen 33 und 40 Jahren mehr oder weniger erworben.
Unser Traum ist es, eines Tages Filmproduktionen machen zu können. Jetzt decken wir die Welt der Oper, Ausstellungen und Literatur ab. Wir haben sehr ehrgeizige Projekte mit viel Partizipation von Tanz, Musik, Theater und Humor in Sicht. Wir können aber laut Unternehmenspolitik noch nichts kommentieren. Obwohl es sehr bald Neuigkeiten geben wird.

Warum Wien?
Wien war schon immer unser Ziel. Den Traum zu leben Musiker zu sein, zu studieren, zu arbeiten und ein Kunstunternehmen in Wien zu gründen, ist das Größte, was uns passieren konnte. Wien ist die Wiege der klassischen Musik und hat uns Alles gegeben.

Kann jeder interessierte Künstler daran teilnehmen?
Nein, im Moment sind wir diejenigen, die sich für Talente interessieren und wenn wir sehen, dass sie gut zu unserem Wesen passen, übernehmen wir ihn oder sie in unsere Familie. Die Grundregel ist Demut und wie ich sagte, die Kameradschaft. Wir sind es leid, den Konkurrenzkampf in den eigenen Produktionsfirmen, bei Künstlern und unter Mitgliedern des Showgeschäfts zu sehen. Deshalb wollten wir unser Scherflein in unserer Welt dazu beitragen und eine Unternehmensphilosophie schaffen, in der sich alle wirklich gegenseitig unterstützen, auch weil diese Chemie auf die Bühne übertragen wird und von entscheidender Bedeutung ist.

Marisa, nach deiner schweren Krankheit, hast du dich als Person verändert?
Ja natürlich. Alles in mir hat sich verändert. Als ich in Österreich ankam, wog ich 30 Kilo mehr. Und in einem Jahr verlor ich sie, aufgrund einer Essstörung, die durch den Druck des Showgeschäfts verursacht wurde. Wenn man sich in einer solch anspruchsvollen künstlerischen Welt befindet, ist man manchmal in Gefahr, von der Herde beeinflusst zu werden und dann denkt man, dass das Image wichtiger ist als das Produkt. Aber ich habe nicht nur diese 30 Kilo verloren, sondern auch mich. Ich vergaß, wer ich war und mein ganzes Wesen. Seit meiner Genesung (vor sechs Jahren) veränderte sich meine ganze Welt und dies dank der bedingungslosen Liebe meiner Familie. So wollte ich die Wahrnehmung jedes einzelnen Mitarbeiters verbessern. Und ich wollte ihnen zeigen, dass sie wertvoll sind für das, was sie sind und nicht für das, was andere von ihnen erwarten. Wir sind was wir sind. Mit Pauken und Trompeten.

Was genau ist in deinen Gedanken passiert?
Ich dachte, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht und dass es mich in Zukunft nicht in Verlegenheit bringen, sondern nur stärker machen würde und mir hilft, Schwung zu gewinnen. Und so war es auch. Ich habe meine Seele durch den Nagellack-Pinsel ausgedrückt und realisierte, dass ich mich treiben lassen sollte, die schönen Momente des Lebens genießen und alles relativieren musste. Ich wollte diese Handlungsweise an unser Unternehmen weitergeben.

Es ist merkwürdig, dass in meinen Bildern mit Nagellack, bei jedem falschen Pinselstrich oder Fehler die einzige Möglichkeit darin besteht etwas Neues dadurch zu schaffen. Es ist nicht möglich die Fehler wie bei Öl zu korrigieren.
Normalerweise bin ich von der neuen Idee überrascht und sie gefällt mir besser als das was ich malen wollte. Deshalb denke ich, mich durch meine Bilder fließen zu lassen, zeigt mir, keine Angst vor dem Scheitern zu haben.

So Marisa malt ihre Bilder mit Nagellack in einer eigenen Technik, die sie autodidakt perfektionierte. (Foto: Marisa Blanco).
"Dualidad" von Marisa Blanco, wer ihre Bilder mit Nagellack in einer eigenen Technik ausmalt. (Foto: MB).

Wie groß sind deine Bilder?
Ich habe verschiedene Größen, einige sind 50x70cm, andere sind 100x50cm ...

"Flamenca" von Marisa Blanco. (Foto: MB)

Es hängt davon ab, um welche Art von Malerei es sich handelt oder um welches Material es sich handelt. Wenn es Papier ist, braucht es normalerweise etwas weniger Zeit. Wenn es sich um Leinwände für Öl handelt, dauert es viel länger. In einigen Fällen habe ich 8 Monate gebraucht, in anderen anderthalb Jahre ... es kommt auf das Gemälde an. Man muss berücksichtigen, dass der Pinsel sehr klein ist und man damit keine großen Striche ausführen kann. Es ist also eine sehr gründliche Arbeit von Geduld und Liebe.

Verkaufst du sie?
Im Moment verkaufe ich nur die Kopien. Das sind perfekte Duplikate in derselben Originalgröße. Nach Anfrage des Kunden drucke ich sie nach Maß.

Kannst du von deinem Beruf oder Projekt leben?
Ja, wir haben das große Glück, an dem zu arbeiten, was wir am meisten lieben. Wir können sehr gut davon leben. Jeden Tag singen, uns mit großartigen Profis vorbereiten und alles was wir von ihnen lernen können, wie Schwämme aufsaugen.

Wie ist die Reaktion des Publikums?
Das Publikum ist von der Energie, die sie auf der Bühne sehen, fasziniert. Wir sind wegen ihnen und für sie da. Und wie wir immer sagen, ist das Publikum auch Teil von Voglia d'Arte, denn ohne sie wäre das, was wir tun, nicht von Nutzen. Die Kunst ist nicht vollständig ohne das Publikum.

Wie ist das Verhältnis des Paares, wenn sie Arbeitskollegen sind?
Fernando ist der beste Partner, den Sie sich vorstellen können. Sowohl im Leben, als auch bei der Arbeit. Es ist sehr leicht mit ihm zu arbeiten. Wir haben ein perfektes Einfühlungsvermögen, weil er über Fähigkeiten verfügt, die mir fehlen und ich habe andere, die ihm fehlen. Aber es ist eine sehr schöne Kombination, denn wir können jeden Tag voneinander lernen und das in beide Richtungen.

Was sind eure Vorbilder?
Zunächst natürlich unsere Familien und unsere Eltern. Antonio Blanco und Jesús Hernández. Sie haben uns immer den Weg gezeigt und es ist eine Ehre, ihre Kinder zu sein. Väter mit großen Werten und Willen die uns lehrten.

Weiter müssen wir natürlich unsere Maestros nennen (Stephen Chaundy, Evelyn Schörkhuber, Glenys Linos) und meinen Meister des Kung Fu (Shaolin Shi Heng Zhan), die uns Tag für Tag unterstützen, um nicht zu versagen und diese Ausdauer und Beharrlichkeit trägt Früchte.

Im Bereich Oper haben wir großartige Vorbilder von Caruso, Corelli, Bonisoli, Caballé, Callas, Nilson ... bis Garifullina, Beczala, Brownlee, Álvarez, Vargas, meine geliebte Berna Perles ... Es gibt so viele, die uns mit ihrer Weisheit beeinflussen!
Und zu guter Letzt, große Menschen und Geschäftsleute wie unser Freund, der spanische Humorist Goyo Jiménez, der zweifellos einer der Stars ist. Und der mexikanische Komiker Franco Escamilla, der niemals seinen Patriotismus verliert und es geschafft hat, erfolgreich zu sein, ohne jemanden zu ruinieren und denjenigen, die es brauchten, die Hand zu reichen.

Wo ist eure Zukunft?
Natürlich in Wien. Wir haben gerade ein Liebesnest gekauft, also haben wir uns hier niedergelassen. Wir sehen uns zusammen, ernten Erfolge und vor allem mit viel Kunstlust.

Website: vogliadarte.com

Voglia d'ARTE „WIR SIND, WAS WIR SIND“ im Haus der Ingenieure am 23.02.
Voglia d'ARTE „WIR SIND, WAS WIR SIND“ im Haus der Ingenieure am 23.02.

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