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Donnerstag, 18 Mai 2017 04:44

Weltmuseum Wien öffnet am 25‌. Oktober 2017 wieder Empfehlung

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Sabine Haag, Generaldirektorin des KHM-Museumsverbands und Steven Engelsman, Direktor des Weltmuseums Wien bei der Pressekonferenz. (Foto: CulturaLatina.at)

Nach drei Jahren Umbau ist es endlich so weit: Das neu gestaltete Weltmuseum Wien, wird am 25. Oktober 2017 mit einer neuen Schausammlung und mehreren Sonderausstellungen wiedereröffnet.

Seit November 2014 ist das Weltmuseum Wien (früher „Völkerkundemuseum“) für Umbauten geschlossen. Am 25. Oktober wird die Wiedereröffnung gefeiert – mit einem sinnlichen Kaleidoskop aus theatralischen und musikalischen Splittern unterschiedlicher Kulturen auf einer Open-Air-Bühne am Heldenplatz unter der künstlerischen Leitung von André Heller. Nach der Show und am 26. Oktober kann man das neue Museum mit seinen weltberühmten Objekten bei freiem Eintritt besichtigen.

Direktor Steven Engelsman bei der Präsentation des neuen Konzepts des Weltmuseums Wien (Foto: CulturaLatina.at)
Direktor Steven Engelsman: „Migration gehört zum Menschen wie Sonne und Regen zum Wetter“. (Foto: CulturaLatina.at)

Treffpunkt für Menschen aller Kulturen

Das neue Weltmuseum versteht sich als „Treffpunkt für Menschen aller Kulturen wo Begeisterung für und Wertschätzung von kultureller Vielfalt gelebt und vermittelt werden“, so Direktor Dr. Steven Engelsman. So wird auch das Weltmuseum wieder Veranstaltungsort für das nächste mexikanische Totenfest in Österreich sein. Das Haus soll „eine Prachtumgebung sein für solche Sachen“, so Engelsman im Gespräch mit CulturaLatina. Es sollen auch andere Kulturfeste, wie beispielsweise ein nigerianisches Kulturfest, im Haus stattfinden.

Südamerika

Die Sammlung Südamerika beinhaltet über 18.000 ethnographische und archäologische Objekte aus allen Ländern des Kontinents: von am nördlichsten gelegenen Kolumbien bis in den tiefsten Süden von Argentinien und Chile. Auch die Karibik-Anrainerstaaten Venezuela, Guyana, Surinam und das französische Übersee-Territorium Französisch-Guyana zählen zum Sammlungsgebiet.

Die Objekte spiegeln auf eindrucksvolle Weise die kulturelle Vielfalt des südamerikanischen Kontinents wider. Sie dokumentieren Geschichte und erzählen Geschichten: von der Zeit vor Ankunft der Europäer in den Anden, von der mythischen Urzeit Amazoniens, von den Beziehungen indianischer Kulturen zueinander und der Ankunft in einem neuen Land: von Kontinuität und Wandel, von Verlust und Wachstum.

Die Neuaufstellung der Schausammlung wird sich den indianischen Kulturen Amazoniens widmen.

14 Schausäle und weitere Themensäle

Das neue Weltmuseum wird 14 Schausäle mit den Sammlungen des Hauses beherbergen. Dabei wird auch immer erzählt, wie die Objekte nach Wien gekommen sind. Weiters wurden auch Wissenschafter aus den Herkunftsländern der Objekte gebeten sich zu den Themen zu äußern.

Der Themensaal „Welt in Bewegung“ beschäftigt sich mit dem immer aktuellen und bildungspolitsch wichtigen Thema Migration. „Migration gehört zum Menschen wie Sonne und Regen zum Wetter“, so Engelsman bei der Präsentation. Ein weiterer Themensaal ist der der kolonialen Vergangenheit und der damit verbundenen Entfaltung ethnographischer Museen gewidmet. Heute stellen sich die ethnographischen Museen ihrer eigenen kolonialen Vergangenheit, nicht nur um ein Bewusstsein für diese zu schaffen, sondern auch um daraus zu lernen.

Rendering des Mesoamerika-Saal im neuen Weltmuseum Wien mit der Federkrone Moctezumas (Penacho de Moctezuma) im Zentrum (Bild: (c) ARGE Ralph Appelbaum Associates / Hoskins_Architects)
Rendering des Mesoamerika-Saal im neuen Weltmuseum Wien mit der Federkrone Moctezumas (Penacho de Moctezuma) im Zentrum (Foto: (c) ARGE Ralph Appelbaum Associates / Hoskins_Architects)

Penacho de Moctezuma

Federkrone Moctezumas
Federkrone Moctezumas. (Foto: Weltmuseum)

Die Federkrone Moctezumas (spanisch: Penacho de Moctezuma) is das Hauptstück des Saales Geschichten aus Mesoamerika.Der Penacho wurde erstmals 1596 im Nachlassinventar zu den Rüstkammern und der Kunstkammer des Tiroler Landesfürsten Erzherzog Ferdinand II. (Schloss Ambras) erwähnt. Aufgrund der Empfindlichkeit des Ausstellungsstückes wird die Federnkrone in einer mit der Technischen Universität Wien gemeinsam entwickelten Vitrine ausgestellt, die Erschütterungen im Saal dämpfen sollen. „Sie ist unglaublich fragil“ und wird „maximal technisch geschützt“, so Engelsman auf Nachfrage von CulturaLatina.

Finanzierung

André Heller, der die Eröffnungsfeier gestaltet, hat diese dem Weltmuseum „geschenkt“, so Sabine Haag, Generaldirektorin des KHM-Museumsverbandes und erläuterte, dass dieses Geschenk seine „seine künstlerischen Ideen, seine Kreativität und seine Begeisterung“ umfasst, die Durchführung des Festes selbst über Sponsoring und andere Fund-Rising-Aktivitäten finanziert wird. Ein Budget wurde nicht genannt.

Das Budget für die Renovierung und Überarbeitung des Weltmuseums Wien beträgt mit 21,8 Millionen Euro. Davon kommen 19,8 Millionen von der öffentlichen Hand. Etwas mehr als 5 Millionen hat das Bundesministerium für Wirtschaft, und rund 14 Millionen hat das Bundeskanzleramt für die Einrichtung des Museums beigetragen. 2 Millionen kommen vom KHM Museumsverband. „Wir haben eine hohe Planungssicherheit im Projekt“, so Geschäftsführer Paul Frey - es sei ein "ganz spektakuläres Projekt, das in der Abwicklung, in der Vollziehung, aber vor allem im Budgetvollzug völlig unspektakulär verläuft".

 

"Rundgang durch das neue Weltmuseum". (Foto: CulturaLatina.at)

 

Objekte von dem indigenen Volk Munduruku - brasilianisches Amazonas-Gebiet. (Foto: CulturaLatina.at)
Objekte von dem indigenen Volk Munduruku - brasilianisches Amazonas-Gebiet. (Foto: CulturaLatina.at)

"Wir laden alle ein, mit uns am Nationalfeiertag das neue Weltmuseum bei freiem Eintritt zu erkunden – ein Museum für Alle“, so Sabine Haag, Generaldirektorin des KHM -Museumsverbands.

Website: www.weltmuseumwien.at

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