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Dienstag, 23 April 2024 11:53

„(Un)Known Artists of the Amazon“: Indigene Kunst im Weltmuseum Wien

Von
Julianna Podolan Martins (Museu de Arte Indígena) und Claudia Augustat (Weltmuseum Wien). Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina

„(Un)Known Artists of the Amazon“ ist das Ergebnis einer spannenden Zusammenarbeit zwischen dem Weltmuseum Wien und dem Museu de Arte Indígena (MAI) in Curitiba (Brasilien). Diese Kooperation schafft einen Dialog zwischen den Kunstwerken zweier unterschiedlicher Museen und Kulturen. Das Team von CulturaLatina konnte mit den Kuratorinnen Claudia Augustat und Julianna Podolan Martins sprechen, um mehr über diese faszinierende Ausstellung zu erfahren. Die Schau ist vom 24. April 2024 bis zum 21. April 2025 zu sehen.

Die Idee für diese außergewöhnliche Ausstellung entstand bereits im Jahr 2019, als Claudia Augustat vom Weltmuseum Wien von Sofia von Ridder kontaktiert wurde, einer brasilianischen Kulturmanagerin, die in Wien lebt. Sofia war von der Sammlung des MAI und der Direktorin Julianna Podolan Martins fasziniert und schlug vor, diese nach Wien zu bringen. „Es ist eine Idee, die schon sehr früh geboren wurde. Ich glaube, es war das Jahr 2019, als ich von Sofia kontaktiert wurde“, erzählte Claudia Augustat.

Die Kuratorinnen Claudia Augustat und Julianna Podolan Martins betonen die reibungslose Zusammenarbeit und den intensiven Austausch, der zur erfolgreichen Umsetzung der Ausstellung führte. „Es gab viele Gespräche, und dann kam auch die Pandemie. Diese Ausstellung ist ein sehr wichtiges Ereignis für uns als Institution, aber noch viel mehr für die Indigenen Künstler:innen, die daran teilnehmen. Für sie ist es ein sehr bedeutsamer Moment“, sagte Podolan Martins.

„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
v.l.n.r.: Julianna Podolan Martins, Kuratorin und Direktorin Museu de Arte Indígena (MAI), Maria Taramona Direktorin Zeitschrift "CulturaLatina & Österreichische Kultur", Claudia Augustat Kuratorin Weltmuseum Wien und Sofia von Ridder, brasilianische Kulturmanagerin. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
Claudia Augustat Kuratorin Weltmuseum Wien im Interview. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
Julianna Podolan Martins, Kuratorin und Direktorin des Museu de Arte Indígena (MAI) im Interview. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina 
„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
v. l. n. r.: Julianna Podolan Martins, Kuratorin und Direktorin des Museu de Arte Indígena (MAI), María Taramona, Direktorin der Zeitschrift "CulturaLatina & Österreichische Kultur", Claudia Augustat, Kuratorin des Weltmuseums Wien, Sofia von Ridder, brasilianische Kulturmanagerin, und Sofie Wünsch des Weltmuseums Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
Julianna Podolan Martins, Claudia Augustat und Sofia von Ridder mit dem brasilianischen Team. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina 
„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
v. l. n. r.: Sofia von Ridder, Julianna Podolan Martins, Claudia Augustat und María Taramona. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina  

Kunstwandel

Die Ausstellung zeigt einen faszinierenden Wandel der indigenen Kunst, wie Augustat erklärte. Traditionell wurden Töpferwaren für praktische Zwecke verwendet, wie Schalen und Töpfe, die oft mit Tiermotiven wie dem Tapir oder dem Ameisenbären verziert waren. Heute hingegen schaffen indigene Künstler Tierskulpturen, eine neue Form der Darstellung, die für die Ästhetik indigener Gruppen sehr charakteristisch ist.

Dieser Wandel spiegelt auch die wachsende Wertschätzung traditioneller Handwerkskunst wider, während Indigene Künstler neue Medien wie Malerei, Videoarbeiten und sogar KI-Technologien nutzen. Diese Entwicklungen stellen keinen Bruch mit der traditionellen Kunst dar, sondern zeigen vielmehr Verbindungen und eine starke geistige Grundlage, die in allen Kunstformen vorhanden ist.

Indigene Kosmovision

Die Kosmovision ist ein zentraler Begriff in vielen Indigenen Kulturen und beschreibt eine ganzheitliche Sichtweise auf die Welt und das Universum. Sie reflektiert die enge Verbindung zwischen Menschen, Natur und Spiritualität sowie komplexe Vorstellungen von Zeit, Raum und Verantwortlichkeiten. In der Indigenen Kunst Brasiliens spiegelt sich die Kosmovision oft wider, und die Ausstellung bietet auch einen Einblick in diese Sichtweise.

Die Kuratorinnen erklärten die lebendige und vielfältige Natur Indigener Kulturen in Brasilien und möchten den Besuchern eine neue Perspektive auf diese Gemeinschaften bieten. „Ich denke, das Wichtigste und was wir jetzt brauchen, ist weniger Diskriminierung und mehr Respekt. Ich denke, die Welt macht eine Zeit durch, in der wir nach Frieden suchen müssen“, so Podolan Martins.

„Die Kunst ist eigentlich das, was alle Lebensbereiche miteinander verbindet und dadurch auch eine spirituelle Verbindung zu allen Wesenheiten um einen herum schafft“, betonte Augustat.

Die Ausstellung „(Un)Known Artists of the Amazon“ ist nicht nur eine künstlerische Erfahrung, sondern auch eine Bildungsinitiative, die dazu beiträgt, Indigene Kulturen zu würdigen und zu verstehen. Die Kuratorinnen hoffen, dass diese Zusammenarbeit zukünftig fortgesetzt wird und weitere Austauschprojekte zwischen den Museen ermöglicht.

In Brasilien gibt es mehr als 300 indigene ethnische Gruppen und mehr als 250 Sprachen, die täglich gesprochen werden. Etwa 13 dieser ethnischen Gruppen sind in der Ausstellung vertreten.

„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina
„(Un)Known Artists of the Amazon“ im Weltmuseum Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano/CulturaLatina

"(Un)Known Artists of the Amazon" ist vom 24. April 2024 bis zum 21. April 2025 im Weltmuseum Wien zu sehen. Es werden Führungen auf Deutsch sowie einige auf Portugiesisch angeboten. Der Eintritt ist kostenlos, und die Kuratorinnen stehen den Besuchern gerne zur Verfügung, um einen einzigartigen Einblick in die Welt indigener Kunst zu bieten.

Die Ausstellung ist Teil der Klima Biennale Wien, die darauf abzielt, durch Kunst eine nachhaltige Zukunft zu fördern. Teilhabe, Zusammenarbeit und Bewusstseinsbildung stehen im Mittelpunkt dieser Biennale, die innovative Ideen in die gesamte Stadt trägt, um gemeinsam Antworten auf die Klimakrise zu finden.

Mehr Fotos sehen Sie hier: facebook.com/CulturaLatina.at

Weitere Informationen: 

Weltmuseum Wien
Neue Hofburg, Heldenplatz
1010 Wien
www.weltmuseumwien.at/ausstellungen/unknown-artists-of-the-amazon

Täglich (außer Montag)
10 bis 18 Uhr
Dienstag
10 bis 21 Uhr

Eintritt frei
Als Teil des zam kann diese Ausstellung kostenfrei besichtigt werden

---

Museu de Arte Indígena (Brasilien)

https://maimuseu.com.br
mai@maimuseu.com.br
++41 3121-2395
Av. Água Verde, 1413. Curitiba - Brasilien

 

Letzte Änderung am Dienstag, 23 April 2024 18:25
Maria Taramona

María Elena Taramona de Rodríguez, die Direktorin der Zeitschrift „CulturaLatina & Österreichische Kultur“, ist Journalistin und Grafikdesignerin. Sie hat ein Studium in Informatik absolviert und ein Diplom im Bereich Marketing erworben.

Seit 2005 lebt sie in Österreich und gründete 2009 ihr eigenes Unternehmen, die Taramona Werbeagentur, in Wien. Von dort aus initiierte sie das Magazin „CulturaLatina & Österreichische Kultur“, um als Kommunikationsmittel den Bedürfnissen der spanischsprachigen Community in Österreich, unabhängig von ihrem internationalen Hintergrund, gerecht zu werden. Für sie ist Integration unerlässlich und kann nur in beide Richtungen erfolgreich funktionieren.

Das zweisprachige Magazin „CulturaLatina & Österreichische Kultur“ ist seit dem 12. Oktober 2010 online präsent und veröffentlichte seine erste gedruckte Ausgabe im Jahr 2016 mit einer Auflage von 3.000 Exemplaren, die hauptsächlich in Wien und Niederösterreich verteilt werden. Das Ziel des Magazins ist es, die hispanoamerikanische Kultur in Österreich bekannter zu machen, Aspekte zu beleuchten, die die österreichische Kultur eng mit der iberoamerikanischen verbinden, sowie die Verbreitung der österreichischen Kultur und derjenigen Gemeinschaften zu fördern, die mit Österreich verbunden sind. Denn wenn man die Denkweise anderer Kulturen kennt, kann man sie auch besser verstehen.

Darüber hinaus setzt sie sich aktiv für die Förderung der spanischen Sprache, die Integration spanischsprachiger Einwander:innen, das gegenseitige Verständnis und den Austausch zwischen den Kulturen ein.

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