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Mittwoch, 24 Juni 2020 00:33

Serie EL PENACHO ¿VUELVE?/Teil 2: "Wir müssen der Zeit, Zeit geben..."

Von
El Penacho und der Schauspieler Osvaldo Benavides im Film "Todo mal". Foto: © Filmcasino.

Für diesen zweiten Teil von "EL PENACHO ¿VUELVE?" haben wir ein ausführliches Interview mit ihm geführt. Erfahren Sie mehr über diese faszinierende Geschichte.

 

EL PENACHO ¿VUELVE?
- Teil II -

 

Wie waren die letzten zwei Monate in der Quarantäne, die die Corona-Krise verursacht hat?
Sagen wir, es war eine einsame Zeit ohne Besucher. Aber es darf nicht vergessen werden, dass ich nicht zwei Monate, sondern mehr als 500 Jahre in Österreich „in Quarantäne“ bin.

Es muss schwierig sein, so lange von zu Hause weg zu sein und keine Möglichkeit zu haben, mit jemandem einen Dialog zu führen...
Auf jeden Fall. Das hindert aber nicht daran, zuzuhören, was die Besucher über mich sagen.

Wie sind diese Gespräche?
Hmm, sie sind erstaunt, dass ich mich unter Berücksichtigung meines Alters (lacht) in einem so guten Zustand befinde. An­de­rer­seits, manche Österreicher sind empört darüber, dass meine Konservierung für Österreich so viel kostet. Andere sind zum Beispiel der Meinung, dass die Farben meiner Federn nicht echt sind, das heißt, dass sie meine Federn ab und zu färben!

Gibt es viele mexikanische Besucher?
Sicher, sie sind die, die am meisten Fotos von mir machen. Sie müssen mit ihren Handys fast am Boden liegen, um den passenden Winkel zu erhalten, mit dem sie mich scheinbar auf dem Kopf tragen...

Gab es besondere Erfahrungen mit diesen mexikanischen Besuchern?
Ja, mehrere. Manchmal kommen ältere indianische Personen, und sie machen keine Fotos, sie schweigen nur in Andacht, als ob sie auf einer Pilgerreise wären. Mit einigen von ihnen konnte ich sogar sprechen und sie erzählten mir ihre Geschichten. Eine dieser Personen war über 80 Jahre alt. Es stellte sich heraus, dass sie eine Schamanin war und wir haben viel geredet. Das war im Februar dieses Jahres.


María Sabina, mazatekische Schamanin, Huautla, Oaxaca. Foto: Don Juan Peralta / 29.12.2007. Urheber: J.C. Rangel.María Sabina, mazatekische Schamanin, Huautla, Oaxaca. Foto: Don Juan Peralta / 29.12.2007. Urheber: J.C. Rangel.

 

Worüber haben sie gesprochen?
Sie erzählte mir, dass ihre Großmutter immer davon geträumt hat, mir bei meiner Rückkehr zu helfen. Angeblich war sie auch Heilerin und hieß María Sabina. Sie nannten sie die „Baumfrau“. Bevor sie starb, erzählte sie ihrer Enkelin der Schamanin, dass sie mich nicht mehr besuchen müsse, da sie bereits vorhergesehen hat, dass ich nach Mexiko zurückkehren dürfte. Nur bevor dies geschieht, wird es an vielen Orten hunderte Todesopfern, Ungewissheit und Angst, sowie eine große Krise geben.

Erhöht dies die Eile zur Rückkehr?
Überhaupt nicht. Im Moment gibt es für die ganze Welt andere Prioritäten. „Wir müssen der Zeit, Zeit geben“. Wie wir in Mexiko sagen: „Es ist besser später als nie“.

Ähnliche Erfahrungen mit nicht MexikanerInnen?
Nun ja, es gab tatsächlich etwas sehr Einzigartiges. Letztes Jahr kam eine Forscherin, Kunsthistorikerin und Performancekünstlerin mit einem sehr langen Namen (aber ich habe ein sehr gutes Gedächtnis), sie heißt Khadija von Zinnenburg Carroll. Ich war überrascht, dass wir uns angenehm unterhalten konnten. Dies ist normalerweise bei vielen Europäern nicht der Fall. Zum Beispiel, hier wo ich bin, sprechen sie mit mir nicht, sondern „studieren“ und betrachten mich als archäologisches und wertvollstes Stück des Museums.

Khadija von Zinnenburg Carroll, Profesora de Arte Global en la Universidad de Birmingham, (investigadora, historiadora del arte y artista de performances). (Foto: law.ox.ac.uk).
Professorin für Globale Kunst an der Universität von Birmingham, Khadija von Zinnenburg Carroll, (Forscherin, Kunsthistorikerin und Performancekünstlerin) (Foto: law.ox.ac.uk).

Was war das Besondere an diesem Gespräch?
Sie erzählte mir, dass sie sich seit vielen Jahren dem Studium der Gründe, warum ich noch nicht nach Mexiko zurückgekehrt bin, gewidmet hat. Sie sagte zum Beispiel auch, dass die Tatsache, dass Mexikaner sich fast auf den Boden legen müssen, um ein Foto mit mir machen zu können, einen ganz bestimmten Grund hat: Das liegt an der Art und Weise, wie mich das Museum hierher platziert hat, und es liegt nicht nur an kuratorischen Gründen. Laut ihr, ist -im Nationalen Museum für Anthropologie und Geschichte in Mexiko, wo es ein „Double“ von mir gibt-, die Absicht eine andere.

Wie ist es dort?
Es ist so, dass dort mein „Double“ oder besser gesagt meine Nachbildung vertikal platziert wurde, dass die BesucherInnen sich bequem mit mir fotografieren können und es aussieht als ob ich auf ihren Köpfen sitze, wie bei Moctezuma.

Das heißt, dass in diesem mexikanischen Museum die Leute einfach vor der Vitrine stehen und die Replik dahinter haben und so scheint es auf den Fotos, dass der Penacho auf ihren Köpfen sitzt?
Genau. Auf diese Weise unterstützt das Museum die Mexikaner dabei, sich vollständig mit mir zu identifizieren.
Sie erzählte mir auch, dass sie einen Artikel darüber veröffentlicht hat, betitelt: „The Inbetweenness of the Vitrine: Three parerga of a feather headdress“.
Als sie sich verabschiedete, versprach sie mir, zurückzukehren, wenn sie ihr nächstes Buch veröffentlicht.

Erinnerst du dich, wie das Buch heißt?
Ja, wie gesagt, ich habe ein sehr gutes Gedächtnis. Es heißt: „Penacho: Empire, Collection, Restitution“.

 

Link zum im Interview erwähnten Artikel mit dem Titel: „The Inbetweenness of the Vitrine: Three parerga of a feather headdress“ von Khadija von Zinnenburg Carroll. www.academia.edu/31390854/The_Inbetweenness_of_the_Vitrine_Three_parerga_of_a_feather_headdress 

Danksagung
Die Zeitschrift „CulturaLatina & Österreichische Kultur“ dankt Prof. Ph.D., MA, Khadija von Zinnenburg Carroll für ihre Unterstützung bei der Erstellung dieser Reportage und für die Verwendung ihres Fotos.

 

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Der Penacho ist nicht so zerbrechlich und er ist immer nach Mexiko zurückgekehrt

Im ersten Teil dieser Reihe (vorherige Ausgabe) haben wir verschiedene Informationen in Bezug auf den Penacho erwähnt, die unglaublich sein können. Wie versprochen, hier die Details davon:

 Film, indem Der Penacho nach Mexiko zurückkehrt: “Todo mal”, Mexiko 2018, von Regisseurin Issa López.

 Österreichischer Schauspieler, der den Penacho mehrmals öffentlich in Wien trug:
Alexander Moissi (1879-1935). Er spielte die Hauptrolle (Moctezuma) in dem Stück „Der weiße Heiland“ des deutschen Dramatikers Gerhard Hauptmann unter der Regie des berühmten Max Reinhard.

 „Der Penacho ist bereits einmal nach Mexiko zurückgekehrt und seine offizielle Übergabe fand im Chapultepec-Schloss statt“. Eine Initiative von Maximilian von Habsburg, sich bei den Menschen in Mexiko einzuschmeicheln. Er befahl in Wien, den Penacho nach Mexiko zu bringen, wo er sie einer Liste von Persönlichkeiten im Chapultepec-Schloss übergab. Dies im Theaterstück „Juárez y Maximiliano“ des österreichischen Schriftstellers Franz Werfel.


Diese Reportage erscheint in der Druckausgabe der Zeitschrift CulturaLatina & Österreichische Kultur. Hier finden Sie unsere empfohlenen Verkaufsstellen: www.culturalatina.at/de/bestellung 

Portada de la revista CulturaLatina & Österreichische Kultur, edición 13.
Portada de la revista CulturaLatina & Österreichische Kultur, edición 13.

Penacho

Letzte Änderung am Mittwoch, 24 Juni 2020 00:59
Rafael Donnadio

Rafael Donnadio es un profesional de la música, organiza el más grande evento "Día de los Muertos" en Austria, además es pionero en eventos como el „Festival in progress“ LATIN FILM LOUNGE im Filmcasino.

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