Die deutsch-spanische Kulturzeitschrift Österreichs

CulturaLatina: Lateinamerikanische Zeitschrift Österreichs auf Spanisch und Deutsch


CULTURA DE AUSTRIA

Freitag, 09 März 2018 18:00

Carla Natascha öffnet mit ihrer neuen CD „Tierra Linda“ („Schönes Land“) neue Türen

Von Redaktion & María Taramona | Übersetzung: Soraya Sahli
Carla Natascha und ihre Band haben mit Freude und Energie die Bühne des Kulturhauses "Sargfabrik" gefüllt. Foto: CulturaLatina

WOW! Die lateinamerikanische Sängerin Carla Natascha zeigte sich gestern, in der Präsentation ihrer neuen CD, mit einer erstaunlichen Reife auf der Bühne. Wir sahen die Künstlerin, die sich selbst bei jedem Auftritt immer wieder aufs Neue übertrifft, aufblühen.

Carla Natascha hat sehr hart für ihre neue CD gearbeitet und erfreut sich jetzt über den Erfolg. Sie öffnet neue Perspektiven, schreibt ihre eigenen Lieder, in denen sie Rhythmen miteinander vereinigt und schafft eine unglaubliche Bühnenperformance. 

Carla Natascha und Band: sind der Erfolg von Teamwork, von Fachleuten und vereinten motivierten Musikern, die alles für nur EINEN Zweck geben: qualitative lateinamerikanische Musik made in Austria! Mit Liebe und Perfektionismus aus Österreich und Lateinamerika. 

Carla Natascha y banda es alegría y amor de Latinoamérica para Europa!
Carla Natascha und ihre Band repräsentieren lateinamerikanische Rhythmen-erzeugt in Österreich für die Welt. (Foto: CulturaLatina).

Am Podium der Sargfabrik überströmten Gefühle hervorgerufen durch perfekte Melodien und Liedtexte, welche die Herzen der Zuhörer berührten.
„Tierra Linda“ ist ein Lied, das unseren Ursprungsländern, -Länder die aus unterschiedlichen Gründen verlassen wurden-, gewidmet ist. Dieses Lied hat in den Herzen der Latinos hierzulande pure Nostalgie ausgelöst. Und zugleich hat es zum Bewusstsein geführt, das Land zu lieben, in dem wir uns jetzt befinden: Österreich.

Das gesamte Konzept ihrer Lieder, die Energie und das Charisma waren Gründe dafür, dass das Publikum von der Musik so gefesselt war. Die Kombination aus Rhythmen und Themen war grandios! Die Zuhörer waren von dieser Magie, die die Sängerin in jedem Augenblick ihrer Interpretation verbreitet hat, geblendet.

Die Instrumentierung, Ausführung, die Rhythmen und Harmonien waren fabelhaft organisiert und erreichten so dank dem Produzenten Carlos Pino-Quintana und der Sängerin Carla Natascha, das Publikum.

Carla Natascha y su banda representan el ritmo latinoamericano producido en Austria para el mundo. (Foto: CulturaLatina).
Carla Natascha und Band begeisterten das Publikum. (Foto: CulturaLatina)

“No tengo miedo” („Ich habe keine Angst“) war eines der Lieder, das beeindruckt hat, einfach weil das Lied fantastisch ist, seine Botschaft und Moral sind inspirierend, auch weil die Sängerin in der Interpretation eine gewaltige Sicherheit zeigt, als ob sie über ihr eigenes Leben erzählen würde. Und außerdem könnte sich jede Person mit diesem Thema identifizieren, und darüber hinaus sind es Themen, die leicht zu verstehen sind, auch für all die Deutschsprachigen.

Für all die Liebhaber der Freude, Liebe und lateinamerikanischer Kultur ist Carla Natascha zweifellos ein MUSS!

Wo ist die neue CD erhältlich?:

iTunes: 
https://itunes.apple.com/at/artist/carla-natascha/293312546 

Spotify:
https://open.spotify.com/artist/2yLuLcqMMRAUtxT9KhEDxK?D= 

Weitere Informationen: www.carlanatascha.com 

Alle Fotos: www.facebook.com/CulturaLatina.at/

Exklusiv Interview mit Carla Natascha

Verpasse nicht das exklusiv Interview mit der lateinamerikanischen Sängerin Carla Natascha - nur im Magazin CulturaLatina Ausgabe 6-2018.

Wo kann ich das Magazin CulturaLatina kaufen?  Lesen Sie hier: www.culturalatina.at/de/bestelCultura Latina Edición 6 Cover Carla nNataschalung 

Letzte Änderung am Samstag, 24 März 2018 10:48

Lesen Sie auch

  • 28.3. - 4.4.: „7. Cine Latino Festival“ im Filmcasino Wien

    Filme aus Lateinamerika waren und sind im Wiener Filmcasino zuhause und alle zwei Jahre erobern sie zur Gänze das Filmcasino. Heuer vom 28.3. bis 4.4.

    Eröffnet wird das vom FILMCASINO organisierte Festival mit dem poetischen Meisterwerk „Pájaros de verano“ von Ciro Guerra und Cristina Gallego (Oskar nominiert für Der Schamane und die Schlange). In beeindruckenden und surrealen Bildern erzählen sie eine epische Geschichte aus der Welt der indigenen Wayuu.

    27 Spiel- und Dokumentarfilme aus 11 Ländern sind heuer zu entdecken. Zahlreiche Gäste, Musik und Kulinarisches aus Lateinamerika machen das Filmcasino für eine Woche zum lebendigen „Cine Latino-Treffpunkt“. Der lateinamerikanische Film trägt in den letzten Jahren vermehrt eine weibliche Regiehandschrift. Mehr als 50% der Filme des Festivalprogramms stammen diesmal von Regisseurinnen, darunter preisgekrönte Filme wie „Matar a Jesús“ (Laura Mora Ortega), „Los perros“ (Marcela Said) und „Los adioses“ (Natalia Beristáin).

    FILMLAND MEXIKO
    Dem pulsierenden Filmland Mexiko ist ein Länderschwerpunkt gewidmet, darunter die vielfältige Issa López. Sie ist gleich mit zwei Filmen vertreten: Die Komödie Todo mal erzählt von einem Heimatbesuch der berühmten Federkrone Montezumas (aus dem Wiener Weltmuseum!); ihr phantastisches Märchen Vuelven brachte ihr Vergleiche mit Guillermo del Toro ein. Anlässlich des 500. Jahrestages der spanischen Invasion des amerikanischen Festlandes, widmet sich der Abschlussabend den spannungsreichen, ethnischen Beziehungen in Mexiko. Zu Gast ist Regisseur Néstor Jiménez aus Chiapas, Mexiko.

    Die Komödie TODO MAL erzählt die Geschichte eines Besuches in Mexiko, der berühmten „Federkrone des Aztekenherrschers Moctezuma“, die sich noch immer im Weltmuseum in Wien befindet. (Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Filmcasino).
    Die Komödie TODO MAL erzählt die Geschichte eines Besuches in Mexiko, der berühmten „Federkrone des Aztekenherrschers Moctezuma“, die sich noch immer im Weltmuseum in Wien befindet. (Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Filmcasino).

    POLITICA
    Der Dokumentarfilm-Schwerpunkt Política widmet sich der politischen Geschichte Lateinamerikas. „Winter in Havanna“ ist eine Bestandsaufnahme anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums der Kubanischen Revolution. Filmemacher Walter Größbauer ist zu Gast. In „Allende, todo sobre mi abuelo“ begibt sich Marcia Tambutti Allende auf eine Spurensuche nach Erinnerungen an ihren Großvater Salvador Allende. Der vielfach ausgezeichnete Filmemacher Emir Kusturica porträtiert Uruguays legendären Präsidenten José „El Pepe“ Mujica (El Pepe, una vida suprema).

    Mi obra maestra ist eine Satire auf den Kunstmarkt und eine schwarze Komödie zugleich. (Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Filmcasino).
    Mi obra maestra ist eine Satire auf den Kunstmarkt und eine schwarze Komödie zugleich. (Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Filmcasino).

    Die Zeitschrift CulturaLatina ist stolz, Sie zu dieser neuen Festival-Ausgabe einladen zu dürfen, die Sie überraschen und faszinieren wird. Lassen Sie sich auf eine imaginäre Reise durch das Universum der lateinamerikanischen Filmkunst mitnehmen und erleben Sie die Leidenschaft dieser außergewöhnlichen, spanischen Kultur! 

    7. CINE LATINO FESTIVAL PROGRAMM

    Do., 28.03.2019
    20.15 Uhr
    ERÖFFNUNG
    Pájaros de verano / „Birds of Passage“ - „Das grüne Gold der Wayuu“
    Cristina Gallego, Ciro Guerra | Kolumbien/Dänemark/Mexiko 2018 | 125 Min. | span. / Wayuu OV. mit dt. UT

    Fr., 29.03.2019
    17.30 Uhr
    Oso polar
    Marcelo Tobar | Mexiko 2017 | 70 Min. | span. OV mit engl. UT

    19.00 Uhr
    Todo mal
    Issa López | Mexiko 2018 | 105 Min. | span. OV mit engl. UT

    21.00 Uhr
    El ángel
    Luis Ortega | Arg./Spanien 2018| 118 Min. | span. OV mit engl.UT

    Sa., 30.03.2019
    14.00 Uhr
    Los adioses
    Natalia Beristaín | Mexiko 2017 | 85 Min. | span. OV mit engl. UT

    14.00 Uhr
    Los perros
    Marcela Said | Chile/Argentinien/Frankreich/Portugal 2017 | 94 Min. | span. OF mit dt. UT

    19.00 Uhr
    Mi obra maestra
    Gastón Duprat | Argentinien/Spanien 2018 | 100 Min. | span. OF mit engl. UT

    21.00 Uhr
    Vuelven
    Issa López | Mexiko 2017 | 83 Min. | span. OF mit engl. UT

    So., 31.03.2019
    11.00 Uhr
    Distancias cortas
    Alejandro Guzmán Alvarez | Mexiko 2015 | 104 Min. | span. OF mit dt.UT

    16.00 Uhr
    Sueño Florianópolis
    Ana Katz | Argentinien/Brasilien 2018 | 106 Min. | span./port. OF mit engl. UT

    17.30 Uhr
    El Pepe, una vida suprema
    Emir Kusturica | Uruguay/Argentinien/Serbien 2018 | 74 Min. | span. OF mit engl. UT

    18.00 Uhr
    Las herederas
    Marcelo Martinessi | Paraguay 2018 | 97 Min. | span. OF mitdt. UT

    20.00 Uhr
    Roma
    Alfonso Cuarón | Mexiko/USA 2018 | 135 Min. | span. OF mit dt. UT

    Mo., 01.04.2019
    16.30 Uhr
    El comienzo del tiempo
    Bernardo Arellano | Mexiko 2014 | 110 Min. | span. OF mit engl. UT

    18.30 Uhr
    Temporada de caza
    Natalia Garagiola | Argentinien/USA/Deutschland/Frankreich/Quatar 2017 | 105 Min. | span. OF mit dt. UT

    20.30 Uhr
    Matar a Jesús
    Laura Mora Ortega | Kolumbien 2017 | 99 Min. | span. OF mit engl. UT

    Di., 02.04.2019
    17.00 Uhr
    Cenizas
    Juan Sebastián Jácome | Ecuador/Uruguay 2018 | 80 Min. | span. OF mit engl. UT

    18.30 Uhr
    Allende, todo sobre mi abuelo
    Marcia Tambutti Allende | Chile/Mexiko 2015 | 98 Min. | span. OF mit dt. UT

    20.30 Uhr
    Sueño en otro idioma
    Ernesto Contreras | Mexiko 2017 | 100 Min. | span./zikril OF mit engl. UT

    Mi.,03.04.2019
    17.00 Uhr
    Viaje
    Paz Fábrega | Costa Rica 2015 | 71 Min.| span. OF mit engl. UT

    18.30 Uhr
    Retablo
    Alvaro Delgado Aparicio | Peru/Deutschland/Norwegen 2017| 101 Min. | Quechua OF mit engl. UT

    20.30 Uhr
    Winter in Havanna
    Walter Größbauer | CU/AT 2018 | 90 Min. | spanische OF mit dt. UT
    Zu Gast: Regisseur Walter Größbauer

    Do., 04.04.2019
    16.00 Uhr
    Yuli
    Icíar Bollaín | ES/UK/DE 2018 | 112 Min. |Span. OF mit dt. UT

    18.15 Uhr
    Mamacita
    José Pablo Estrada Torrescano| Mexiko/Deutschland 2018 | 75 Min. | span. OF mit dt. UT

    20.00 Uhr
    ABSCHLUSS-ABEND
    Territorios Ocupados - Das indigene Mexiko
    Präsentiert vom Österreichischen Lateinamerika Institut
    Mit den Filmen:
    Don de ser (Ambulante Más Allá, Mexiko 2015, 45 Min., OF mit engl. UT)
    Unter Normalistas (Fernando Romero, Östreich/Mexiko 2019, 15 Min., OF mit engl. UT)
    Cabeza de Vaca (Nicolás Echevarría, Mexiko 1991, 112 Min., OF mit engl. UT)
    Zu Gast: Regisseur Néstor Jiménez (Don de ser) aus Chiapas, Mexiko, vom Kollektiv Ambulante Más Allá.

    Organisator des Festivals: Filmcasino, Margaretenstraße 78, 1050 Wien - 01 / 587 90 62, kassa@filmcasino.at

    Erreichbarkeit: U4 Kettenbrückengasse, 13A und 59A Ziegelofengasse.

    Vorverkauf: An der Kassa des Filmcasinos und online auf www.filmcasino.at (Keine Reservierung möglich).

    Preise: € 9,00, Ermäßigt € 8,00 (Studierende, Lehrlinge, SchülerInnen, Senioren, Arbeitssuchende, Ö1 Club, LAI).
    10er Block € 65,00, (2 Jahre gültig für andere Filmcasino-Vorführungen).

    Alle Filme in Originalsprache(n) mit deutschen oder englischen Untertiteln.

    Programm und weitere Infos auf: www.filmcasino.at

     

    Cultura Latina Edición 10 -  sonderbeilage-KINO

    Lesen Sie die sonderbeilage-KINO aus Lateinamerika

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  • Das Alter der Erde

    Unveröffentlichter Text des Schriftstellers José Emilio Pacheco (Mexiko, 1939 - †2014) über das erste lateinamerikanische Filmfestival in Österreich 1991.

    Im Mai 1991 bot José Emilio Pacheco dem „Latinidade Kultur Forum“ einen Einführungstext für das erste lateinamerikanische Filmfestival in Österreich zu schreiben an. Ein Festival mit dem Titel „Das Alter der Erde“, das im Filmhaus Stöbergasse stattfand.

    In dem ausschließlich im Festivalkatalog veröffentlichten Text reflektiert der Autor universelle Aspekte Lateinamerikas. Reflexion, die heute aktueller als je zuvor ist.
    Er spielt auch auf einige der auf dem Festival gezeigten Filme an, wie „Orinoco Nuevo Mundo“ von Diego Risquez, „Cabeza de Vaca“ von Nicolás Echevarria, „Frida - Naturaleza Viva“ von Paul Leduc, „Goitia, ein Gott für sich“ von Diego López und „La Edad de la Tierra“ von Glauber Rocha.

    Cultura Latina in Zusammenarbeit mit Latinidade Kultur Forum veröffentlicht diesen Text zum ersten Mal seit seiner ersten Offenlegung.

    Mexikanischer Schriftsteller José Emilio Pacheco (* 30. Juni 1939; † 26. Januar 2014) en el Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey, Ciudad de México, el 12 de octubre de 2012. (Foto: Angélica Martínez)
    Mexikanischer Schriftsteller José Emilio Pacheco (* 30. Juni 1939; † 26. Januar 2014) im Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey, Ciudad de México, am 12. Oktober 2012. (Foto: Angélica Martínez)

    Das Alter der Erde

    Am Anfang gab es eine einzige Erde: Pangea.
    Viel später trennten sich die Kontinente
    und dazwischen blieb das Meer, das verbindet und trennt.

    Vor 500 Jahren begann Europa durch Spanien mit der Eroberung von dem, was ein deutscher Geograph „Amerika“ nannte. Im Jahre 1991, im Zeitalter der sofortige Kommunikation, ist die Entfernung größer denn je.
    Das spanische, portugiesische und französische Amerika ist ein Teil von dem geworden, was die Vereinte Nationen mit dem Euphemismus „Dritte Welt“ bezeichneten, die Peripherie, die die industrialisierten Länder mit billigen Arbeitskräften und Rohstoffen beliefert.

    Das Alter dieser Erde beginnt für das europäische Gewissen in diesem Moment, als die Eroberer ihre Zerstörungs- und Aufbauarbeit begannen. Während fünf Jahrhunderten war diese Erde ein unbeflecktes Paradies, ein Raum, der unbedingt von den Damönen befreit werden sollte, eine Mine voll Gold und Silber, Schlachtfeld der Kolonialmächte, Hoffnung, Land des Morgens, das nie Wirklichkeit wird, Ort der Zuflucht – Karneval, revolutionäre und folkloristische Mode, Enttäuschung.
    Jetzt ist dieser Erdteil der Ort, woher die Drogen kommen, wo die Naturkatrastophen stattfinden, wohin die Epidemien wie die Cholera, die man für besiegt glaubte, zurückkehren. Länder die unter allen Übeln des Fortschritts leiden und von allen Tragödien der Rückständigkeit geprägt sind. Grandiose Ruinen und primitive Hütten – alle Zeitalter koexistieren auf dieser Erde, Bewohner von Höhlen leben neben Wolkenkratzern voll mit Faxgeräten, Computern, Modems und Handys.
    „Lateinamerika“ als solches existiert nicht. Zwanzig, oder mehr, ganz unterschiedliche Länder können nicht auf einen gemeinsamen Nenner reduziert werden. Es ist unmöglich von Europa zu verlangen jedes Land von ihnen, als eine Einheit zu betrachten. Aber zumindest ist es möglich Europa vorzuschlagen, die Klischees über das „Lateinamerikanische“ nicht zu akzeptieren.
    Diese zwölf Filme dieser Reihe geben dem österreichischen Zuschauer Beispiele, wie die Wirklichkeit und Phantasie dieser Länder vom Kino gesehen wurde. Indem es diese beschreibt, erfindet es sie und verwandelt sie in Kunst. Etwas das seltsamerweise in unserem Amerika bisher gut funktioniert hat und trotz aller Krisen weiter besteht. Das Kino hat sich der Einsamkeit und Weite dieser Erde bemächtigt. Es hat ihre Menschen, ihre Wüsten, ihre Urwälder, ihre Städte beschrieben.

    Die Filmreihe „Das Alter der Erde“ beschreibt unter anderem, den Eroberer, verloren in der feindlichen Natur einer „Neuen Welt“, die für ihn eine „Andere Welt“ ist. Den europäischen Gelehrten, der versucht das Unerklärliche auf Wissenschaft und Vernunft zu reduzieren. Die Chroniken der neuen Eroberungen, die sich heute anderer Mittel bedienen, den einsamen Krieg zweier Maler die ihre Identität zu finden suchen, indem sie ihre innere Welt und die Wirklichkeit die sie umgibt wiedergeben.
    Die Funktion unserer Kinos als ein Mittel die Vergangenheit in Gegenwart zu verwandeln und das Ferne nahe zu bringen, verbindet sich mit der Fähigkeit das Europäische anzueignen und daraus Neues zu schaffen.
    Dieser Reihe zeigt, dass die ganze Erde unsere einzige Erde ist, ihr Alter ist unser Alter.

    JOSÉ EMILIO PACHECO
    Mexiko, Mai 1991

  • Treffen katholischer Politiker aus Lateinamerika geplant

    Generalsekretär von Lateinamerikanischem Bischofsrat CELAM: "Wollen offenen, freundschaftlichen und solidarischen Dialog führen".

    Der Lateinamerikanische Bischofsrat CELAM plant im kommenden Jahr in Mexiko ein Treffen katholischer Politiker aus ganz Lateinamerika. "Wir wollen Katholiken mit politischer Verantwortung zusammenbringen und mit ihnen einen offenen, brüderlichen, freundschaftlichen und solidarischen Dialog führen", sagte CELAM-Generalsekretär Juan Espinoza Jimenez, Weihbischof von Morelia (Mexiko) der Nachrichtenagentur Notimex. Das Treffen soll vom 15. bis 17. November 2019 am Sitz der Mexikanischen Bischofskonferenz stattfinden. Der Vatikan unterstütze die Initiative, hieß es. (KAP/KNA) 

  • Carla Natascha widmet die neue CD „Tierra Linda“ ihrer Heimatstadt "Santa Cruz de la Sierra"

    „Santa Cruz de la Sierra“ liegt in Bolivien am Ufer des Piraí-Flusses. Mit mehr als 1.500.000 Einwohnern ist es die bevölkerungsreichste Stadt und das wirtschaftliche Zentrum dieses Landes.

    Diese Stadt ist die "Tür Boliviens zur Welt". Wichtige Veranstaltungen finden hier statt, wie der Iberoamerika-Gipfel und die Gruppe der 77.

    Am 24. September 1810 schlossen sich Antonio Vicente Seoane, José Manuel Lemoine und Oberst Antonio Suárez der revolutionären Bewegung an, um für die Unabhängigkeit der Stadt zu kämpfen.

    Die Bevölkerung traf sich in einem offenen Stadtrat, um die spanischen Besetzer von der Macht zu entfernen.

    So feiert „Santa Cruz de la Sierra“ heute 208 Jahre seiner Befreiungsbewegung. 15 Jahre später wurde es zum "Departamento de Santa Cruz" und zu einem der Gründungsreferate von Bolivien.

    Von Wien aus feiert die "Botschaft / Permanente Mission des plurinationalen Staates Bolivien" dieses Datum. Und zusätzlich widmet die austro-bolivianische Sängerin Carla Natascha ihre neue CD "TIERRA LINDA" (Schöne Heimat) als Hommage diesem historischen Ereignis.

     

    Carla Natascha

    Die Sängerin aus Santa Cruz produzierte ihr neues Musikwerk "Tierra Linda" in Wien. Ein Album mit tropischer Tanzmusik mit Themen ihrer Urheberschaft. Eine lateinamerikanische CD mit tanzbaren Genres wie Salsa, Rumba Cubana, Merengue, Bachata, Latino Pop und Cumbia del Sur.

    Ihre neuen Songs erzählen von Reflexionen ihres Lebens. Carla Natascha erreicht mit dem Text dieser CD, dass sich das Publikum der Bedeutung von Lebensfreude bewusst wird. Auf die gleiche Weise fühlen wir uns nostalgisch, wenn wir das Lied TIERRA LINDA, das Bolivien gewidmet ist, hören. Es ist die Verbindung unserer Wurzeln mit den Heimatländern, die uns für unsere Herkunft dankbar macht. Eine CD, die man immer wieder hören will!

    Weitere Informationen über die Sängerin: CarlaNatascha.com 

  • El trazo iberoamericano in Wien: Humor um die Realität zu sehen

    Der „Iberoamerikanische Club von Wien” beginnt Aktivitäten diesen Montag, den 07.06., mit der Karikaturenausstellung „El trazo iberoamericano”, die die Arbeit von 23 hervorragenden Künstlern aus 17 Ländern, mit insgesamt fast 100 Werken, zeigt. 

    Kontinente, Kulturen und Personen zusammenführen war die gelungene Parole des „Iberoamerikanischen Clubs von Wien” mit seiner ersten Aktivität: „El trazo iberoamericano”. 

    Bis zum 6. Juli kann man die Ausstellung genießen, die auf eine witzige Art über aktuelle, politische und soziale Themen reflektieren lässt. Mit Kritiken der grafischen Künstler, die ihre Werke in Zeitschriften veröffentlichen aber auch Künstler der Witzgrafiken sowie Komiks, Künstler die dafür leben die Realität ihrer Länder mit der Linienführung zu zeigen. 

    „El trazo iberoamericano": Eine Ausstellung, die die Enthüllung der iberoamerikanischen Ereignisse bis Wien freigibt. 

    Eine Karikatur ist eine humoristische grafische Darstellung, angenehm für die Augen, witzig und kreativ. In ihnen sehen wir wie die Künstler Formen, physische Wesenszüge, Verhalten einschließlich Aktivitäten, übertreiben oder vereinfachen. Aber über das Witzige hinaus, was eine Karikatur sein kann, beabsichtigt der Künstler eine Realität, politische und soziale Veränderungen in einer Denunzierung, die sich als Kritik interpretieren lässt, zu machen. 

    „Die Karikatur ist eine der expressivsten, künstlerischen Medien, weil in ihr Ironie, Sarkasmus, Humor und die Fähigkeit steckt, mit wenigen Linien die Realität von allen Ländern zu beschreiben“, sagte bei der Eröffnung der Repräsentant des Institutes Cervantes von Wien.

    Director del Instituto Cervantes de Viena, Dr. Carlos Ortega Bayón al momento de dar inicio a la exposición
    Direktor des Cervantes-Instituts Wien, Dr. Carlos Ortega Bayón bei seiner Rede zur Ausstellungseröffnung "El trazo Iberoamericano". (Foto: CulturaLatina)

    Künstler und teilnehmende Länder:

    - Xavier Casals (Andorra)
    - Jordi Planellas (Andorra) 
    - Ricardo Siri “Liniers” (Argentina)
    - Laerte (Brasil)
    - Vladimir Flórez "Vladdo" (Colombia)
    - Luis Demetrio Calvo “Mecho” (Costa Rica)
    - Arístides Esteban Hernández Guerrero “Ares” und Gerardo Hernández (Cuba)
    - Marcelo Escobar (Chile)
    - Pancho Cajas (Ecuador)
    - Paco Calderón und Abel Quezada (México)
    - Rafael de los Santos (República Dominicana)
    - Carlos Alfredo Ruiz Moisa “Ruz” (El Salvador)
    - Lowis Rodríguez “Lowi” (Panamá)
    - Robin Wood und Roberto Goiriz (Paraguay)
    - Jorge Vinatea Reynoso, Pancho Fierro und Elena Izcúe (Perú)
    - André Carrilho (Portugal)
    - Andrés Rábago “El Roto” (España)
    - Jimena Merchán und Lucía Borjas (Venezuela).

     

    Die Ausstellung ist für das Publikum öffentlich zugänglich im Institut Cervantes (Schwarzenbergplatz. 2, 1010 Wien). Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten von Montag - Freitag: 10:00h – 13:00h & 14:00h – 16:00h, Freitag: 10:00h – 13:00h.

     

    Über den iboamerikanischen Club 

    Der iberoamerikanische Club hat als Ziel, die größte Ausstellung der lateinamerikanischen Kultur, von Portugal, Andorra und Spanien, in Österreich zu schaffen. Die Botschaften dieser Länder und das Institut Cervantes in Wien haben ihre Kräfte vereint und einen Block von Aktivitäten vorbereitet.

    „Wir wollten gemeinsame Projekte voranbringen mit der ausreichenden Organisation und Natürlichkeit, damit sich das Publikum nicht in einer Stadt verirrt und es möglich wird, ein iberoamerikanisches kulturelles Angebot sichtbarer zu machen. Wir wollten nicht nur bei der Öffentlichkeit überzeugend und kongruent ankommen, sondern beim breiten Publikum, das gierig auf Neuigkeiten und neugierig auf unsere Kulturen kommt“, erklärt Dr. Carlos Ortega Bayón bei seiner Eröffnungsrede.

    Genannt werden auch der Gebrauch der neuen digitalen Informations-Medien, der sozialen Netze, sowie auch ihrer neuen Webseite: www.clubiberoamericanodeviena.at und ihr Facebook-Auftritt:  www.facebook.com/clubeiberoamericanodeviena 


    Der neue iberoamerikanische Club, seine Events, sowie andere Leistungen für die iberoamerikanische Gemeinschaft, konsolidieren die Kraft und die Popularität dieser Kultur und ihrer Sprachen (Spanisch und Portugiesisch) in Österreich.

     

    Fotos der Eröffnung „El trazo iberoamericano en Viena": www.facebook.com/CulturaLatina.at

     

  • „El Sistema“: Venezolanisches Musikprojekt der sozialen Eingliederung zu Besuch in Österreich

    Das weltweit venezolanische bekannte Projekt der sozialen Eingliederung “El Sistema” diese Woche in Wien und Graz. Ein Projekt, das Geschichte macht!

    Das nationale System Venezuelas von Orchestern, sowie Jugend- und Kinderchören (Musikstiftung Simón Bolívar), auch bekannt als „El Sistema“, ist ein Projekt der Organisation und Sozialentwicklung mittels Musikerziehung.

    Das Projekt wurde von José Antonio Abreu 1975 gegründet, als 11 Studenten, in einem Hinterhof unterhalb der Direktion von Abreu, begannen Musik zu machen. Seit damals ist es bekannt als „Stiftung des Staates für das nationale System Venezuelas von Orchestern, sowie Jugend- und Kinderchören“.

    Das Projekt wurde von der venezolanischen Regierung schon in den 60er Jahren begrüßt, als es vom Ministerium für Familie, Gesundheit und Sport aufgenommen wurde. So konnte man offiziell von der Musik als Hilfsmittel für die Kinder Gebrauch machen, zum Schutz und zur Vorbeugung gegen kriminelles Verhalten.

    Im März 2011 erhielt das Projekt einen anderen Namen. Der Präsident dieser Zeit, Hugo Chávez Frías, gab ihm den Namen „Musikstiftung Simón Bolívar“ (spanisch: FMSB).

    „El Sistema“ wurde international 1995 bekannt, als es in den Vereinigten Staaten - repräsentiert durch das Nationale Jugendsymphonieorchester - auftrat.

    Die Qualität der Künstler die an diesem Projekt teilnehmen ist derartig hoch, sodass sie an wichtigen und bekannten Orten der Welt für klassische Musik auftreten konnten.

    Unter einigen der bemerkenswertesten und berühmtesten Dirigenten die in „El Sistema“ ausgebildet wurden, befinden sich: Gustavo Dudamel, Eduardo Mata, Daniel Barenboim und andere mehr.

    „Die Wurzel des sozialen Problems für mich, ist die Ausgrenzung, also müssen wir kämpfen, um die größte Anzahl von Betroffenen – alle – in diese schöne Welt der Musik zu integrieren", sagte im Jahr 2012 der große Meister Abreu.

    Ohne Zweifel, eine grandiose Idee eines großen Musikers und Meisters, an den man sich für immer erinnern wird: José Antonio Abreu.

    Abreu, der am 24. im vergangenen März starb, wurde von der UNESCO zum besonderen Botschafter ernannt für die Entwicklung eines Red Global Orchesters, sowie Jugend- und Kinderchöre. Abreu erhielt 1993 den Titel des „Botschafters des guten Willens für die Musik und den Frieden“.

    Das Programm ist für Jugendliche aus ärmsten Verhältnissen und Jugendliche die in Gefahr sind dem Drogenkonsum oder der Kriminalität zu verfallen.

    Aktuell hat El Sistema ein Netzwerk von 120 Jugendorchestern und mehr als 60 Kinderorchester.

    Im Jahr 2013 nahm El Sistema mit einem durchschlagenden Erfolg an den Salzburger Festspielen mit mehr als 1300 venezolanischen Musikern teil: Acht Gruppen, in 25 Tagen mit 15 Konzerten. Diese Teilnahme markiert die musikalische Geschichte der Welt.

    Heutzutage haben mehr als 26 Länder dem El Sistema ähnliche Programme geschaffen und die kommende Woche, von Montag, 14. Mai bis Freitag, 18. Mai, wird es in Österreich die Möglichkeit geben, El Sistema kennenzulernen. Das Programm finden Sie nachstehend:


    Programm

    Montag, 14.

    1) Ort: Rotunda der UNO Vienna International Centre (Fahnen Bereich - Wagramer Str. 5, 1400 Wien)

    Zeit: 13:00 – 13:15h
    Eröffnung der Ausstellung El Sistema: Ein Modell der sozialen Eingliederung für die ganze Welt

    Zeit: 13:15 – 14:00h
    Konzert des Nationalen Jugendorchesters Venezuelas, dem Nationalen Jugendchor Simón Bolívar und mit dem Chor Manos Blancas (Weiße Hände)

    2) Ort: Institut Cervantes (Schwarzenbergplatz 2, 1010 Wien)

    Zeit: 19:00 – 19:45h
    Konversatorium „El Sistema: Ein Modell für die Welt der sozialen Integration“.

    Zeit: 20:00 – 20:45h
    Konzert mit dem Nationalen Jugendchor Simón Bolívar und dem Chor Manos Blancas (Weiße Hände)

    Dienstag, 15.

    1) Ort: Rotunda der UNO Vienna International Centre (Fahnen Bereich - Wagramer Str. 5, 1400 Wien)
    Zeit: 13:00 – 13:45h

    Konzert mit dem Lateinamerikanisch-Karibischen Orchester 23 de Enero (23. Jänner)
    Zeit: 14:30 – 16:00h

    Parallelveranstaltung im Rahmen der "27. Tagung der CCPCJ": Forum – Musik als Hilfsmittel zur Vorbeugung gegen Verbrechen und Gewalt.

    2) Ort: MuTh - Konzertsaal der Wiener Sängerknaben (Am Augartenspitz 1, 1020 Wien)

    Zeit: 16:00 – 17:00h
    Konzert mit dem Nationalchor Simón Bolívar und dem Chor Manos Blancas (Weiße Hände)

    3) Ort: Institut Cervantes (Schwarzenbergplatz 2, 1010 Wien)

    Zeit: 19:00 – 20:00h
    Konzert mit dem National Jugendorchester von Venezuela und dem Quintett Alma llanera

    Mittwoch, 16.

    1) Ort: Rotunda der UNO Vienna International Centre (Fahnen Bereich - Wagramer Str. 5, 1400 Wien)

    Zeit: 13:00 – 13:45h
    Konzert mit dem Ensemble Alma llanera

    2) Ort: Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien (Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien)

    Zeit: 15:00 – 16:30h
    Konversatorium „El Sistema: Ein Modell für die Welt der sozialen Integration“.

    Zeit: 16:30 – 17:00h
    Konzert mit dem Ensemble Alma llanera

    Zeit: 17:15 – 17:45h
    Konzert mit dem National Jugendorchester von Venezuela

    Zeit: 17:45 – 18:15h
    Konzert mit dem Nationalchor Simón Bolívar und dem Chor Manos Blancas (Weiße Hände) und dem National Jugendorchester

    3) Kunsthaus Sargfabrik (Goldschlagstraße 169, 1140 Wien)

    Zeit: 19:00 – 21:00h
    Konzert mit dem Lateinamerikanisch-Karibischen Orchester 23 de Enero (23. Jänner)

    Donnerstag, 17.

    1) Ort: Amadeus International School

    Zeit: 14:00 – 15:15h
    Pädadagogischer Kulturaustausch

    Zeit: 15:45 – 17:15h
    Konzert mit dem National Jugendorchester von Venezuela, dem Nationalchor Simón Bolívar und dem Chor Manos Blancas (Weiße Hände)

    2) Ort: Institut Cervantes (Schwarzenbergplatz 2, 1010 Wien)

    Zeit: 19:00 – 20:00h
    Konzert mit dem Ensemble Alma llanera

    Freitag, 18.

    1) Ort: Universität für Musik und darstellende Kunst Graz – Musikhochschule (Leonhardstraße 15, 8010 Graz)

    Zeit: 11:00 – 12:45h
    Konversatorium „El Sistema: Ein Modell für die Welt der sozialen Integration“.

    Zeit: 14:00 – 15:00h
    Konzert mit dem National Jugendorchester von Venezuela, dem Nationalchor Simón Bolívar und dem Chor Manos Blancas (Weiße Hände)

    Zeit: 15:15 – 16:00h
    Konzert mit dem Ensemble Alma llanera

    Zeit: 16:00 – 17:30h
    Konzert mit dem Lateinamerikanisch-Karibischen Orchester 23 de Enero (23. Jänner)

     

    Link Venezolanische Botschaft in Wien: www.austria.gob.ve/noticias_1.php?leer=1&noticiaid=796 

    El Sistema wird bei "La Rotunda" der UNO (Fahnen Bereich), an der Universität für Musik und Kunst in Wien, an der Musikuniversität Graz und am Cervantes-Institut sein.
    El Sistema wird bei "La Rotunda" der UNO (Fahnen Bereich), an der Universität für Musik und Kunst in Wien, an der Musikuniversität Graz und am Cervantes-Institut sein.
  • Special enthüllt bisher unbekannte Dimensionen der antiken Maya-Zivilisation

    Vermessung des guatemalischen Dschungels bringt unbekannte Städte sowie über 60.000 bisher unentdeckte künstliche Strukturen zum Vorschein. Neue Technologie beweist, dass die Maya-Zivilisation weiter verbreitet war, als bisher angenommen.

    Vom alten Ägypten bis zum alten China wurden die großen Hochkulturen der Menschheit seit Jahrhunderten wissenschaftlich erfasst und sind für die meisten Menschen sofort erkennbar. Die Maya, eine der geheimnisvolleren antiken Zivilisationen, wurden bisher nie in diese Kategorie eingeordnet. Eine innovative, neue Vermessung des guatemalischen Dschungels hat es ermöglicht das Blätterdach des Urwalds zu durchdringen. Bei der Kartographierung des Waldbodens wurden mehr als 60.000 bisher unbekannte Strukturen entdeckt, die zu einem riesigen, miteinander verbundenen Netzwerk aus Städten, Befestigungen, Farmen und Straßen gehören. Darüber hinaus wurde eine künstlich angelegte Landschaft mit speziellen landwirtschaftlichen Nutzflächen entdeckt, die in der Lage war, eine gewaltige Bevölkerungsmenge mit Nahrung zu versorgen - und das auf einem Niveau, das fast industrielles Level erreicht. 

    "Im Reich des Schlangen-Königs"

    Jahrzehntelang haben sich Archäologen durch den dichten Dschungel gequält, um Stück für Stück ein Bild der alten Maya-Zivilisation zusammenzusetzen. Anhand ihrer Forschungsergebnisse entwickelten sie die Theorie, dass die Maya-Städte weitestgehend isoliert waren und sich autark versorgt haben. Diese traditionelle Überzeugung wird nun allerdings durch die Ergebnisse von Guatemala's PACUNAM LiDAR-Initiative, unter der Leitung eines Konsortiums von über 30 Wissenschaftlern und Archäologen aus führenden akademischen Fakultäten in der ganzen Welt, auf den Kopf gestellt. Das Projekt wird von der PACUNAM-Stiftung gefördert, die modernste Technologie verwendet hat, um über 2.000 Quadratkilometer des guatemalischen Urwalds per Flugzeug zu vermessen. Die Ergebnisse, die mithilfe von aufwendigen digitalen Karten und einer Augmented Reality Applikation dargestellt werden, übersetzen die Flugdaten in eine Bodenansicht, die speziell für die Dokumentation angefertigt wurde. Sie zeigen ein deutliches Bild der Landschaft unter dem Blätterdach, ohne das ein einziger Baum gefällt werden musste. Anhand der Bilder kamen Forscher zu der Schlussfolgerung, dass frühere Schätzungen über eine Maya-Population von 1 bis 2 Millionen weit nach oben korrigiert werden müssen - und, dass in den Maya-Tiefebenen wahrscheinlich bis zu 20 Millionen Menschen gelebt haben. Umgerechnet auf die Bevölkerungsverhältnisse in Europa zu dieser Zeit, hätte die Hälfte der gesamten damaligen Bevölkerung Europas auf einem Gebiet gelebt, welches ungefähr die Größe Italiens hatte.

    "Es ist fast wie ein Zaubertrick", sagt Tom Garrison, einer der führenden Archäologen des Projekts und fügt hinzu: "Die Ergebnisse dieser Vermessung sind die wichtigste Entwicklung auf dem Feld der Maya-Archäologie in den letzten 100 Jahren."

    Während Archäologen die neuen Details über die Komplexität und das Ausmaß der Maya-Zivilisation zusammenfügen, untersuchen sie auch, wie die Regierung einer so riesigen Gesellschaft funktioniert hat. "Im Reich des Schlangen-Königs" enthüllt, wie eine obskure, königliche Dynastie, bekannt als die Schlangen-Könige, mittels Eroberung, Eheschließungen und Marionettenkönigen zum unangefochtenen Herrscher der Maya-Welt aufstieg. Bis Experten die Maya-Inschriften entziffert hatten, waren die Schlangen-Könige vollkommen unbekannt. Heute deuten Indizien darauf hin, dass sich ihre Macht von Mexiko bis Belize und im Süden bis nach Guatemala erstreckte. 562 eroberten sie sogar Tikal, die größte aller Maya-Städte.

    Tikal, eine beliebte Touristenattraktion und eine der meist erforschten Städte der Maya-Welt, erscheint nun in einem ganz neuen Licht, nachdem mithilfe der LiDAR-Vermessungstechnik eine bisher unbekannte Pyramide im Zentrum der Stadt entdeckt wurde. Von Archäologen bislang als natürliches Gebilde abgetan, handelt es sich bei dieser Entdeckung um eine der bedeutendsten in Tikal in den letzten Jahrzehnten. Zudem haben die Messergebnisse ergeben, dass die Stadt vier- bis fünfmal so groß ist, wie vorher angenommen. Am Stadtrand von Tikal und einer Vielzahl anderer Orte haben die LiDAR-Daten umfangreiche Verteidigungs- und Befestigungsanlagen gefunden, die eine radikale neue Theorie unterstützen, laut der die Maya in groß angelegte Kriege verwickelt waren.

    Francisco Estrada-Belli, ein National Geographic Explorer und einer der Archäologen, die gemeinsam das Projekt führen, hat die antike Maya-Stadt Holmul fast zwei Jahrzehnte untersucht und dabei Nachweise für das Erbe der Schlangen-Könige gefunden. Bei der Freilegung eines gigantischen, in Stein gemeißelten Freskos und eines Königsgrabes tief in den Pyramiden der Stadt fand er Hinweise auf ein Königspaar, das im 7. Jahrhundert lebte und offenbar Teil der gewaltigen Dynastie der Schlangen-Könige war. In den sumpfigen Tälern rund um die Stadt verwendete er die LiDAR-Daten, um zu zeigen, wie hunderte Hektar Land trockengelegt, bewässert, und in Farmland umgewandelt wurden - und das auf einem erstaunlichen Niveau. Auf einem Gebiet, das in seiner Ausdehnung ungefähr dem Zentraltal von Kalifornien entspricht, wurden die Nahrungsvorräte angebaut, mit denen wahrscheinlich die gesamte Gegend rund um Tikal versorgt werden konnte.

    "In den Vermessungsdaten tauchen ganze Städte auf, von denen wir davor noch nie gehört haben", sagt Estrada-Belli im Rahmen des Specials. "Wir müssen noch 20.000 Quadratkilometer erforschen - und es wird garantiert noch hunderte von Städten geben, von denen wir bisher noch nichts wissen."

    National Geographic Explorer Albert Lin macht sich in "Im Reich des Schlangen-Königs" auf den Weg, um eine dieser bisher unerforschten Stätten zu erkunden. Die PACUNAM LiDAR Initiative hat bisher nur knapp ein Zehntel des Zielgebiets kartographisch erfasst und noch einiges an Arbeit vor sich, aber Lin findet die Pyramide, die er sucht. Sieben Stockwerke hoch ist sie immer noch weitestgehend intakt, aber so überwuchert, dass sie mit bloßem Auge fast nicht zu erkennen ist. Es wird ein immenser wissenschaftlicher Einsatz erforderlich sein, um sämtliche neue Erkenntnisse vollständig auszuwerten.

    "Wir sind gerade einer Karte gefolgt, die von Lasern in den Himmel gezeichnet wurde, haben einen Hubschrauber verwendet, um in den Dschungel zu gelangen, und haben uns danach stundenlang durch den Dschungel geschlagen, um das hier zu finden", sagt Lin in "Im Reich des Schlangen-Königs", als er vor der Pyramide steht. "Die LiDAR-Daten schreiben die Geschichte der Maya neu," fügt er hinzu.

    „Im Reich des Schlangen-Königs“ bei National Geographic über Sky, EntertainTV, Unitymedia Horizon sowie Vodafone Select und GigaTV bis 7. Mai verfügbar.

  • 80 Jahre nach Mexikos Protest gegen die Anschluss Österreichs durch Nazi-Deutschland

    Nach der Annexion im März 1938 hatte Österreich aufgehört, als souveräner Staat zu existieren. Als einziges Land der Welt legte Mexiko durch Gesandten Isidro Fabela, seinen Vertreter beim Völkerbund in Genf, gegen den "Anschluss" Österreichs an Hitler-Deutschland offiziellen Protest ein.

    Isidro Fabela galt als profunder Kenner des "Roten Wien" der 1920er-Jahre, in dessen Bildungs- und Sozialpolitik er ein Vorbild für Mexiko sah. Der Protest wurde durch Mexikos permanente Vertretung in Genf, Schweiz, in Form einer diplomatischen Note an Josephus Avenol, den Generalsekretär des Völkerbundes, übermittelt. Den von Isidro Fabela verfassten Text hatte General Lázaro Cárdenas, der Präsident Mexikos, autorisiert.

    In seinem Inhalt kommen die Prinzipien der Souveränität und Solidarität mit den unterdrückten und verfolgten Völkern zum Ausdruck, die damals Mexikos Innen- und Außenpolitik bestimmten. Beweis dafür sind Mexikos solidarische Handlungen zwischen 1935 und 1938: 1935 das Verhängen von Sanktionen gegen Italien wegen dessen Militärintervention in Abessinien (Äthiopien). 1938 der Kauf und die kostenlose Übergabe von Waffen und Munition an die spanische Republik in ihrem Kampf gegen die faschistischen Truppen von General Francisco Franco. Und ebenfalls 1938 der formelle Protest gegen die Annexion Österreichs. Die Solidarität der mexikanischen Regierung schlug sich in konkreten Handlungen nieder, indem sie tausende Flüchtlinge aufnahm – die infolge des spanischen Bürgerkriegs oder der Annexion Österreichs durch Nazideutschland geflohen waren – und ihnen Zuflucht vor der faschistischen Barbarei in Europa gewährten und ihnen durch die Integration in ihr neues Land Zukunftschancen gab.

    Während seiner Funktion als Vertreter Mexikos beim Völkerbund betätigte sich Isidro Fabela tatsächlich als profunder politischer Analyst und schickte regelmäßig sehr präzise Berichte über Aufstieg und Entwicklung der nationalsozialistischen Bewegung in Deutschland sowie ihre spätere Machtübernahme an Präsident Cárdenas.

    Dazu zitieren wir Dr. Christian Kloyber, Historiker und Experte für lateinamerikanische Geschichte sowie Direktor des Österreichischen Bundesinstituts für Erwachsenenbildung: „Die Korrespondenz zwischen Fabela und Cárdenas belegt seine realistische Einschätzung der Situation in Österreich und Europa vor dem März 1938. Fabela beschrieb Österreich als ein Land, das seit 1934 seiner demokratischen Kräfte beraubt worden war und das bewusst dem unzähmbaren Expansionsdrang des Deutschen Reichs als Beute überlassen wurde. Parallel zu seiner diplomatischen Arbeit ist seine humanistische Einstellung hervorzuheben, die sich in seinen Berichten an Präsident Cárdenas zeigt, in denen er seine Gefühle rückhaltlos ausdrückte. In ihnen beschrieb er seine Traurigkeit und Verzweiflung über die Grausamkeiten, die er voraussah, und auch darüber, was sich 1939 abzeichnete. Ebenso bezog er sich auf die Konzentrationslager, auf die Ermordung von Juden in Deutschland und Österreich sowie ihre Selbstmorde. Als er den Präsidenten Mexikos über Adolf Hitlers Vernichtungspläne informierte, übermittelte er ihm ein kristallklares Bild der zu Beginn des Krieges herrschenden Situation. Fabelas Briefe waren ein Aufruf zum Handeln, eine Anstiftung zur Menschlichkeit und ein Gebot der internationalen Solidarität.“(*)

    Erwähnenswert ist auch, dass Mexiko als erstes Land die junge Erste Republik Österreich nach dem Zusammenbruch des Österreich-Ungarischen Imperiums anerkannt hat. Später, im Jahr 1952, hat Mexiko in der UN-Generalversammlung die unverzügliche Umsetzung der sogenannten Deklaration von Moskau verlangt, im Hinblick auf die Wiederherstellung von Österreichs Unabhängigkeit. Dadurch wurde Österreich im Jahr 1955 als neutrales und unabhängiges Land Mitglied der Vereinten Nationen.

    Mexikos Protestnote ist ein berühmtes und oft zitiertes Dokument, das in der Praxis aber sehr wenige Menschen kennen. Deshalb präsentieren wir Ihnen sein Faksimile (zu sehen im CulturaLatina 6/2017 - Seiten 18 und 19 (4 & 5) sowie seine Übersetzung ins Spanische und Deutsche), da die Note auf Französisch verfasst wurde. Auf diese Weise tragen wir zu den Aktivitäten bei, die es im Verlauf des Jahres 2018 geben wird, um daran zu erinnern, dass Österreich vor 80 Jahren durch Nazideutschland annektiert wurde und Mexiko ihm damals als einziges Land solidarisch die Hand gereicht hat. 

     
    (*) Fragment des Artikels DER MEXIKANISCHE PROTEST IN DOKUMENTEN, geschrieben für das Programm des „Festival Cultural de Mayo 2005“ in Guadalajara, Mexiko, als Österreich das Gastland war.

     Veranstaltungen im Gedenken an "Mexikos Protest gegen die Anschluss Österreichs durch Nazideutschland" 

     

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