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Dienstag, 31 Oktober 2017 00:52

Markus Toth: „Ich mag das Chaotische und Unvorhersehbare am Dokumentarfilm!“ Empfehlung

geschrieben von Tabea Christa
Filmmaker Markus Toth (Foto: LaManada.at)

„PACHAMANKA – Musik für die Freiheit“, der neue Dokumentarfilm von Markus Toth im Bellaria Kino (Museumstraße 3, 1070 Wien) am 2. November 2017. Tabea Christa hat den Filmregisseur vor der Premiere interviewt.

Zu ihrer Person: Vielleicht könnten sie kurz etwas über sich erzählen, über Ihren beruflichen Werdegang als Filmschaffender?

Als ich 2005 begann Internationale Entwicklung an der Universität Wien zu studieren, kam ich fast zwangsläufig immer mehr mit Dokumentarfilmen in Berührung... gleichzeitig bemerkte ich, dass das reine Schreiben für mich sehr mühsam war und mir eher kreative Energie entzog... Ich musste mir also etwas anderes suchen, um die wichtigen und spannenden Themen wie Menschenrechte, Entwicklung etc. zu bearbeiten. 2008 kaufte ich mir dann mein erstes Buch zum Dokumentarfilm, 2010 besuchte ich den ersten Volkshochschulkurs zu Kamera und Technik und 2011 begann ich schon mit meiner Partnerin Daniela Bichl an unserem ersten Film „Vuelta y Vuelta“ zu arbeiten! Im Grunde habe ich mir alles selbst beigebracht: Kamera, Schnitt, Ton, etc. und als der Film 2013 fertig war, gründete ich bald darauf meine Firma LA MANADA Video- & Filmproduktion.

DOKUMENTARFILM „PACHAMANKA – Musik für die Freiheit“ (Foto: LaManada.at)
Gruppe PACHAMANKA (Foto: LaManada.at)



Warum haben Sie den Dokumentarfilm als Medium ausgewählt?
Was gefällt Ihnen am Dokumentarfilm?

Ich mag das Chaotische und Unvorhersehbare am Dokumentarfilm! Man kann viele Pläne machen und sich so viel ausdenken, aber am Ende ist alles ganz anders. Das ist sehr spannend und auch eine große Herausforderung. Außerdem mag ich es mit kleinen Teams zu arbeiten, verwende am liebsten natürliches Licht ... ich beobachte gerne und möchte Kontrolle abgeben, das was da vor meinen Augen geschieht zulassen!

DOKUMENTARFILM „PACHAMANKA – Musik für die Freiheit“ (Foto: LaManada.at)
Luis Parra (Foto: LaManada.at)



Wie ist die Idee entstanden, die Dokumentation „Pachamanka“ zu machen?

Wir stellten „Vuelta y Vuelta“ 2013 fertig und ich wollte sofort ein neues Projekt starten. Ich war zu ungeduldig um auf Finanzierung zu warten bzw. diese zu suchen, also brauchte ich ein Thema bzw. eine Idee, die auch mit sehr wenig Geld zu realisieren war. Weiters hatte ich schon die Idee etwas mit dem Thema Musik zu machen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich genug von all den Casting-Shows, dieser unechten Welt, dieser Gier nach schnellem Ruhm ... Ich wollte einen Film über „wirkliche“ Musiker machen und da ich Luis von unserem ersten Film kannte, ergab sich schnell die Idee mit Pachamanka zu arbeiten. Da sowohl die Musiker als auch ich in Wien leben und ich das gesamte Equipment hatte, musste ich „nur“ Zeit investieren.

Was sind für Sie die zentralen Themen des Films?
Was war Ihnen wichtig und was hat besonders Ihr Interesse geweckt?

Das zentrale Thema des Films ist für mich die Freiheit. Zu Beginn kämpfte die Gruppe mit ihren Mitteln, also der Musik, gegen das Regime von Pinochet. Ziel des Widerstandes von so vielen Menschen war es, das Land von der Repression und der Unterdrückung zu befreien. Dadurch gerieten einige Mitglieder von Pachamanka jedoch in Gefahr und ihre persönliche Freiheit war bedroht. Jahre später, vor allem in der Zeit, als sie in Spanien waren, ging es darum die sich die Freiheit zu bewahren, die Musik zu machen, die sie wollten. Der Druck kommerzielle Musik zu machen, hat die Gruppe gespalten und am Ende hat Luis Parra die Band alleine weitergeführt. Das gab ihm wiederum die Freiheit über den weiteren Werdegang der Gruppe zu entscheiden und seine Vorstellungen durchzusetzen. Das heißt, die Dynamik innerhalb der Gruppe hat sich über die Jahre stark verändert. Auch dieser Aspekt ist wie ich finde sehr spannend.

"Pachamanka - Musik für die Freiheit".



Was ist denn Ihre Verbindung zu Chile und zu Lateinamerika?

Meine Partnerin und Mutter meines Sohnes ist die Tochter einer Chilenin, die wiederum mit ihrer Familie 1978 das Land in Richtung Österreich verließ. Dieser familiäre Background war auch Grundlage für unseren Film „Vuelta y Vuelta – Erinnerungen an das chilenische Exil“. Während des Studiums war ich auch längere Zeit in Mexiko, um endlich richtig Spanisch zu lernen und diverse Praktika zu absolvieren.

Sie haben auch einen Dokumentarfilm zum Thema Chile und Exil gemacht – inwiefern hat das die Arbeit an Pachamanka beeinflusst?

Der Film über das chilenische Exil hatte großen Einfluss auf Pachamanka: einerseits lernten wir durch die Dreharbeiten Luis, den Bandleader kennen, andererseits habe ich bei dem ersten Film sehr viel gelernt und ich hoffe, dass ich viele Dinge, die mir damals noch nicht so geglückt sind, jetzt besser gemacht habe.

DOKUMENTARFILM „PACHAMANKA – Musik für die Freiheit“ (Foto: LaManada.at)
PACHAMANKA: Der Klang der lateinamerikanischen Völker! (Foto: LaManada.at)



Gibt es etwas, was Sie am Thema Exil bzw. Menschen im Exil besonders fasziniert?

In unserem Film „Vuelta y Vuelta“ kommen insgesamt 10 Exil-Chilenen, Männer und Frauen, zu Wort und mich hat fasziniert, wie sie mit dieser großen Veränderung in ihrem Leben umgegangen sind. Einerseits ist da ein Schmerz, der nie vergehen wird, eine Zerrissenheit, die nie mehr rückgängig gemacht werden kann, und andererseits sind sie starke Persönlichkeiten, die in vieler Hinsicht eine Inspiration sind. Sie kennenzulernen und mit ihnen am Film zu arbeiten war eine sehr emotionale und schöne Erfahrung.

In der Filmbeschreibung wird angedeutet, dass es innerhalb der Musikgruppe auch um diesen Konflikt zwischen der politischer Einstellung, den Prinzipien der Künstler auf der einen Seite und der finanziellen Notwendigkeit sich zu vermarkten und dem Kommerziellen zuzuwenden kommt. Ist das ein Thema bzw. eine Frage, die auch Sie sich als Künstler im Bereich des Films auch schon gestellt haben? Wenn ja, was haben Sie persönlich für eine Antwort darauf gefunden?

Ich glaube jeder, der sich künstlerisch betätigt und von dieser Tätigkeit leben will, sieht sich mit dieser Frage konfrontiert. Vom Dokumentarfilm zu leben und gleichzeitig künstlerische Freiheit zu genießen ist sehr schwer. Meine derzeitige Lösung ist die, dass ich mir als Angestellter in einem anderen Bereich meinen Lebensunterhalt verdiene und mir damit bei meinen Filmen den finanziellen Druck nehme. Meine bisherigen Filme waren alle selbst finanziert, das bedeutet, dass ich keinem Geldgeber Rechenschaft schuldig bin. Ich mache die Filme, die mich interessieren und ich mache sie, so wie ich es für richtig halte.

Video- & Filmproduktion Deutsch Español      News     Pachamanka     (2017)     Spain against the Current     (2016)     Vuelta y Vuelta     (2013)     About LA MANADA / Contact  PACHAMANKA - Singing for Freedom
Video- & Filmproduktion / Deutsch und Español "Pachamanka" (2017).


Wie kam es generell dazu, dass die Musik (eine CD-Produktion) zum Ausgangspunkt für einen Dokumentarfilm wurde, in dem auch viele andere Themen angesprochen werden?
Und wie hat das die Gestaltung der Dokumentation geprägt?

Die Produktion der neuen CD ist der rote Faden im Film mit der CD-Präsentation als Endpunkt. Sie zeigt die Gruppe heute und vor allem diese Motivation und Bereitschaft sich auch nach so vielen Jahren weiterzuentwickeln. Die Aufnahmen der CD spiegeln auch viele weitere Themen wieder, die die Gruppe über die Jahrzehnte geprägt haben: immer neue Herausforderungen, die Verbindung zur Heimat über die Musik und die Kunst, die wechselnde Gruppendynamik aber auch den Charakter der Gruppe als Familie und den Humor den sich die Bandmitglieder erhalten haben.

Zur Entstehung des Films: Der Film wurde ja im Laufe von vier Jahren gedreht (nach meiner Information) – wie war die Drehzeit auf diesen Zeitraum aufgeteilt?

Die Dreharbeiten begannen im Herbst 2013 mit dem Start der CD-Produktion. 2014 wurde der Großteil des Materials gefilmt, während 2015 etwas ruhiger war, da die Produktion der CD etwas stockte und die Präsentation erst mit Ende des Jahres 2015 angesetzt war. Außerdem arbeitete ich 2015 an einem weiteren Film über die spanische Krise „Spanien gegen den Strom“. 2016 war dann für den Schnitt und vereinzelte Szenen reserviert!

Was gab es für Herausforderungen während der Arbeit am Film?
Die größte Herausforderung war für mich jene, einen Film mit dem Überthema Musik zu machen, der nicht wie eine klassische Musikdoku gemacht ist.

Was wollen Sie dem Publikum mit Ihrem Dokumentarfilm vermitteln?
Für mich gibt es keine klar definierte Message, der Film ist diesbezüglich eher offen gehalten. Ich glaube, dass viele Themen und Aspekte angeschnitten werden und die Zuseher können sich auf verschiedenste Weise mit der Geschichte der Gruppe und mit dem was sie erlebt haben identifizieren.

Was macht den Film Ihrer Meinung nach aus?
Bevor die Zuseher noch das erste Bild sehen, hören sie einen Satz: „Sollen wir lachen oder ernst schauen?“ Ich finde dieser Satz beschreibt nicht nur den Film sehr gut, sondern vor allem auch die Gruppe Pachamanka und ihre Geschichte. Es gibt sehr viele ernste und nachdenkliche Stellen im Film aber auch viele heitere und lustige Momente.

Wo wurde der Film bis jetzt gespielt und wie ist er beim Publikum/der Kritik angekommen?
Der Film wurde bis jetzt auf zwei Festivals in den USA gezeigt, am Tulipanes Latino Art  & Film Festival in Holland, Michigan und am San Francisco Latino Film Festival. Die bisherigen Rückmeldungen waren sehr positiv. Im November und Dezember läuft er außerdem am MUVI – International Music Film Festival in Lissabon bzw. dem Guangzhou International Documentary Film Festival in China. Nächstes Jahr werden wir auf jeden Fall Screenings in Chile, Schweden, Spanien und Deutschland organisieren. Alles Weitere wird sich dann ergeben.

 

DER DOKUMENTARFILM „PACHAMANKA – Musik für die Freiheit“

Gegründet während der Militärdiktatur von Pinochet, war das Ziel der Gruppe damals das Regime zu bekämpfen und zu kommunizieren was zu dieser Zeit in Chile passierte. Gefängnis und Verfolgung veranlassten einen Teil der Gruppe das Land zu verlassen und ihre musikalische Reise in Uruguay, Spanien und schließlich Österreich fortzusetzen. Während dieser Zeit wurden die Freiheiten eines Musikers von finanziellen Problemen und dem Drängen sich dem Kommerz zu verschreiben überschattet. Es gab plötzlich eine neue Herausforderung: Wie sollte man der eigenen politischen und kulturellen Arbeit bzw. Prinzipien wie Solidarität und Gleichheit treu bleiben und gleichzeitig als Musiker überleben können. Diese grundlegende Frage hat auch die Beziehung der Musiker untereinander beeinflusst. Menschen verändern sich und plötzlich kommt es zu einem Widerspruch zwischen individuellen Prioritäten und kollektiven Idealen und Werten.

Der Filmemacher Markus Toth begleitete Pachamanka über vier Jahre und zeigt uns die faszinierende Geschichte einer Gruppe von Musikern und entdeckt dabei Themen die jedem Künstler und jeder Person die jemals für etwas gekämpft hat bekannt sind.

Premiere am 2.11.2017 in Anwesenheit des Filmemachers und der Protagonisten, die live performen werden!
Einlass: 19:30 Uhr
Beginn Konzert: 20 Uhr
Beginn Film: 20:30 Uhr
Facebook Event: www.facebook.com/events/136902786920514

Eintritt: 7 €
Ticketsreservierung: mt@lamanada.at
Website: www.lamanada.at

http://www.pachamanka.at

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