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Dienstag, 31 Oktober 2017 00:52

Markus Toth: „Ich mag das Chaotische und Unvorhersehbare am Dokumentarfilm!“

Von Tabea Christa
Filmmaker Markus Toth (Foto: LaManada.at)

„PACHAMANKA – Musik für die Freiheit“, der neue Dokumentarfilm von Markus Toth im Bellaria Kino (Museumstraße 3, 1070 Wien) am 2. November 2017. Tabea Christa hat den Filmregisseur vor der Premiere interviewt.

Zu ihrer Person: Vielleicht könnten sie kurz etwas über sich erzählen, über Ihren beruflichen Werdegang als Filmschaffender?

Als ich 2005 begann Internationale Entwicklung an der Universität Wien zu studieren, kam ich fast zwangsläufig immer mehr mit Dokumentarfilmen in Berührung... gleichzeitig bemerkte ich, dass das reine Schreiben für mich sehr mühsam war und mir eher kreative Energie entzog... Ich musste mir also etwas anderes suchen, um die wichtigen und spannenden Themen wie Menschenrechte, Entwicklung etc. zu bearbeiten. 2008 kaufte ich mir dann mein erstes Buch zum Dokumentarfilm, 2010 besuchte ich den ersten Volkshochschulkurs zu Kamera und Technik und 2011 begann ich schon mit meiner Partnerin Daniela Bichl an unserem ersten Film „Vuelta y Vuelta“ zu arbeiten! Im Grunde habe ich mir alles selbst beigebracht: Kamera, Schnitt, Ton, etc. und als der Film 2013 fertig war, gründete ich bald darauf meine Firma LA MANADA Video- & Filmproduktion.

DOKUMENTARFILM „PACHAMANKA – Musik für die Freiheit“ (Foto: LaManada.at)
Gruppe PACHAMANKA (Foto: LaManada.at)



Warum haben Sie den Dokumentarfilm als Medium ausgewählt?
Was gefällt Ihnen am Dokumentarfilm?

Ich mag das Chaotische und Unvorhersehbare am Dokumentarfilm! Man kann viele Pläne machen und sich so viel ausdenken, aber am Ende ist alles ganz anders. Das ist sehr spannend und auch eine große Herausforderung. Außerdem mag ich es mit kleinen Teams zu arbeiten, verwende am liebsten natürliches Licht ... ich beobachte gerne und möchte Kontrolle abgeben, das was da vor meinen Augen geschieht zulassen!

DOKUMENTARFILM „PACHAMANKA – Musik für die Freiheit“ (Foto: LaManada.at)
Luis Parra (Foto: LaManada.at)



Wie ist die Idee entstanden, die Dokumentation „Pachamanka“ zu machen?

Wir stellten „Vuelta y Vuelta“ 2013 fertig und ich wollte sofort ein neues Projekt starten. Ich war zu ungeduldig um auf Finanzierung zu warten bzw. diese zu suchen, also brauchte ich ein Thema bzw. eine Idee, die auch mit sehr wenig Geld zu realisieren war. Weiters hatte ich schon die Idee etwas mit dem Thema Musik zu machen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich genug von all den Casting-Shows, dieser unechten Welt, dieser Gier nach schnellem Ruhm ... Ich wollte einen Film über „wirkliche“ Musiker machen und da ich Luis von unserem ersten Film kannte, ergab sich schnell die Idee mit Pachamanka zu arbeiten. Da sowohl die Musiker als auch ich in Wien leben und ich das gesamte Equipment hatte, musste ich „nur“ Zeit investieren.

Was sind für Sie die zentralen Themen des Films?
Was war Ihnen wichtig und was hat besonders Ihr Interesse geweckt?

Das zentrale Thema des Films ist für mich die Freiheit. Zu Beginn kämpfte die Gruppe mit ihren Mitteln, also der Musik, gegen das Regime von Pinochet. Ziel des Widerstandes von so vielen Menschen war es, das Land von der Repression und der Unterdrückung zu befreien. Dadurch gerieten einige Mitglieder von Pachamanka jedoch in Gefahr und ihre persönliche Freiheit war bedroht. Jahre später, vor allem in der Zeit, als sie in Spanien waren, ging es darum die sich die Freiheit zu bewahren, die Musik zu machen, die sie wollten. Der Druck kommerzielle Musik zu machen, hat die Gruppe gespalten und am Ende hat Luis Parra die Band alleine weitergeführt. Das gab ihm wiederum die Freiheit über den weiteren Werdegang der Gruppe zu entscheiden und seine Vorstellungen durchzusetzen. Das heißt, die Dynamik innerhalb der Gruppe hat sich über die Jahre stark verändert. Auch dieser Aspekt ist wie ich finde sehr spannend.

"Pachamanka - Musik für die Freiheit".



Was ist denn Ihre Verbindung zu Chile und zu Lateinamerika?

Meine Partnerin und Mutter meines Sohnes ist die Tochter einer Chilenin, die wiederum mit ihrer Familie 1978 das Land in Richtung Österreich verließ. Dieser familiäre Background war auch Grundlage für unseren Film „Vuelta y Vuelta – Erinnerungen an das chilenische Exil“. Während des Studiums war ich auch längere Zeit in Mexiko, um endlich richtig Spanisch zu lernen und diverse Praktika zu absolvieren.

Sie haben auch einen Dokumentarfilm zum Thema Chile und Exil gemacht – inwiefern hat das die Arbeit an Pachamanka beeinflusst?

Der Film über das chilenische Exil hatte großen Einfluss auf Pachamanka: einerseits lernten wir durch die Dreharbeiten Luis, den Bandleader kennen, andererseits habe ich bei dem ersten Film sehr viel gelernt und ich hoffe, dass ich viele Dinge, die mir damals noch nicht so geglückt sind, jetzt besser gemacht habe.

DOKUMENTARFILM „PACHAMANKA – Musik für die Freiheit“ (Foto: LaManada.at)
PACHAMANKA: Der Klang der lateinamerikanischen Völker! (Foto: LaManada.at)



Gibt es etwas, was Sie am Thema Exil bzw. Menschen im Exil besonders fasziniert?

In unserem Film „Vuelta y Vuelta“ kommen insgesamt 10 Exil-Chilenen, Männer und Frauen, zu Wort und mich hat fasziniert, wie sie mit dieser großen Veränderung in ihrem Leben umgegangen sind. Einerseits ist da ein Schmerz, der nie vergehen wird, eine Zerrissenheit, die nie mehr rückgängig gemacht werden kann, und andererseits sind sie starke Persönlichkeiten, die in vieler Hinsicht eine Inspiration sind. Sie kennenzulernen und mit ihnen am Film zu arbeiten war eine sehr emotionale und schöne Erfahrung.

In der Filmbeschreibung wird angedeutet, dass es innerhalb der Musikgruppe auch um diesen Konflikt zwischen der politischer Einstellung, den Prinzipien der Künstler auf der einen Seite und der finanziellen Notwendigkeit sich zu vermarkten und dem Kommerziellen zuzuwenden kommt. Ist das ein Thema bzw. eine Frage, die auch Sie sich als Künstler im Bereich des Films auch schon gestellt haben? Wenn ja, was haben Sie persönlich für eine Antwort darauf gefunden?

Ich glaube jeder, der sich künstlerisch betätigt und von dieser Tätigkeit leben will, sieht sich mit dieser Frage konfrontiert. Vom Dokumentarfilm zu leben und gleichzeitig künstlerische Freiheit zu genießen ist sehr schwer. Meine derzeitige Lösung ist die, dass ich mir als Angestellter in einem anderen Bereich meinen Lebensunterhalt verdiene und mir damit bei meinen Filmen den finanziellen Druck nehme. Meine bisherigen Filme waren alle selbst finanziert, das bedeutet, dass ich keinem Geldgeber Rechenschaft schuldig bin. Ich mache die Filme, die mich interessieren und ich mache sie, so wie ich es für richtig halte.

Video- & Filmproduktion Deutsch Español      News     Pachamanka     (2017)     Spain against the Current     (2016)     Vuelta y Vuelta     (2013)     About LA MANADA / Contact  PACHAMANKA - Singing for Freedom
Video- & Filmproduktion / Deutsch und Español "Pachamanka" (2017).


Wie kam es generell dazu, dass die Musik (eine CD-Produktion) zum Ausgangspunkt für einen Dokumentarfilm wurde, in dem auch viele andere Themen angesprochen werden?
Und wie hat das die Gestaltung der Dokumentation geprägt?

Die Produktion der neuen CD ist der rote Faden im Film mit der CD-Präsentation als Endpunkt. Sie zeigt die Gruppe heute und vor allem diese Motivation und Bereitschaft sich auch nach so vielen Jahren weiterzuentwickeln. Die Aufnahmen der CD spiegeln auch viele weitere Themen wieder, die die Gruppe über die Jahrzehnte geprägt haben: immer neue Herausforderungen, die Verbindung zur Heimat über die Musik und die Kunst, die wechselnde Gruppendynamik aber auch den Charakter der Gruppe als Familie und den Humor den sich die Bandmitglieder erhalten haben.

Zur Entstehung des Films: Der Film wurde ja im Laufe von vier Jahren gedreht (nach meiner Information) – wie war die Drehzeit auf diesen Zeitraum aufgeteilt?

Die Dreharbeiten begannen im Herbst 2013 mit dem Start der CD-Produktion. 2014 wurde der Großteil des Materials gefilmt, während 2015 etwas ruhiger war, da die Produktion der CD etwas stockte und die Präsentation erst mit Ende des Jahres 2015 angesetzt war. Außerdem arbeitete ich 2015 an einem weiteren Film über die spanische Krise „Spanien gegen den Strom“. 2016 war dann für den Schnitt und vereinzelte Szenen reserviert!

Was gab es für Herausforderungen während der Arbeit am Film?
Die größte Herausforderung war für mich jene, einen Film mit dem Überthema Musik zu machen, der nicht wie eine klassische Musikdoku gemacht ist.

Was wollen Sie dem Publikum mit Ihrem Dokumentarfilm vermitteln?
Für mich gibt es keine klar definierte Message, der Film ist diesbezüglich eher offen gehalten. Ich glaube, dass viele Themen und Aspekte angeschnitten werden und die Zuseher können sich auf verschiedenste Weise mit der Geschichte der Gruppe und mit dem was sie erlebt haben identifizieren.

Was macht den Film Ihrer Meinung nach aus?
Bevor die Zuseher noch das erste Bild sehen, hören sie einen Satz: „Sollen wir lachen oder ernst schauen?“ Ich finde dieser Satz beschreibt nicht nur den Film sehr gut, sondern vor allem auch die Gruppe Pachamanka und ihre Geschichte. Es gibt sehr viele ernste und nachdenkliche Stellen im Film aber auch viele heitere und lustige Momente.

Wo wurde der Film bis jetzt gespielt und wie ist er beim Publikum/der Kritik angekommen?
Der Film wurde bis jetzt auf zwei Festivals in den USA gezeigt, am Tulipanes Latino Art  & Film Festival in Holland, Michigan und am San Francisco Latino Film Festival. Die bisherigen Rückmeldungen waren sehr positiv. Im November und Dezember läuft er außerdem am MUVI – International Music Film Festival in Lissabon bzw. dem Guangzhou International Documentary Film Festival in China. Nächstes Jahr werden wir auf jeden Fall Screenings in Chile, Schweden, Spanien und Deutschland organisieren. Alles Weitere wird sich dann ergeben.

 

DER DOKUMENTARFILM „PACHAMANKA – Musik für die Freiheit“

Gegründet während der Militärdiktatur von Pinochet, war das Ziel der Gruppe damals das Regime zu bekämpfen und zu kommunizieren was zu dieser Zeit in Chile passierte. Gefängnis und Verfolgung veranlassten einen Teil der Gruppe das Land zu verlassen und ihre musikalische Reise in Uruguay, Spanien und schließlich Österreich fortzusetzen. Während dieser Zeit wurden die Freiheiten eines Musikers von finanziellen Problemen und dem Drängen sich dem Kommerz zu verschreiben überschattet. Es gab plötzlich eine neue Herausforderung: Wie sollte man der eigenen politischen und kulturellen Arbeit bzw. Prinzipien wie Solidarität und Gleichheit treu bleiben und gleichzeitig als Musiker überleben können. Diese grundlegende Frage hat auch die Beziehung der Musiker untereinander beeinflusst. Menschen verändern sich und plötzlich kommt es zu einem Widerspruch zwischen individuellen Prioritäten und kollektiven Idealen und Werten.

Der Filmemacher Markus Toth begleitete Pachamanka über vier Jahre und zeigt uns die faszinierende Geschichte einer Gruppe von Musikern und entdeckt dabei Themen die jedem Künstler und jeder Person die jemals für etwas gekämpft hat bekannt sind.

Premiere am 2.11.2017 in Anwesenheit des Filmemachers und der Protagonisten, die live performen werden!
Einlass: 19:30 Uhr
Beginn Konzert: 20 Uhr
Beginn Film: 20:30 Uhr
Facebook Event: www.facebook.com/events/136902786920514

Eintritt: 7 €
Ticketsreservierung: mt@lamanada.at
Website: www.lamanada.at

http://www.pachamanka.at

Letzte Änderung am Dienstag, 31 Oktober 2017 10:33

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  • 28.3. - 4.4.: „7. Cine Latino Festival“ im Filmcasino Wien

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    FILMLAND MEXIKO
    Dem pulsierenden Filmland Mexiko ist ein Länderschwerpunkt gewidmet, darunter die vielfältige Issa López. Sie ist gleich mit zwei Filmen vertreten: Die Komödie Todo mal erzählt von einem Heimatbesuch der berühmten Federkrone Montezumas (aus dem Wiener Weltmuseum!); ihr phantastisches Märchen Vuelven brachte ihr Vergleiche mit Guillermo del Toro ein. Anlässlich des 500. Jahrestages der spanischen Invasion des amerikanischen Festlandes, widmet sich der Abschlussabend den spannungsreichen, ethnischen Beziehungen in Mexiko. Zu Gast ist Regisseur Néstor Jiménez aus Chiapas, Mexiko.

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    Die Komödie TODO MAL erzählt die Geschichte eines Besuches in Mexiko, der berühmten „Federkrone des Aztekenherrschers Moctezuma“, die sich noch immer im Weltmuseum in Wien befindet. (Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Filmcasino).

    POLITICA
    Der Dokumentarfilm-Schwerpunkt Política widmet sich der politischen Geschichte Lateinamerikas. „Winter in Havanna“ ist eine Bestandsaufnahme anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums der Kubanischen Revolution. Filmemacher Walter Größbauer ist zu Gast. In „Allende, todo sobre mi abuelo“ begibt sich Marcia Tambutti Allende auf eine Spurensuche nach Erinnerungen an ihren Großvater Salvador Allende. Der vielfach ausgezeichnete Filmemacher Emir Kusturica porträtiert Uruguays legendären Präsidenten José „El Pepe“ Mujica (El Pepe, una vida suprema).

    Mi obra maestra ist eine Satire auf den Kunstmarkt und eine schwarze Komödie zugleich. (Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Filmcasino).
    Mi obra maestra ist eine Satire auf den Kunstmarkt und eine schwarze Komödie zugleich. (Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Filmcasino).

    Die Zeitschrift CulturaLatina ist stolz, Sie zu dieser neuen Festival-Ausgabe einladen zu dürfen, die Sie überraschen und faszinieren wird. Lassen Sie sich auf eine imaginäre Reise durch das Universum der lateinamerikanischen Filmkunst mitnehmen und erleben Sie die Leidenschaft dieser außergewöhnlichen, spanischen Kultur! 

    7. CINE LATINO FESTIVAL PROGRAMM

    Do., 28.03.2019
    20.15 Uhr
    ERÖFFNUNG
    Pájaros de verano / „Birds of Passage“ - „Das grüne Gold der Wayuu“
    Cristina Gallego, Ciro Guerra | Kolumbien/Dänemark/Mexiko 2018 | 125 Min. | span. / Wayuu OV. mit dt. UT

    Fr., 29.03.2019
    17.30 Uhr
    Oso polar
    Marcelo Tobar | Mexiko 2017 | 70 Min. | span. OV mit engl. UT

    19.00 Uhr
    Todo mal
    Issa López | Mexiko 2018 | 105 Min. | span. OV mit engl. UT

    21.00 Uhr
    El ángel
    Luis Ortega | Arg./Spanien 2018| 118 Min. | span. OV mit engl.UT

    Sa., 30.03.2019
    14.00 Uhr
    Los adioses
    Natalia Beristaín | Mexiko 2017 | 85 Min. | span. OV mit engl. UT

    14.00 Uhr
    Los perros
    Marcela Said | Chile/Argentinien/Frankreich/Portugal 2017 | 94 Min. | span. OF mit dt. UT

    19.00 Uhr
    Mi obra maestra
    Gastón Duprat | Argentinien/Spanien 2018 | 100 Min. | span. OF mit engl. UT

    21.00 Uhr
    Vuelven
    Issa López | Mexiko 2017 | 83 Min. | span. OF mit engl. UT

    So., 31.03.2019
    11.00 Uhr
    Distancias cortas
    Alejandro Guzmán Alvarez | Mexiko 2015 | 104 Min. | span. OF mit dt.UT

    16.00 Uhr
    Sueño Florianópolis
    Ana Katz | Argentinien/Brasilien 2018 | 106 Min. | span./port. OF mit engl. UT

    17.30 Uhr
    El Pepe, una vida suprema
    Emir Kusturica | Uruguay/Argentinien/Serbien 2018 | 74 Min. | span. OF mit engl. UT

    18.00 Uhr
    Las herederas
    Marcelo Martinessi | Paraguay 2018 | 97 Min. | span. OF mitdt. UT

    20.00 Uhr
    Roma
    Alfonso Cuarón | Mexiko/USA 2018 | 135 Min. | span. OF mit dt. UT

    Mo., 01.04.2019
    16.30 Uhr
    El comienzo del tiempo
    Bernardo Arellano | Mexiko 2014 | 110 Min. | span. OF mit engl. UT

    18.30 Uhr
    Temporada de caza
    Natalia Garagiola | Argentinien/USA/Deutschland/Frankreich/Quatar 2017 | 105 Min. | span. OF mit dt. UT

    20.30 Uhr
    Matar a Jesús
    Laura Mora Ortega | Kolumbien 2017 | 99 Min. | span. OF mit engl. UT

    Di., 02.04.2019
    17.00 Uhr
    Cenizas
    Juan Sebastián Jácome | Ecuador/Uruguay 2018 | 80 Min. | span. OF mit engl. UT

    18.30 Uhr
    Allende, todo sobre mi abuelo
    Marcia Tambutti Allende | Chile/Mexiko 2015 | 98 Min. | span. OF mit dt. UT

    20.30 Uhr
    Sueño en otro idioma
    Ernesto Contreras | Mexiko 2017 | 100 Min. | span./zikril OF mit engl. UT

    Mi.,03.04.2019
    17.00 Uhr
    Viaje
    Paz Fábrega | Costa Rica 2015 | 71 Min.| span. OF mit engl. UT

    18.30 Uhr
    Retablo
    Alvaro Delgado Aparicio | Peru/Deutschland/Norwegen 2017| 101 Min. | Quechua OF mit engl. UT

    20.30 Uhr
    Winter in Havanna
    Walter Größbauer | CU/AT 2018 | 90 Min. | spanische OF mit dt. UT
    Zu Gast: Regisseur Walter Größbauer

    Do., 04.04.2019
    16.00 Uhr
    Yuli
    Icíar Bollaín | ES/UK/DE 2018 | 112 Min. |Span. OF mit dt. UT

    18.15 Uhr
    Mamacita
    José Pablo Estrada Torrescano| Mexiko/Deutschland 2018 | 75 Min. | span. OF mit dt. UT

    20.00 Uhr
    ABSCHLUSS-ABEND
    Territorios Ocupados - Das indigene Mexiko
    Präsentiert vom Österreichischen Lateinamerika Institut
    Mit den Filmen:
    Don de ser (Ambulante Más Allá, Mexiko 2015, 45 Min., OF mit engl. UT)
    Unter Normalistas (Fernando Romero, Östreich/Mexiko 2019, 15 Min., OF mit engl. UT)
    Cabeza de Vaca (Nicolás Echevarría, Mexiko 1991, 112 Min., OF mit engl. UT)
    Zu Gast: Regisseur Néstor Jiménez (Don de ser) aus Chiapas, Mexiko, vom Kollektiv Ambulante Más Allá.

    Organisator des Festivals: Filmcasino, Margaretenstraße 78, 1050 Wien - 01 / 587 90 62, kassa@filmcasino.at

    Erreichbarkeit: U4 Kettenbrückengasse, 13A und 59A Ziegelofengasse.

    Vorverkauf: An der Kassa des Filmcasinos und online auf www.filmcasino.at (Keine Reservierung möglich).

    Preise: € 9,00, Ermäßigt € 8,00 (Studierende, Lehrlinge, SchülerInnen, Senioren, Arbeitssuchende, Ö1 Club, LAI).
    10er Block € 65,00, (2 Jahre gültig für andere Filmcasino-Vorführungen).

    Alle Filme in Originalsprache(n) mit deutschen oder englischen Untertiteln.

    Programm und weitere Infos auf: www.filmcasino.at

     

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  • Icíar Bollaín: „Mich interessieren Filme, die von wahren Begebenheiten erzählen“

    Die Regisseurin Icíar Bollaín ist in Wien, um die Premiere ihrer neuen Produktion YULI zu besuchen. Die Geschichte des kubanischen Ballettstars Carlos Acosta, der der erste, nicht weiße Romeo der Geschichte ist.

    Icíar Bollaín redet gern. Sie spricht leidenschaftlich und unermüdlich über ihre Arbeit, über ihre monatelange Werbung ihres neuen Films Yuli, in und außerhalb Spaniens. Während ihres Aufenthalts in Wien, anlässlich der Premiere ihres neuen Werkes am 15. Februar im Filmcasino Wien, konnten wir uns mit der spanischen Regisseurin unterhalten. Sie wird nach der Vorführung des Films im Kolloquium mit ihrem Ehepartner, Paul Laverty Drehbuchautor des Films, Rede und Antwort stehen.

    Yuli setzt auf eine neuartige Erzählung, in der der Tanz zu einem zentralen Element wird, um die Geschichte von Carlos Acosta zu erzählen, einem der wichtigsten Balletttänzer unserer Zeit, der die erste Figur des Royal Ballet in London wurde.

    Eine faszinierende Geschichte mit Havanna als Schauplatz. Über die Kindheit und Jugend von Carlos Acosta, dessen Vater ihm den Spitznamen Yuli gab, daher der Titel des Films, und ihn gegen seinen Willen zwang Ballett zu lernen.

    Icíar Bollaín al momento de la entrevista en Viena con la periodista Laura Garrido. (Foto: Karola Riegler).
    Icíar Bollaín zum Zeitpunkt des Interviews in Wien mit der Journalistin Laura Garrido. (Foto: Karola Riegler)

    Sehr schön, dass du in Wien bist, um deinen neuen Film Yuli zur Premiere zu bringen.
    Wenn ein Filmverleih wie in diesem Fall Polyfilm, der bereits El Olivo vertrieben hat, einen Film von dir nimmt, weißt du schon, dass er eine Risiko eingeht. Es gibt einen Markt mit einem riesigen Filmangebot und dabei zu sein unterstützt den Film, und hilft ihnen. Es ist eine Art, um die Öffentlichkeit zu erreichen und sie aufmerksam zu machen. Außerdem liebe ich es. So kann man sehen, wie der Film in anderen Ländern aufgenommen wird.
    Es ist sehr interessant zu sehen, wie universell der Film ist, ob die Leute in denselben Momenten lachen oder sich je nach Land für dasselbe begeistern.
    Vor ein paar Wochen war ich in Deutschland und es war phänomenal. Es ist eine große Freude zu sehen, dass sich die Arbeit gelohnt hat und der Einsatz vom Filmverleih sich rentiert. Es gibt viele lateinamerikanische Besucher, natürlich Kubaner, aber auch ein deutschsprachiges Publikum mit großem Interesse an der Spanischen Sprache.

    Um ein Biopic (Verfilmung des Lebens einer Person) zu produzieren, muss man sich an eine Geschichte halten. Ist es dann "wie erzählst du es", was den Unterschied ausmachen sollte, wenn man den Film macht?
    Biopics sind sehr schwer zu machen, bereits die Zusammenstellung des Skripts. Paul war von Anfang an sehr aufmerksam, das Skript zu schreiben, und wollte nicht ein Ereignis nach dem anderen erzählen. Deshalb hat er diese dreifache Struktur geschaffen, die sich aus der Vergangenheit zusammensetzt, an die sich Carlos (seine Kindheit und Jugend) erinnert, an die Gegenwart, die Carlos Acosta selbst im Theater von Havanna darstellt, indem er sich sein eigenes Tanzleben vorstellt und dann der Tanz selbst, der Szenen aus dem Leben von Carlos erzählt. Der Film geht von der Gegenwart in die Vergangenheit, und wenn die Geschichten in Form von konventioneller Fiktion erzählt und noch dazu plötzlich getanzt werden, wird auch die Erzählung unterbrochen.
    Das Zweite, was bei Biografien passiert, ist, dass man sich an das, was passiert ist, halten muss, und du kannst nicht viel ändern aber man muss genau auswählen, was erzählt wird.
    Bei allem, was über Carlos Leben gesagt werden konnte, war besonders die Beziehung zu seinem Vater. Und das brachte das Rassenmotiv mit sich, die Tatsache, ein Schwarzer zu sein, der schließlich im Herzen des Royal Ballett tanzte. Es gibt auch einen sehr schönen Teil, der die Geschichte von Carlos Familie zeigt, und einen Einblick in viele kubanische Familien gibt.

    Außerdem hattest du auch Carlos Acosta als Schauspieler, der sich selbst interpretierte und aufmerksam war, was und wie es erzählt wurde.
    Carlos war vom Drehbuch fasziniert und hat uns tatsächlich freie Hand gelassen. Abgesehen davon, ist er ein sehr beschäftigter Mann und als wir anfingen, wurde ihm sofort klar, dass er die Choreografie nicht machen konnte, obwohl er es gerne gemacht hätte. Carlos hat mir von Anfang an gesagt: „Ich bin für das Tanzen und du für das Filme machen verantwortlich“. Die Wahrheit ist, dass ich es zu schätzen weiß, weil es anders sehr kompliziert gewesen wäre.
    Carlos kam erst am Schluss der Dreharbeiten, weil er mit seinem Ballett Ensemble in Großbritannien auf Tournee war. Er machte seine Szenen und er setzte sich danach hin, um den Film als Zuschauer anzusehen.

    Wie du sagtest, der Tanz neben der Musik ist ein zentrales erzählendes Element des Films. Das war eine Herausforderung. Hattest du eine frühere Tanz- oder Musik Ausbildung?
    Es hat eine Menge vorhergehende Arbeit gebraucht. Mit sieben Jahren habe ich als Kind Ballett getanzt und es schien mir eine Qual zu sein, also habe ich damit aufgehört und mit Judo angefangen, was mir unterhaltsamer erschien. 
    Die Anpassung von Choreografie und Musik. Und bis wir den Film schnitten, wussten wir nicht, wie die Vermischung aus Tanzen und fiktionaler Erzählung funktionieren würde. Ja, es war uns gelungen sicherzustellen, dass diese Mischung die Geschichte nicht bremste und der Zuschauer nicht verloren ging. Wie zum Beispiel in der Szene des Schlagens, wo wir von Erinnerungen an die Vergangenheit zum Tanz kommen und gehen. Das war alles experimentell.

    Icíar Bollaín:
    Icíar Bollaín: "Ich denke, in der Geschichte von Carlos Acosta können wir uns selbst dargestellt sehen, auch wenn wir nicht tanzen, nicht schwarz und keine Kubaner sind." (Foto: Karola Riegler)

    Der Zuschauer ist nicht daran gewohnt, einen Film in einer so musikalischen und choreografierten Sprache zu hören.
    Ich hatte so etwas noch nie gesehen. Es ist eine Fiktion, die Leute kommen und sehen sich einen Film an. Und es ist kein Dokumentarfilm, auch wenn ich Carlos Acosta als Hauptdarsteller habe, der sich selbst interpretiert. Es gab viele Meinungen zum Film, und wir hatten keine Ahnung, wie es funktionieren würde.

    Was hat dich am meisten im Carlos Acosta Leben angezogen, um daraus einen Film zu machen?
    Es war nicht schwierig die Entscheidung zu treffen, weil die Geschichte sehr interessant ist. Normalerweise werden die Geschichten entweder von Paul oder von mir geschrieben.
    Der britische Filmproduzent und insbesondere Andrea Calderwood hatten schon seit einiger Zeit versucht diese Geschichte zu erzählen. Sie hatten einen anderen Drehbuchautor gehabt, aber das Drehbuch überzeugte sie nicht. So schlug Andrea es Paul vor. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass wir den nächsten Film gemeinsam drehen würden. Andrea und Carlos fanden, dass es sehr gut war, und wir begannen mit der Arbeit.
    Wir haben beide zusammen die Autobiografie gelesen und was unsere Aufmerksamkeit am meisten auf sich zog, war der Teil der Kindheit, weil er sehr viel Potenzial hatte. Ich glaube, dass die Kindheit den Menschen Charakter gibt und darin unsere Essenz liegt. Und noch mehr im Fall von Carlos, der aus einem ganz bestimmten kubanischen Viertel kommt, mit diesem speziellen Vater, in einer so besonderen Stadt wie Havanna.

    Carlos ist ein Junge, der nicht tanzen will, er ist schwarz, aus einem bescheidenen Stadtteil Havannas, der letztendlich zu einem Superstar im Royal Ballett wird, der erste nicht weiße Romeo der Geschichte.

    Man sieht im Film die stürmische Beziehung zwischen Vater und Sohn und zeigt eine Reihe von Aspekten, wie die nicht gewaltfreie Erziehung und die Tatsache, dass ein Kind in den 80er Jahren Ballett tanzt.
    Da gibt es etwas sehr Merkwürdiges, wie konnte es möglich sein, dass ein autoritärer Vater, - manchmal gewalttätig, ein LKW-Fahrer, in dieser Umgebung -, will dass sein Sohn Tänzer wird. Santiago, der den Vater spielt, obwohl er in Wirklichkeit kein Schauspieler ist, sondern ein Choreograf und auch ein Lehrer von Carlos, sagte, der Vater sei ein Visionär und ein außergewöhnlicher Mensch.
    Carlos verbrachte den Tag auf der Straße, tanzte Breakdance und es waren Wettkämpfe, die manchmal als Navajazos (Messerstechereien) endeten. Der Vater bringt ihn zunächst als Disziplin zum Ballett. Dann erkennt Professorin Chery, dass Carlos außergewöhnliche Fähigkeiten hat und der Vater sieht es auch. Und er erlaubt ihm nicht, das Ballett zu verlassen. Und es ist wahr, dass ihn die Nachbarschaft als Schwul bezeichnet. Aber dem Vater ist das egal, weil er die Möglichkeit sieht, dass sein Sohn in Zukunft das Leben haben wird, das er selbst nicht haben konnte.

    Der Film spielt in Havanna, ein Drehort der dafür sehr beliebt ist. Du hast Yuli beim Filmfestival in Havanna uraufgeführt. Wie war dieser Moment?
    Die Premiere war spektakulär. Es war in einem Kino, dem Karl Marx, das 5.400 Sitzplätze hat und beeindruckend ist. Es kamen Carlos, seine Lehrerin, alle Darsteller, das kubanische Team und die Familie.
    Es war sehr schön. Auch weil die Kubaner, abgesehen vom Weinen und Lachen, sagten:"Der Film ist sehr kubanisch". Weder Paul noch ich sind Kubaner und daher ist diese Aussage ein Kompliment. Er wurde auch in zwei anderen Kinos in Havanna aufgeführt, wo die Leute um den Häuserblock Schlange standen.

    Carlos ist sehr aufgeregt und dankbar für den Film. Als er ihn das erste Mal sah, weinte er den ganzen Film lang, aber er sagte mir, dass der Film das beste Geschenk sei, das er seinen Töchtern geben könne, weil sie wissen würden, woher sie kamen und wer ihr Vater war.

    Icíar, deine Filme enthalten eine Botschaft des Anprangerns oder versuchen es zumindest, damit der Zuschauer einen Moment nachdenkt und beobachtet. Ist dir als Regisseurin bewusst, dass Filme machen, wie ein Sprachrohr ist und du damit viele Menschen erreichen kannst?
    Die Wahrheit ist, dass ich es nicht absichtlich mache und der Ursprung eines Films von mir keine Klage ist. Es führt mich mehr die Neugier. Es sind Themen, die mich interessieren und es scheint mir, es könnte viel mehr Menschen interessieren. Tatsache ist, dass das Produzieren eines Films eine sehr starke wirtschaftliche und menschliche Anstrengung ist, und es zahlt sich aus, über etwas Lohnenswertes zu sprechen.
    Ich interessiere mich für menschliche Filme, die von Dingen handeln, die uns passieren. Ich denke, in der Geschichte von Carlos Acosta können wir uns selbst dargestellt sehen, auch wenn wir nicht tanzen, nicht schwarz und nicht kubanisch sind. Die Wurzeln, die Sehnsucht nach deiner Heimat... auch ich lebe außerhalb Spaniens und kann mich damit identifizieren.

    Nutzt du die Gelegenheit Wien zu besuchen?
    Wir wollen die Werke von Klimt sehen. Ich komme mit meinen Kindern. Eines von ihnen hat gerade Jugendstil studiert. Und um Eis zu laufen, gibt es eine sehr schöne Eisbahn. Wir wollen das Essen, Spaziergänge und die Gastfreundschaft genießen. Es ist eine wunderbare und sehr offene Stadt.

    Den Film anschauen: filmcasino.at/film/yuli

  • FrauenFilmTage 2019

    Vom 28. Februar bis 7. März findet FrauenFilmTage im Stadtkino, Künstlerhaus und im Filmcasino (Eröffnung) statt. Schauen Sie sich an, interessante qualitative von spitzen Frauen Filmproduktionen gemacht.

    Eröffnet werden die FrauenFilmTage 2019 mit dem vietnamesischen Film THE THIRD WIFE von Ash Mayfair. Die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen (Kamera: Chananun Chotrungroj) in Kombination mit sphärischen Klängen (Musik: An Ton That) sind pure Poesie.

    Im ländlichen Vietnam des 19. Jahrhunderts wird die 14-jährige May (Nguyen Phuong Tra My) als dritte Frau an den wohlhabenden Landbesitzer Hung (Long Le Vu) verheiratet. Durch eine Schwangerschaft scheint ihr Status innerhalb der Familie gesichert, doch schon bald erkennt sie, dass ihre Möglichkeiten innerhalb der patriarchalen Strukturen sehr eingeschränkt sind.

    Das Drehbuch ist inspiriert von der eigenen Familiengeschichte der Regisseurin Ash Mayfair. Deren Ur-Großmutter und auch Großmutter wurden früh in arrangierte Ehen gezwungen. In einem Interview sagt Ash Mayfair, dass sie den Frauen ihrer Familie ein filmisches Denkmal setzen möchte. Gleichzeitig ist ihr wichtig, die Rolle, die Frauen in der Gesellschaft spielen müssen, zu hinterfragen. Dass Zwangsverheiratung auch heute noch praktiziert wird ist eine weitere Motivation für die Regisseurin, sich diesem Thema zu widmen.

    Seit der Weltpremiere erhielt THE THIRD WIFE zahlreiche Auszeichnungen, wie „NETPAC Award” Toronto IFF 2018, „TVE Otra Mirada Award“ San Sebastian International Filmfestival 2018, „Gold Hugo“ Chicago International Filmfestival 2018, „Best Artistic Contribution“ Cairo International Filmfestival 2018.

    Die Personale der FrauenFilmTage ist 2019 Kimber Lee Jerrett und dem Thema Licht gewidmet. Als Oberbeleuchterin ist sie seit 2003 für österreichische und internationale Filme sowie Werbung tätig. Auf sich aufmerksam gemacht hat Kimber Lee Jerrett durch ihre Lichtgestaltung in Michael Hanekes preisgekröntem Film DAS WEISSE BAND – Eine deutsche Kindergeschichte in Zusammenarbeit mit Kameramann Christian Berger. Aktuelle Beispiele sind L'ANIMALE von Katharina Mückstein, HER MIT DER MARIE! von Barbara Eder, eine Folge der TV-Serie Tatort, wie auch die Stadtkomödie GESCHENKT von Daniel Prohaska für das Fernsehen.

    Kimber Lee Jerrett  (Foto: © Zoe Opratko)
    Kimber Lee Jerrett (Foto: © Zoe Opratko)

    Kimber Lee Jerrett über die Leidenschaft für ihren Beruf: „… Jede Phase des Prozesses ist für mich spannend. Es ist für mich aufregend zu sehen, ob ein Lichtkonzept, das wir uns ausgedacht haben, aufgeht. Egal, ob es um Gesichter, Landschaften oder Räume geht; ich liebe die Spielwiese, die sich mir beim Lichtsetzen bietet. Einen Film zu drehen ist in jeder Hinsicht Teamarbeit. ...“

    Der mexikanische Spielfilm THE CHAMBERMAID (La Camarista) von Lila Avilés ist mit im Programm der FrauenFilmTage 2019. Die Regisseurin richtet in ihrem Spielfilm den Blick auf die Hotelangestellten in einem Nobelhotel in Mexico City, auf deren tägliche Arbeit, kleine Wünsche und Träume. Im Mittelpunkt des Films steht Eve (Gabriela Cartol), die alle ihre Kräfte einsetzt, um die Zimmer der GästInnen sauber und ansprechend zu halten. Ihre größten Wünsche sind ein rotes Kleid, das von einer Kundin vergessen wurde, und ihr beruflicher Aufstieg, die Aufgabe die Suite des Hotels betreuen zu dürfen. Um die Handlung authentisch zu gestalten, recherchierte Lila Avilés lange im „Presidente“, einem der nobelsten Hotels Mexikos, und vergab einige Nebenrollen an dessen Angestellte. Nach der Weltpremiere in Toronto 2018 erhielt dieser Film kürzlich den Jurypreis auf dem Marrakesch International Filmfestival. 

    Mexikanisches Talent Lila Avilés. (Foto: Mauricio Aguilar)
    Mexikanisches Talent Lila Avilés. (Foto: Mauricio Aguilar)

    Mit im Programm der Schweizer Spielfilm WITH THE WIND (Le vent tourne) von Bettina Oberli. Pauline (Mélanie Thierry) und Alex (Pierre Deladonchamps) leben auf einer Farm in den Schweizer Bergen und produzieren ihre Lebensmittel selbst. Alles scheint einen festen Rhythmus zu haben, bis zu dem Sommer, in dem sie eine Windturbine aufstellen, um ihren Strom selbst zu produzieren. Durch den Ingenieur Samuel (Nuno Lopes) ist Pauline nicht nur mit einer anderen Lebenswelt konfrontiert, sondern auch mit der Frage nach ihren Bedürfnissen und Wünschen. Bettina Oberli behandelt in WITH THE WIND nicht nur aktuelle Fragen: Wie kann der Mensch im Einklang mit der Natur leben und wo führt uns der Kapitalismus hin, sondern auch die Wünsche und Bedürfnisse des/der Einzelnen. (Weltpremiere Filmfest Locarno 2018).

    Als österreichische Produktion freuen sich die FrauenFilmTage 2019 über die Zusage von SIE IST DER ANDERE BLICK von Christiana Perschon, deren Film Premiere bei der Viennale 2018 hatte. Christiana Perschon porträtiert fünf wichtige Vertreterinnen der österreichischen feministischen Avantgarde: Renate Bertlmann, die 2019 den österreichischen Pavillon der Biennale gestalten wird, Linda Christanell, Lore Heuermann, Karin Mack und Margot Pilz. Die Künstlerinnen erzählen in einem von der Regisseurin klug gewählten Setting von ihren künstlerischen Anfängen und der Normalität des Sexismus der 1960er und 1970er Jahre.

    Heuer zählt noch die Kooperation mit dem Netzwerk FRAUFELD zur Sichtbarmachung von Musikerinnen. Die Musikerinnen Susanna Gartmayer (Kontra Alt Klarinette) und Verena Zeiner (Tasteninstrumente) werden den Stummfilm DIE BÖRSENKÖNIGIN von Edmund Edel (1918) mit Asta Nielsen in der Hauptrolle musikalisch begleiten.

    Asta Nielsen als erfolgreiche Kupferminenbesitzerin beherrscht perfekt die Börse und deren Aktienhändler. Dank ihres Verwalters, der eine neue Kupferader entdeckt hat, und ihrem Geschick kann sie unbesorgt in die Zukunft blicken. Gemeinsam – so stellt sich die Börsenkönigin das vor – soll das Unternehmen wachsen. Nur in der Liebe will es nicht klappen.

    Das Programm der FrauenFilmTage 2019 und weitere Infos finden Sie unter www.frauenfilmtage.at 

  • Das Alter der Erde

    Unveröffentlichter Text des Schriftstellers José Emilio Pacheco (Mexiko, 1939 - †2014) über das erste lateinamerikanische Filmfestival in Österreich 1991.

    Im Mai 1991 bot José Emilio Pacheco dem „Latinidade Kultur Forum“ einen Einführungstext für das erste lateinamerikanische Filmfestival in Österreich zu schreiben an. Ein Festival mit dem Titel „Das Alter der Erde“, das im Filmhaus Stöbergasse stattfand.

    In dem ausschließlich im Festivalkatalog veröffentlichten Text reflektiert der Autor universelle Aspekte Lateinamerikas. Reflexion, die heute aktueller als je zuvor ist.
    Er spielt auch auf einige der auf dem Festival gezeigten Filme an, wie „Orinoco Nuevo Mundo“ von Diego Risquez, „Cabeza de Vaca“ von Nicolás Echevarria, „Frida - Naturaleza Viva“ von Paul Leduc, „Goitia, ein Gott für sich“ von Diego López und „La Edad de la Tierra“ von Glauber Rocha.

    Cultura Latina in Zusammenarbeit mit Latinidade Kultur Forum veröffentlicht diesen Text zum ersten Mal seit seiner ersten Offenlegung.

    Mexikanischer Schriftsteller José Emilio Pacheco (* 30. Juni 1939; † 26. Januar 2014) en el Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey, Ciudad de México, el 12 de octubre de 2012. (Foto: Angélica Martínez)
    Mexikanischer Schriftsteller José Emilio Pacheco (* 30. Juni 1939; † 26. Januar 2014) im Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey, Ciudad de México, am 12. Oktober 2012. (Foto: Angélica Martínez)

    Das Alter der Erde

    Am Anfang gab es eine einzige Erde: Pangea.
    Viel später trennten sich die Kontinente
    und dazwischen blieb das Meer, das verbindet und trennt.

    Vor 500 Jahren begann Europa durch Spanien mit der Eroberung von dem, was ein deutscher Geograph „Amerika“ nannte. Im Jahre 1991, im Zeitalter der sofortige Kommunikation, ist die Entfernung größer denn je.
    Das spanische, portugiesische und französische Amerika ist ein Teil von dem geworden, was die Vereinte Nationen mit dem Euphemismus „Dritte Welt“ bezeichneten, die Peripherie, die die industrialisierten Länder mit billigen Arbeitskräften und Rohstoffen beliefert.

    Das Alter dieser Erde beginnt für das europäische Gewissen in diesem Moment, als die Eroberer ihre Zerstörungs- und Aufbauarbeit begannen. Während fünf Jahrhunderten war diese Erde ein unbeflecktes Paradies, ein Raum, der unbedingt von den Damönen befreit werden sollte, eine Mine voll Gold und Silber, Schlachtfeld der Kolonialmächte, Hoffnung, Land des Morgens, das nie Wirklichkeit wird, Ort der Zuflucht – Karneval, revolutionäre und folkloristische Mode, Enttäuschung.
    Jetzt ist dieser Erdteil der Ort, woher die Drogen kommen, wo die Naturkatrastophen stattfinden, wohin die Epidemien wie die Cholera, die man für besiegt glaubte, zurückkehren. Länder die unter allen Übeln des Fortschritts leiden und von allen Tragödien der Rückständigkeit geprägt sind. Grandiose Ruinen und primitive Hütten – alle Zeitalter koexistieren auf dieser Erde, Bewohner von Höhlen leben neben Wolkenkratzern voll mit Faxgeräten, Computern, Modems und Handys.
    „Lateinamerika“ als solches existiert nicht. Zwanzig, oder mehr, ganz unterschiedliche Länder können nicht auf einen gemeinsamen Nenner reduziert werden. Es ist unmöglich von Europa zu verlangen jedes Land von ihnen, als eine Einheit zu betrachten. Aber zumindest ist es möglich Europa vorzuschlagen, die Klischees über das „Lateinamerikanische“ nicht zu akzeptieren.
    Diese zwölf Filme dieser Reihe geben dem österreichischen Zuschauer Beispiele, wie die Wirklichkeit und Phantasie dieser Länder vom Kino gesehen wurde. Indem es diese beschreibt, erfindet es sie und verwandelt sie in Kunst. Etwas das seltsamerweise in unserem Amerika bisher gut funktioniert hat und trotz aller Krisen weiter besteht. Das Kino hat sich der Einsamkeit und Weite dieser Erde bemächtigt. Es hat ihre Menschen, ihre Wüsten, ihre Urwälder, ihre Städte beschrieben.

    Die Filmreihe „Das Alter der Erde“ beschreibt unter anderem, den Eroberer, verloren in der feindlichen Natur einer „Neuen Welt“, die für ihn eine „Andere Welt“ ist. Den europäischen Gelehrten, der versucht das Unerklärliche auf Wissenschaft und Vernunft zu reduzieren. Die Chroniken der neuen Eroberungen, die sich heute anderer Mittel bedienen, den einsamen Krieg zweier Maler die ihre Identität zu finden suchen, indem sie ihre innere Welt und die Wirklichkeit die sie umgibt wiedergeben.
    Die Funktion unserer Kinos als ein Mittel die Vergangenheit in Gegenwart zu verwandeln und das Ferne nahe zu bringen, verbindet sich mit der Fähigkeit das Europäische anzueignen und daraus Neues zu schaffen.
    Dieser Reihe zeigt, dass die ganze Erde unsere einzige Erde ist, ihr Alter ist unser Alter.

    JOSÉ EMILIO PACHECO
    Mexiko, Mai 1991

  • "Winter in Havanna" Kinostart am 22.02.

    Nach "SOMMER IN WIEN" der 2. Film der Tetralogie "Die 4 Jahreszeiten" präsentieren Walter Größbauer und FORTUNAMedia den Dokumentarfilm "WINTER IN HAVANNA" am 22.02.2019.

    Der Wind peitscht die karibische See über die Brüstung des „Malecon“, auf der Fischer stehen und ihre Angeln auswerfen, während sich küssende Liebespaare selbst fotografieren. An den modrigen Fassaden ehemaliger Prunkbauten der Uferpromenade hängt seit Tagen nasse Wäsche, die nicht trocknen will. Es ist Winter in Havanna.

    In "Centro Habana", dem ruinösen Gebiss eines leidenschaftlichen Rumliebhabers gleich, betreibt Frank seinen einsturzgefährdeten Blumenladen. Der chinesische Vermieter lebt, eingebettet zwischen Rosen, Alpinien und Schmetterlingsjasmin, im selben Raum. Früher war Frank Schiffsmaler, bis Blumen sein Leben veränderten: „Blumen bedeuten Liebe, Zuneigung, Ehrlichkeit, Freundschaft, alles Gute, das in einem Menschen sein kann.“ Die meisten seiner Kunden kaufen Blumen aus religiösen Gründen. Um ihre Heiligen zu verehren oder als dekorative Begleitung für ein Santería-Ritual.

    Maisel studierte auf der berühmten Akademie "San Alejandro" Malerei. Vor kurzem kehrte er von einer kulturellen Mission aus Venezuela zurück, wo er ein Wandgemälde zur bolivarianischen Revolution anfertigte. In "Playa", dem nostalgischen Villenviertel, in dem ehemalige Revolutionäre und Künstler wohnen, lebt er mit seinen Eltern und seiner Verlobten. Die Umgebung ist wie ein Freilichtmuseum, geprägt von seinen monumentalen Kinderporträts, die er auf Hauswände malt. „Ich hätte gerne, dass meine Kunst irgendwann vielleicht in einem kubanischen Museum zu sehen ist. Das würde ich lieben.“

    "Blankita" heißt die spektakuläre Figur, die sich Yanolis erdacht hat, und mit der er zur "Königin des Humors in Kuba, in der Welt der Transvestiten" gekürt wurde. Yan, wie er von seinen Freunden genannt wird, lebt in "Guanabacoa", einem ländlich geprägtem Vorort, in dem manch ein Bewohner sein Schwein an der Leine spazieren führt. Die Ablehnung durch die Mutter, aufgrund seiner sexuellen Neigung, trieb ihn in die Prostitution. „Ich bin kein nachtragender Mensch, aber es gibt Worte, die ich nicht zu löschen vermag.”

    Marisol kam vor vier Jahren nach Havanna und lebt in der ehemaligen Autowerkstatt ihres Sohnes. Der einfache Raum mit Erdboden und Wellblechdach ist ihr improvisiertes Reich und liegt im Herzen des "10 Octobre", einem Volksviertel mit pittoreskem Charme. Fidel Castro ermöglichte ihr die Ausbildung zur Uhrmacherin. „Ich liebe es, vom Traum geweckt zu werden und dahinterzukommen, welches Problem die Uhr hat.” Wenn sie keine Uhren repariert, wäscht sie Wäsche und reinigt Töpfe gegen Bezahlung um ihre magere Pension aufzubessern.

    Vier Menschen, vier Schicksale in einer einzigartigen Stadt. Begleitet von magischen Bildern pittoresker Architektur und Natur, fern jeder Werberomantik, die Sonne, Strand, Zigarren und Oldtimer Nostalgie verspricht. Der Film erlaubt Einblicke in die Lebensrealität des eigenwilligen, sozialistischen Inselstaates, der immer noch unter dem Embargo der USA steht, und dem die Kubaner mit Solidarität und Lebensfreude antworten, mit geballter Faust auf dem ausgestreckten Arm "Viva la Revolución" rufend.

    Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion packten die Exilkubaner in Florida ihre Koffer. Die Regierenden der USA glaubten, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen sei, wo das sozialistische System Kubas zusammenbrechen würde und die Castro Brüder zur Rechenschaft gezogen würden. Fast 30 Jahre später sitzen die Exilkubaner immer noch auf ihren gepackten Koffern. Die kommunistische Partei Kubas (PCC) mit Raúl Castro an der Spitze regiert weiterhin das Land.
    Den Entschluss, Havanna für meine Tetralogie "Die 4 Jahreszeiten" als "Winter-Film" zu nehmen, habe ich gleich nach meinem ersten Besuch gefasst. Havanna ist anders als alles, was ich vorher gesehen habe. Es gibt keinerlei Werbung im Stadtbild, keine Logos internationaler Marken. Nur wenige Autos fahren und parken in den Straßen. In den angeseheneren Vierteln (Vedado, Playa, Miramar,…)
    wohnen einfache Menschen.
    Nach all meinen Reisen in afrikanische, arabische und asiatische Länder war es eine Wohltat für mich, Paare zu sehen, die in aller Öffentlichkeit zärtlich zueinander waren, sich küssten. Die Gleichberechtigung der Frau scheint mir selbstverständlicher zu sein als in vielen westlichen Gesellschaften. Einmal war ich Zeuge, als eine Frau ihren Mann am helllichten Tag in der Öffentlichkeit ohrfeigte. In Indien, der größten Demokratie der Welt, ein undenkbares Szenario.

    Natürlich bedient sich die kubanische Tourismusbehörde bereitwillig aller nur möglichen Klischeebilder: funkelnde Oldtimer, mitreißende Musik und leidenschaftlicher Tanz, dicke Zigarren, Rum, schöne Frauen und weiße Strände. Sie sind die Ingredienzien einer bewährten Rezeptur, die jedes Jahr mehr Touristen auf die Insel bringt.
    Aber die Realität wird schnell sichtbar für alle, die hinter die getünchten Fassaden blicken. 90% aller Oldtimer sind in einem erbärmlichen Zustand. Einmal fuhren wir mit einem Lada Taxi, das aussah, wie ein von Katzen abgenagtes Fischskelett, das am Straßenrand liegt. Es hatte keine Polsterung mehr an den Innenseiten der Türen, auch an der Decke fehlte die Verkleidung. Es hatte kein Armaturenbrett mehr, sodass die Abgase ungehindert ins Wageninnere strömen konnten. In den Volksvierteln wachsen Bäume und Sträucher an den Fassaden der Häuser, und viele Balkone und Zimmerdecken müssen notdürftig mit Balken gestützt werden. In "Centro Habana" stürzen regelmäßig Häuser ein und begraben ihre Bewohner unter sich. Als wir zum ersten Mal das Blumengeschäft unseres Protagonisten Frank betraten, wollten unsere kubanischen Begleiter nicht mitgehen, sie hatten Angst, es könnte jeden Moment einstürzen.

    WINTER IN HAVANNA von Walter Größbauer & FORTUNAMedia
    WINTER IN HAVANNA von Walter Größbauer.

    Walter Größbauer über seinen Film

    Das Alltagsleben der Kubaner ist geprägt von der immerwährenden Suche nach Waren aller Art. Es herrscht Mangel an allem und jedem. Das Einkommen ist spärlich, viele müssen sich mit einem Nebenjob, dem Verkauf einfachster Waren oder mit allerlei Dienstleistungen über Wasser halten. Bei den Dreharbeiten in einem Gay-Nachtclub komme ich ins Gespräch mit einer 72-jährigen Afrokubanerin, die als Toilettenfrau angestellt ist. Sie war Silbermedaillengewinnerin im 100m Staffellauf bei der Olympiade 1968 in Mexiko. Ihre Pension von umgerechnet Euro 15 pro Monat reicht nicht aus zum Überleben.

    Regisseur Walter Größbauer
    Regisseur Walter Größbauer

    Dass daran nicht ausschließlich das Embargo Schuld trägt, sondern auch die Fehlwirtschaft der kubanischen Politik, wurde mir schnell klar. Havanna feiert im Jahr 2019 sein 500 jähriges Bestehen. Ich habe mich sofort in diese Stadt mit ihrem besonderen Charme verliebt. Die Menschen, die Architektur, die abendlichen Szenen am Malecón, die Farben bei Sonnenuntergang, alles strahlt etwas Besonderes, Eigenwilliges aus. Hätte Kuba die Mittel, die Stadt zu renovieren, sie wäre wohl die schönste der Welt.
    Es wurde zu meinem Herzenswunsch, diesen Film zu drehen und zu versuchen, ein wahres Bild der Lebensrealität der Bewohner von Havanna zu zeichnen, und gleichzeitig unserer Wohlstandsgesellschaft zu zeigen, dass Lebensfreude nicht unbedingt mit materiellem Reichtum einhergeht. Dass es ein Leben ohne Smartphone und Internet gibt, und dass Solidarität mehr wert ist als der Klick auf den Bestell-Button bei Amazon.

    Fidel Castro sagte: „Eine Revolution ist kein Rosenbett. Eine Revolution ist ein Kampf zwischen der Zukunft und der Vergangenheit.” Möge der Kampf nicht umsonst gewesen sein.

    Walter Größbauer Regisseur

    Geboren 1957 in Graz/Österreich. Von 1972-1978 Ausbildung zum Handelskaufmann in Wien und zum Werbefotografen bei Jürgen Störk (Profoto) in Stuttgart/Deutschland. Seit 2000 ist Walter Größbauer freischaffender Filmemacher und Fotograf. 2005 gründete er mit Claudia Pöchlauer die FORTUNAMedia - Agentur für Film und Kunst.
    Sein Dokumentarfilmdebüt "Das Leben ist reine Glückssache" wurde auf Festivals in Österreich und Deutschland gezeigt. "KAIRO ALL INCLUSIVE" war sein erster Langfilm, der in österreichischen und deutschen Kinos lief. "NEXT EXIT NIRVANA, "INDIAN DREAMS", "SOMMER IN WIEN" und "GUITAR DRIVER" wurden auf nationalen und internationalen Festivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet.

    Filmografie (Auswahl)
    2018 "GUITAR DRIVER" Dokumentarfilm über den Ausnahmemusiker Karl Ritter 
             Festivalauszeichnungen
             “Award of Merit Special Mention” THE INDIE FEST 2018, La Jolla – USA
    2015 "SOMMER IN WIEN" Dokumentarfilm über außergewöhnliche Menschen während eines heißen Sommers in Wien.

    Festivalauszeichnungen
    “Award of Merit” THE INDIE FEST 2015, La Jolla – USA

    Festivalteilnahmen
    2016 BALINALE - Bali Int. Film Festival, Bali - Indonesien
    2015 49. Internationale HOFER FILMTAGE, Hof - Deutschland
    2015 28. Festival DER NEUE HEIMATFILM, Freistadt - Österreich
    2015 EAST SILVER 2015, Jihlava - Tschechien
    2015 14. Filmfestival Radstadt, Radstadt - Österreich
    2014 "ROAD TO HEAVEN" Dokumentarfilm über soziale Missstände und Gewalt an Frauen in Indien
    2012 „INDIAN DREAMS“ Dokumentarfilm über eine Reise durch die indische Gesellschaft

    Festivalauszeichnungen
    “Award of Excellence” THE INDIE FEST 2013, La Jolla – USA
    “Best Cinematography” ARIZONA Int. Film Festival 2013, Tucson – USA
    „Sieger Trophäe“ TOURA DÓR 2013, Seefeld-Hechendorf - Deutschland
    2010 „NEXT EXIT NIRVANA“ Dokumentarfilm über das spirituelle Leben der Hindus

    Festivalteilnahmen
    SPIRIT ENLIGHTENED Festival, Menlo Park - USA
    DIAGONALE - Festival des österreichischen Films, Graz - Österreich
    PETALUMA International Film Festival, Tiburon - USA
    2009 „MALI und die Kunst des Teilens“ Dokumentarfilm über ein humanitäres Hilfsprojekt
    2008 „KAIRO All Inclusive“ Dokumentarfilm über die Megacity Kairo und seine Bewohner
    2007 „Touareg, Mon Ami“ Dokumentarfilm über einen Tuareg-Nomaden, der in zwei Welten lebt
    2003 „Das Leben ist reine Glückssache“ Essayfilm über eine Reise durch Ghana/Westafrika

    Produzentenstatement von Claudia Pöchlauer

    Einen Film wie diesen zu produzieren bedeutet ein sich Einlassen auf eine fremde und zugleich vertraut scheinende Welt. Es gilt, hinter vorgefertigten Bildern und Klischees eigene Entdeckungen zu machen, individuelle Bildwelten zu erschaffen.
    Walter Größbauer hat in seinen Dokumentarfilmen bereits bewiesen, dass er diesen besonderen Blick hat und die Geduld, Szenen sich entwickeln zu lassen, Menschen und Dingen Aufmerksamkeit zu schenken, die oft übersehen werden.
    Diese besonders intensive und hautnahe Bildsprache hat er schon in seinen, in Afrika, Indien oder in Europa beheimateten, Filmen eingesetzt. Den Fokus legte er stets auf den Menschen in seiner Einzigartigkeit.
    Unerschrockene Menschen verdienen in diesen Zeiten besondere Aufmerksamkeit. In der ungeheuren Informationsdichte ist die Wahrnehmung der meisten ganz auf das "Ich" fokussiert, der Rest wird notgedrungen ausgeblendet. Gerade deshalb lohnt es sich, den Blick für das Ungewöhnliche zu schärfen.
    Und ungewöhnlich ist es, dieses Kuba. Und ungewöhnlich sind seine Menschen. Schon bei seiner ersten Recherche-Reise in den karibischen Inselstaat war der Regisseur begeistert und berührt von dem so anderen Lebensentwurf der Menschen, von ihrer Ernsthaftigkeit, die sich auf originelle Weise mit Lebensmut und Lebenslust paart.
    Der ideale Filmstoff für Walter Größbauer, der mit seinem Streifzug durch das winterliche Havanna und die Welt seiner eigenwilligen Bewohner auch deren Heilwirkung aufzeigen will. Auf subtile Weise hält er konsumverwöhnten Menschen einen Spiegel vor.
    Er ist selbst ein Neugieriger, ein Suchender, einer, dem Bequemlichkeit und Angepasst sein von vornherein suspekt sind. Sein Interesse galt schon immer ungewöhnlichen Orten und Menschen.
    Solchen, die dem Norm-Maß nicht entsprechen. Und zu diesen gehören die Protagonisten des Films, ein Blumenhändler, der sich ganz der Liebe zur Flora verschrieben hat, ein  Performancekünstler, der Schmerz und Leid hinter einer grellen Fassade verbirgt, ein Maler, dessen überdimensionale Kinderporträts die Stadt zur Openair-Galerie werden lassen, eine Uhrmacherin, die selbstbestimmt allen Schicksalsschlägen trotzt. Allen gemeinsam ist die unauslöschliche Liebe zu Havanna und Kuba.
    Walter Größbauer unternimmt im Film eine gewagte Expedition in das Alltagsleben der Inselhauptstadt im Winter, ergänzt durch Bilder von pittoresker Architektur und Natur. Einfühlsame Regie und sensible Kameraführung ermöglichen den Zuschauern einen anderen Blick auf die Stadt und ihre Bewohner zu werfen, sie mit offenem Auge und Herzen wahrzunehmen.

    CREW
    Buch+Regie: Walter Größbauer
    Produzentin: Claudia Pöchlauer
    Kamera Walter Größbauer
    Istvan Pajor
    Ton: Istvan Pajor
    Schnitt: Walter Größbauer
    Musik Mix & Mastering: Chris Scheidl
    Live Musik Recording Yosvani Cruz Quevedo
    Unterstützung vor Ort: Yudiel Balanque Vargas
    Übersetzung: Raimar Vogel
    Eric Lomas

    Claudia Pöchlauer Produzentin

    Geschäftsführerin von FORTUNAMedia. Geboren 1952 in Linz. Studium der Theaterwissenschaft & Ethnologie an der Universität Wien (Abschluss: Doktorat).
    Seit 1981 auch als freie TV-Regisseurin mit Schwerpunkt Dokumentation, Dokumentar- und Reisefilm tätig. 2005 Gründung der Filmproduktion FORTUNAMedia gemeinsam mit Walter Größbauer. Seit 2006 freie Produzentin.

    Filmografie (Auswahl)
    2015 „SOMMER IN WIEN“ Produktion, Kino
    2014 „ROAD TO HEAVEN“ Produktion, Kino
    2012 „INDIAN DREAMS“ Produktion und Co-Regie, Kino
    „Award of Excellence“, THE INDIE FEST 2013
    2011 „Wohin die Reise geht“ Buch und Regie, 3SAT
    2010 „Next Exit Nirvana“ Produktion, Kino
    2009 „MALI und die Kunst des Teilens“ Produktion und Co-Regie, Kino
    2009 „Der Engel von Sevare“ Produktion und Regie, ORF
    2008 „Balkan Express/Albanien-Traum und Wirklichkeit“ Buch und Regie, 3SAT/ORF
    (1. Preis Erasmus EuroMedia Award 2008)
    „Kairo All Inclusive“ Produktion, Kino
    „Balkan Express/Montenegro-Schönes, wildes Land“ Buch und Regie, 3SAT/ORF
    (1. Preis Erasmus EuroMedia Award 2008)
    2007 „John Solly Savala / big foot painting“ Produktion und Regie, Festival
    „Touareg, Mon Ami“ Produktion und Regie, Kino
    2006 „Die Müllkinder von Mokattam“ Produktion und Regie, ORF
    2002 „Donauklöster/Am Tisch der Herren“ Buch und Regie, BR/ORF
    2001 „Tazara- Der Zug in die Freiheit“ Buch und Regie, 3SAT
    2001 „Josef Lanner-Superstar“ Buch und Regie, ORF
    2000 „Der Duft der weiten Welt“ Buch und Regie, ORF/3SAT
    (1. Preis „Toura d´Or 2000)
    1999 „Der Erzherzog und sein Paradies“ Buch und Regie, ORF/ 3SAT
    1998 „Das Märchen von Amassine“ Buch und Regie, ORF/3SAT

    WINTER IN HAVANNA
    Dokumentarfilm, Ö, 2018, 90min, Farbe, Stereo, OmdU, Regie: Walter Größbauer
    Kinostart Österreich: 22.02.2019
    Kinostart Deutschland: 07.03.2019

  • ¡EL CINE! Zeitgenössisches Filmfestival auf Spanisch in Wien

    Vom 5. Oktober bis 11. November 2018 findet EL CINE statt, das spanische Filmfestival in Wien.

    Zum 4. Mal findet im Oktober das spanische Filmfestival EL CINE statt. Es wird von der spanischen Botschaft zusammen mit der mexikanischen Botschaft und dem Museum Belvedere 21 organisiert. Das Festival präsentiert Filme von zeitgenössischen Regisseuren aus Spanien und Mexiko. Die Vorführungen werden sich im Kino Blickle abspielen, das sich im Museum Belvedere 21 (Arsenalstraße 1, 1030, Wien) befindet.

    Der Eintritt ist frei, aber um teilnehmen zu können, muss man auf der Website des Museums im Voraus reservieren.

    Nach der Vorführungen wird ein Wein angeboten. Bei Kinderfilmen wird auch Erfrischungen und Snacks geben.

    Verwenden Sie den folgenden Link, um Ihre Plätze kostenlos zu reservieren: www.belvedere21.at

    PROGRAMM

    Palmeras en ¡EL CINE! FESTIVAL DE CINE CONTEMPORÁNEO EN ESPAÑOL Del 5 de octubre al 11 de noviembre de 2018
    Palmeras en la nieve

    Palmeras en la nieve (ESP)

    ¡EL CINE!
    Belvedere 21
    5. Oktober / 18:30 Uhr

    Im Jahr 1953 verlassen die Brüder Kilian und Jacobo die Berge in Huesca (Aragonien), um in eine ehemalige spanische Kolonie in Äquatorialguinea zu ziehen, wo ihr Vater in der Finca Sampaka auf sie wartet. Schnell entdecken die beiden die Freuden dieses sinnlichen, immergrünen Paradieses. Doch Kilian verliert sein Herz nicht nur an das Land: Er verliebt sich in Bisila, eine Einheimische. Es ist der Beginn einer verbotenen Liebe in Zeiten politischer Unruhen und gesellschaftlicher Umstürze. Einer Liebe, die Generationen überdauern soll und deren Kraft noch Jahrzehnte später spürbar ist. Denn als Jacobos Tochter Clarence nach seinem Tod nach Afrika reist, um Nachforschungen über die Vergangenheit ihrer Familie anzustellen, findet sie endlich die Antworten, nach denen sie so lange gesucht hat. (Produktionsmitteilung).

    Regie: Fernando González Molina, Drehbuch: Sergio G. Sanchez, Luz Gabás, Kamera: Xavi Giménez, Musik: Lucas Vidal, Mit Mario Casas, Adriana Ugarte, Macarena García, Alain Hernández, Berta Vázquez, E. Gutiérrez Caba.
    OF mit englischen UT.

    Hier RESERVIERUNGEN
    Nach der Vorführung wird den Teilnehmern ein Wein angeboten.

     

    Güeros en ¡EL CINE! FESTIVAL DE CINE CONTEMPORÁNEO EN ESPAÑOL Del 5 de octubre al 11 de noviembre de 2018
    Güeros

    Güeros (MEX)

    ¡EL CINE!
    Museo Belvedere 21
    10. Oktober / 18:30 Uhr

    Eine alleinstehende Mutter kommt mit ihrem Sohn Tomas nicht zurecht und schickt ihn zu seinem älteren Bruder Federico, genannt Sombra, nach Mexico City. Nach einer Busfahrt erreicht er spätnachts die Wohnung des Bruders, sie ist dunkel, es gibt keinen Strom und am nächsten Tag auch kein Frühstück. Tomas bekommt mit, wie Sombra und sein Mitbewohner aus der unter ihnen gelegenen Wohnung mithilfe eines Mädchens mit Down-Syndrom Strom abzweigen. In der Zeitung entdeckt Tomas eine kurze Meldung über Epigmenio Cruz, einen mexikanischen Folkrockmusiker, der aufgrund von Leberproblemen ins Spital eingewiesen wurde. Tomas, ein großer Fan von Cruz seit er bei seinem Vater eine Kassette mit seiner Musik gehört hat, schlägt vor, ihn zu suchen und ihm einen Besuch abzustatten. Dabei geraten sie in einen Protestmarsch– es sind die Studentenproteste von 1999 in Mexico City –, gelangen aber schlussendlich zu dem Spital, in dem Cruz aufgenommen worden war. Hier ist er jedoch nicht mehr aufzufinden und die Odyssee geht weiter … (Produktionsmitteilung): OF mit englischen UT

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    Las aventuras de Tadeo Jones en ¡EL CINE! FESTIVAL DE CINE CONTEMPORÁNEO EN ESPAÑOL Del 5 de octubre al 11 de noviembre de 2018
    Las aventuras de Tadeo Jones

    Las aventuras de Tadeo Jones (ESP)

    ¡EL CINE!
    Museo Belvedere 21
    14. Oktober  / 15:30 hrs

    Tad Stones ist nicht nur von Beruf Archäologe, sondern auch Abenteurer und, wenn es nach ihm geht, ein unerschrockener Held. So würde sich Tad jedenfalls selbst beschreiben. In Wirklichkeit ist sein Leben jedoch wesentlich unspektakulärer. Tad ist ein einfacher und herzensguter Bauarbeiter, der seit Jahren darauf wartet, bei seiner Arbeit durch Zufall auf ein beeindruckendes Zeugnis aus vergangenen Zeiten zu stoßen. Der archäologische Fund lässt jedoch auf sich warten. Eines Tages und völlig unerwartet gerät Tad dann tatsächlich in ein Abenteuer: Gemeinsam mit seinem geliebten Hund Jeff, der tapferen Archäologin Sara, dem gewieften Assistenten Freddy und einem stummen Papagei macht sich der Bauarbeiter auf die Reise, um einen wertvollen Inkaschatz zu retten. (Produktionsmitteilung): OF mit englischen UT

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    Nach der Vorführung gibt es Erfrischungen.

     

    Coco en ¡EL CINE! FESTIVAL DE CINE CONTEMPORÁNEO EN ESPAÑOL Del 5 de octubre al 11 de noviembre de 2018
    Coco

    Coco (EEUU)

    ¡EL CINE!
    Museo Belvedere 21
    4. November / 15:30 Uhr

    Der 12-Jährige Miguel möchte um jeden Preis Musiker werden. Am mexikanischen Tag der Toten öffnet er aus Versehen ein Portal in die Unterwelt. Dort trifft er nicht nur die verstorbenen Mitglieder seiner Familie, sondern auch sein großes Idol, den beliebten Sänger Ernesto de la Cruz. Doch die Zeit läuft, denn die Unterwelt ist nur einen Tag geöffnet, und wer nicht rechtzeitig wieder zurückkehrt, bleibt ewig im Reich der Toten eingeschlossen. Coco ist der erste Musical-Animationsfilm aus dem Hause Disney/Pixar und nimmt den "Día de Muertos" (dt.: Tag der Toten) als Anstoß für einen faszinierenden Trip in das überraschend lebhafte Reich der Toten. Der Film gewann 2018 einen Oscar als bester Animationsfilm sowie einen für den besten Song. (Produktionsmitteilung):

    Deutsche Fassung mit spanischen UT

    Im Zusammenhang mit dem Filmthema „Día de los Muertos“, dem mexikanischen Allerheiligen, findet der Kreativ-Workshop Gäste aus dem Jenseits für Kinder ab 7 Jahren im Belvedere 21 von 14–15 Uhr statt.

    Hier RESERVIERUNGEN.

     

    El Niño ¡EL CINE! FESTIVAL DE CINE CONTEMPORÁNEO EN ESPAÑOL Del 5 de octubre al 11 de noviembre de 2018
    El Niño

    El Niño

    ¡EL CINE!
    Museo Belvedere 21
    7. November / 18:30 Uhr

    „El Niño“ lebt in einer kleinen spanischen Stadt an der Grenze zu Gibraltar. Dort repariert er Motorboote und träumt gemeinsam mit seinem Freund „el Compi“ vom großen Geld. Kurze Zeit später scheint die Chance gekommen: Die beiden werden als Kuriere engagiert und transportieren mit einem Schnellboot Drogen von Afrika nach Spanien. Der Verdienst ist enorm und zunächst läuft alles prächtig. Doch schon bald wird die Polizei auf die jungen Draufgänger aufmerksam. Jesús und seine Kollegin Eva wollen den Schmugglern schon seit einiger Zeit das Handwerk legen. Ihr Ziel ist es, dem Hauptverdächtigen genannt „Ingles“, das Handwerk zu legen. Doch gerade jetzt werden Niño und Compi übermütig. Gemeinsam mit dem Kleinganoven Halil wollen sie ihr eigenes Geschäft aufziehen und groß abkassieren. Aber nun sind ihnen nicht nur die Behörden auf den Fersen, sondern auch noch die Drogenmafia. (Produktionsmitteilung). 

    Regie: Daniel Monzón, Drehbuch: Jorge Guerricaechevarría, Daniel Monzón, Kamera: Carles Gusi, Schnitt: Cristina Pastor, Musik: Roque Baños, Mit Jesús Castro, Luis Tosar, Eduard Fernández, Jesús Carroza, Sergi López, Bárbara Lennie, Said Chatiby, Mariam Bachi.
    OF mit englischen UT

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    Nach der Vorführung wird den Teilnehmern ein Wein angeboten.

     

    Ella es Ramona en ¡EL CINE! FESTIVAL DE CINE CONTEMPORÁNEO EN ESPAÑOL Del 5 de octubre al 11 de noviembre de 2018
    Ella es Ramona

    Ella es Ramona

    ¡EL CINE!
    Museo Belvedere 21
    11. November / 18:30 Uhr

    Ramona bringt zu viel Gewicht auf die Waage und das Glück ist ihr nicht besonders hold. In ihrer Kindheit wurde sie von der Mutter, den Schwestern und Freunden gedemütigt und mit dummen, beleidigenden Sprüchen, die sich auf ihr Übergewicht bezogen, verletzt. Auch im Erwachsenenalter hat sich ihr Leben nicht wirklich zum Positiven gewandelt: Sie verliert ihren Job, weil sie zu dick ist, eine Fettabsaugung ist jedoch aufgrund ihres Übergewichts auch nicht möglich. Nach einer Reihe unglücklicher Ereignisse scheint ihre ganze Welt zusammenzubrechen. Aber schon bald wird sich alles dank einiger magischer Käfer, die sie in einem Tarot-Café entdeckt, zum Besseren wenden. (Produktionsmitteilung).

    Eine unwiderstehlich komische Geschichte, die Geschlechter- und Körpermaß-Stereotype ins Wanken bringt. Die Hauptrolle in Ella es Ramona hat die bekannte Stand-up-Komikerin Andrea Ortega Lee (auch als „Manchita“ bekannt) übernommen. Sie spielt eine anziehende, optimistische Frau über dreißig, die wegen ihrer vollen Figur unrechtmäßig entlassen wird. (Isabela Fondevila).

    Regie: Hugo Rodríguez, Drehbuch: Beto Cohen, Hugo Rodríguez, Kamera: Hugo Rodríguez, Schnitt: Laura Pesce, Francisco X. Rivera, Musik: Federico Bonasso, Mit Andrea Ortega Lee, Daniel Giménez Cacho, María Rojo, Julio Bekhor.
    OF mit englischen UT

    Hier RESERVIERUNGEN

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    www.belvedere21.at 
    Treffpunkt: Kassa, Belvedere 21; Arsenalstraße 1, 1030 Wien
    Kontakt: +43 1 79557-770, public21@belvedere.at

    Veranstaltungsart: Film & Video
    Im Rahmen dieser Veranstaltung können durch das Belvedere oder im Auftrag der Organisation Fotografien und/oder Filme erstellt werden. Mit der Teilnahme an der Veranstaltung nehme ich zur Kenntnis, dass Fotografien und Videomaterialien, auf denen ich abgebildet bin, zur Presse-Berichterstattung verwendet und in verschiedensten (Sozialen) Medien, Publikationen und auf Webseiten des Belvedere veröffentlicht werden.

  • “Bad Lucky Goat” neue kolumbianische Filmsensation

    Eine kolumbianische Filmproduktion mit einem internationalen Gütesiegel: "Bad Lucky Goat". Es wird am Sonntag, den 17.06.2018 im Filmcasino Wien präsentiert.

    Der kolumbianische Indie-Film "Bad Lucky Goat” wurde auf einer kleinen und abgelegenen karibischen Inseln gedreht, verzichtet weitestgehend auf Kolumbien-Klischees und präsentiert eine Sprache, Musik und Kultur die selbst für viele Kolumbianer unbekannt ist.

    Die zwei jugendlichen Geschwister Corn (Honlenny Huffington) und Rita (Kiara Howard) töten bei einem Unfall mit dem Fahrzeug ihres Vaters eine Ziege. Das ungleiche, wenig harmonische Duo muss nun einen Weg finden um den Wagen
    rechtzeitig zu reparieren und alle Spuren des Unfalls zu beseitigen. Denn bald müssen die Touristen abgeholt werden, die in dem Hotel ihrer Familie wohnen werden. Auf ihrer hektischen Suche nach Wiedergutmachung und einer Lösung des
    Problems begegnen die beiden einem Metzger, einem Trommeln-bauenden Rastafari, einem Pfandhausbesitzer und sogar einem Hexendoktor.

    Musik ist ein wichtiger Bestandteil des Filmes. Auf der Insel ist sie immer präsent und Leute mögen es laut, und so läuft die Musik durchgehend während Corns und Ritas Abenteuer. Die Musik für den Film, unter anderem Reggae, Calypso, Soca und Mento, wurde ausschließlich von Musikern der Insel komponiert.

    "Ich wollte einen ehrlichen Film machen indem wir den unberührten Zustand der Inseln wahren und nur die Situationen der Charaktere dramatisieren. Die SchauspielerInnen stammen von den Inseln und gaben im Film ihr Debüt. Locations wurden kaum verändert, die Dialogue sind alle in Creole und die Musik wird ausschließlich mit Instrumenten gespielt, die auf der Insel zu finden sind”, so Regisseur Samir Oliveros.

    Premiere: 17.06.2018
    Ort: Filmcasino (Margaretenstraße 78, 1050 Wien)
    Regisseur: Samir Oliveros
    Hauptdarsteller: Honlenny Huffington y Kiara Howard.

    Der Film wird auf Creole mit englischen Untertiteln gezeigt | 76 Minuten.
    Tickets können im Vorverkauf beim Filmcasino,  www.filmcasino.at/film/bad-luckygoat/ 
    oder in einem der folgenden Geschäfte gekauft werden:
    Akrap Espressobar: Ecke Königsklostergasse/Theobaldgasse, 1060 Wien
    Creme de la Creme: Lange Gasse 76, 1080 Wien
    Marin Espressobar: Schönbrunner Strasse 14, 1050 Wien

    Flyer de “Bad Lucky Goat” de Samir Oliveros (Colombia)
    Flyer “Bad Lucky Goat” von Samir Oliveros (Kolumbien)
  • Latin Film Lounge Premiere: Señora Teresas Aufbruch in ein neues Leben

    Filmcasino und Latinidade ​präsentie​ren​ eine weitere "Latin Film Lounge" Premiere des argentinischen Films "La novia del desierto".

    Señora Teresas / Aufbruch in ein neues Leben: Die knallroten Turnschuhe sollen Teresa in der steinigen Wüste ein wenig mehr Halt geben. Lange hat sie kein Geschenk mehr bekommen, das von Herzen kommt. Und noch länger kein ernst gemeintes Kompliment. Seit Jahrzehnten arbeitet Teresa  (Paulina Garcia, bekannt aus „Gloria“) als Hausmädchen für eine Familie in Buenos Aires.

    Als die Familie ihr Haus verkaufen muss, ist Teresa gezwungen, eine Arbeitsstelle im 700 Meilen entfernten San Juan anzunehmen. Obwohl sie nicht gerne reist, macht sie sich auf den langen Weg durch die steinige argentinische Wüste. Bei ihrem ersten Zwischenstopp im Land der wundersamen „Heiligen Correa“ verliert sie ihre Reisetasche mit all ihren Habseligkeiten.

    Durch diesen Zwischenfall lernt sie den ebenso charmanten wie undurchschaubaren fahrenden Händler El Gringo (Claudio Rissi) kennen, der ihr als Einziger helfen kann, ihre Tasche und ihren Seelenfrieden wiederzufinden. Was wie das Ende ihrer Welt schien, erweist sich als ihre Rettung.


    » Dieser Film ist ein Geschenk« Screen Daily

    » Die charmante Road-Movie-Romanze lebt von leisen Tönen, hübschen Bildern sowie einem leinwandpräsenten Duo, das in der Wüste sein Leben und die Liebe neu entdeckt.« programmkino.de

     
    In Kooperation mit: FrauenFilmTage 2018 - Kinostart in Österreich 19.Jänner (OmU im Filmcasino).

    Wann: Mo 15. Jänner 2018, 20.30 Uhr
    Ort: Filmcasino Wien, Margetenstraße 78.
    Ab 19 Uhr Musik und Kulinarisches aus Lateinamerika in der CineBar.

    Eintritt € 9,00, Reservierung: www.filmcasino.at  , Kassa@Filmcasino.at, 01-587 90 62

    ARG/CHI 2017 | R: Cecilia Atán, Valeria Pivato | Mit: Paulina García, Claudio Rissi | 78 Min. | OmU.

     

    Gewinnspiel

    2x2 Freikarten für die Premiere "La novia del desierto"  / "Latin Film Lounge" am Mo. 15.01.2018

    Schreibe uns an: redaktion@culturalatina.at deine Daten und warum du jeden Monat in die "Latin Film Lounge" gehen willst? Mucha suerte!

     

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