Die deutsch-spanische Kulturzeitschrift Österreichs

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Freitag, 09 September 2016 10:16

„Spanien gegen den Strom“: Dokumentarfilm erklärt Alternativen zur Wirtschaftskrise in Spanien

geschrieben von
Foto cedida por La Manada

Am 8. September fand die Premiere der Doku „España contracorriente“ mit einem anschließenden Gesprächs mit dem Regisseur Markus Toth im Burgkino statt. Eine Arbeit von Markus Toth von La Manada Film und Mario Hötschl, Kameramann und Produzent von Backbone Film. Die Premiere fand im Burgkino statt.

Texto: Laura Garrido  / Übersetzung: Jana Ersfeld

Toth, Regisseur von „Vuelta y vuelta. Memorias del exilio chileno“ begleitete in seinem neuesten Film einige Bürgerinitiativen, die in Spanien im Zuge der Wirtschaftskrise ab 2008 aufgekommen sind.

Ein positiver Blickwinkel. Ein Kampf gegen den Strom. Eine Herausforderung an die wirtschaftliche, finanzielle, soziale und politische Situation. Wir sprachen vorab mit Markus über seine Doku „España contracorriente“ und über die Realität, die diese zeigt.

Das Jahr 2008 markiert ein Wendepunkt in der jüngeren Geschichte Spaniens. In diesem Jahr begann die Wirtschafts- und Finanzkrise, mit fatalen Folgen für viele Spanier und Spanierinnen. Die Widersprüchlichkeit des spanischen Wirtschaftssystems resultierte in einer Abnahme der sozialen Leistungssysteme, die natürlich genau die Notwendigkeit vieler Bürger und Bürgerinnen noch mehr erhöhte.

Es gibt Alternatives

Es entstand eine negative Situation, aus der sich aber neue Bürgerinitiativen herausbildeten. Hoffnungen, mit dem Ziel Alternativen zu schaffen, die der Mehrheit der Bevölkerung helfen. Viele neue und auch schon ältere Ideen im Hinblick auf ein anderes Wirtschafts- und Sozialmodell wurden realisiert – näher, solidarischer und gleicher.

Auf der Suche nach konkreten und positiven Beispielen dieser Initiativen entstand das Projekt „España contracorriente“. Markus beobachtete, dass vor allem die negativen Berichterstattungen über die Auswirkungen der Krise die Medien dominierten: „In Spanien gab es Menschen die sagten: ich möchte kein Opfer der Krise sein. Ich möchte aktiv teilnehmen und etwas gegen das was gerade passiert tun.“ „Über Demonstrationen hinaus, habe ich jeden Tag nach konkreten Aktionen gesucht, denn ich wollte eine positive Dokumentation machen, die Hoffnung gibt. Das bedeutet aber natürlich nicht, die negativen Konsequenzen zu leugnen“, denn wie Markus weiter erklärt, bedeutet ein Krise auch immer ein Wachstum von Möglichkeiten: „Eine Krise in deinem Leben ist ein ganz besonderer Moment, während dessen du dich selbst auf persönlicher Ebene besser kennenlernen und einen Wandel durchlaufen kannst. Ich dachte mir, dass auf nationaler Ebene das gleiche passieren muss.“

Markus Toth und Mario Hötschl während der Dreharbeiten "España Contracorriente". Foto: La Manada Vídeo 

Konkrete Aktionen

Neben den Initiativen, die in der Dokumentation gezeigt werden, gibt es laut Markus noch viele Weitere, wie etwa Paris365 in Pamplona, die damit begonnen haben, eine Suppenküche einzurichten. Mittlerweile stellen sie auch Bildung zur Verfügung und haben ein Arbeits- und Wohnprogramm für Menschen mit wenigen Ressourcen ins Leben gerufen. Oder etwa die Bürger von Pucol in Valencia, die ein Arbeitsnetzwerk mit anderen Ortschaften in ihrer Nähe gegründet haben. Und es gibt weitere Initiativen mit einem medialen, politischen oder finanziellen Charakter, die in der Doku aufgegriffen werden. Alle diese Projekte haben etwas gemeinsam, wie Markus eindringlich erklärt: „Keines dieser Projekte wird die Krise alleine beenden könne, aber alle Suchen nach einer konkreten Lösung – und das gemeinsam. Wenn die Leute damit beginnen gemeinsam zu arbeiten, können sie viel erreichen.“

Werte wie Solidarität oder gemeinschaftliche Arbeit steht hinter dieser Art von Initiative auf einer lokalen und nachbarschaftlichen Ebene, und dies ist nach Toth die Stärke der Projekte. „Wenn du dir das Finanzsystem anschaust, wirst du noch deprimierter, es ist nicht greifbar. Wenn du auf einer lokalen Ebene arbeitest, siehst du eher was gebraucht wird und kannst z.B. Produkte tauschen, was die Motivation fördert.“

Fotogramm des Dokumentarfilms. Foto: La Manada Vídeo 

Nächste Schritte

Wenn alles gut läuft, werden in Spanien in den nächsten Jahren viele dieser Initiativen und Projekte entstehen und ausgeweitet werden wie Markus erklärt: „Es ist interessanter wenn du den Projekten einzeln folgst, zwei oder drei Jahre lang, weil während dieser Zeit viele Dinge passieren. Wenn alles gut läuft, so wie geplant, werden wir eine breitere Version der Doku „España contracorriente“ haben“.

Für den Moment befindet sich das Team von La Manada Film in der Promotion der Doku, die in Spanien und Panamá, und eventuell in Graz und New York laufen soll. „España contracorriente“ hat darüber hinaus schon am X Festival der Menschenrechtsfilme in Valparaíso (Chile) und am Roma Cinema Doc teilgenommen. Auch in Österreich wurde der Film der Öffentlichkeit am 8. September im Burgkino in Wien, zweifellos mit einer großen Präsenz der spanischen Einwohner und Einwohnerinnen in Österreich, präsentiert. Nach der Filmvorführung gab es dann noch ein Gespräch mit Markus der ein wenig nervös war und lächelnd sagte: „Das österreichische Publikum wird der Film sicherlich auch interessieren, allerdings gibt es auch eine gewisse Distanz. Jedoch gibt es auch viele Spanier und Spanierinnen, die im Zuge der Krise nach Österreich ausgewandert sind. Sie haben ihre ganz eigene Geschichte, Erfahrungen und Ansichtsweißen. Deswegen wird es sehr interessant werden.“

Der Trailer zur Dokumentation ist unter folgendem Link zugänglich: espanacontracorriente.vhx.tv

 

Technische Daten "Spanien gegen den Strom" 

Regisseur 

Markus Toth

Produzenten

Markus Toth (LA MANADA Video- und Filmproduktion) y Mario Hötschl (BACKBONE FILM)

Kamera

Mario Hötsch

Montage

Philip Landau y Markus Toth

Ton und Spezialeffekte

Daniel Grailach

Farbkorrektur

Sabrina Winkler

Spezialeffekte

Christopher Roither y Matthias Feldmann

Musik

Jonathan Bolivar, Nelson Morales, Markus Toth

Radio Contracorriente

Patrick Henriquez, Fátima Peñalver, Francisco Javier Uclés-Sánchez y familia

Untertitel

Robert Gartner, Ariana & Johnny Pullano, Markus Toth

Zeitdauer

42 Min.

Kontakt / Website

mt@lamanada.at / www.lamanada.at

Laura Garrido

Laura Garrido es licencia en periodismo, su origen es de España. Desde hace varios años vive en Viena y se desempeña como autora para varios medios. Escribe con pasión, porque ama su profesión. 

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