Die deutsch-spanische Kulturzeitschrift Österreichs

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Montag, 06 April 2015 20:25

Verein NPH „Nuestros Pequeños Hermanos”: verhelfen wir den Menschen zu ihrem Glück!

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Dort haben bislang fast 9000 kleine Kinder seit der Gründung dieser Organisation davon profitieren können. Und das seit der Gründung vor 30 Jahren. (Foto: NPH)

Stefan Feuerstein Direktor von NPH Honduras, war auf einen Kurzbesuch in Österreich und Cultura Latina konnte ihn für ein Exklusivinterview gewinnen. Er erzählt über das Leben in Honduras, die Situation der Kinder bei NPH und die Hilfe von NPH.

Text Laura Garrido / Übersetzung Michael Puchner

Der Verein Nuestros Pequeños Hermanos (NPH) arbeitet für die Zukunft von tausenden Kindern in neun Ländern Zentral- und Südamerikas.

Kinder, die ihre Familie verloren haben, finden bei NPH ein Zuhause. Sie werden bis ins Erwachsenenalter begleitet. Die Erziehung, das berufliche Lernen und die medizinische sowie die entsprechende psychologische Betreuung werden ermöglicht.

Vor kurzem hat NPH seinen 60. Geburtstag gefeiert. Mehr als ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit William B. Wasson die Organisation in Cuernavaca, Mexiko, gegründet hat.

„Die Geschichte ist die, dass ein Bub aus dem Körbchen der Kirche von Pater Wasson Geld stiehlt, die Polizei fängt ihn und bittet den Priester, gegen ihn auszusagen. Pater Wasson sprach mit dem Kind, bot ihm an, sein Mentor zu werden, wenn er ihn akzeptiere. Das Kind sagte Ja. Und dann erzählten die Polizisten dem Priester, es gäbe noch acht weitere Kinder….

Das wertvollste, das ich gelernt habe, ist, dass, wenn Du Deine Ziele mehr auf andere ausrichtest als auf Dich, dann bist Du umso glücklicher“.
Stefan Feuerstein

Bald waren es 36 Kinder und der Grundstein für NPH war gelegt, erklärt Stefan Feuerstein bei seinem Besuch bei NPH Österreich. Nach Mexiko wurde in Honduras ein Kinderdorf gegründet. Darauf folgten Haiti, Guatemala, El Salvador, Dominikanische Republik, Bolivien, Nicaragua und Peru.

In diesen 60 Jahren, waren mehr als 18.000 Kinder Teil dieser großen NPH-Familie. „Der Hauptgrund, warum mir diese Arbeit so viel Spaß macht, ist dass ich fühle, dass wir in dieser Organisation alle zusammen vorwärts gehen. In erster Linie definieren wir uns nicht als Institution, sondern als Familie; einer nicht ganz perfekten Familie, wie jede andere Familie auch“, sagt Feuerstein mit einem Funkeln in den Augen und mit honduranischem Akzent.

Er kam nach Honduras, wie viele andere Freiwillige, die für NPH arbeiten; nach dem Abschluss seines Wirtschaftsstudiums. Feuerstein – väterlicherseits deutsch, mütterlicherseits ukrainisch, in Luxemburg aufgewachsen und in London die Hochschule absolviert – erzählt von seiner Arbeit im Kinderdorf Rancho Santa Fe, in dem mehr als 450 Kinder leben und einer besseren Zukunft entgegen blicken.  Das erste, das er lernte, war mit weniger zu leben „und das Wertvollste, das ich gelernt habe, ist, dass wenn Du Deine Ziele mehr auf die anderen ausrichtest als auf Dich, dann bist Du umso glücklicher“. 

Die Rancho “Santa Fe”:
Ein Beispiel eines Kinderdorfs von NPH

Die Rancho Santa Fe erstreckt sich über ein Gebiet von 1000 Hektare, umgeben von viel Natur. Auf dem Kinderdorfgelände finde man verschiedenste Einrichtungen: Wohnhäuser für die Kinder eine Krippe, die Grund- und Mittelschule, die Lehrwerkstätten sowie, das medizinische Zentrum, in dem ein Operationssaal und ein Therapieraum untergebracht sind. Dort finden auch Menschen aus der Umgebung Unterstützung wie ältere Menschen ohne Familie und Menschen, die mit HIV infiziert sind.

„Das Kinderdorf ist kein Ort, an dem man Kinder eingesperrt oder hinter einer Mauer sehen kann“, beschreibt Feuerstein. „Wir haben einen Gemüse- und Obstgarten sowie Hasen und Schweine. Die Lebensmittel daraus - wie Milch oder Eier - reichen beinahe zur Selbstversorgung, zählt er auf. Die Milchkühe produzieren 400 Liter Milch pro Tag, mit der wir in der Früh Käse machen; was am Nachmittag übrig bleibt, wird getrunken“.

In der Hauptstadt Tegucigalpa hat NPH eine Kindertagesstätte für Kinder von alleinerziehenden Müttern, so dass diese arbeiten oder Arbeit suchen können. In Tegucigalpa gibt es auch Studentenwohnhäuser von NPH, um die Jugendlichen, die studieren, zu unterstützen und sie ins Erwachsenen Leben zu begleiten. „Die Verbindung zu NPH reißt nie ab und das hier ist immer ihr zu Hause“,  bekräftigt Feuerstein, der sich bewusst ist, welch großartiges Team ihn unterstützt.


Die ersten Aktivitäten im Dorf beginnen um sieben Uhr morgens. Es sind die Mediziner, Krankenpfleger, Professoren, Psychologen, Physiotherapeuten, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Köche, das Reinigungspersonal - fast alle Honduraner - an die 180 Angestellten, die mit der Arbeit starten. Das Kinderdorf ist ein wichtiger Arbeitgeber für die Region. Dieses multidisziplinäre Team weiß um, die spezielle Aufmerksamkeit, die diese Kinder benötigen. Einige von ihnen leben mit einer Behinderung oder haben schwere Krankheiten, wie Kinderlähmung oder Hydrocephalus. Fast alle haben ein traumatisches Erlebnis hinter sich und / oder sind Opfer von Gewalt oder Missbrauch. Ein professionelles Mitarbeiterteam wie NPH hat, ist für die Entwicklung der Kinder sehr wichtig.

Die Rancho Santa Fe ist so etwas wie eine Insel der Hoffnung und Ruhe in Honduras; einem Land, das die Liste der gefährlichsten Länder der Welt mit der höchsten Mordrate anführt.

„Fast alle Honduraner können behaupten, dass sie ein Familienmitglied verloren haben. Die Verbrecher bleiben komplett straflos. Die Menschen haben mehr Vertrauen in Banden wie die Maras als in die Polizei. Ein Professor hat mir einmal gesagt, ein Jugendlicher muss viel Mut und Kraft besitzen, um nicht auf die Maras herein zu fallen. Dort finden die Jungen Schutz und Einkommen“, erzählt Feuerstein.

Es gibt ein neues Projekt, das vor ein paar Jahren von einem Mädchen gestartet wurde, es heißt CHICAS PODEROSAS. „Das Programm soll die Mädchen formen und ihnen Werkzeuge in die Hand geben, um ihre Selbstbestimmung und Identität als Person und als Frau zu stärken, in dieser Männer orientierten Gesellschaft.“, Feuerstein bekräftigt: „obwohl es viele Probleme gibt und die Gewalt das Land beherrscht, ist Honduras ein sehr schönes Land und die Honduraner haben einen Charme, den ich so noch in keinem anderen Land kennen gelernt habe“.   

NPH Honduras heißt 80 neue Kinder willkommen

Die Kinder erhalten spezielle Begleitung. Es sind mehr als 180 Arbeiter, unter ihnen Mediziner, Professoren, Psychologen oder Physiotherapeuten, die in den verschiedenen Zentren und Häusern tätig sind. (Foto: NPH)

Die Kinder erhalten spezielle Fürsorge und Betreuung. Es sind mehr als 180 Arbeiter in Honduras beschäftigt, unter ihnen Mediziner, Professoren, Psychologen oder Physiotherapeuten, die in den verschiedenen Zentren und Häusern tätig sind. (Foto: NPH)

Die Familie von NPH Honduras ist kürzlich um 80 neue Kinder gewachsen. Die Mädchen und Buben kommen aus staatlichen Einrichtungen, die aus Geldmangel geschlossen werden mussten. Die neue Familienabteilung der Regierung, die DINAF, ist gerade im Entstehen.

Feuerstein erinnert sich an die Ankunft in einem Zentrum, wo früher einige dieser Kinder lebten. „Es gab nur eine Mauer zwischen den Kindern und einer Besserungsanstalt für Jugendliche, die vom Militär bewacht wurden. Die Kinder des Zentrums schliefen in Betten, in denen sie weder sitzen noch sich umdrehen konnten“. Die Betten sahen eher wie Käfige aus als wie Betten.

Als wir mit den neuen Kinder im Kinderdorf ankamen, haben uns unsere Kinder schon erwartet. „Ein Mädchen war im Bus eingeschlafen; als sie ausstieg, begann sie zu weinen. Eines unserer Kinder ging zu ihr und sagte: Hab keine Angst, hier wird es Dir gut gehen“, erinnert sich Stefan Feuerstein. „Ich könnte Unmengen an Worten sagen, aber wenn ein Kind hingeht und das sagt, ist das tausend mal mehr wert“.

Uno de los grupos recién llegados al Centro, procedente de los centros estatales cerrados hace poco y que NPH-Honduras ha acogido. (Foto: NPH)

Eine der neu angekommenen Gruppen aus den staatlichen Zentren, die kürzlich geschlossen wurden und die von NPH Honduras aufgenommen wurden.

Wie können wir helfen?
Freiwilligenarbeit und Patenschaft

Stefan Feuerstein kam als Voluntär. So wie er kommen viele junge Menschen für 13 Monate – solange dauert das Voluntärprogramm - nach Lateinamerika. Man lebt und arbeitet in den Kinderdörfern von NPH. Kost und Logis sind gratis und man erhält ein Taschengeld im Wert von rund USD 100,-- monatlich. „Wir haben Voluntäre, die Kunst- und Physiotherapie mit den Kindern machen. Sie sind Krankenpfleger oder Sozialarbeiter, Psychologen oder sie helfen uns im Büro“, erklärt Feuerstein die verschiedenen Möglichkeiten. Es gibt aber auch die Variante, dass man sich die Arbeit nur für ein paar Wochen anschaut. „Derzeit haben wir 22 Voluntäre, fünf davon aus Österreich“.

Die Voluntäre kommen meistens aus Ländern, in denen NPH Büros hat, wie im Falle Österreichs. In mehr als zehn Ländern, von Kanada bis Neuseeland sind NPH-Büros vertreten.

Eine andere Möglichkeit zu helfen ist eine Patenschaft zu übernehmen, mit der monatlichen, wirtschaftlichen Unterstützung für ein Kind oder eines unserer Projekte. Der Pate ist mit seinem Patenkind in Kontakt und kann sein Patenkind vor Ort besuchen. „Ich war in Kuba mit zwei Jugendlichen von uns, als sie promovierten. Von einem Kind kamen sogar die Paten aus Österreich“. Feuerstein bekräftigt, dass für NPH alles von der Mitarbeit der helfenden Personen abhängt: „Wenn ich in mitten der Kinder stehe, in den Häusern, denke ich an jeden Ziegel, an die Wäsche, Bohnen oder den Reis, den wir essen, die Bücher, die die Kinder in ihren Rucksäcken trage; und das alles ist möglich, weil sich jemand dazu entschieden hat, zu helfen.“

Ob Sie als Voluntär mitarbeiten oder als Pate unterstützen möchten - die Mitarbeiter bei NPH Österreich informieren Sie gerne.

Helfen wir, um Kinder Glücklich zu machen

Lassen Sie uns dem Team von NPH helfen - egal mit wie viel - um das Leben dieser Kinder, die unschuldig in dieser unmenschlichen Situation sind, zu verbessern. Helfen wir ihnen, glücklich zu sein, da das der Sinn des Lebens ist. Wenn wir etwas haben, dann teilen wir. Wenn wir teilen, werden wir glücklicher sein.

KONTAKTDATEN

Web: www.nph-oesterreich.org
Tel.: 01/526 0220
E-Mail: info@nph-oesterreich.org

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