Die deutsch-spanische Kulturzeitschrift Österreichs

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Samstag, 04 April 2015 10:33

Carlos “El Tordo” Maturano: „Wenn Du keine Basis hast, wird morgen der Tango mit Bachataschritten getanzt“

geschrieben von Laura Garrido / Übersetzung Michael Puchner
Carlos Maturano und Heide Schmollgruber sind ein Tangopaar. Sie lernten sich in Salzburg kennen, wo Heide lebt. Sie wollte tanzen, probierte den Tango aus und war sofort Feuer und Flamme. Sie sagt, das hat ihr geholfen, persönlich zu wachsen und mehr Selbstsicherheit zu gewinnen. (Foto: © acnacaustria.org)

Carlos “El Tordo” Maturano, Präsident der „Academia Nacional de Tango de la República de Austria”  und der “Escuela Europea de Tango” erzählt uns in diesem Interview von seinem Leben, seinen Anekdoten und seinen Erfolgen.

Die Geschichten geschehen, ohne die Zeit, um sie zu Ende zu bringen. Es scheint unmöglich zu sein, Termine zu ordnen und all das Geschehene in einem Leben unterzubringen. Wir reisen mit diesem Interview ins Epizentrum des Tangos, gemeinsam mit dem Präsidenten der Academia Nacional del Tango de la República de Austria, Carlos “El Tordo” Maturano, der auch der Vorsitzende der Escuela Europea de Tango ist, beide mit Sitz in Salzburg, wo der Bonaerense lebt. Seit dem Zeitpunkt, als dieser Ort seine Biografie bestimmte. Er sagt von dieser Stadt, dass er hier sein zu Hause gefunden hat. Er war Journalist mit eigener Produktion, Fallschirmspringer und Direktor eines großen Gymnasiums, ein bekannter Friseur, Golfcaddie, ein großer Verfechter der Sprachen, aber der Tango hat seinem Leben den richtigen Sinn gegeben.

Carlos
Carlos "El Tordo" Maturano,  Maestro des Tangos und aktueller Präsident der Asociación Nacional de Tango de la República de Austria und Direktor der Escuela de Tango en Europa. (Foto: © acnacaustria.org)

Du hast ja schon viel in Deinem Leben gemacht. War der Tango das Wichtigste?
Ja, wirklich. Der Tango war und ist das Wichtigste. Aber nicht von Beginn an. Am Anfang war das eine Undergroundbewegung der Randbezirke. Ich begann mit vier Jahren und jetzt bin ich 67. Die Familie meiner Mutter kam aus Avellaneda, was die Gegend um den Río de la Plata war. Dort wurde der Tango geboren. Dort war ich ein Junge mit zwei komplett verschiedenen Eltern. Mama, verrückt nach Tango, mit einer mir sehr ähnlichen Persönlichkeit und Papa, der damit gar nichts anfangen konnte, Generaldirektor der IBM Argentinien. Ich sehe noch meine Mutter vor mir, als sie mit meinem Padrino tanzen gegangen ist. Mein Padrino hat sich ein Messer unter die Achsel gesteckt, um zur Milonga zu gehen, weil das dort gefährlich war. Ich war fasziniert. Als ich 18 war, schenkte er mir dieses Messer und sagte: „das ist für Dich, weil ich weiß, dass Du mal ein guter Tänzer sein wirst.“

Es war ein Volkstanz, die Leute wollte Spaß haben?
Ja, es war wegen des Spaß´ und es war aber auch der Tanz der einzige Ort, an dem sich diese Menschen wichtig fühlten. Sie hatten nichts anderes. Es war der letzte Stand der Gesellschaft.

Und heutzutage gibt es keine solchen Tänzer, wie es sie früher einmal gab?
Gar nicht, die Tangotänzer seien mir nicht böse. Sie haben keine Ahnung, um was es geht, da sie zwangsweise von den Wurzeln entfernt sind.

So hast Du begonnen, dich mit dem Tango auseinanderzusetzen; von deinen Wurzeln an?
In dem Moment, als ich mit dem Tango in Kontakt kam, begab ich mich zur Milonga und dort sah ich einen Mann, dem alle applaudierten und es war seltsam, wie er tanzte. Ich sagte mir: das ist was ganz Spezielles. Mit der Zeit erklärte man mir, dass dieser Herr der letzte Tänzer eines Stils, namens Canyengue sei. Ich fragte, ob der Herr mich unterrichten könnte. Aber sie zeigen nichts, das sind übernatürliche Tänzer. Ich begann, Videos aufzunehmen, damit nichts verloren ging. Ich habe 26.

Und wann hast Du Dich für Europa entschieden?
Durch andere Aktivtäten, die unternahm fühlte ich, dass ich etwas für die Menschen machte (obwohl ich mit 4 Jahren begonnen habe, zu tanzen, hab ich es nie gelassen). Also nahm ich einen Stein aus meinem existenziellen Rucksack und fühlte mich leichter. 2002 entschied ich mich, nach Europa zu gehen, von dort, wo ich so viele Jahre gelebt habe und so viel Tango und andere Sachen gemacht habe. Ich sagte, genug. Ich gehe. Ich schloss all meine Geschäfte. Ich hatte es satt. Das Problem, das ich mit dieser Entscheidung hatte, war, dass ich mich nun nur mehr mit dem Tango beschäftigen würde, mit dem Erbe, das ich erhalten hatte, dafür zu arbeiten, dass sich nichts verlieren würde.

Tango Workshop & “Milonga Carlos Gardel” jeden Sonntag in Wien

Präsentiert von der Escuela Europea de Tango und der Academia Nacional de Tango de la República de Austria. Mit dem  Maestro Carlos “El Tordo” Maturano und seinem Team.

Wann? Jeden Sonntag
15.00 Uhr Workshop
16.30 Uhr Beginner
18.30 Uhr Milonga (alle Niveaus)

Wo?
Schwarzberg Vinothek. Schwindgasse 4, Ecke Schwarzberg 10, 1040 Viena

Eintritt: Kombiticket Workshop & Milonga: € 15,--
Milonga: € 10,--

**Die Zertifikate der Academia Nacional de Tango de Austria und der Escuela Europea de Tango sind offiziell, sie gehören der Academia Nacional de Tango de Argentina an.

Webseite: www.acnacaustria.org

Du hast Dich von dieser Last befreit und dann konntest Du Dich nur mehr dem Tango widmen?
Nein, das war der Konflikt. Ich wusste nicht, wie ich das loswerden sollte. Und die Leute sagten zu mir: „der Tango kann auch befreiend sein. Weil Du wirst so viele Dinge für die Menschen machen, Du wirst ihnen Freude bringen und wirst das Leben von mehr als nur einem ändern. Und das stimmt. Wenn ich etwas gelernt hatte, war es das Geben. Weil viele große Tänzer gaben nicht, sie behielten es für sich. Aber durch meine Umsicht hat sich das nicht verloren.  Und als ich begann, zu unterrichten, erhielt ich am meisten vom Leben und vom Tango selber.

Wie hast Du den Tango nach Europa übersiedelt?
Der Tango kam natürlich viel früher als ich, ich brachte meine Unterstützung mit. Ich mache nichts anderes. Erstens hat mich die Academia Nacional del Tango de Argentina als akademisches Mitglied aufgenommen. Ich bin so etwas, wie der kulturelle Botschafter. Ich machte auch östliche Studien, die mit Diplomatie zu tun hatten, da ich sehr gerne reise und gern mit Botschaften zu tun habe. Und ich glaube, dort muss man beginnen. Das hab ich auf der ganzen Welt gemacht. Den Tango dorthin bringen, kämpfen und Gründer sein.

„Als ich begonnen habe, „alles“ das zu lehren, bekam ich am meisten vom Leben und vom Tango selber.“

Institutionen ins Leben rufen, um eine solide Basis zu schaffen. Wurde so die Academia del Tango in Österreich geboren?
Ja. Als ich nach Österreich kam, vor 5 Jahren, tanzte ich in Salzburg für die Regierung und eine Dame fragte mich: Welches ist Dein Ort in dieser Welt. Und ich sagte ihr, Salzburg. Es ist wirklich das erste Mal in meinem Leben, dass ich sagen kann, das hier ist mein Ort.

Carlos und Heide, gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Akademie, die jeden Sonntag einen Workshop leiten für Anfänger und Fortgeschrittene; danach findet eine Milonga statt, nicht nur für Workshopteilnehmer. (Foto: © acnacaustria.org)

Carlos und Heide, gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Akademie, die jeden Sonntag einen Workshop leiten für Anfänger und Fortgeschrittene; danach findet eine Milonga statt, nicht nur für Workshopteilnehmer. (Foto: © acnacaustria.org)

 

Um Tango zu tanzen, der sehr technisch wirkt, muss man da trotzdem auch kreativ sein, improvisieren und sich führen lassen?
Ja natürlich. Aber Du musst eine Struktur haben, weil das Erbe wurde durch Figuren weitergegeben, der Grundschritt. Das heißt, wenn Du keine Basis hast, wird morgen der Tango mit Bachataschritten getanzt.

Brauchen die Leute diese Basis für die Workshops?
Nein, nein, nichts davon. Desto weniger, umso besser.

Lernst Du noch weiter von Deinen Schülern?
Ja, klar. Heide, meine Tanzpartnerin sagt mir ab und zu: „ach ich hab mich geirrt!“ und ich sag ihr dann: „Vergiss diesen Irrtum nicht, so wie es war, weil es sehr schön ausgesehen hat“. Also stellen wir diese Situation nach und so kommt eine Figur raus, die es noch nie gegeben hat. Und sie hat viele Figuren, die die Menschen faszinieren.

Und das ist die Evolution des Tango?
Es gibt in der Geschichte des Tango keine zwei Personen, die gleich tanzen.

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