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Dienstag, 22 April 2014 20:30

Welttag des Buches: Das Cervantes Institut organisiert eine Hommage an den Poeten Juan Gelman

Geschrieben von
Zwei Große der Literatur: Gabriel García Márquez und Juan Gelmán. Spanien, 2008. (Foto: EFE / eluniversal.com.mx)

Die Veranstaltung wird vom Schriftsteller Darley Rojas Castañeda moderiert

Laura Garrido Moreno. Jeden 23. April wird der Tag des Buches gefeiert, am selben Tag, als Cervantes und Shakespeare starben und auch andere großartige, weltbekannte Schriftsteller. Obschon Gabriel García Márquez nicht warten wollte und konnte und am vergangenen 17. April von uns gegangen ist. Auch Juan Gelman verstarb Anfang des Jahres. Immer gehen die Besten, könnte man meinen. Aber sicher ist, dass wir alle einmal gehen werden. Obwohl einige wunderbare Werke als Erbe hinterlassen, die die lateinamerikanische Literatur universell und einmalig erscheinen lassen.

Der kolumbianische Poet Darley Rojas Castañeda wird durch die Hommage an Juan Gelman im Rahmen des Welttages des Buches, diesen 23.4. im Cervantes Instiut in Wien führen. (Foto: Laura Garrido Moreno). (Foto: Laura Garrido Moreno).
Der kolumbianische Poet Darley Rojas Castañeda wird durch die Hommage an Juan Gelman im Rahmen des Welttages des Buches, diesen 23.4. im Cervantes Instiut in Wien führen. (Foto: Laura Garrido Moreno). (Foto: Laura Garrido Moreno).

Der große Kenner der spanischen Sprache, Darley Rojas Castañeda, Poet wie Gelman und Kolumbianer wie García Márquez wird das Program im Cervantes Institut in Wien – zum Tag des Buches – moderieren. Ein Festakt im Gedenken an Juan Gelman, dessen Namen auch die Bibliothek des cervantinischen Institutes dieser Stadt trägt.Wir haben mit dem Poeten, der sich in Wien niedergelassen hat, über die Hommage und die Literatur gesprochen. Dieser hat auch gerade sein neues Buch „La puerta turquesa“ veröffentlicht.

-Schriftsteller, Redakteur und politscher Aktivist… Welche der zahlreichen Facetten, die Juan Gelman hat, fasziniert Dich am meisten?
-Darley Rojas: Juan Gelman gehört der Tradition der großen lateinamerikanischen Schriftsteller an. Mit 23 Jahren veröffentlicht er sein erstes Buch und schon seit seinen ersten Gedichten war es klar, dass er in der Poesie ein eindrucksvolles Glück war. Wir sprechen hier vom Jahr 1953, als er sein erstes Buch „Violín y otras cuestiones“ veröffentlicht und seit diesem Zeitpunkt hat er beständig die Aufmerksamkeit auf seine Poesie gelenkt. Dieses Buch wurde im Rahmen einer Gruppe von Personen der Linken veröffentlicht. Juan Gelman hat mit sehr jungen Jahren eine politische Gesinnung erweckt. Er war sich der sozialen Ungerechtigkeiten in Argentinien und auf dem gesamten Kontinent bewusst. Seine Reaktion darauf war, dass er sich mit 14 der Kommunistischen Partei Argentiniens anschloß. Es wurde eine Art Syndikat geschaffen und im Rahmen dieses Syndikats begann man, die eigenen Werke zu publizieren, unter ihnen das erste von Gelman.

Neben seiner schriftellerischen, intellektuellen Tätigkeit und als Poet war da auch noch die Politische. Gelman war sehr engagiert mit den sozialen Umstürzen, die sich in Lateinamerika generiert wurden und er war das Gegenteil zu den militärischen Diktaturen in seinem Land.

Diese zwei Facetten musst Du zwingend hervorstreichen, wenn Du von Juan Gelman sprichst und in seiner Poesie ist das Thema Politik zugegen, jedoch nicht wie ein politsches Flugblatt.

-Ist Gelman einer der Autoren, die Deine eigene literarische Tätigkeit beinflussten oder fühlst Du Dich in irgendeiner Art verbunden mit ihm?
-Darley Rojas: Gelman war immer schon ein Referenzpunkt innerhalb der lateinamerikanischen Poesie. Wir alle haben Lieblingsschriftsteller. Was wir erleben ist der Aufbruch der lateinamerikanischen Literatur, die nicht nur auf Cortázar, Fuentes oder Gabriel García Márquez zurückgeht, sondern auch auf eine Reihe an Persönlichkeiten wie Gelman oder Nicanor Parra, die die herkömmlichen Formen der Poesie überschritten haben. Sie haben eine neue Art, mit den Lesern zu kommunizieren, kreiert, eine neue Art der Poesie. Gelman gehört dieser Generation von Autoren an, die ein Referenzpunkt sind, ja, aber ich bemerke keinen direkten Einfluß von ihm auf meine Poesie, auch wenn es schwer ist dies zu sagen, weil Du ja nie weißt, wann eine neue Ader entsteht.

-Aber Du kennst seine Werke gut. Am kommenden 23. April wirst Du durch die Hommage an Gelman, die das Cervantes Institut in Wien organisiert, führen.
-Darley Rojas: Ich werde eine Kurzbiographie über sein Leben und sein Werk machen. Er ist ein Mann, der sein Leben sehr intensiv gelebt hat. Mit 14 schloss er sich der Kommunistischen Partei an, war unter den Aufständischen und vereinigte sich mit den bewaffneten Kämpfern, die gegen die militärischen Diktaturen in seinem Land auftraten und danach lebte er im Exil. Die argentinischen Militärs, nachdem sie ihn nicht fassen konnten, entführten seinen Sohn, seit kurzem verheiratet und dessen Frau, die schwanger war. Ihn ermordeten sie, sie sollte das Baby bekommen, dann brachten sie sie nach Uruguay und nach zwei Monaten „Stillzeit“, adoptierte ein Polizist das Kind und sie wurde getötet. Das ist eine Tragödie für die gesamte Familie und es ist etwas, das das Leben und Werk von Gelman prägt. Juan Gelman suchte sie und als ihm bekannt wurde, dass sie ermordet wurden, machte er sich auf die Suche nach diesem Enkel oder dieser Enkelin, die er nicht kannte. Und nach 23 Jahren fand er das Mädchen, nach einer Reihe von unglaublichen Begebenheiten und er hatte zum ersten Mal Kontakt zu dieser jungen Frau, die in Uruguay lebte.

-Das Publikum wird die Möglichkeit haben, Gedichte von Gelman zu lesen und Extrakte seiner bevorzugten Werke. Ein sehr wichtiger Punkt im Rahmen des Aktes.
-Darley Rojas: Rafael de la Dueña, Bibliothekar der Juan Gelman Bibliothek, der seit mehr als 10 Jahren in Wien lebt, hat schon viele Events wie den Tag des Buches verwirklicht und dieses Jahr wird er ihn Juan Gelman widmen. Juan Gelman hat uns bei der Eröffnung der Bibliothek begleitet, nachdem er mit dem Premio Cervantes ausgezeichnet wurde. Es wird eine verdiente Hommage werden und das Publikum wird Fragmente seiner Lieblingswerke lesen können.

-Ohne Zweifel wird das Publikum auch einen anderen, kürzlich verstorbenen, großartigen, lateinamerikanischen Schriftsteller huldigen- Gabriel García Márquez.
Darley Rojas: Sicher wird er präsent sein. Übrigens, Juan Gelman und García Márquez waren gute Freunde und beide lebten in Mexiko City. Unser Gefühl ist ein schweres und voller Traurigkeit über seinen Verlust. Und wie Du richtig gesagt hast, an diesem Tag werden wir Fragmente von Gelman und auch Fragmente von García Márquez hören.

-Und wie Gabriel García Márquez, bist auch Du Kolumbianer und Dein Leben hat sich zu großen Teilen in Europa verwirklicht.
-Darley Rojas: Es ist nicht genau derselbe Fall und ich möchte nicht mit diesen großartigen Schriftstellern verglichen werden, aber fast alle schrieben ihre Werke ausserhalb ihrer Heimat. Der Umstand, dass Du nicht dort lebst, bedeutet nicht, dass Du Dein Land nicht liebst. Manchmal erlaubt Dir erst die Distanz die wahre Dimension Deines Landes und Deiner Kultur zu wertschätzen.

-Wir sprechen über eine universelle Literatur, in der die Eigenschaften der eigenen Kultur sehr präsent sind. Und das ist vor allem bei der lateinamerikanischen Literatur der Fall.
Das ist ein Erfolg der Schriftsteller dieser Generation, die mit Carlos Fuentes beginnt und dann zu Vargas Llosa, Cortázar oder García Márquez führt, ohne andere Autoren, wie Roa Bastos, Miguel Ángel Asturias oder Uslar Pietri, weniger zu würdigen. Es ist ihr Erfolg, in dem sie ein regionales Thema in ein universelles verwandelt haben. Das Phänomen García Márquez ist unglaublich, er wurde in 36 Sprachen übersetzt und er hat in seinem Leben mehr als 40 Millionen Bücher verkauft.

-In Deiner Laufbahn als Schriftsteller findet sich auch dieses Universelle und das Brücken-bauen zwischen Kulturen.
-Darley Rojas: In Bezug auf mein Werk ist dies logisch, ich lebe seit 36 Jahren ausserhalb meines Landes und es ist normal, dass Du die Kultur des Landes annimmst, in dem Du lebst, aber das Wichtigste ist, dass Du niemals Deinen Ursprung vergisst, Deine Wurzeln und auch diese Kultur der lateinamerikanischen Literatur. Und in diesem Sinne habe ich viele Lesungen über verschiedenen lateinamerikanische Schriftsteller gemacht. Wenn man in einer anderen Kultur lebt, bereichert das, genau wie sich eine Kultur bereichert. Das Gegenteil ist eine Katastrophe.

-Kürzlich hast Du Dein neues Buch “La puerta turquesa” zweisprachig veröffentlicht. Was findet der Leser darin?
-Darley Rojas: Es wurde von der Stadtlichter Presse aus Deutschland veröffentlicht und es hat gute Kritiken bekommen und es hat schon viel Aufmerksamkeit der Presse erweckt. Ich habe schon viele Einladungen erhalten, um Lesungen zu halten, u.a. im PEN Club oder der Alten Schmiede, das sowas wie Kathedrale der Literatur in Österreich ist, und auch in Deutschland. So bin ich motiviert und bin gerade dabei, das zweite Buch mit diesem Herausgeber vorzubereiten. Wir hoffen, dass wir es nächstes Jahr herausbringen können. Und was den Leser darin erwartet? Davon möchte ich mich distanzieren, ich möchte, dass das Buch zum Leser kommt und ihm sagt, was es ihm zu sagen hat. Es war sehr nett, so viele Emails zu erhalten und so viele Kommentare von Menschen, die mein Werk nicht kannten und zu hören, was es ihnen sagt. Für mich war das etwas Neues und Erfreuliches.

Programm des Welttag des Buches 2014 im Instituto Cervantes in Wien am 23 April 2014.

Organisiert vom Cervantes Institut Wien und der Bibliothek Juan Gelman:
•    18:00 Einführung zu Juan Gelman, der Autor und sein Werk, moderiert vom Schriftsteller Darley Rojas Castañeda.
•    18:30 Lesung von Juan Gelman´s Gedichten
•    19:15 Musikalische Pause mit Alba Cruz (Sopran) und María Victoria Cáceres (Gitarre). Sie interpretieren 3 Lieder „Españolas Antiguas
de Federico García Lorca”.
•    19:30 Lesung der Lieblingswerke des Publikums.
Wo: Cervantes Institut Wien. Festsaal 2. Stock. Schwarzenbergplatz, 2  A-1010 Wien. Eintritt frei.

Welttag des Buches 2014 im Instituto Cervantes in Wien am 23 April 2014.

 

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