Die deutsch-spanische Kulturzeitschrift Österreichs

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Donnerstag, 25 Juli 2013 17:13

Nicaragua – das Leben von behinderten Kindern im zweitärmsten Land Zentralamerikas

Geschrieben von
Proyecto Samaritano - Anita, ein kleines Mädchen mit außerordentlicher Lebensenergie, bei der Physiotherapie

Nicaragua/Wien.- Hannah Frericks, NPH Österreich-Mitarbeiterin, war auf Projektreise im NPH-Kinderdorf „Casa Padre Wasson“ in Nicaragua und im Hilfsprogramm „Proyecto Samaritano“ für behinderte Kinder auf der Isla Ometepe. Das Projekt Samaritano wurde von der Oberösterreicherin Nadine Gulyas und der Tirolerin Verena Hackl gemeinsam mit zwei weiteren Therapeutinnen ins Leben gerufen. Derzeit erhalten 30 Kinder regelmäßig und kostenlos Physio- und Ergotherapie. In diesem Interview schildert Hannah Frericks ihre Eindrücke der NPH-Hilfseinrichtung und des Lebens im zweitärmsten Land Zentralamerikas.

Hannah Frericks, NPH Österreich„Hannah, du bist von deiner Projektreise in der Kinderdorf in Nicaragua zurück: Hast du Österreich im heiß(blütigen) Lateinamerika vermisst?“
-„Ich reise ausgesprochen gerne und begeistere mich dafür, ein mir fremdes Land in all seinen kulturellen und landschaftlichen Facetten kennen zu lernen. Nicaragua, das Land der tausend Vulkane, ist eine Reise wert, wenn nicht sogar zwei! Der kleine Staat in Zentralamerika wartet nicht nur mit wunderschöner tropischer Landschaft auf. Auch die Herzlichkeit und Lebensfreude seiner Bewohner ziehen einen wirklich in den Bann.

Was ich in Nicaragua vermisst habe? Wasser aus dem Wasserhahn, das man ohne Bedenken trinken kann! Denn das gab es außerhalb des Kinderdorfs nie. Ungefiltertes Wasser aus der Leitung birgt aber die Gefahr schwerwiegender Infektionen. Doch gerade bei tropisch hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von über 30 Grad sehnt sich der Körper natürlich ständig nach Wasser.“

„Die meisten Europäer haben von Lateinamerika eine romantische Vorstellung mit Tanz, mitreißender Musik und feurigem Essen. Wie sieht nun die Realität in Nicaragua aus?“
-„Mitreißende Musik und mit viel Chili zubereitete Speisen sind aus einem lateinamerikanischen Land nicht wegzudenken. Doch diese stereotype Darstellung bildet nur eine Seite der Medaille ab. Für viele Menschen in Nicaragua ist ein Leben mit großen Entbehrungen bitterer Alltag. Viele Kinder sterben schon im Säuglingsalter, weil sie zu früh und unterentwickelt zur Welt kommen. Grundlegende medizinische Versorgung, um diesen Kindern das Überleben zu sichern, fehlt oftmals. Geburtsvorbereitung und Kontrolluntersuchungen während und nach der Schwangerschaft sind keineswegs selbstverständlich wie hier in Österreich. Das führt dann leider dazu, dass die Kindersterblichkeit in Nicaragua sehr hoch ist.“

NPH-Kinderdorf Nicaragua - Ausblick„Und das Kinderdorf – war es so, wie du es dir vorgestellt hast?“
-„Es hat mich mit Freude erfüllt, zu sehen, wie ausgelassen die Kinder und Jugendlichen im NPH-Kinderdorf leben, wie liebevoll die Betreuerinnen und Betreuer sich den Kindern zuwenden und auch wie die Kinder füreinander da sind. Während meines Besuchs habe ich den 8-jährigen Dario* kennen gelernt. Der Bub leidet an einer geistigen Behinderung, die es ihm manchmal erschwert, seinen Alltag zu meistern. Doch die anderen Kinder im Kinderdorf unterstützen Dario voll und ganz und gehen sehr liebevoll mit ihm um. Dass man füreinander da ist, sich um den Anderen kümmert, sich gemeinsam freut und gemeinsam durch schwierige Zeiten geht – so stelle ich mir eine Familie vor!  Das NPH-Kinderdorf in Nicaragua ist genauso eine Familie – nur eben eine sehr große!“

NPH Kinderdorf Nicaragua Schule

„Stichwort Proyecto Samaritano auf der Insel Ometepe inmitten des Nicaraguasees – du hast dort das NPH-Therapiezentrum für behinderte Kinder besucht. Welchen Eindruck hast du dort bekommen und wie wird den Kindern dort geholfen?“
-„Während meines Besuchs des Proyecto Samaritano hatte ich das große Glück, hautnah in den Therapiestunden mitzuerleben, wie Kindern mit Behinderung die Chance auf ein selbständigeres Leben geschenkt wird. Die Hausbesuche bei den Patientinnen und Patienten waren sehr ergreifende Momente für mich. Die Geduld und die Liebenswürdigkeit, mit der die Oberösterreicherin Nadine Gulyas und die Tirolerin Verena Hackl auf jedes einzelne Kind eingehen, haben mich sehr beeindruckt. In den Therapiestunden geht es um grundlegende Bewegungsabläufe sowie Tätigkeiten, die zusätzlich die Feinmotorik fordern – wie etwa eine Wasserflasche öffnen oder einen Löffel selbst zum Mund führen.

Doch die Hilfsangebote des Proyecto Samaritano gehen weit über kostenfreie Einzel- und Gruppentherapie hinaus: z.B. finanzielle Unterstützung beim Kauf lebensnotwendiger Medikamente und Aufbaunahrung gegen Unterernährung oder Geburtsvorbereitungs- und Ernährungskurse.“

NIC Samaritano Anita Fruehgeborrenes-

„Sind dir einige Kinder besonders in Erinnerung geblieben?“
-„Anita*, ein zu früh geborenes Mädchen ist besonders präsent in meiner Erinnerung haftengeblieben. Niemals zuvor habe ich ein so mageres, unterentwickeltes Baby gesehen. Als ich Anita kennen gelernt habe, hat sie mit drei Monaten 2.100 Gramm gewogen. In den ersten Minuten der Therapiestunde war ich richtig bestürzt vom Anblick dieses kleinen, verletzlichen Babys. Doch als Anita dann mit voller Kraft an ihrer Milchflasche zu nuckeln begann, begriff ich: Dieses kleine Mädchen verfügt über eine außerordentliche Lebensenergie und es hat eine echte Chance zu überleben! Neben der Aufbaumilch, die das Proyecto Samaritano kostenfrei zur Verfügung stellt, ist eine regelmäßige Therapie für die Entwicklung der Kleinen unerlässlich.

Gestern habe ich von Nadine Gulyas die erfreuliche Nachricht erhalten: Anita wiegt nun bereits über 3 kg und sie macht hervorragende Fortschritte. Sie kann schon fast alleine ihr Köpfchen halten – vor drei Monaten wäre das noch undenkbar gewesen. Ohne Hilfe durch das Proyecto Samaritano hätte Anita wahrscheinlich nicht überlebt. Denn ihre Mutter hätte das Geld für die Aufbaunahrung nicht aufbringen können, die ihre Tochter dringend benötigt.“

v.l.n.r.: Hannah Frericks (NPH Österreich), Verena Hackl (Ergotherapeutin im Proyecto Samaritano), Patientin, Nadine Gulyas (Physiotherapeutin im Proyecto Samaritano)

„Wie geht es im Proyecto Samaritano weiter?“
-„Neben den beiden österreichischen Therapeutinnen gibt es nur noch einen weiteren Therapeuten auf der Insel Ometepe. Doch der Bedarf an Hilfe ist groß, viele Kinder leiden wegen der schlechten Gesundheitsversorgung an Entwicklungsverzögerungen und Unterernährung – und das von Geburt an. Auch Zerebralparese, eine frühkindlichen Entwicklungsstörung, ist eine häufige Diagnose bei Kindern auf der Insel Ometepe.

Um noch mehr Kindern helfen zu können, ist der Bau eines Samaritano-Therapiehauses notwendig. Denn derzeit findet die Gruppentherapie in einem kleinen Raum im Krankenhaus in Moyogalpa statt. Doch der Raum ist  für die stetig wachsende Truppe kleiner Patientinnen und Patienten zu klein geworden. Ein großes Manko ist auch der fehlende Wasseranschluss in dem kleinen Zimmer. So können während der Therapien keine Mahlzeiten zubereitet werden, es gibt keine Waschmöglichkeit und auch Toiletten fehlen. Das Therapiehaus kann nur gebaut werden, wenn NPH Österreich genügend Spenden erhält. Spenden an NPH Österreich sind von der Steuer absetzbar.“


Über Hannah Frericks
Hannah Frericks hat ihr BWL-Studium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg absolviert und war danach bei NPH Deutschland – Unsere kleinen Brüder und Schwestern in den Bereichen Public Relations und Fundraising sowie bei der FC Group in Wien tätig. Seit Jänner 2010 verantwortet Sie den Fundraising-Bereich bei NPH Österreich.

Über das NPH-Kinderdorf in Nicaragua
Das Kinderdorf  in Nicaragua wurde 1994 als viertes Kinderdorf von NPH gegründet. Da das ursprüngliche Kinderdorf auf der Insel Ometepe durch den dort aktiven Vulkan gefährdet war, übersiedelte es Ende 2010 auf ein neues Grundstück auf dem Festland. Dieses befindet sich in der Nähe der Stadt Jinotepe, eine Stunde von der Hauptstadt Managua entfernt. Bei NPH in Nicaragua leben insgesamt 253 Kinder.

Über Proyecto Samaritano
Das Proyecto Samaritano wurde 2010 von der Oberösterreicherin Nadine Gulyas und der Tirolerin Verena Hackl gemeinsam mit zwei weiteren Therapeutinnen ins Leben gerufen. Die therapeutischen Einrichtungen befinden sich im Krankenhaus in Moyogalpa auf der Insel Ometepe. Derzeit erhalten 30 Kinder bei Samaritano regelmäßig und kostenlos Physio- und Ergotherapie, bei Bedarf auch psychologische Betreuung von einer lokalen Psychologin.

Über NPH Österreich
Das internationale Kinderhilfswerk NPH (Nuestros Pequeños Hermanos™ = Unsere kleinen Brüder und Schwestern) schenkt Waisen und in Not geratenen Kindern in neun Ländern Lateinamerikas ein neues Zuhause. Seit der Gründung 1954 sind mehr als 17.500 Kinder in den NPH-Kinderdörfern aufgewachsen, Spenden und Patenschaften sichern ihre Betreuung und Ausbildung. NPH Österreich (www.nph-oesterreich.org) ist mit dem Österreichischen Spendengütesiegel ausgezeichnet, Spenden sind von der Steuer absetzbar.

Spendenkonto: Erste Bank 822 430 955 00 (BLZ 20111).

Zum NPH Österreich-Jahresbericht 2012

Zur Webseite: www.nph-oesterreich.org

* Namen zum Schutz der Persönlichkeitsrechte verändert.

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