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Dienstag, 07 Juni 2022 18:23

Junge Studenten an der Wiege des Designs in Barcelona

Von Stefan Galván

Biel Moreno, Andrea Barragán, Claudia Garcia, Jordina Cascante, Lucía Cordón, Ariadna Pachón, Ot Boltà und Pau Castillo sind Schüler im letzten Jahr des künstlerischen Abiturs an der Daina-Isard-Schule in Olesa de Montserrat, einer Schule, die eine Elterngenossenschaft in der Nähe von Barcelona ist. Sie sind nur acht Beispiele für die zukünftigen Künstler und Designer, die aus dieser Schule hervorgehen können.

Miriam Grau ist ihre Lehrerin, sie hat an der Universität Barcelona Kunst studiert. Sie hat einen Master-Abschluss in künstlerischer Produktion und Forschung. Seit 2014 gehört sie zum Lehrerteam der Daina-Isard-Schule in Olesa de Montserrat, in der Provinz Barcelona.

Miriam, erzählen Sie uns ein wenig über diese Klasse.

Die Kunstgruppe des 2. Abiturjahrgangs ist sehr aktiv und sehr talentiert. Da es sich um eine kleine Gruppe handelt, können wir in einem sehr engen, aber anspruchsvollen Umfeld arbeiten. Sie sind sehr begabte Schüler, die ihre Projekte mit Beharrlichkeit und Engagement entwickeln. Sie wissen sehr genau, was sie wollen, und obwohl sie sich noch gar in der eigentlichen küsntlerischen Ausbildung befinden, entwickeln sie bereits ihre eigene Sprache.

Ich glaube, dass diese neue Generation junger Designer der Schlüssel zu einem Wandel hin zu einem ethischeren System sein kann, das sich der Umwelt und den Menschen verpflichtet fühlt.

 La profesora Míriam Grau Millaret (cuarta de izquierda a derecha) Foto: Cortesía Míriam Grau Millaret
La profesora Míriam Grau Millaret (in der Mitte) mit den Schüler:innen. Foto: Cortesía Míriam Grau Millaret


Wie viele Stunden pro Woche haben Sie sie und welche Fächer werden im künstlerischen Abitur unterrichtet?

Ich habe 12 Stunden pro Woche in dieser Gruppe, aufgeteilt auf Design, künstlerisches Zeichnen und Grundlagen der Kunst. Es gibt aber auch Unterricht in Audiovisueller Kultur, Technischem Zeichnen und Weltliteratur, neben anderen Wahlfächern.

Darüber hinaus haben die Schüler des künstlerischen Abiturs auch ihren Block mit gemeinsamen Fächern: Katalanisch, Spanisch, Englisch, Geschichte, Philosophie, Sport usw.

Das Ziel der Daina-Isard-Schule ist es, ihnen eine gute, umfassende Ausbildung zu vermitteln, bevor sie sich auf ein Universitätsstudium oder eine Berufsschule spezialisieren.

Wie kam es zu diesem Industriedesign-Projekt?

Es war ein Projekt, das als einfache Klassenarbeit begann. Ich bat sie, eine Kollektion von drei elektrischen Mechanismen für eine Wohnung zu entwerfen (Schalter, Steckdose, Druckknopf, Zugangskontrolle usw.). In unserer Schule setzen wir auf echte Herausforderungen und direkte Anwendung, da wir glauben, dass dies nicht nur die Motivation steigert, sondern auch dem Lernen einen Sinn verleiht. Nach und nach wurden sie motiviert, und die ersten Modelle aus Papier oder Pappe wichen der Erforschung neuer Materialien und Techniken zur Entwicklung einiger Prototypen.

Die Ressourcen, die uns bei Daina-Isard zur Verfügung stehen, haben diesen Prozess sehr erleichtert. Unter den Projekten der Studenten finden sich so unterschiedliche Techniken wie lasergeschnittene Methacrylate, Formen, die mit einer Thermoformmaschine oder Silikon hergestellt wurden, und Stücke, die aus völlig ökologischem Acrylharz gefertigt wurden.

Das Ergebnis war sehr positiv. Abgesehen von den wirklich funktionalen und schönen Stücken ist es wichtig, all das hervorzuheben, was die Schüler bei diesen Prozessen lernen. Sie stoßen auf Dutzende von Problemen, die sie durch Ausprobieren und Fehlermachen zu lösen lernen. Kurz gesagt, sie müssen lernen, wie Designer zu denken, und das ist sehr schwierig.

Und jetzt zu den Schülern, wir interviewten vier dieser Grufppe und das sind ihre Antworten:
 
Erzählt uns doch ein wenig über euch selbst und den bisherigen künstlerischen Werdegang.

JC: Ich bin Jordina Cascante Riberès, ich wurde hier in Katalonien geboren und hatte von klein auf eine enge Verbindung zu Kunst, Design, Tradition und katalanischer Kultur. Meine künstlerische Laufbahn begann an dem Tag, an dem meine Eltern mich mit leerem Papier konfrontierten. Das Experimentieren und der freie Ausdruck des Unterbewusstseins entwickelten meine Leidenschaft für Design und Kunst. Unter meinen künstlerischen Projekten möchte ich eines hervorheben, das meinen Weg geprägt hat: Amnèsia.

Letztes Jahr schuf ich Amnèsia, ein Ausstellungsprojekt, das aus einer Reihe von 9 Werken besteht, die um die Zeit herum konzipiert wurden, umrahmt von Klängen, Lichtern und visuellen Effekten, die eine interaktive Erfahrung in Verbindung mit den Sinnen des Betrachters bieten. Mit dem Ziel zu zeigen, dass der Kontext, der den Menschen umgibt, in der Lage ist, über Zeit zu sprechen.

Ich arbeite derzeit an meinem Abschlussprojekt für das zweite Jahr des künstlerischen Abiturs. 9" spricht über die Mutterschaft als Verbindung zwischen dem Fötus, der Mutter und dem Raum durch eine choreografische Darstellung. Ziel des Projekts ist es, den Betrachter in den mütterlichen Raum als interaktiven und einzigartigen Raum zu bringen.
 
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AB: Mein Name ist Andrea Barragán, ich wurde in Barcelona geboren und hatte von klein auf eine große Leidenschaft für Videospiele, die mich schon immer umgeben und Teil meines Lebens waren. Ich hatte immer gedacht, dass Naturwissenschaften mein Ding sind, aber im Alter von fünfzehn Jahren begann ich, ein großes Interesse an der Kunst zu entwickeln. Ich begann, die Figuren zu zeichnen, die ich so sehr liebte. Daraufhin beschloss ich, das Kunstabitur zu machen, um meine Kenntnisse zu vertiefen. Ich wollte eigentlich Design studieren, aber mir wurde klar, dass mich das Zeichnen, insbesondere das Illustrieren, wirklich inspiriert. Seitdem mache ich kleine Arbeiten, Fanarts meiner Lieblingscharaktere und erforsche verschiedene Bereiche, um mein Zeichnen zu verbessern.

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BM: Ich heiße Biel Moreno Lluberes, ich lebe in Olesa de Montserrat und interessiere mich seit meiner Kindheit für die Welt der Kunst, des Films und der Comics. Im Alter von 16 Jahren hatte ich die Gelegenheit, das Buch Descobrint Olesa von Edicions Paper d'Estrassa zu illustrieren. Dieses Buch hat sich an die Spitze der Verkaufsrangliste gesetzt und ist das meistverkaufte Buch des Jahres 2020 und 2021 in Olesa de Montserrat.

Ich habe außerdem schon mehrmals an den unglaublichen kollektiven Projekten der Firma Exquisite Workers teilgenommen. Dann habe ich das Cover der Single "Should I let you go?" des Musikers Capriem gestaltet. Außerdem habe ich einige meiner Arbeiten auf dem Festival de Arte Joven (organisiert vom Jugendrat der Stadtverwaltung von Olesa de Montserrat) ausgestellt und den ersten Preis für Plakate bei den VII Pruebas Canguro (VII „Känguru“-Prüfungen) gewonnen.

Und schließlich habe ich als Schauspieler im Spot Carnet Jove 2022 (organisiert von La Caixa und der Generalitat de Catalunya) mitgewirkt und war damit eines der Gesichter der neuen Werbekampagne. Vor einigen Monaten habe ich mich dem Team von Afrocolectiva (einer antirassistischen Vereinigung) als Illustrator angeschlossen, mit dem Ziel, der Gemeinschaft zu helfen und meine Arbeit auf den Aktivismus auszurichten.

**

CG: Mein Name ist Claudia Garcia Abós, ich wohne in Olesa de Montserrat und besuche die Daina Isard Schule, seit ich 3 Jahre alt bin. In meiner Kindheit liebte ich es zu malen und zu zeichnen. Ich verbrachte Stunden damit, verschiedene Puppen zu zeichnen, und mit diesen Puppen nahm ich dann eine Handvoll weißer Blätter Papier und erfand verschiedene Geschichten, als ob es ein Märchen wäre.

Als Kind war ich von der Fantasie fasziniert, vor allem von Feen, und ich liebte es, verschiedene Zeichnungen von Feen mit unterschiedlichen Kleidern anzufertigen, für jede entwarf ich ein anderes Kleid. Danach merkte ich, dass ich die Kleidung meiner Puppen sehr gerne zeichnete, und ich verbrachte alle meine Nachmittage damit, verschiedene Outfits zu zeichnen, und ich bat meine Familie immer, sie einzurahmen. Damals merkte ich, dass ich Mode und Kleidung wirklich mochte. Wenn ich mir verschiedene Fernsehserien ansah, schaute ich mir immer an, wie die Charaktere gekleidet waren, und ich war geradezu besessen vom Stil von Selena Gomez, und ich erinnere mich, dass ich mir extra wegen ihr ein paar rote Converse gekauft habe.

Heute mache ich das Kunstabitur, obwohl ich eigentlich mit Naturwissenschaften angefangen habe, aber das lag daran, dass ich bei der Entscheidung, was ich machen wollte, nicht mit Herz und Kopf dabei war. Nach einem Monat habe ich dann gemerkt, dass es mir nicht gefällt, und ich habe schnell das künstlerische Abitur gemacht, um mich dem Modedesign zu widmen, das mich schon immer begeistert hat. Ich bin meiner Lehrerin Miriam sehr dankbar, weil ich das Gefühl habe, dass ich dank ihr viele Dinge gelernt habe, die mir in meiner beruflichen Laufbahn sehr nützlich sein werden, insbesondere die Art und Weise, wie ich denke und an Projekten arbeite.

Biel, wir sind von der Farbenpracht Ihres Vorschlags beeindruckt. Was hat Sie inspiriert?

Mein künstlerischer Stil (der sich derzeit noch im Aufbau befindet) ist von verschiedenen afro-lateinischen Referenzen inspiriert, die einem Teil meiner Kultur (dominikanische Republik) nahe stehen. Beispiele sind Jean-Michel Basquiat, Tiffany Alfonseca und Dionisio Blanco, Künstler, die die einfache, primitive Ästhetik aufgreifen und sehr farbenfrohe und lebendige Kompositionen entwickeln.

Auch meine Marke für Schalter und Steckdosen basiert auf dem Satz: "Weniger ist mehr" von Mies Van der Rohe. Dieses Zitat des deutschen Architekten bezieht sich auf die Suche nach der Synthese der Elemente, mit dem Ziel, alles loszuwerden, was keine Funktion erfüllt (das sogenannte Denken der Bauhausschule).

Claudia, dein Projekt heißt New York, warum?

Ich habe beschlossen, mein Projekt New York zu nennen, weil ich mich von der Stadt und insbesondere von ihren großartigen Gebäuden inspirieren ließ. Ich habe diese leuchtenden Farben mit Spiegelungen verwendet, weil sie mich an die Gebäude dieser Stadt erinnerten und ich eine Verbindung zu ihnen fand. Die Form der elektrischen Mechanismen wurde ebenfalls mit Blick auf die Größe und die rechteckige und längliche Form, die sie charakterisiert, entworfen.

Andrea, du hast Holz verwendet, was hat dich inspiriert und wie hast du diesen Prototyp hergestellt?

Für dieses Projekt habe ich mich von ruhigen, natürlichen und gleichzeitig minimalistischen Orten inspirieren lassen. Ich wollte Schalter entwerfen, die perfekt zu dieser Art von Zuhause passen würden. Also suchte ich nach Inspiration, und nach mehreren Versuchen und Skizzen baute ich meinen endgültigen Prototyp aus Walnussholz und weißem Methacrylat. Dies war dank einer Lasermaschine möglich, die anhand von Computerzeichnungen das Material perfekt schneiden konnte. Danach musste ich nur noch die Teile zusammensetzen, damit das fertige Werk fertig und vorzeigbar war.

Jordina, dein Projekt ist auch sehr besonders und hat einen engen Bezug zu Barcelona, erzähl uns ein wenig darüber.

"BoN" wurde ins Leben gerufen, um der in der katalanischen Volkskultur so präsenten modernistischen Kultur einen Wert zu verleihen, indem der urbane Panot (der typische Pflasterstein Barcelonas) in das zeitgenössische Alltagsleben integriert wird. Die Kollektion elektrischer Mechanismen stellt ein modulares System dar, das die Ausarbeitung verschiedener Kompositionen je nach dem Geschmack des Verbrauchers ermöglicht.

Barcelona ist wirklich eine Wiege des Designs, finden Sie nicht auch?

BM: Design ist ein Phänomen, an dem wir uns erfreuen können, wohin wir auch schauen. Alle Objekte, Straßen und Gebäude wurden zuvor entworfen. Aus diesem Grund wird Barcelona, eine Stadt, die so reich an Kultur und historischen Referenzen in der Welt des Designs ist, wie Amèrica Sánchez, André Ricard und Claret Serrahima, zur Wiege dieser wunderbaren Disziplin.

AB: Auf jeden Fall, Barcelona ist eine der wunderbarsten Städte, voller Kultur, und man könnte sagen, dass Design in jeder Ecke und Winkel der Stadt zu finden ist. Wo immer man hinschaut, findet man kleine, bereichernde Details großer Design-Prominenz.

JC: Design ist alles, was uns umgibt und aus der Natur kommt, der Mutter des Designs. Unsere Umgebung wurde mit dem Ziel geschaffen, sich an unsere Bedürfnisse anzupassen und so unsere Lebensqualität zu verbessern. Barcelona, eine Stadt voller Jugendstil-Tradition, ist das große kulturelle Zentrum des Designs in Katalonien, das sich über das gesamte Gebiet erstreckt. Wir haben großartige Designer: Xavier Mariscal, Curro Claret, Rafael Marquina, Paola Molet...

CG: Design ist das, was uns umgibt. Die meisten Dinge, die wir sehen oder benutzen, wurden entworfen und sind Gegenstand von Forschungsarbeiten. In diesem Fall ist Barcelona eine der großen Städte, die meiner Meinung nach in der Welt des Designs von grundlegender Bedeutung ist, da sie große Inspirationen vermittelt, eine Stadt voller Kultur ist und vor allem sehr modern ist.

Mitte Juni werdet ihr die Schule abschließen und die „Selectividad“ ablegen, eine Prüfung, um die Zugangsberechtigung für die Universität zu erhalten. Was werdet ihr studieren?

CG: Ich habe mich schon immer für Mode interessiert, und wenn ich nun das Gymnasium abgeschlossen habe, werde ich einen Universitätsstudium in Modedesign machen.

BM: Seit meiner Kindheit bin ich neben meiner Leidenschaft für das Zeichnen von der Welt des Kinos und des Fernsehens fasziniert. Deshalb möchte ich Audiovisuelle Kommunikation studieren und zwar mit dem Ziel, meine eigenen Geschichten zu erzählen.

JC: Meine Eltern haben mir den Weg der Kreativität gezeigt. Ich bin von Geburt an von Kunst und Design umgeben, also waren sie schon immer ein Teil von mir. Mein Vater, ein Grafikdesigner und Art Director, hat mich stark beeinflusst. Deshalb möchte ich in seine Fußstapfen treten und einen Universitätsabschluss in Design machen, aber ich habe mich noch nicht für ein Hauptfach entschieden.

AB: Seit ich sehr jung war, habe ich mich sehr für die Welt der Kunst interessiert und habe im Laufe meines Lebens verschiedene Bereiche wie Kunsthandwerk, Design und Zeichnen erkundet. Aber in letzter Zeit habe ich gemerkt, dass das, was mich wirklich erfüllt und inspiriert, das Zeichnen und die Fähigkeit zu illustrieren ist. Deshalb werde ich einen höheren Abschluss in Illustration machen, und nach diesem Studium würde ich gerne andere Bereiche erforschen, zum Beispiel etwas, das mit der Welt der Videospiele zu tun hat, eine weitere meiner großen Leidenschaften und Hobbys, die ich jeden Tag gerne ausübe.

Alles hängt von der Note ab, haben Sie einen Plan B?

JC: Die Wahrheit ist, dass ich keinen Plan B in Erwägung gezogen habe, ich will für meinen Plan A kämpfen.

AB: Ehrlich gesagt, und aus meiner Sicht ist eine Note nicht alles, es stimmt, dass das heutige System so strukturiert ist. Und wenn eine Note mich daran hindert, meinen Traum zu verwirklichen, werde ich nach anderen Methoden suchen, um das zu erreichen, was ich anstrebe. Man kann immer andere Wege einschlagen, die einem vielleicht sogar viel mehr bringen, aber bis dahin werde ich mich auf mein Hauptziel konzentrieren und für das kämpfen, was mich wirklich inspiriert und mir Freude bereitet.

BM: Ich denke, es ist sehr wichtig, so hart wie möglich für das zu kämpfen, was uns glücklich macht. In meinem Fall würde ich immer nach einer Alternative suchen, um dorthin zu gelangen, wo ich hin möchte, selbst wenn ich aufgrund meiner Note nicht an der gewünschten Universität studieren könnte.

CG: Die Wahrheit ist, dass die Note für mich nie eine Rolle gespielt hat. Wenn man etwas findet, das einen begeistert und erfüllt und in dem man sich eine Zukunft vorstellen kann, dann ist das die Motivation, hart zu arbeiten, bis man sein Ziel erreicht hat. Ich war schon immer der Meinung, dass eine Note niemals über deine Zukunft entscheiden sollte, sondern dass es auf deine Arbeitsdisziplin ankommt, auf die Zeit, die du dafür aufbringst, und darauf, wie hart du arbeitest. Ich werde immer dafür kämpfen, Modedesign studieren zu können und mich dem widmen zu können, denn es ist meine Leidenschaft, und selbst wenn ich die Note nicht bekäme, würde ich keinen anderen Beruf ergreifen, um etwas zu tun, das mich nicht erfüllt, sondern ich würde weiter dafür kämpfen, das studieren zu können, was ich wirklich mag.

Was sind die Anliegen der jungen Menschen Ihrer Generation?

AB: Heutzutage haben junge Menschen im Allgemeinen mit verschiedenen Konflikten zu kämpfen, die uns umgeben, aber ich denke, der größte ist der Kampf gegen sich selbst. Wir befinden uns in einer Zeit der vielen Veränderungen, des Übergangs von der Jugend zur Erwachsenenwelt, des Gedankens, dass man nicht genug ist und dass man das erreichen wird, wovon man immer geträumt hat.

CG: Was mich heute am meisten beunruhigt, ist die Tatsache, dass ich mich als Person nicht ausreichend kenne. Nach und nach und mit Mühe findet man zu sich selbst, aber es ist schwer, über sich selbst und seine Zukunft nachzudenken, darüber, was man tun will, wenn man sich selbst nicht kennt, wenn man nicht einmal weiß, wer man ist und wie. Ich denke, dass es am wichtigsten ist, sich selbst zu kennen, um zu wissen, was man will und welchen Weg man einschlagen will.

Interruptors Andrea Barragán
Interruptors Andrea Barragán
Biel Moreno, Haus Panell
Biel Moreno, Haus Panell
Claudia Garcia-  Panel de exposición
Claudia Garcia- Panel de exposición
Jordina Cascante Riberès, Panell presentació. Mesa de trabajo
Jordina Cascante Riberès, Panell presentació. Mesa de trabajo.



Was ist mit den Freuden des Alltags?

AB: Die Freuden werden in den kleinen Momenten des Lebens wahrgenommen. Einen ruhigen Abend mit sich selbst verbringen, an einem Freitagabend mit Freunden ausgehen, eine neue Stadt besuchen usw. Jeder Mensch hat seinen eigenen Geschmack und seine eigenen Freuden, und egal, wie viele Probleme wir im Alltag haben, wir müssen immer wissen, wie wir die kleinen Momente, die uns glücklich machen, zu schätzen wissen.

CG: Die Momente, die mich am meisten erfreuen, sind jene Momente, in denen ich einfach nur Frieden und Ruhe empfinde. Auch wenn es nicht so aussieht, leben die meisten von uns jungen Menschen in einem inneren Kampf, in dem wir Neues lernen, indem wir Fehler machen und mit dem Leben experimentieren. Manchmal gerät man in schwierige Momente, in denen es scheint, als würde es nie enden, und wenn man in diesem Moment ein wenig Frieden spürt, bin ich zumindest für den Rest des Tages glücklich. Ich sehe die Freuden der Jugend nicht darin, auf Partys zu gehen. Es stimmt zwar, dass man eine tolle Zeit hat, wenn man mit seinen Freunden ausgeht und sich amüsiert, aber für mich ist Spaß und Freude etwas, also ein Gefühl, das man empfindet, wenn man allein ist und eine schöne Landschaft betrachtet und dem Frieden lauscht, der einen umgibt.

Und um auf eure Schalter und Steckdosen zurückzukommen: Habt ihr eigentlich daran gedacht, eure Werke bei einem Wettbewerb oder einem Unternehmen einzureichen und so vorzustellen?

JC: Das ist eine interessante Idee, die wir eigentlich gar nicht in Betracht gezogen haben. Der Gedanke, dass die Stücke, die wir im Unterricht konzipieren und erstellen, auch außerhalb der Schule gezeigt werden könnten, dass also das Projekt über den akademischen Bereich hinausgeht, erscheint sehr spannend und attraktiv. Im Moment haben wir noch nicht einmal mit dem Studium begonnen, aber es ist klar, dass wir lernen müssen, uns in Ausschreibungen und Wettbewerben zu profilieren.

AB: Ich war eigentlich schon immer ein Mensch, der nicht gerne an Wettbewerben teilgenommen hat, aus Angst, nicht gut genug zu sein oder dem Niveau nicht zu entsprechen, aber im künstlerischen Bereich muss man lernen, Selbstvertrauen zu gewinnen und sich seines eigenen Stils und seiner eigenen Ideen sicher zu sein. Deshalb denke ich, dass es eine Übung ist, die alle Künstler machen sollten, also schließe ich die Idee nicht aus.

CG: Ich habe noch nie daran gedacht, eine Klassenarbeit bei einem Wettbewerb oder einem Unternehmen einzureichen, aber ich würde es nicht ausschließen. Man verliert ja nichts, wenn man seine Arbeit anderen vorstellt. Sicherlich wird man sehr enttäuscht sein, wenn die Arbeit vielleicht nicht für gut genug gehalten wird, aber ich bin sicher, dass andere von den vielen vorgestellten Arbeiten es tun werden, und das könnt einem eine große Chance in einem künstlerischen Werdegang bieten.

BM: Das habe ich noch nicht in Betracht gezogen. Dennoch bin ich mir sicher, dass ich, wenn sich die Gelegenheit ergeben würde, versuchen würde, mein Projekt über die Mauern unserer Klassenzimmer hinaus zu tragen.


Cultura Latina beglückwünscht euch zu euren großartigen Design-Vorschlägen und wünscht euch viel Glück für euren weiteren beruflichen Werdegang.

Alle: Wir danken Ihnen für diese Gelegenheit und für Ihr Interesse. Wir freuen uns sehr, unsere Designs mit Ihnen geteilt haben zu können.

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Über die Schule: www.daina-isard.cat

Die Cooperativa de Enseñanza Daina-Isard ist eine bildungsorientierte Verbrauchergenossenschaft mit Sitz in Olesa de Montserrat, eine halbe Stunde von Barcelona entfernt. Sie wurde 1969 gegründet und ist seit 1975 als Genossenschaft tätig. Ihre Hauptdienststelle ist die Daina-Isard-Schule. Die Schule deckt die Bildung von Schülern zwischen 3 und .18 Jahren.  Die Einzigartigkeit dieses in Spanien relativ seltenen Modells liegt darin, dass die Mütter und Väter, die ihre Kinder in diese Schule bringen, gleichberechtigte Eigentümer der Genossenschaft sind und daher in Entscheidungen eingreifen können, die die Richtung, die Organisation und den Schwerpunkt des Unterrichts der Schule betreffen.

Cooperativa d'Ensenyament Daina-Isard SCCL. Im Hintergrund Montserrat, die Gebirgskette in der Provinz Barcelona/Spanien (Foto: Joan Riera).
Cooperativa d'Ensenyament Daina-Isard SCCL. Im Hintergrund Montserrat, die Gebirgskette in der Provinz Barcelona/Spanien (Foto: Joan Riera).
Letzte Änderung am Freitag, 24 Juni 2022 09:20

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